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Kuck' mal wer da spricht!

Originaltitel: Look Who's Talking

Herstellungsland:USA (1989)
Standard-Freigabe:FSK 12
Genre:Komödie, Liebe/Romantik
Alternativtitel:Schau' mal, wer da spricht!
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,17 (6 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Kein Zweifel, dieser Mikey ist anders als alle anderen Babies. Nach außen hin quiekt, quengelt und brüllt auch er, wie es sich für einen strammen Siebenpfünder gehört. Doch insgeheim sieht er die Welt bereits wie ein Großer. Frech und unverblümt kommentiert Mikey (deutsche Stimme: Thomas Gottschalk) so ziemlich alles, was ihm unter die Augen kommt: Die kindische Oma (Olympia Dukakis), den komischen Kerl (George Segal), der sich einbildet, sein Vater zu sein, die schöne, doch einsame Mama (Kirstie Alley). Am liebsten aber unterhält sich der Kleine mit James (John Travolta), dem neuen, wirklich süßen Babysitter. Den könnte sich Mikey sogar als Daddy vorstellen. Vorausgesetzt, Mama macht mit... (Columbia DVD-Cover)

eine kritik von themoviestar:

Ich kann mich noch gut an die Zeiten erinnern, als meine Tochter, die mittlerweile mit ihren 3,5 Jahren gut spricht, sich nur mit Gestiken, Mimiken und dem Baby typischen Weinen bemerkbar machen konnte und wir als Eltern immer raten durften, wo den der Schuh beim Nachwuchs drückt. Es wäre wirklich interessant zu wissen, was so ein kleines Geschöpf tatsächlich denkt, wenn ein Erwachsener mit ihm redet, wahrscheinlich frägt es sich bestimmt, was das den für Gestalten sind, die mit irgendwelchen Grimassen versuchen, es zum Lachen zu bringen. Mögliche Antworten auf diese Fragen versucht die unterhaltsame, romantische Familienkomödie Kuck' mal wer da spricht zu liefern, welche die Welt aus dem Blickwinkel eines kleinen Babys beschreibt und wir den frechen Kommentaren des Sprößlings zuhören dürfen. Look who's talking, so der Originaltitel, war der Überraschungshit des Kinojahres 1990 und konnte mit einem Budget von lediglich 7,5 Millionen Dollar einen weltweiten Kinoumsatz von 297 Millionen Dollar erzielen. Kein Wunder also, dass die pfiffige Idee noch zwei weitere Fortsetzungen mit sich zog.

Amy Heckerling, die den Streifen inszenierte und auch die Story lieferte, ließ sich von ihrem Ehemann Neal Israel inspirieren, der eines Tages anfing, mit einer gekünzelten Stimme zu sprechen, um das nachzuahmen, was ihr neugeborenes Baby den wohl sagen würde. Im englischsprachigen Originalton verleiht Bruce Willis Mikey seine Stimme, während Thomas Gottschalk die deutsche Synchronisation übernahm. Für die Hauptrollen der Erwachsenen wurden namenhafte Darsteller wie John Travolta (Staying Alive) und Kirstie Alley (Cheers; Summer School; Shoot to Kill) verpflichtet. Im Mittelpunkt von Kuck' mal wer da spricht steht die 35 jährige Junggesellin Mollie Jensen (Kirstie Alley), die vom verheirateten Familienvater Albert (George Segal) ein Kind bekommen hat und nun auf der Suche nach dem perfekten Daddy für ihr Baby Mikey ist, da Albert seine Frau nicht verlassen kann. Alle gedateten Männer entuppen sich entweder als totale Egoisten oder hoffnungslose Langweiler. Doch da wäre noch der Taxifahrer James (John Travolta), der sie einst in windeseile zur Entbindung gefahren hat und nun als Babysitter bei ihr arbeitet. Mikey und er sind die besten Freunde und es funkt auch zwischen ihm und Mollie, doch ist er überhaupt reif genug, um Verantwortung zu übernehmen?

Ohne Zweifel hat Amy Hackerling mit Kuck' mal wer da spricht ein seichtes, urkomisches und wohl bekömmliches Stück Komödie für die ganze Familie erschaffen, da sie weiß, welche Zutaten und welcher Aufbau von Nöten ist, um das Publikum auf volle Distanz bei Laune zu halten, ohne zu langweilen. Sie wirft ein Auge mit wohl dosiertem Humor auf bekannte gesellschaftliche Herausforderungen wie die optimale Partnerwahl, die Familiengründung oder die Elternschaft, während sie auf Situationskomik setzt und mit goldenem Händchen gängige Geschlechterklischees anspricht, ohne dabei jemals lächerlich oder albern zu werden, auch wenn das dramatische Finale, obwohl es eigentlich zielführend und mitreißend gestaltet ist, etwas arg abenteuerlich wirkt. Der unterhaltsame Haupthandlungsstrang um James, Mollie und Mikey und nebebei eröffnete Subplots wie zum Beispiel der Altersheimeinzug des Großvaters oder Mollies Katastrophendates greifen stimmig ineinander, so dass der Unterhaltungswert über die knapp 90 Minuten Spielzeit konstant auf hohem Niveau bleibt.

Trotzdem ist es so klar wie Babybrei, dass Kuck' mal wer da spricht den roten Teppich für den kleinen Mikey ausrollt und dieser vom Unterhaltungsfokus in den Mittelpunkt gerückt wird. Mit Christopher Aydon, der den Jungen im Kleinkindalter von 2 Jahren spielt, haben die Verantwortlichen einen richtig süßen Fratz gecastet, der alle Eigenschaften verinnerlicht, um das Herz des Publikums zu gewinnen. Er hat ein schelmisches Kinderlächeln, niedliche, etwas abstehende Ohren, blonde Haare und blaue Augen, ein richtiges Goldstück eben. Thomas Gottschalk kommentiert mit viel Wortwitz Mikeys durchlebte Alltagssituationen, wenn er beispielsweise die Brüste seiner Mami mustert ("Gibt's die Dinger in unterschiedlichen Größen?") oder die knutschenden James & Mollie mit einem "Na hoffentlich bleiben die nicht aneinander kleben" begleitet. Die ulkigsten Szenen sind aber die mit John Travolta, der als "Aushilfsdaddy" James eine fabelhafte Figur macht und mit dem "jungen Mann" ein Herz und eine Seele bildet. Rührend ist, wie herzlich James mit dem kleinen Kerl umgeht: Er erzählt Anekdoten aus seinem Leben, treibt Schabernack mit ihm oder gibt ihm auch Tipps für seine Zukunft. Er spricht mit dem Kind, als sei es schon ein großer Junge. Sie lachen zusammen, sie spielen zusammen und ja, sie tanzen auch zusammen, was zu Travoltas Filmvita wie die Faust aufs Auge passt, immerhin war er ja der Star in dem Tanzfilm Staying Alive

Glücklicherweise funktioniert bei Kuck' mal wer da spricht aber auch die romantische Seite, weil Travolta und Alley ihre Rollen sympathisch mit viel Witz und mit dem nötigen Augenzwinkern interpretieren. Sie geben ein fantastisches Leinwandpaar ab, welches gerade auch wegen ihrer Unterschiede zueinander findet. Wie heißt es im Volksmund: Gegensätze ziehen sich an: Er ist ein Draufgänger, charmant, chaotisch, locker und irgendwie selbst noch ein Kind. Sie ist Buchhalterin, etwas spießig und konservativ, aber auch energiegeladen und emotional. Da die berühmt berüchtigte Chemie passt, fiebert man mit den beiden mit und drückt ihnen die Daumen, dass sie mit Mikey gemeinsam ihr Familienglück finden mögen. Nebenbei sei noch erwähnt, dass wichtige Nebenfiguren wie Mikeys Erzeuger Albert, Mollies Mutter Rosie (Olympia Dukakis), Mollies beste Freundin Rona (Twink Caplan) oder James Großvater Vincent (Abe Vigoda) humorvoll und auch etwas überzeichnet charakterisiert sind, was sich hervorragend in Heckerlings Konzept einfügt. Sie werden von gefällig auftretenden Akteuren bekleidet, die ihre Rollen voll im Griff haben und gesamtheitlich überzeugen.

Wie bei vielen Filmen der damaligen Epoche gibt es feinste 80er Jahre Musik für die Ohren und wenn Travolta mit Mikey zusammen zu "I'm walking on sunshine" von Katrina and the Waves abrockt, fühle ich mich als midvierziger auch irgendwie ein bisschen an meine eigene Kindheit erinnert, in der das Leben noch unbeschwert war. Kuck' mal wer da spricht atmet von seiner ganzen Machart her und durch seine fast schon kindliche Naivität den Geist dieses Jahrzehnts, was aus meinem Mund absolut als Kompliment gemeint ist, auch wenn manche Kritiker argumentieren werden, dass der Streifen aus heutiger Sicht vielleicht etwas eingestaubt wirkt. Wenn Sie, werter Leser, Kuck' mal wer da spricht noch nicht gesehen haben, Familienkomödien spannend finden, zum Lachen nicht unbedingt in den Keller gehen und sich auch von Werken nicht abschrecken lassen, die schon ein paar Jährchen mehr auf dem Buckel haben, dann sollten Sie dem unterhaltsamen Treiben auf jeden Fall eine Chance geben. "Wie gefällt Dir die Welt hier draußen? Ist verrückt, he? Da machst Du Dich 9 Monate lang fertig, raus zu kommen und dann bist Du ein Leben lang scharf, wieder rein zu kommen!" MovieStar Wertung: 9 von 10 Punkte

9/10
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Kommentare

29.06.2022 12:21 Uhr - Insanity667
1x
DB-Helfer
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Erfahrungspunkte von Insanity667 1.781
Ein wundervolles Beispiel für eine Komödie, bei der auch ich als Komödienmuffel wieder an Bord bin! :)

Mindestens genauso wundervoll rezensiert vom einzig wahren MovieStar! Da werd' ich echt manchmal neidisch mit meinen kleinen, verkorksten und schrottigen Schundfilmchen! :D

Früher mochte ich den natürlich auch schon total, ich kann mich noch an die TV-Werbekampange "Mit der Stimme von Thomas Gottschalk" erinnern, was ein Hype! :))) Da wurde geschwitzt, dass die Fernsehpremiere dem Gottschalk selbst die Einschaltquoten nicht schmälert.

Was man oft auch erst Jahre später mit gewachsener Hirnmasse merkt: Der clever eingebaute Erwachsenenhumor, wie Dein letztes Zitat zeigt, auch hier durchaus vorhanden. ;)

Tolle Komödie (9/10), tolle Vorstellung (10/10). Sei bedankt! :)))

29.06.2022 19:37 Uhr - TheMovieStar
1x
User-Level von TheMovieStar 12
Erfahrungspunkte von TheMovieStar 2.332
@ Insanity: Vielen Dank fürs Lesen, für dein Lob und für deine ausführliche Rückmeldung, hat mich sehr gefreut.
Schön, dass selbst Du als "Komödienmuffel" dem Film was abgewinnen kannst und ihn genauso stark einstufst, wie ich das tue!

Ich war damals übrigens im Kino und der Film gehört zu den Streifen, die immer wieder mal den Weg in den heimischen DVD Player finden. Der Humor ist wie Du so schön schreibst vielseitig, einerseits hast Du natürlich auch eine gewisse kindliche Art, aber eben auch Jokes, die eher erwachsene lustig finden.

Und vielen lieben Dank nochmal für das Sonderlob zu meiner Review !


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