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Fortress - Stunde der Abrechnung

Originaltitel: Fortress

Herstellungsland:USA (2021)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Action, Thriller
Bewertung unserer Besucher:
Note: 5,00 (1 Stimme) Details

Inhaltsangabe:

Paul steht das finanzielle Wasser bis zum Hals, er braucht einen Millionenkredit und macht sich deshalb auf zu einem im Wald gelegenen Altersruhesitz, um seinen entfremdeten Vater Robert um Hilfe zu bitten. Kurz nach seiner Ankunft infiltrieren bestens ausgebildete Söldner das Gelände, angeführt vom machthungrigen Gangster Balzary. Paul und Robert fliehen in eine geheime Notunterkunft, in der der verdutzte Sohn erfährt, dass Robert ein Doppelleben als CIA-Agent geführt hat. Schon bald gerät das Safe House unter Beschuss und es entbrennt ein brutaler Überlebenskampf ohne Regeln… (Splendid Film)

eine kritik von phyliinx:

Fortress vereint die Bruce Willis -DTV- Riege in einem neunzigminütigen Werk von James Bressack. Das heißt, Chad Murray, Jesse Metcalfe und Willis selbst sind als Trio mit von der Partie. Aber wartet, ich bin noch nicht fertig: die Story des 2022 veröffentlichten Actioners stammt von Emile Hirsch, bekannt aus dem Mel Gibson -B-Abstecher Force of Nature oder aber Randall Emmets Midnight in the Switchgrass, bei dem sich Machine Gun Kelly und Megan Fox kennengelernt haben. Gedreht wurde laut Making Of -Kommentaren in Puerto Rico, bei einem anstrengenden Drehplan. Und was hat man da so entworfen? Mal schauen.

Erstmal müsst ihr wissen, dass Jesse Metcalfe in diesem Film der Sohn von Bruce Willis ist und diesen nach drei Jahren ohne Kontakt in seiner verdächtig abgesicherten Altersresidenz besucht. Währenddessen rückt Chad Murray in seiner vielleicht ersten Rolle als Antagonist mit ein paar Söldnern an, um Metcalfes Dad ebenfalls zu finden. Warum, weshalb, wieso ergibt sich im Verlauf des Plots, der sogar noch einige Twists beinhaltet und eine Trilogie anstößt, von der Teil 2, "Fortress: Sniper's Eye", dann im August die Ladenregale besetzt. Jedenfalls staunt Metcalfe nicht schlecht, als Papa Willis sich aus dem Sessel erhebt und fiesen Recken in die Köpfe schießt. Beide ziehen sich in die namensgebende Festung, eine Art Schutzbunker, zurück, um den Plot mit Gesprächen voranzutreiben. Damit die Gespräche nicht zu trocken daherkommen, lässt Bressack zwischendurch noch ein paar Bösewichte durch das Wachpersonal der Anlage pflügen oder aber das Wachpersonal ein paar hinterlistige Attacken auf die Ganoven starten. Inszeniert sind die Kampfsequenzen in Fortress ganz ordentlich. Wirkliche Choreographien gibt's selten, aber zumindest ist erkennbar, wer hier gegen wen ballert, auch wenn das Trefferfeedback nach CGI -Blut verlangt, obwohl die punktuell eingestreuten, handgemachten Effekte auch nicht schelcht wirken.

Für Bruce Willis-Fans ist Fortress nur dann etwas, wenn sie auch seine letzten Tage als Darsteller vor der Kamera in ihrer Sammlung wissen wollen. Der Altstar befindet sich anscheinend schon in einem harten Stadium seiner Aphasie -Erkrankung und wartet nur noch mit sehr kurzen Zeilen auf. Mehr als zwei Sätze auf einen Schlag bietet er selten. Murray als Bösewicht auftreten und auftrumpfen zu sehen, ist nach seiner Heldenrolle in Killing Fields eigentlich ganz amüsant, vorallem, weil es irgendwie auch noch recht ordentlich funktioniert. Metcalfe ist indes eben Metcalfe. Er gibt sein Bestes, aber...nun ja, es reicht wohl für diese Art Produktion. Charmed -Fans werden übrigens noch mit Shannen Doherty bedient. Ich hab die lange nicht mehr gesehen. Ist ja spannend, wo sie sich jetzt so rumtreibt. Am meisten Spaß hat Michael Sirow. Der erlebt hier praktisch die Rolle seines jungen Darstellerlebens und deswegen hofft man auch, dass ihm nix passiert.

Die Produktionsqualität fällt in Fortress tatsächlich einen Fingerhut höher aus, als in Hard Kill oder Killing Fields. Die natürlichen Umgebungen und die Innenräume der Festung wurden farbenfroh ins Bild gehoben, jedoch mit extrem starken Kontrasten versetzt und somit vielleicht etwas zu bunt getüncht, aber kostengünstig von Hand entworfen. Murrays Messer stammt währenddessen eindeutig aus dem 3D-Drucker. Auffällig sind diverse Logiklücken. Da taucht Bruce Willis samt Knarre in einer Szene hinter einem Badguy auf, der bemerkt ihn, wirft ihm einen Spruch zu und dreht sich wieder zu seinen unbewaffneten, geplanten Opfern um. Vielleicht sollte noch der Verzicht auf Stuntdoubles in den Actionszenen von Metcalfe angemerkt werden, hierbei beziehe ich mich abermals auf das Making Of, dem einzigen Bonus der Blu Ray, wenn man einmal vom üblichen Wendecover absieht. Musikalisch beruft man sich auf Standards. Es würde mich nicht wundern, hätte Bressack für Fortress einfach auf einen Standardordner für Filmmusik zurückgegriffen, in dem Titel wie "Intensiv 001" bis "Intensiv 025" und darüber hinaus aufgelistet sind. Nix sticht heraus. Doch hier muss man sagen, dass viele, große Hollywood -Produktionen da ebenso ihre Probleme haben. Fortress ist also ein vertraut geschnürtes DTV-Bruce Willis -Paket mit allen Stars und Problemen der Branche. Wem das gefällt, der kann Splendid einen Gefallen bereiten und den Film erwerben.

5/10
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Kommentare

19.06.2022 18:44 Uhr - cecil b
1x
Moderator
User-Level von cecil b 19
Erfahrungspunkte von cecil b 7.098
Du gibst schon lange immer einen guten, toll formulierten, Eindruck vom Film. Und deine Auswahl ist häufig ziemlich aktuell, wovon man natürlich profitiert.

Danke dir!

19.06.2022 22:35 Uhr - Phyliinx
1x
User-Level von Phyliinx 9
Erfahrungspunkte von Phyliinx 1.045
19.06.2022 18:44 Uhr schrieb cecil b
Du gibst schon lange immer einen guten, toll formulierten, Eindruck vom Film. Und deine Auswahl ist häufig ziemlich aktuell, wovon man natürlich profitiert.

Danke dir!
Sehr gerne und danke für´s Lesen!

20.06.2022 10:48 Uhr - Insanity667
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Erfahrungspunkte von Insanity667 1.725
Im modernen B-Action-Sektor habe ich persönlich ja nun gar nichts verloren und auch der gute Bruce kann mich da nicht mehr locken. Es ist schade, wie der Mann über die letzten Jahre abgebaut hat, nicht nur gesundheitlich, was seinen Rückzug aus der Schauspielbranche ausreichend rechtfertigt, auch so Sachen wie der Expendables-Eklat und ein paar politische Statements haben ihm und seiner Karriere wohl zugesetzt.

Nicht meine Baustelle, trotzdem lese ich Deine Beiträge immer wieder gerne! Vielen Dank!

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