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Nackt unter Kannibalen

Originaltitel: Emanuelle e gli ultimi cannibali

Herstellungsland:Italien (1977)
Standard-Freigabe:FSK 18
Genre:Abenteuer, Horror, Erotik/Sex, Splatter
Alternativtitel:Black Emanuelle und die letzten Kannibalen
Emanuelle und die letzen Kannibalen
Emanuelle and the last Cannibals
Emanuelle's Amazon Adventure
Emanuelle Shock
Trap Them and Kill Them
Bewertung unserer Besucher:
Note: 5,93 (22 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Die Reporterin Emanuelle ist einem neuen Fall für ihre Zeitung auf der Spur. Merkwürdige Todesfälle in einem New Yorker Krankenhaus veranlassen die Schönheit mit einer versteckten Kamera als Spionin tätig zu sein. Dabei wird sie Zeugin eines grausamen Vorfalls. Eine frisch eingelieferte Frau beißt einer Krankenschwester die Brust ab. Bei einer Untersuchung der kannibalistisch veranlagten Frau wird eine Tätowierung entdeckt. Emanuelle wittert eine Sensationsstory und zusammen mit dem Naturforscher Mark Lester stellen sie einen Zusammenhang zwischen der Tätowierung und einem Volk im Gebiet des Amazonas fest. Mark und Emanuelle machen sich auf den Weg zum Amazonas, um dem Geheimnis auf die Spur zu kommen... (Digital World DVD)

eine kritik von dicker hund:

Schmuddelprofi Joe D'Amato schob 1977 zwischen zwei weitere Emanuelle-Filme noch den Kannibalenstreifen "Emanuelle und die letzten Kannibalen", besser bekannt als "Nackt unter Kannibalen". Neben "Sado", dem kürzlich erst rehabilitierten "Man-Eater" und "Absurd" sollte es ein weiteres Werk des Regisseurs für die bundesdeutsche Beschlagnahme werden - und bleiben. Dabei fällt es schwer, diesen unfreiwillig komischen Heuler wirklich ernst zu nehmen (Humor 3/10). Die größte Hürde dafür dürften die debilen Dialoge abgeben, vor allem in der germanischen Synchro-Fassung.

"Sie hat ihr ein Stück vom Busen rausgerissen. Und aufgegessen."

- "Ich habe ihre Akte heute morgen gelesen. Da stand drin, dass sie aus Süd-Amerika stammt."

Harmlos wirkt solch unbeholfene Schock-Attitüde trotzdem nicht. Der Gore startet mit einem Found-Footage-Aperitif, zeigt nach einer Pause eine zerfetzte Leiche und geht schließlich dazu über, an ausgewählten Stellen voll auf das Rupf-Mampf-Spiel draufzuhalten, welches die verspeisungsnahe Titten- und Titelgebung verspricht (Gewalt 6/10).

Technisch gab es da schon schlechteres zu sehen, zumal sich auch die vom Chef selbst übernommene Kameraführung nicht lumpen lässt und Schmankerl wie die geschickt zunutze gemachten transparenten Vordergründe bietet. Fabrizio De Angelis, der sonst als Produzent von Verwandten wie "Woodoo" oder "Zombi Holocaust" auftritt, macht bei seiner einzigen Spezialeffekt-Arbeit vieles richtig. In ersterem schlurft die sexy Mónica Zanchi als Zombie umher, die hier die Isabelle mimt, in letzterem ist Donald O'Brian der Mad Scientist. Als McKenzie fummelt er bei den Nackedeikannibalen sleazig an seiner schlafenden Kollegin herum. Das ist nur ein Beispiel für den vielen Sex (8/10), der neben einer Gruppenvergewaltigung viel einvernehmliches Geschehen bietet, zumal es Laura Gemser und anderen alle paar Minuten in bester bi-Manier bumsfidel zumute wird.

"Aber Isabelle ist nicht schwanger."

- "Wart's ab."

Darstellerisch schlummert die Mimik ähnlich wie die begriffelte Tussi. Da muss der Dschungel eben mit Schlangen und Treibsand drohen, um leidliche Horror-Stimmung zu erzeugen (5/10). Hätte man sich neben dem korrekterweise weggelassenen Tiersnuff auch - wenigstens bei den spannend gemeinten Szenen - das seichte Softporno-Gedudel verkniffen, wäre vielleicht sogar eine richtige Schauerwirkung drin gewesen. Leider korrespondiert die mäßig spannungsfördernde Musik mit der Schmalspurmotivation, welche die Schauspieler und ihre gelangweilten Rollen vereint.

"Hoffentlich kommen wir hier wieder lebend raus."

- "Och; das werden wir auch noch schaffen."

So schafft "Nackt unter Kannibalen" trashiges Mittelmaß (5/10 Punkten). Allzu viel schlüpfriges Zeug mit derart konsequent gefräßig-rattigen Indios gibt es allerdings auch nicht auf dem Markt, so dass der Film dadurch gewissermaßen Raritäts-Status hat. Für Spötter bietet sich besonders das Finale als überdimensional große Zielscheibe an.

 

5/10
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Kommentare

10.08.2022 09:45 Uhr - cecil b
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Wieder einmal eine äußerst gewandte Besprechung eines " Rupf-Mampf-Spiel(s)". Köstlich.

10.08.2022 10:28 Uhr - sonyericssohn
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Moderator
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Rate mal wer zum Essen kommt...
Men-Eater und Bujo Omega waren und sind mir schmuddelig genug. Da kann ich auf den hier dann doch verzichten ;-)
Review ist aber wieder äußerst angenehm zu lesen.

10.08.2022 17:07 Uhr - Punisher77
1x
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Ich glaube zwar nicht,dass der Film jemals in meinem Player landen wird,aber dein Review zu diesem Streifen habe ich gerne verschlungen.

10.08.2022 17:08 Uhr - Dissection78
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DB-Co-Admin
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Den finde ich tatsächlich superunterhaltsam, und trotzdem kann ich Deinen Kritikpunkten zustimmen. Vermutlich ist "Nackt unter Kannibalen" in meinen Augen exakt wegen seiner Unzulänglichkeiten, den belämmerten Dialogen, dem suboptimalen Schauspiel, der unfreiwilligen Komik und allgemeinen Trashigkeit so amüsant. Ich glaube, er war bislang auch nie sonderlich langweilig (die letzte Sichtung ist länger her). Das macht ihn auf alle Fälle besser als die anderen Joe-D'Amato-Exotik-Gurken, die als Antagonisten Zombies bzw. Mutanten anstelle von Kannibalen zeigen - siehe "In der Gewalt der Zombies" und "Insel der Zombies". Ein Vorteil ist auch, dass trotz aller Softcore-Rammelei auf elendig langgezogene Hardcore-Sequenzen verzichtet wird. Jap, schön zu lesende Kritik! :)

10.08.2022 17:44 Uhr - dicker Hund
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Vielen Dank für Eure netten Kommentare mit den witzigen Ernährungs-Wortspielen!

@ Dissection
Deine Rezi war eine vorzügliche Quelle der Inspiration. "In der Gewalt der Zombies" sehe ich allerdings ungefähr gleichauf mit diesem hier, zumindest in der genitalwarzenfreien Softcore-Version.


13.08.2022 12:43 Uhr - Insanity667
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DB-Helfer
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Ich mag diesen kleinen, schmutzigen, irgendwie hirnlos-harmlosen (nicht unbedingt vom Gewaltgrad her) und leicht verdaulichen Streifen, dank Tierleidfreiheit, auch sehr. Laura Gemser ist immer schön anzusehen,, 5/10 Punkte sind eine ordentliche Nummer. Und, bevor ich es vergesse, Deine Schreibe ist mal wieder pures Gold. :)))))

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