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The Necro Files

Herstellungsland:USA (1997)
Genre:Horror, Komödie, Splatter
Alternativtitel:Psycho Zombie Love Butcher
Necrofiles
Bewertung unserer Besucher:
Note: 5,67 (6 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Logan ist ein geisteskranker, perverser Nekrophiler, der in der Frauenwelt sein zwanghaftes Unwesen treibt und diese bestialisch verstümmelt und post mortem vergewaltigt. Als die beiden Detectives Manners und Sloane, die schon des längeren nach ihm fahnden, nach einer weiteren grauenhaften Tat ihn endlich dingfest machen können, erschießt Manners aus Wut diesen abartigen Psychopathen am Tatort. Neun Monate nachdem der Wahnsinnige beerdigt wurde, zelebriert eine Gruppe Satanisten ein beschwörendes Ritual, das Logen als Untoter aus seinem Grab aufsteigen lässt. Als Zombie mit einem überdimensionalen Penis begibt er sich von nun an auf einen perversen Vergeltungsmarathon. Aber auch er hat einen Verfolger: Ein ebenfalls wieder erwecktes Zombiebaby, das als Frucht seiner vielen Vergewaltigungen entstammt... ()

eine kritik von dicker hund:

"The Necro Files" entstand 1997 unter der Regie von Matt Jaissle, der später noch in unterschiedlichen Funktionen an der Fortsetzung und dem eigenständigen Titel "Necro Files 3000" mitwirken sollte. Gedreht wurde der Amateur-Exploiter nach einem Script von Todd Tjersland. Jener ist vor allem für seine Mondo-Reihe "Faces of Gore" berüchtigt, hatte aber auch eine leitende Rolle bei "The Necro Files 2" inne. Wie im Independent-Sektor üblich, sind Laiendarsteller am Werk. Deren Künstlernamen fallen weniger durch Bekanntheit als durch die mit ihnen verbundenen kuriosen Wortspiele wie "Jenn O. Cide" oder "Anne R. Key" auf. 

In einer Rückblende in schwarz-weiß, nicht zu verwechseln mit arthousewürdigem Stil, startet der Streifen mit einer derben Vergewaltigung durch den Triebtäter "Logan", an die sich in partieller Überschneidung die Zerstückelung des nackten weiblichen Opfers anschließt. Die recht ungeschickt geführte Kamera hält voll drauf, während der Typ mit der Perücke und dem Hakenkreuz an der austauschbaren Maske auf seinem Opfer herumrödelt und mittels Messer ein Stück aus ihrer Brust herausschneidet (Gewalt 9/10). Von der Sorte Unterhaltung wird im Verlauf in matter Farbgebung vor austauschbaren Kulissen noch mehr geboten. Enthalten ist ziemlich viel Nudity, ohne insoweit quantitativ auszuarten oder in pornografische Bereiche überzugehen (Sex 6/10). Die enthaltenen Gore-Effekte schwanken dabei in handwerklicher Hinsicht zwischen "indiskutabel" und "noch ganz OK". Allerdings wirkt das Ganze durch das wenig engagierte, fast schon gelangweilte Schauspiel der betroffenen Damen kein bisschen authentisch, so dass sich die Schockwirkung in engen Grenzen hält (Horror 4/10). Spätestens, wenn ein künstlicher Riesenpenis am wiederauferstandenen Untoten-Rapist baumelt, kommt zudem gegensteuernd der debile Humor (6/10) zum Zuge, auch wenn zartbesaitete Gemüter darüber wahrscheinlich nicht lachen können.

"Irgendwie muss man den Scheißdämon doch beseitigen können! Oder?"

Das Wackeln des Phallus entsteht durch Zieh-Bewegungen an einer noch gut erkennbar an der entsprechenden Attrappe befestigten dünnen Schnur, die später noch den vermeintlichen Säuglings-Zombie, eine eindeutig als solche identifizierbare Spielzeugbabypuppe, durch die Gegend schwingen lässt. Das Wesen greift wohl irgendwie Leute an. Hierfür agieren die Mimen derart salopp, dass man glauben könnte, sie würden noch gar nicht davon ausgehen, dass der Dreh bereits begonnen hat, sondern erst einmal probeweise ihre Texte einsprechen. Nicht hochwertig, aber passend erscheint die im plattdeutschen Dialekt heruntergeschnodderte Synchonisation. Sie legt zwei ständig frotzelnden Polizeibeamten, deren Fahrzeug nie im Leben als Streifenwagen durchgeht, dubios-belustigende Sätze in den Mund.

"Was ist denn, Manners? Hast du's vergeicht?"

Wie wenig sich der Streifen eigentlich ernst nimmt, zeigt er mit voller Konsequenz bei der Delinquenz dieser Beamten und beim Einsatz einer Gummipuppe, seiner vielleicht kostspieligsten Requisite. Der Score hält manchmal mit eher spannend konnotierten Klängen dagegen und weiß offenbar wie der Rest vom Fest nicht so recht, in welche Richtung er denn nun im Spannungsfeld zwischen eher unlustiger Splatter-Klamotte und atmosphärisch weitgehend zahnloser Sicko-Orgie will. Nach rund 70 Minuten ist die unausgegorene Ideensuppe dann ausgelöffelt. Sie hält ihr sexploitatives Versprechen, ohne dass die einschlägigen Szenen wirklich zu beeindrucken wissen. Auch bietet sie eine angemessen pathologische, oftmals womöglich unfreiwillige Komik, die angesichts der lahmarschigen und uninspirierten Inszenierung aber selten zündet. Für eine Indizierung auf Liste B hat es gereicht, für solides Vergnügen beim fragwürdigen Filmkonsum nicht ganz (4/10 Punkten).

 

4/10
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Kommentare

16.09.2022 11:23 Uhr - sonyericssohn
2x
Moderator
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Da gräbt einer aber wieder nen Schinken aus ! Damals wurde der von einem Berliner Vetrieb als absolut krank angepriesen. Offenbar ja viel Lärm um nichts. :-D Ich glaub den muss ich mir nicht antun.

17.09.2022 12:20 Uhr - cecil b
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Du hast ziemlich viel von dem beschrieben, was der Film 'bietet'. Was ich bei diesem Streifen für passend halte.

Bei so einem Streifen möchte man nicht die Katze im Sack kaufen.

Hab ich wieder gern gelesen.

17.09.2022 21:20 Uhr - dicker Hund
1x
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@Sony
Selbst als Filmnerd kann man ganz gut ohne die Nekro-Akten auskommen, denke ich.

@Cecil
Für solche Titel sind meine kleinen Unterpunkte schon fast ausreichend, um eine ungefähre Vorstellung zu bekommen.

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