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The Last Son

Herstellungsland:USA (2021)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Action, Drama, Western
Alternativtitel:The Last Son of Isaac Lemay
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,75 (4 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Im späten 19. Jahrhundert zieht der Gesetzlose Isaac LeMay durch die Ebenen des Westens, treibt es mit Huren und zeugt Kinder im ganzen Land. Er schließt sich der Armee an, um den Indianerstamm der Cheyenne zu vertreiben.

Der Häuptling der Cheyenne belegt ihn mit einem Fluch. Getrieben von dem Fluch sucht er nach seiner Blutlinie, um all seine Nachkommen auszulöschen, bevor sie ihn töten können. (Universal Pictures Germany GmbH)

eine kritik von ghostfacelooker:

Ich bin ein Fan des „Neo Western-Genre“ a lá , Young Guns, Salvation, Schneller als der Tod, in dem bleihaltige Schusswechsel oder Tötungen sich mit dementsprechend Blut zollenden Einschusswunden inszeniert werden und in denen sich die Verwundeten nicht nur theatralisch zur Seite drehen.

Wenigstens diese bleihaltigen Attribute kann ich diesem Film noch zusprechen, ansonsten ist der Kontext der Handlung jedoch vielversprechender als die visuelle Umsetzung. Man könnte sagen, daß die Inszenierung auf shakespearschen Pfaden wandeln wollen würde, jedoch das Dargebotene in eine dialoglastig schwerfällig, diffizile Charakterstudie ausartet, welche man jedoch aufgrund fehlender Sympathie zu fast allen Figuren kaum beiwohnen will.

Der Australier, Sam Worthington, spielt die tragisch, egozentrische Rolle des Isaac LeMay, einen berüchtigten Gesetzlosen, den man um der subtilen Mystik noch mehr Gewicht verleihen zu können in einen verlausten Pelzmantel mit ebenso wirkend schäbigem Äußeren auftreten lässt und ihn, wenn er schon was sagt eine raunende Stimme a lá Batman verleiht.

Diese Affektiertheit unterstreicht die Figur jedoch nur in der deutschen Synchronisation, da es im englischen Original eher eine ambivalente Glaubwürdigkeit erzeugt, da man dort Worthington´s gekünstelte Stimme noch gezwungener findet.

Überzeugte mich Worthington´s Stimme und vor allem aber seine Darstellung 2006 noch in der blutigen Macbeth-Verfilmung, welche man mindestens einmal der Emotionalität wegen im englischen Original sehen sollte, könnten seine weiteren Filme bis auf Ein riskanter Plan oder Sabotage kaum überzeugen.

Eine weitere Figur, welche Tim Sutton hier den Weg des verfluchten Gesetzlosen kreuzen lässt, wird von Machine Gun Kelly dargeboten. Cal, dessen Temperament schneller überzukochen scheint als sein Jugend vermuten ließe, scheint von Colson Baker an Billy the Kid angelehnt worden zu sein, betrachtet man sein Kleidung und prahlende Präsenz der Figur ein wenig genauer.

Durch Sutton´s damalig, dreckige Adaption der Novelle zu Donnybrook, mit all ihrer emotionalen Zwiespältigkeit, glimmte die Hoffnung aufgrund des zugrundeliegenden Fluches des Protagonisten, hierin eine ähnlich düstere Verfilmung der Western-Ära zu erleben. Doch vieles gleicht mehr einer Farce des Genres, als denn ein würdiger Beitrag.

Heather Graham, als Cal´s Mutter beispielsweise, wirkt ähnlich Glaubwürdig, wie einst Angelina Jolie als Mutter des titelgebenden Alexander im damaligen Historien-Epos, während Thomas Jane, als eher deplatzierter Sheriff mit angedeutet, aber nicht weiter ins Detail gehende mysteriösen Vergangenheit, eine eher verblassende Nebenrolle abgibt. Einzig Emily Marie Palmer´s Figur, als wortkarge Megan, erzeugt halbwegs Sympathie, welche aber im Hinblick ihrer Screenzeit auch kaum der Rede Wert ist.

Dieses spannungsarme Abbild einer griechischen Tragödie zeigt einzig in den Schlussminuten in denen die Gang rund um Cal in Virginia City auftaucht, jenes verschwendete Potential zu welchem die Geschichte eigentlich umgesetzt hätte werden können.

Schlussendlich kann man sagen, daß ordentliche Schießereien ohne Spannung und durchzogen mit einem langatmig gewollt, theatralisch inszenierten Handlungsfaden, in jedem Genre, nicht nur diesem, der Sargnagel einer Verfilmung sein können.

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Kommentare

12.06.2022 20:59 Uhr - TheMovieStar
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Und die Moral von der Geschicht: Ein bisschen Blut macht noch lange keinen guten Film! Könnte man glaube ich so zusammenfassen, wenn man dein lesenswertes Review als Maßstab nimmt :-)

Danke jedenfalls für die Vorstellung und für deine Einschätzung :-)


12.06.2022 21:06 Uhr - Ghostfacelooker
User-Level von Ghostfacelooker 20
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12.06.2022 20:59 Uhr schrieb TheMovieStarUnd die Moral von der Geschicht: Ein bisschen Blut macht noch lange keinen guten Film! Könnte man glaube ich so zusammenfassen, wenn man dein lesenswertes Review als Maßstab nimmt :-)

Danke jedenfalls für die Vorstellung und für deine Einschätzung :-)


Im Moment entschädigt der noch immer nachhaltige Eindruck von Top Gun Maverick für vieles. Und First Kill hat auch seine Momente

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