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Die neun Pforten

Originaltitel: The Ninth Gate

Herstellungsland:Spanien, Frankreich, USA (1999)
Standard-Freigabe:FSK 12
Genre:Horror, Thriller, Mystery
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,89 (22 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Buchspezialist Dean Corso soll für den reichen Sammler Boris Balkan die letzten drei Exemplare eines okkulten Buches miteinander vergleichen. Ein brisanter Auftrag, denn angeblich hat Mephisto persönlich das Buch mitverfasst und als Schlüssel zu seinem Reich benutzt. Auf der Suche wird Corso hartnäckig von der Witwe des Mannes verfolgt, den das Buch in den Selbstmord getrieben hat. Mysteriöse, unerklärliche Vorfälle führen den rationalen Wissenschaftler immer wieder in die Irre und eine geheimnisvolle junge Dame scheint jeden seiner Schritte genau zu überwachen ... (studiocanal.de)

eine kritik von kaiser soze:

„Selbst die Hölle hat ihren Helden, Senior.“

Vorab, wie üblich: Ich habe die Romanvorlage nicht gelesen und bewerte den Film somit als eigenständiges Werk, nicht als Verfilmung. Die Besprechung erfolgt nach einer Zweit-Sichtung (naja, eher Sechst-Sichtung). Der Text ist für jmd., der den Film nicht kennt ggf. nicht vollumfänglich verständlich, da ich einiges zwecks Spoilerfreiheit nur andeute.

Arturo Pérez-Reverte verfasste 1993 seinen Roman Der Club Dumas (Spanien - OT: El club Dumas) um einen schlitzohrigen Buchkenner, der den Auftrag erhält, die Hintergründe eines alten Werks zu überprüfen, bei dem der Teufel höchstselbst mitgeschrieben haben soll. Sechs Jahre später verfilmte Roman Polanski die Geschichte für 38 Millionen Dollar als

Die neun Pforten

(Spanien, Frankreich & USA, 1999 - OT: The Ninth Gate). In besagte Hauptrolle schlüpfte Johnny Depp, der wie man es von ihm gewohnt ist eben diese bestens ausfüllt und überzeugen kann - kettenrauchender hat man ihn wohl auch nie gesehen (führte in den USA zu einem Skandal, weil schlechtes Vorbild). Neben seinem Auftraggeber (Frank Langella) muss er mit einer exzentrischen Witwe (Lena Olin) klarkommen und stößt ständig auf eine mysteriöse junge Frau (Emmanuelle Seigner), die ihm dafür oftmals den Arsch rettet, da für das titelgebende Buch über Leichen gegangen wird (Body Count: 7).

Was wie eine Mischung aus Komödie und Drama anfängt, wenn Dean Corso die habgieren "Erben" eines Sammlers übers Ohr haut...

„Iberra Don Cichotte, 1780, alle vier Bände... Du verdammter Hurensohn, fantastisch.“

... entwickelt sich recht bald zu einem Krimi, bei dem die Suche nach der Wahrheit um die so begehrten drei Bücher den Protagonisten an immer neue Orte in Europa sowie immer größeren Schwierigkeiten führt. 

Dies wird ruhig und an für sich logisch aufeinander aufbauend dargeboten, sodass alles plausibel wirkt. Wenn dann nach und nach immer mehr Hintergründe ans Licht kommen, wirds noch verworrener und dann fangen auch die spärlich gesetzten Mysterieeinlagen an... auch wenn ich den später vorkommenden Namen "St. Martin" mit etwas anderem verbinde :D Während der knapp 128 Minuten Laufzeit wirds jedenfalls nie langweilig.

Insgesamt ist alles recht zarm, sodass die FSK das grüne Siegel vergab, In vielen anderen Ländern sah man dies allerdings anders, den Die neun Pforten wurden oftmals ab 16 oder 18 Jahren freigegeben. In den USA gabs natürlich das R-Rating. "Natürlich"? Genau, es kommen zwei Sexszenen und eine weitere Nacktszene vor und vor allem Lena Olin kann sich auch mit 44 noch sehen lassen!

„'Egal wie' klingt irgendwie illegal.“

Vielleicht ist dem ein oder anderen beim Schauen des Films bereits aufgefallen, dass gerade im letzten Viertel öfters von der neunten Pforte gesprochen wird. Nun, beim Blick auf den Originaltitel sollte klar werden, wieso. Dieser heißt übersetzt Die neunte Pforte. Aber bei 3x3 also neun Bildern passt auch der deutsche Titel.

Gerade am Ende erinnert mich das Gruppentreffen an den im selben Jahr veröffentlichten Eyes Wide Shut von Stanley Kubrick. Wobei auf den letzten Drücker vorm Millennium mehrere Filme um den Teufel und dessen Ausgeburten, die auf die Erde kommen (wollen), erschienen. Gabriel Byrne eilte Patricia Arquette in Stigmata zur Hilfe herbei, wohingegen die Welt nur durch Arnies Einsatz gegen Byrne in der Nacht ohne Morgen gerettet wurde (-> Review).

„Wie ich sehe, haben sie meine Ausführungen fasziniert, Mister Corso.“
„Hab ich geschnarcht?“
„Nein, oder ich habe es nicht gehört.“

 

Fazit:
Die Neun Pforten ist ein unterhaltsamer Film, der dank seiner Darsteller - allen voran dem Hauptdarsteller Johnny Depp - überzeugen kann und sich langsam zu einem Krimi entwickelt, bei dem man nie so ganz sicher sein kann / sollte, wer, wann & wo ableben wird. Etwas nackte Haut und kleine Mysterieeinlagen runden das Ganze gekonnt ab (bzw. auf). Schaue ich mittlerweile nur mit viel Abstand, nun nach locker drei Jahren mal wieder gesichtet und wieder angetan. 

Der Film spielte übrigens 20 Millionen Dollar Gewinn an den Kinokassen ein (58 Millionen Dollar). Insgesamt vergebe ich

08 von 10 Punkten

8/10
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Kommentare

28.06.2022 00:40 Uhr - Dissection78
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Dem kann ich mich nur anschließen. "Die neun Pforten" wird ja gerne mal als schwacher Polanski tituliert, doch anscheinend ist selbst ein 'schwaches' Polanski-Werk immer noch gut. Mir gefällt der Film jedenfalls. Ich mag ihn. Und der orchestrale Score von Wojciech Kilar ("Bram Stoker’s Dracula") ist schön unheimlich, morbide, einfach geil. Beim Fazit und der Bewertung gehe ich also mit. Super eingefangen, Kaiser! In der Rolle des Victor Fargas ist übrigens der nach Europa ausgewanderte US-Amerikaner Jack Taylor zu sehen, der in den 60ern, 70ern und 80ern in etlichen Euroexploitern (u. a. von Jess Franco) mitwirkte - siehe zum Beispiel "Necronomicon - Geträumte Sünden", "Nachts, wenn Dracula erwacht", "Die Nacht der blutigen Wölfe" oder "Das Geisterschiff der schwimmenden Leichen". Auch in "Conan der Barbar" hatte er eine Rolle. Das musste ich als kleener Trashaficionado hier einfach unterbringen ;)

Die Romanvorlage von Arturo Pérez-Reverte habe ich notabene gelesen. Film und Buch sind vom Ton her vollkommen verschieden, und ich könnte eben aufgrund dieser Unterschiedlichkeit - mit teilweise auch ganz anderen handelnden Personen - überhaupt nicht sagen, was hier besser oder schlechter sein sollte. Als Adaption wird "Die neun Pforten" von beinharten Verfechtern des ruhigen Romans vermutlich als 'nicht geglückt' angesehen, doch Polanski schafft es, durch eine andere Schwerpunktsetzung in der Handlung, hin zum Okkulten, zum Thriller- bzw. sogar zum Horrorgenre, etwas Eigenes zu kreieren. Die Vorlage ist eher als bibliophiler Krimi zu sehen.

28.06.2022 12:20 Uhr - Egill-Skallagrímsson
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Erst neulich wieder angeschaut und danach sofort auf Blu Ray bestellt. Für mich ein 10/10 Meisterwerk und noch vor "Frantic" mein Lieblings-Polanski. Die unheimliche Atmosphäre kann man echt mit einem Messer aus der Luft auf ein Brot schmieren. Klasse, dass er hier besprochen wurde, Kaiser. Und mit Herrn Deppe hat es auch eine hochaktuelle Komponente. ;-)

29.06.2022 09:35 Uhr - Kaiser Soze
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Vielen Dank fürs freundliche Feedback! Freut mich sehr, wenn Film & Review gefallen haben :)
Mein Lieblingsfilm von Roman Polanski ist klar Der Gott des Gemetzels, Aber Die neun Pforten ist auch gut.

@Dissection
Euroexploitern sind nun nicht mein Steckenpferd, aber danke für die Info :D
Ich finde es immer sehr interessant, wenn nach meinem Vorabvermerk (Roman nicht gelesen), solche Ausführungen kommen. Somit ist es doch umso besser, wenn der Film auch neben dem Roman gemocht wird - auch bzw. weil anders.

@Egill-Skallagrímsson
Ich besitze noch das DVD-Mediabook in Buch-Optik (diese Fassung), das ich mir vor zig Jahren für.
4€ gekauft hatte. Sah auf der ü2 Meter Leinwand auch ganz gut aus^^

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