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Footloose

Herstellungsland:USA (2011)
Standard-Freigabe:FSK 12
Genre:Drama, Komödie, Liebe/Romantik,
Musikfilm
Bewertung unserer Besucher:
Note: 6,50 (6 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Der Film beschreibt den immer währenden Kampf zwischen der Lust auf Vergnügen und strenger Moral. Dieser Kampf stellt sich ein, als der Großstadtjunge Ren McCormick in eine spießige Kleinstadt im Mittelwesten kommt. Tanzen und alle anderen Vergnügungen sind hier verboten. Doch Ren, sein bester Freund Willard und die Tochter des Pfarrers planen den Aufstand. (Paramount Pictures)

Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von sonyericssohn:

"Tonight I gotta cut loose, footloose

Kick off your Sunday shoes"

'Kenny Loggins'

 

Nach dem tragischen Tod seiner Mutter zieht der junge Ren MacCormack zu seinen Onkel Wes in das kleine Südstaatenkaff Bomont. Doch schon bald kommt er mit dem Gesetz in Konflikt, kann sich aber den Grund nicht erklären. Dann lernt er der lebensfrohe Kerl in der Schule den versucht lässigen Willard kennen mit dem er sich sofort anfreundet. Dieser klärt ihn über die merkwürdigen Vorgaben und Gesetze der Stadt auf. Musik ist verpönt, das Tanzen sowieso. Ein echtes Drama für den quirligen Ren der das Tanzen lebt und es ausleben will. Und dann wäre auch noch Ariel, die bildhübsche Tochter Reverend Moores, der streng nach den Regeln lebt und sein Kind ihm langsam entgleitet. Zwei Welten prallen aufeinander ! 

FOOTLOOSE

Im Jahre 1984 war es ein gewisser Herbert Ross der mit den beiden Hauptdarstellern Kevin Bacon und Lori Singer einen wahren Kultfilm inszenierte ! Mitreißende Tanzszenen, feine Musik…Story, na gut ;-) Kann man drüber hinwegsehen. Doch bis heute bietet dieser Film für (fast) jeden der nur ein bisschen was für Musik übrig hat so einiges. Es dauerte bis ins Jahr 2011 bis sich Regisseur Craig Brewer, der sich bis dahin eher mit Musikvideos und Kurzfilmen beschäftigte, an ein Remake des Films machte. Und das mit jeder Menge frischen Wind ! 

An die Stelle eines Kevin Bacon tritt hier Kenny Wormald (Center Stage 2) als der rebellische Ren MacCormack. Obwohl rebellisch eigentlich die falsche Bezeichnung ist, denn Er möchte einfach nur seinem Hobby frönen. Daß dies in dem Örtchen nicht erlaubt sein soll irritiert ihn ebenso wie es erschüttert. Doch der stets freundliche Kerl versucht erst einmal Fuß zu fassen und freundet sich mit…

…Willow (Miles Teller in seiner zweiten großen Rolle bevor er "Die Bestimmung" fand) an. Der von sich sehr überzeugte aber wenig überzeugende Typ hat sofort einen guten Draht zu dem Neuankömmling und klärt Ren über gewisse Dinge auf. Auch über Vorkommnisse im Haus des…

…Reverends Shaw Moore (Dennis Quaid muss man denk ich nicht mehr groß vorstellen) vor einigen Jahren. Dessen Sohn kam bei einem Autounfall ums Leben und seit dem scheinen wohl jene Vorgaben zu gelten. Nicht nur er hat jegliche Freude aus seinem eigenen Umfeld verbannt sondern in der gesamten Stadt. Und dagegen hat seine Tochter so einiges. Und so…

…treibt sich Ariel (traumhaft Julianne Hough; Burlesque) auf der Rennstrecke rum, trinkt Alkohol und strebt nach zwischenmenschlichem… Sie möchte auch nur das tun was jeder Jugendliche tun möchte, doch die Gesetze geben dies nicht her. Der Tag an dem sie nun auf Ren trifft soll aber einiges verändern ! Doch das ist ihr noch nicht bewusst…

"Ich dachte ich wär allein."

"Nicht in dieser Stadt. Die Augen sind überall."

Wer bei dem Begriff Remake angewidert die Mundwinkel hängen lässt und abschätzig ne Augenbraue hebt kann oftmals richtig liegen. Ja, manche Filme sollten unangetastet bleiben in ihrer Art, der Geschichte und einem gewissen Mythos wenn man so will. Dennoch darf die Frage nach dem Warum erlaubt sein ! Schon oft geschah es daß die neubelebung eines Stoffes nicht nur den Level des Originals erreicht sondern auch noch toppt. Okay, die Beispiele derer sind überschaubar, aber vorhanden. Und für mich ist vorliegender Film in diesen Beispielen zu finden. 

Rein von der Story her hat sich im Vergleich zum Original nicht viel…also im Grunde gar nix geändert. Man hat dem ganzen einfach einen modernen Anstrich verpasst, die Musik bewegt sich nun in den Bereichen HipHop oder ähnlichem (ich hab davon ja keine Ahnung), Rock, Country oder Popsongs und der Tanz selbst ist eher im StreetDance angesiedelt. Oder wie ich es ausdrücken möchte allerlei freie Interpretation von Bewegung zur Musik. Doch bevor die tanzende Sau rausgelassen wird lernen wir erstmal Ren kennen der von der Polizei aufgehalten wird. Nicht weil er mit seinem gelben VW- Käfer Baujahr 1891 zu schnell fuhr, sondern weil er Musik hörte. Da möchte man doch zum ersten Mal stutzig werden. Ärger wegen zu lauter Musik ? Der Musik an sich ? Macht sich der Herr gleich zu Beginn Freunde in dem Städtchen in dem jeder jeden kennt. Man erfährt zudem daß er vor kurzem seine Mutter verlor und nun bei seinem Onkel Wes (Ray McKinnon) und seiner Frau Lulu (Kim Dickens) unterkommt. Kurz darauf kommen noch Reverend Moore und seine Gattin Vi (wunderbar Andie MacDowell) ins Spiel damit man als Zuschauer gleich alle wichtigen Akteure einmal kurz kennenlernt. Im Zuge dessen wird einem sogleich Ariel vorgestellt die wenig davon angetan ist sich um Ren "kümmern" zu müssen. Viel lieber lästert sie mit Freundin Rusty (Ziah Colon) über den "Neuen". Auch wenn er laut Rusty doch ganz süß sei… Aber Ariel hat nur Interesse an ihrem Macker Chuck (Patrick John Flueger, J.A.G.) der sich als Rennfahrer versucht und dadurch die Mädels für ihn begeistern kann. Und natürlich scharen sich andere Kerle um ihn, weil er ja der tollste ist. Rein geistig is aber wenig bei Chuck zu holen. Geistig etwas besser unterwegs aber doch irgendwie tollpatschig konfus darf Miles Teller seine Rolle des Willow spielen. Er und Ren verstehen sich wie gesagt auf Anhieb, frotzeln sich durch die Gegend, haben Spaß. Und eben gerade DAS ist halt nicht gern gesehen.

Die ersten gut 20 Minuten sind vollgepackt mit Charakteren und deren ausgiebiger Vorstellung. Es fällt einem (also wie immer ich selbst) schwer die Leute nicht zu mögen. Jeder erscheint enorm sympathisch, auch wenn dieser noch so eine dusselige Rolle bedienen muss. Kenny Wormald geht locker als dieser Schwiegermuttertyp durch. Freundlich, hilfsbereit, irgendwie schüchtern zurückhaltend, aber wie man weiß tragen Wölfe auch gerne mal Jacken aus Schafspelz… Julianne Houghs Charakter hält leider die Fahne der…sorry…schlampigkeit ganz hoch. Doch auch wenn das jetzt abwertend klingt ist es einfach nur eine Auflehnung gegen das System daß ihr Vater vor einiger Zeit eingeführt hat. Auch sie möchte schließlich einfach nur Spaß haben ! In jeder Beziehung. Erst mit der Zeit erkennt nicht nur Ren sondern auch der Zuschauer die Hintergründe in ihrer Gesamtheit die zuvor seitens Willow nur angedeutet wurden. Eines ist aber klar. Die Story ist keine große Sache und wirkt wie ein normaler Teeniefilm die versuchen Fuß im Leben zu fassen. Ich möchte mir es aber so einfach dann aber doch ned machen. Natürlich beleuchtet man die unterschiedlichen Probleme die jeder Teenager mal hatte. Aber nun kommt hinzu daß man die Freizeit der jungen Leute in vorliegenden Fall deutlich einschränkt. Sperrstunden, Ausgehverbote und eben der Verbot von Spaß jeglicher Art. Alkohol mit inbegriffen. In dieses triste Freizeitangebot passt jetzt Ren so gar nicht !  

Was den Film ausmacht sind nicht die netten Dialoge zwischen Ren und Willow, den zu Anfang leicht giftigen Verbalitäten Ariels und der offensichtlichen Angst der Bevölkerung vor Veränderung, sondern die Szenen in denen der Bär steppt ! Wenn versucht wird Willow, dem Tanzmuffel vor dem Herrn, ein paar Bewegungen beizubringen, Ren in einem Anflug unkontrollierbarer Wut eine Fabrikhalle tanzend einzureißen versucht (tolle Kamera von Amy Vincent), im Country- Linedance (das hat nix mit Drogen zu tun ;-) ) eine Bar zum beben gebracht wird oder Willi einfach nur von ein paar 5- jährigen Mädchen endgültig zum Tanzen bewegt wird (die nachfolgenden Szenen sind allzu köstlich !) bleibt echt kein Auge trocken. Zwischendurch liefern sich auch noch ein paar ausrangierte Busse ein rabiates Rennen wodurch auch der Actionanteil nicht zu kurz kommt. Das Hauptaugenmerk liegt dennoch ausschließlich auf dem Tanz was auch Auswirkungen auf die Entwicklung des Personals hat. Letztendlich mündet alles im großen Finale welches sich zwar kaum vom Original unterscheidet (die Schlägerei darf natürlich nicht fehlen) aber es dann fast unmöglich ist auf dem Sofa ruhig sitzen zu bleiben. Und das sag ich als absoluter Tanzlegastheniker ! Darum ist mir Willow so sympathisch :-D 

"Let's Party !"

West Side Story, Rocky Horror Picture Show…Footloose… Ja ich mag auch solche Werke. Ich mag Filme die mich mitreißen, zum wippen bringen, zum singen (Oh…mein…Gott !). Ich liebe Musik und Filme mit Herz. Das alles vereint dieser Streifen auf eine wohltuende Art und Weise. Was auch den Darstellern zu verdanken ist die wie erwähnt durch die Bank sympathisch sind, auch wenn es etwas dauern kann bis man sich anfreundet. Ein gutes Beispiel meiner Ansicht nach daß es im Film nicht immer zugehen muss wie Rambazamba ! Es darf auch mal etwas ruhiger sein. 

 

ses

8/10
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Kommentare

21.06.2022 15:07 Uhr - cecil b
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Wenn der mal wieder ungeschnitten im TV läuft, vielleicht sollte ich es mal wagen, auch wenn mir der Tanz der Teufel mehr liegt.

Hut ab, dafür, dass du diesen Film hier so erstklassig vorgestellt hast!

Dass der das Gleiche noch einmal macht, und nur in unsere Zeit versetzt, ist vielleicht genau richtig. Ich kann den Vergleich nicht ziehen.

"Es fällt einem (also wie immer ich selbst) schwer die Leute nicht zu mögen."

Das ist etwas, auf das ich mich hin und wieder mal einlassen kann. Ein Feelgood-Movie. Ich selbst tanze sehr gerne, was vorteilhaft sein konnte, wenn ich da an Tänzerinnen denke. ;) Allerdings bin ich mir sehr sicher, dass ich nicht zum Soundtrack von Footlose -Original wie Remake- mein Tanzbein geschwungen habe. ;)

Kam das noch in keinem Zombie- oder Kannibalen-Film vor? Das Tanzbein schwingen. ;)

21.06.2022 15:07 Uhr - TheMovieStar
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Ich muss zu meiner Schande gestehen, den Film nie gesehen zu haben, obwohl ich natürlich die Musik kenne und diese auch heute noch für gut befinde. Der Song Footloose ist ein 80er Ohrwurm der einen so schnell nicht wieder loslässt wenn man ihn angehört hat.

Schöne, emotionale Vorstellung, Sony!

21.06.2022 18:12 Uhr - sonyericssohn
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Danke euch beiden.
Ich bewundere jeden der sich passend zur Musik bewegen kann und dabei nicht aussieht wie ein alter Besen mit Arthritis ! Also so wie ich 😆 Und wenn das dann in einen Film dieser Art gepackt wird bin ich dabei. Also...nach meinen Möglichkeiten...

Und Movie....eine Schande ist das selbstverständlich nicht. Alle Filme zu kennen wäre etwas viel verlangt.

21.06.2022 20:18 Uhr - Insanity667
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Super Vorstellung Sony! :))) Das hat mal echt Spaß gemacht!

Wusste bisher tatsächlich nicht, dass es davon ein Remake gibt, siehst Du mal! ;)
Für swingende amerikanische Feelgood Movies hab ich auch tatsächlich was übrig, vielleicht passt der mal zwischen all den bösen Sachen, die ich sonst so gucke, rein! :)))

Ich danke Dir! :)

21.06.2022 20:48 Uhr - sonyericssohn
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Danke auch dir und gern geschehen 😁
Ich bin jetzt in einem Alter (😆) in dem man auch mal was fürs Herz braucht. Oh ja.

Oh Mann wie das klingt....

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