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The Nail Gun Massacre - Blutgericht in Arizona

Originaltitel: Nail Gun Massacre

Herstellungsland:USA (1985)
Genre:Horror, Splatter, Thriller
Alternativtitel:Nailgun Massacre, The
Texas Nailgun Massacre
Bewertung unserer Besucher:
Note: 4,25 (4 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Irgendwo in der heißen Wüste von Arizona. Nach einer brutalen Misshandlung einer jungen Frau durch eine Gruppe von Handwerkern beginnt eine mysteriöse Mordserie. Ein maskierter Killer, bewaffnet mit einer Nagelpistole, jagt Menschen und tötet sie auf bestialische Art und Weise. Der ortsansässige Sheriff steht dem erbarmungslosen Killer zunächst vollkommen hilflos gegenüber, denn dieser hinterlässt an keinem der Tatorte Spuren, die auf seine Herkunft hinweisen könnten. Mit Hilfe eines Arztes versucht er dennoch hinter das Geheimnis zu kommen. Schon bald gerät die Bevölkerung in Angst und Schrecken, denn jeder könnte das nächste Opfer des irren Mörders werden ... (cmv Laservision DVD-Cover)

eine kritik von dicker hund:

Der mit unbekannten Darstellern gedrehte Slasher "The Nailgun Massacre" blieb die jeweils einzige Spielfilmarbeit des Duos Bill Leslie und Terry Lofton, die sich hier am Amateurniveau versuchten. Im Intro findet eine textilreiche Gruppenvergewaltigung statt, um dann schon in der dritten Minute den Killer mit der Nagelpistole umgehen zu lassen, der unter Inkaufnahme von Kollateralschäden die Übeltäter von früher dezimiert. Hierfür trägt er Camouflage und Springerstiefel, während er sein Angesicht hinter einem mit dunklem Klebeband präparierten Motorradhelm verbirgt. Aus seinen Auftritten entsteht so etwas wie Horror (5/10), was zumindest der zweckmäßig unterstützende Synthie-Score suggeriert.

"Glaubst du, der Boogey-Mann wartet hier draußen, um irgendjemanden abzunageln?"

Die Opfer haben vor den Attacken mit dem Unterdruck-Gerät einvernehmlichen Sex (5/10), bei welchem schon merklich weniger Kleidung am Körper verbleibt als bei der erzwungenen Variante zum Start. Dass Freizügigkeit und Erotik indes nicht zwingend dasselbe sind, lässt sich hier entlang der billigen Optik schulmäßig nachvollziehen. Während der austauschbaren Füllwerk-Szenen zwischen den Ableben bleiben die Schauspieler so frei von Ausdruck wie die deutsche Synchronisation von halbwegs angemessener Betonung und die Dialoge von Hirn. Letztere bieten zumindest durch den gemischten Humor (4/10) aus Unvermögen und Onelinern einen gewissen Unterhaltungswert. So stößt eine Tussi nach einem Schuss in die Armbeuge ihres Lovers aus:

"Du hast ihn umgebracht!"

Medizinisch akkurat dürfte diese Diagnose nicht sein. Das macht aber nichts, da die vermeintlichen Toten oft noch zucken, weil kein besserer Take der tollpatschig agierenden Statisten für nötig gehalten wurde. Unbeeindruckt hiervon wird die Munition des einzigen Mordwerkzeuges immer wieder an den Trefferstellen drapiert und mit recht brauchbarem Kunstblut beschmiert, was schon manchmal "hart", aber nicht gerade spektakulär aussieht (Gewalt 6/10). Trotz der unbedarften Umsetzung und der mit ihr einhergehenden Monotonie reichte das Gezeigte der BPjS, um damals eine Indizierung auszusprechen, die nach knapp 19 Jahren wieder aufgehoben worden ist. 

"Zeit für etwas Nagelpflege."

Die Sprüche des Handwerksmeisters bewegen sich im Bereich zwischen "leidlich witzig" und "Blindgänger zum Kopfschütteln", was vor allem bei mehreren unlustigen Sätzchen hintereinander reichlich peinlich wirkt. Diese Qualität nimmt die Kamera zum Anlass, bar jeder Phantasie frontal auf das Geschehen draufzuhalten. Das Set hilft da nicht weiter, zumal es bloß aus beliebigen Feld-, Wald- und Wiesenumgebungen an freistehenden Häuschen und einem Schotterplatz besteht. Die in der Inhaltsangabe genannte Wüste dürfte eher als Metapher für den Ideenreichtum des Drehbuchs stehen, als dass sie einen Schauplatz benennt.

Viel zu bieten hat das bescheidene "Nailgun Massacre" also nicht (3/10 Punkten). Wer bierselig nach trashiger Projektionsfläche für seine Lust auf Häme sucht, wird noch am besten bedient, zumal der Trailer eine rekordverdächtig käsige Einstimmung für solche Zwecke bietet. Ansonsten locken nicht einmal die jugendgefährdenden Inhalte so richtig hinter dem Ofen hervor. Dergleichen wird seitens der reichlich vorhandenen Konkurrenz fast durchweg besser inszeniert.

3/10
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Kommentare

13.08.2022 09:56 Uhr - leichenwurm
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Moin dicker hund! Den hab ich tatsächlich nie gesehen... ! Der Gedanke, ob ichs da jetzt eilig hab den nach zu holen , hat sich aber aufgrund vieler lautstarker Lacher meinerseits, aufgrund deiner wirklich furztrockenen, enorm witzigen Formulierungen über den anscheinend reichlich miesen Film gleich wieder verflüchtigt... mein Favorit diesmal: die "medizinisch wenig akkurate Diagnose" 😀 !
Sehr schöner Text mein Lieber 😉 !

13.08.2022 12:10 Uhr - dicker Hund
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Danke Leichenwurm: Ohne Humor ist das "Blutgericht in Arizona" auch kaum zu ertragen...

13.08.2022 18:07 Uhr - Insanity667
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Da bin ich raus, den kenne ich ebenfalls nicht... Aber "Blutgericht in Arizona" klingt doch einigermaßen einfallsreich... im Gegensatz zu diesen Kopierern aus Texas... tzztzztztz... :)))

Schönes Ding mal wieder! :)

13.08.2022 19:29 Uhr - NoCutsPlease
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In der Tat einer der schlechtesten Horrorstreifen, die ich je gesehen und eine der besten Kritiken, die ich bisher dazu gelesen habe.
Der Killer klingt wie Darth Vader auf Drogen und selbige bräuchte mal wohl, um den Film genießbar zu finden.

13.08.2022 20:25 Uhr - dicker Hund
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@Insanity667
Nach dem "Blutgericht der reitenden Leichen" muss da wohl irgendwo ein Nest sein.
;-))

@NCP
Leider habe ich mir den Streifen nüchtern gegeben...

14.08.2022 09:14 Uhr - Draven273
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Da hab ich mich in meiner Sturm- und Drangzeit von dem Cover blenden lassen und dachte den Film musst du dir unbedingt ansehen. Und dann... ja dann kam die Ernüchterung, noch besser wäre es gewesen wenn ich wirklich etwas getrunken hätte, man war das ein harter Fall... die Sprüche...oh je oh je... naja und der Rest war im Vergleich zu damaligen anderen Produktionen auch kein Reißer.... seitdem habe ich den nie wieder gesehen. ich glaube in diesem Fall ist das auch besser so. Deine Review hingegen ist wie gewohnt ein schön zu lesender Zeitvertreib gewesen :) Danke

14.08.2022 16:32 Uhr - cecil b
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Moderator
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Den Kommentatoren kann ich nur zustimmen!

Danke dir, dicker Hund!

14.08.2022 22:16 Uhr - dicker Hund
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Bitteschön Euch beiden!

@Draven
Ja, es gab mal eine Zeit, in der Informationen rar waren und daher der Blick auf das Cover eine ganz entscheidende Bedeutung hatte. Da konnte man sich ganz übel auf die Nase legen. Mein Sinn für unfreiwillige Komik war damals auch noch nicht so ausgeprägt wie heute...

15.08.2022 15:53 Uhr - Insanity667
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Ich fand die "Astro" Cover auch immer sehr hübsch! :) Unglaublich, wie viel Schmutz da rückblickend dabei war, richtig schlimm! ;)

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