SCHNITTBERICHTE | # | A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z
Titel suchen:
Dying Light 2 [uncut] · Stay Human · ab 54,99 € bei gameware A Plague Tale: Requiem · Erlebe ein tolles neues Abenteuer für Hoffnung · ab 57,99 € bei gameware

Der Nebel

Originaltitel: The Mist

Herstellungsland:USA (2007)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Horror
Alternativtitel:Brume
Stephen King's The Mist
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,92 (116 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Ein kleines Dörfchen an der Küste von Maine wird ohne Vorwarnung von einem unheimlichen Nebel heimgesucht, in dem sich mörderische Kreaturen tummeln. Einer bunt zusammengewürfelten Truppe von Überlebenden gelingt es, sich in einem Supermarkt zu verbarrikadieren. Erschwert wird die verzweifelte Situation durch die anwesende Mrs. Carmody, eine religiöse Fanatikerin, die den Angriff als Zorn Gottes wertet und dafür plädiert, den Allmächtigen mit einem Menschenopfer zu besänftigen. Als immer mehr Menschen sterben, schlägt die Stimmung zu ihren Gunsten um. (Universum Film)

eine kritik von dicker hund:

"Der Nebel" ist eine Kurzgeschichte von Stephen King, die in Deutschland im Sammelband "Im Morgengrauen" veröffentlicht wurde. Die hier besprochene gleichnamige Verfilmung dieser Vorlage entstand 2007 unter der Regie von Frank Darabont, der schon für die Umsetzung von "Die Verurteilten" verantwortlich war und am Drehbuch für manche Folgen von "The Walking Dead" geschrieben hat. Als Star aus letzterer Serie kann Melissa McBride in der Nebenrolle einer besorgten Mutter entdeckt werden. 

Doch auch sonst ist der Cast nicht von schlechten Eltern. Thomas Jane ("Deep Blue Sea", "The Punisher" aus 2004) macht aus dem Protagonisten David eine kernige Identifikationsfigur mit Ecken und Kanten. Marcia Gay Harden ("Fifty Shades of Grey") lehrt als überzeichnet religiöse Fanatikerin Mrs. Carmody das Fürchten. Laurie Holden (schon wieder "The Walking Dead"!) bietet als Amanda ein angenehmes Kontrastprogramm. In seiner überschaubaren Screentime spielt Andre Braugher (Serie "Homicide") als der Rechtsanwalt Brent Norton fein akzentuiert, während Toby Jones ("Tribute von Panem") als Ollie gleich ins Herz geschlossen werden kann und William Sadler ("Ritter der Dämonen") seinen Fiesling Jim durchaus einmal in verträgliche Gefilde auszudifferenzieren versteht. Sie alle eint die Angst vor der Gefahr.

"So, wie es scheint, haben wir es hier mit einem Problem enormen Ausmaßes zu tun."

Denn der titelgebende "Mist", wie "Der Nebel" im englischen Original heißt, umschließt den Supermarkt "Food House", in dem sich die US-Amerikaner zufällig sammeln, nachdem ein Sturm in ihrer Kleinstadt gewütet hat. Ähnlich wie im Kaufhaus aus "Dawn of the Dead" bekommt man es schnell mit einem Konsumtempel zu tun, der eine Todesfalle werden könnte. Enthalten ist bissige Sozialkritik gegen die unsolidarische Bevölkerung, die lieber ihren Statuskämpfen und dem Ringen um das gläubigste Gebet nachgeht als das Gemeinwohl im Blick zu haben. Und schlechte Nachrichten will da niemand so recht wahrhaben.

"Wir haben nicht viel Vertrauen in die Menschheit, was?"

Durch das stärker auf gegen- als auf miteinander getrimmte Verhalten der Überlebenden wird die Belagerungssituation schnell kritisch. Schließlich lauern draußen scheußliche Kreaturen, die Varianten ekliger Insekten darstellen. Das würde noch besser funktionieren, wenn die genutzten CGI nicht so glattgebügelt aussehen würden. Doch die von den Biestern zugefügten Wunden sorgen alsbald für eine angemessene Härte (Gewalt trotz gelegentlicher Offscreen-Abscheifungen 5/10), welche auch die optische Irritation rasch wieder vergessen lässt und zum Horror (8/10) zurückfindet. Nicht nur der von der KNB-Gruppe fein getrickste Blutzoll überzeugt - der Zynismus der Geschichte weiß insgesamt zu beeindrucken. Abgerundet wird er durch den verstärkend, aber nicht penetrant eingesetzten Score und das im Verhältnis zur Vorlage modifizierte Ende, das den Spannungsbogen kraftvoll abschließt. 

Mithin funktioniert diese große Filmperle (8/10 Punkten) in ihren Elementen des Belagerungs-Thrillers mit Romero-analogem Hirnschmalz sogar noch besser als in ihrem bereits sehr ordentlichen Creature-Flick-Vordergrund. Angesichts der hochkarätigen Besetzung erscheint diese Gewichtung als kluger Schachzug. Die Figuren verdienen es, dass man mitfiebert; da sind die kleinen Scharmützel mit dem Viehzeug eher nette gorige Dreingabe. Wie im Subgenre häufig ging das Ganze mit einer eingeschränkten Jugendfreigabe problemlos durch die FSK. 

8/10
Weiter:
mehr reviews vom gleichen autor
Nightmare
dicker Hund
6/10
Night
dicker Hund
6/10
Nico
dicker Hund
6/10
die neuesten reviews
Fall
sonyericssohn
8/10
Ghost
Randolph Carter
6/10
Profi
Ghostfacelooker
London
Phyliinx
8/10
Mein
Ghostfacelooker

Kommentare

09.09.2022 19:10 Uhr - sonyericssohn
1x
Moderator
User-Level von sonyericssohn 21
Erfahrungspunkte von sonyericssohn 9.821
Ein Film bei dem die Figuren manchmal spannender sind als die Viecher !!! Diese extrem streng gläubige Tussie ist irgendwie widerlich gefährlich. Und das Ende.....frostig !

09.09.2022 21:48 Uhr - The Machinist
2x
User-Level von The Machinist 8
Erfahrungspunkte von The Machinist 864
Ich finde den absolut genial und würde sogar einen Punkt mehr geben. Ist so ein Film der echt alles hat, was man in dem Genre braucht: beklemmende Atmosphäre, tolles Creature-Design und Effekte und vor allem Charaktere, die man tatsächlich so bezeichnen kann, was bei einem Monster-Horrorfilm ja auch nicht selbstverständlich ist. Nicht zu vergessen der hämmernde Soundtrack und eines der denkwürdigsten Horror-Enden.

Ich selbst bevorzuge sogar die Schwarzweiß-Fassung... wirkt irgendwie noch deprimierender. ;-)
Und wie immer schön schnörkellos von dir beschrieben. Stephen King hätte wahrscheinlich einen Roman draus gemacht.

10.09.2022 11:07 Uhr - christos73
1x
Besser als die Kurzgeschichte, da besserer Schluss - sehe ich immer wieder mal gerne und vergebe 8,5 Punkte...und das die Religionsfanatikerin Recht behalten sollte, hat mich bei der Erstsichtung richtig schockiert und deprimiert.

11.09.2022 17:21 Uhr - Draven273
1x
User-Level von Draven273 5
Erfahrungspunkte von Draven273 325
Das Ende bleibt wohl den meisten in Erinnerung. Die Charaktere sind alle wirklich passend besetzt und tragen fiel zur Stimmung bei. Hier und da erwischte ich mich schon dabei, beim sich Tod wünschen diverser Personen. Doch ist das immer ein gutes Zeichen bei mir, dass mich die Personen dann auch emotional greifen konnten. Dazu kommen dann noch die netten Viecher, so möchte ich sie einfach mal nicht abwertend nennen. Insgesamt ein sehr unterhaltsamer und spannender Film.

11.09.2022 19:47 Uhr - dicker Hund
2x
User-Level von dicker Hund 17
Erfahrungspunkte von dicker Hund 5.260
Danke fürs Kommentare schreiben!

Mrs. Carmody und der Schluss haben offenbar nicht nur mich beeindruckt.

Die Schwarz-Weiß-Fassung habe ich allerdings noch nicht gesehen.

kommentar schreiben

Um Kommentare auf Schnittberichte.com veröffentlichen zu können, müssen Sie sich bei uns registrieren.

Registrieren (wenn Sie noch keinen Account hier haben)
Login (wenn Sie bereits einen Account haben)