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Die Teufelshand

Originaltitel: La main du diable

Herstellungsland:Frankreich (1943)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Horror, Fantasy
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,00 (1 Stimme) Details

Inhaltsangabe:

Der Maler Roland Brissot ist die allerletzte Pfeife, die herumläuft. Beim Malen bringt er nichts zustande, Geld hat er so gut wie keines, und sein neuestes Modell Irene serviert ihn eiskalt ab und lässt ihn schmählich im Restaurant sitzen. Da erbarmt sich der Wirt und verkauft dem armen Kerl einen Talismann in Form einer Hand. Dieser Glücksbringer soll Roland unglaublichen Reichtum bescheren, und so geschieht es auch: Fortan malt er ein grandioses Bild nach dem anderen, Irene steht wieder vor der Tür, um sich ihm an den Hals zu werfen, und seine Ausstellungen können sich vor Publikum kaum noch retten. Doch nach einiger Zeit folgt der Tag der Abrechnung, denn der Teufel in Form eines älteren Herrn kreuzt bei Roland auf und fordert dessen Seele ein. ()

Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von evilcat:

"Die Teufelshand" ist ein dezenter Horrorfilm aus Frankreich, gespickt mit sanftem Grusel, der durchaus zu unterhalten weiß. Wirklich gelungen ist das Drehbuch, das eine in sich stimmige Geschichte erzählt und den Zuschauer NICHT mit einem offenen Ende sitzenlässt. Es gibt also einen passenden Schluss, so dass die Handlung konsequent abgerundet und zu Ende erzählt wird. Bei vielen Filmen ist dies ja leider nicht mehr selbstverständlich.

Was negativ auffällt ist das Overacting des Hauptdarstellers, der zudem ein wenig naiv und geschwätzig wirkt, manchmal vielleicht etwas zu geschwätzig. Aber das unterstreicht auch seinen Charakter als Sprücheklopfer, dem im Leben einfach nichts so recht gelingen will, weswegen er ja schließlich auch auf den Kaufvertrag mit dem Teufel reinfällt. Letzterer ist übrigens sehr gerissen und in Sachen Cleverness dem Maler weit überlegen. In der Mitte des Films bietet der Teufel seinem Kunden Roland sogar an, aus dem Vertrag auszusteigen und den Talismann für einen Sou zurückzukaufen. Roland geht in einem Anflug von Vernunft tatsächlich darauf ein und trennt sich von dem Glücksbringer, aber damit auch vom Glück, und kaum war der Teufel verschwunden, fing Rolands Freundin Irene wieder an, furchtbar herumzuzicken und ihm die kalte Schulter zu zeigen, genau wie zu Beginn des Films. Ich hätte sie zicken lassen und in die Wüste geschickt, denn meine Seele wäre mir wichtiger gewesen, aber Roland ist im Laufschritt dem Teufel hinterhergelaufen, um den Talismann zurückzuholen. Der Teufel macht dem Maler daraufhin noch ein weiteres Angebot: Er möchte die Seele von Irene haben, damit hätte Roland seine Schulden abbezahlt und wäre frei. Das hätte ich sofort gemacht: Weg mit der Alten und das ganze Geld behalten. Aber Roland geht nicht darauf ein und wirft den Teufel raus. Danach beginnt sein unaufhaltsamer Abstieg, denn mit jedem Tag verdoppelt sich der Preis, seine Seele freizukaufen, und irgendwann ist der Preis so hoch, dass der Maler das Geld nicht mehr dafür aufbringen kann.

Der Teufel ist der (un)heimliche Hauptdarsteller in diesem Film. Sehr charmant und freundlich und darüber hinaus unglaublich gerissen. So jemand lässt sich nicht einfach austricksen, denn er spielt gekonnt mit den Sehnsüchten der Menschen. Roland weiß genau, dass er aus dem Vertrag aussteigen muss, er weiß aber auch, dass er danach wieder genau der gleiche Verlierer sein wird, der er vorher war: Ohne Geld, ohne Erfolg und ohne Frauen. Aber welcher Mann will das schon, nachdem er einmal vom Ruhm gekostet hat?

Gegen Ende treten dann noch alle früheren Besitzer des Talismannes auf, erzählen, wie sie den Glücksbringer erhalten haben, welchen Erfolg sie dadurch bekamen, und wie er sie ins Verderben gestürzt hat. Und Roland erfährt auch, wie er den Fluch wieder brechen kann, aber wird das der Maler schaffen, nachdem er sich schon zu tief in den Fängen des Teufels verstrickt hat?

Schöne schwarz/weiß-Bilder und eine angenehme Fotografie zeichnen diesen Film aus, der eher wie ein Drama wirkt als wie ein Horrorfilm. Ein Drama um unerfüllte Wünsche und Sehnsüchte, die zwar plötzlich Realität werden, sich aber trotzdem nur als kurzlebige Illusion herausstellen. Wie vergänglich der Erfolg ist, und dass man im Leben nichts umsonst bekommt, mussten alle Besitzer des Talismannes erfahren. Für großen Ruhm, der einem nicht zusteht, zahlt man einen hohen Preis, nämlich mit seinem Leben, und diese Erkenntnis ist bitter. Von daher ist die Moral dieser Geschichte eine allseits bekannte: Mit dem Teufel lässt man sich nicht ein, und wer es trotzdem macht, der wird verlieren!

7/10
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Kommentare

30.06.2022 19:41 Uhr - cecil b
1x
Moderator
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Böse Katze, das grenzt fast an einer Nacherzählung. Aber, mit einem Spoiler-Alarm kann man das ja mal machen.

Sehr schön geschrieben, tolle Vorstellung!

Man bekommt schon einen recht guten Eindruck vom Film. Du scheinst dich ja überraschend gut in die Figuren hineindenken zu können. ;)

Wobei, Infos zur Musik sowie der Inszenierung wären schon ganz gut.


01.07.2022 16:14 Uhr - EvilCat
1x
Danke für die Rückmeldung.

Soundtracks waren noch nie so meine Vorliebe, das ist und war für mich seit jeher nur Beiwerk, mit dem ich nicht sooo viel anfangen kann. Ich würde mich eher als visuelle Person bezeichnen, die ihr Hauptaugenmerk auf die Bildersprache und den Spannungsaufbau legt. In erster Linie versuche ich die Handlung, die Dialoge, die Figuren oder einzelne Szenen unter die Lupe zu nehmen, also das Storytelling, oder anders ausgedrückt, das Drehbuch. Als langjähriger Bücherliebhaber lege ich viel Wert auf diese "schriftlichen" Elemente. Ob ich deshalb überhaupt als Filmkritiker tauge, weiß ich daher auch nicht so genau.

Ich halte es da ganz mit Hitchcock. Folgende Info habe ich im Internet gefunden:

"Alfred Hitchcock wurde einmal gefragt, was einen wirklich guten Film ausmache. Drei Dinge, sagte er. Nämlich erstens, ein gutes Drehbuch, zweitens, ein gutes Drehbuch, und drittens, ein gutes Drehbuch. Der Altmeister ging gar nicht erst auf seine Suspense-Methodik ein, die tollen Schnitte, seine hervorragenden Schauspieler – nein, all das war nur das I-Tüpfelchen auf dem großartigen Fundament seiner Drehbücher. Es braucht eine gute Geschichte, der Rest kommt von selbst. Viele hochambitionierte Filme sind bei ihren Zuschauern schnell in Vergessenheit geraten, weil sie keine interessante Story boten."

Das sehe ich genauso, darum bin ich sehr fixiert auf die Handlung an sich, den Spannungsbogen und auch auf die darstellerischen Leistungen, vielleicht zu sehr fixiert, denn ich sehe Filme in erster Linie aus der Sicht des Storytellings. Das spiegelt sich natürlich in meinen Texten wider, die in Sachen Filmanalyse deshalb ein paar Lücken aufweisen.

Die Handlung war tatsächlich etwas sehr ausführlich erklärt. Bei obskuren und seltenen Filmen, die kaum einer kennt, kann man das meiner Meinung nach schon so machen, damit sich der Leser auch etwas darunter vorstellen kann. Bei bekannten Mainstream-Filmen, über die man überall was nachlesen kann, braucht man die Handlung dagegen nicht so detailliert aufschreiben. Bei Whodunit-Filmen natürlich auch nicht. Aber wenn das Finale gar nicht so sehr entscheidend für den Film ist, sondern die Erzählung an sich, dann darf man auch gerne die Handlung genauer zur Sprache bringen, dadurch macht man dem Interessenten meines Erachtens den Film nicht kaputt.

Und was die Inszenierung angeht, das ist ja im Prinzip ein sehr weitläufiger Begriff.
Wie würdest du das denn genau definieren?

Wenn jemand sagt: "Der Film oder das Theaterstück war wirklich sehr gut inszeniert!"
Dann weiß ich immer genauso viel wie vorher, nämlich gar nichts. Das hört sich fast schon wie eine leere Phrase an.

01.07.2022 21:35 Uhr - cecil b
3x
Moderator
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Gerne.

Du hast hier schon ein paar tolle Reviews veröffentlicht, was ich so auch gerne formuliert habe. Danke dafür!

Das Drehbuch ist eine Sache. Und es ist nichts wert, wenn der Film nicht gut inszeniert ist.

Was wäre Hitchcock, ohne die Dusch-Szene, und tausend andere inszenatorische Ideen? :)
Die Mischung aus dem Drehbuch, und davon, wie dieses inszeniert wird, das ist in etwa die Dramaturgie. Die Wirkung des Films. Das ist eine geläufige, normale Bezeichnung für die Wirkung eines Films. Das hat nichts mit mir zu tun, ist mehr oder weniger nur abgelesen. Was wäre PSYCHO, ohne die Geigen? (aus dem Synthesizer.) SPIEL MIR DAS LIED VOM TOD? HALLOWEEN? Die Musik ist sehr wichtig. Stell dir mal vor, zu SCHINDLERS LISTE würde Techno laufen. ;)

"Ich würde mich eher als visuelle Person bezeichnen, die ihr Hauptaugenmerk auf die Bildersprache und den Spannungsaufbau legt."

Bei dieser Review habe ich das über die Bildsprache erfahren: "Schöne schwarz/weiß-Bilder und eine angenehme Fotografie zeichnen diesen Film aus, der eher wie ein Drama wirkt als wie ein Horrorfilm."

Die Bildsprache wird ja vom Drehbuch, den Skizzen und der Inszenierung ins Leben gerufen. Der Spannnungsaufbau entsteht durch die Dramaturgie..."

" In erster Linie versuche ich die Handlung, die Dialoge, die Figuren oder einzelne Szenen unter die Lupe zu nehmen, also das Storytelling, oder anders ausgedrückt, das Drehbuch" ^^^^

Die Inszenierung muss nicht mit Phrasen ausgedrückt werden.

Hast du schon mal den Text über Reviews auf dieser Seite gelesen? Da steht das drin.

Wie man das definieren kann? Filme sehen ja unterschiedlich aus. Die POV-Perspektive aus Halloween, die Fahrt mit dem Dreirad in SHINING, durch die Gänge.

Regisseure wie Dario Argento erzählen ihre Filme in erster Linie durch Metaphern, Bildsprache.

Ich habe schon Filme besprochen, in denen kein Wort gesprochen wird.

Hast du schon mal eine Review auf dieser Seite gelesen? Da gibt es sehr viele verschieden Beschreibungen der Inszenierung.

Du schreibst ganz tolle Texte, und deine persönliche Note, dass bei dir vielleicht mal mehr die Story mit einer Auswertung dabei ist, ist doch nicht infrage zu stellen. Allerdings ist der Informationsgehalt dann für die Leser reduziert. Sonst könnte man ja die Handlung bei Wikipedia lesen und dann die Meinung zu dieser als einen Kommentar.

02.07.2022 10:42 Uhr - EvilCat
1x
Besten Dank für die vielen Tipps.

In einigen Klassikern ist die Musik tatsächlich genial, aber meistens nervt mich der Soundtrack, und ich würde auch ohne auskommen, so seltsam sich das anhört.

Reviews habe ich auf dieser Seite schon einige gelesen, sonst wäre ich ja nie auf die Idee gekommen, selbst mal was zu schreiben.

Den Text, wie man Reviews für Schnittberichte schreiben sollte, habe ich leider nicht gefunden. Ich habe mich überall durchgeklickt, aber ich finde das einfach nicht.

Ich sollte meinen Schwerpunkt tatsächlich nicht so sehr auf die Handlung legen und auch andere Aspekte mit einbeziehen. Man tendiert halt als Autor von Rezensionen unbewusst immer dazu, sich genau auf das zu konzentrieren, was einem selbst am wichtigsten erscheint, weil man darüber einfach am meisten zu sagen hat.
Darum setzen unterschiedliche Autoren auch unterschiedliche Schwerpunkte bei der Bewertung von Filmen, Büchern, Spielen und Musikalben. Die restlichen Bewertungskriterien sollte man dabei aber nicht ganz vernachlässigen, das sehe ich schon auch so. Ich muss mir da tatsächlich mal mehr Gedanken beim Schreiben machen, die Bewertungen nicht zu einseitig zu verfassen, nur mit der Musik, mit der werde ich wohl nicht mehr warm werden.

02.07.2022 12:15 Uhr - cecil b
1x
Moderator
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Du machst einen authentischen Eindruck. :)

Es ist gut, wenn die Schwerpunkte unterschiedlich ausgelegt werden, und du hast Recht, je nach eigenem Interesse geschieht das ja auch.

Und ich denke, dass du da ganz bei dir bleiben solltest! Bleib dir treu, das ist dein Stil, und du schreibst echt toll!

Nur, wenn du hier und da noch etwas hinzufügst, erweitert sich DEIN Stil, und das ist eine Win-win-Situation. :)

Ist ja auch toll, dass du dir Gedanken über den Inhalt machst!

DER TEXT ÜBER REVIEWS: Wenn du eine schreibst, erscheint der auf der linken Seite. :)

Ich wünsche dir viel Spaß weiterhin und freue mich auf weitere tolle Vorstellungen!


03.07.2022 09:33 Uhr - EvilCat
Nochmals besten Dank für die Hilfestellungen.

Ja, es ist schon wichtig, sich regelmäßig selbst zu hinterfragen und weiterzuentwickeln, auch wenn das manchmal vielleicht etwas unangenehm ist, aber sonst würde man ja für den Rest seines Lebens auf der Stelle treten.

Die Tipps für gute Reviews habe ich endlich gefunden. Hier steht:

"Mit einem Review kann ein Autor z.B. die Inszenierung, die Effekte, die darstellerische Leistung, die Story, die Aussage, den Aufbau, den Soundtrack und die Besetzung, oder auch das Gameplay, die Story und die Grafik besprechen."

Puh, da bin ich ja echt beruhigt, dass hier "z.B." und "kann" steht und nicht "muss", denn "kann" ist ja zum Glück immer optional. ;-)

Würde hier "muss" stehen, würde ich ganz schön ins Schleudern kommen, aber bei "kann" kann ja jeder selber wählen, über was er schreibt. ;-))

Also von daher: Echt gute Tipps! ;-)))

Ein paar Reviews habe ich schon im voraus geschrieben, und wenn ich mir die jetzt so durchlese, denke ich mir: "Da wird mir Cecil glatt die Ohren langziehen!"

Aber ich ziehe mir das nächste Mal vorher Ohrenschützer an, und dann bin ich auf der sicheren Seite. ;-))))

03.07.2022 14:05 Uhr - cecil b
1x
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Das KANN ist darauf bezogen, was möglich ist. ;)

An anderer Stelle, in diesem Text, den ich einst zusammen mit einem Kollegen verfasst habe, als Gedankenstütze, ist eine Link zu mir. Mit dem Hinweis, dass ich bezüglich der Reviews gerne ein Ansprechpartner bin. :)

"Bei Fragen oder Problemen schickt bitte cecil b eine PM und gebt dort auch einen Link zum Review an."

An meinen Tipps kannst du dich dann orientieren. Die Link steht ja nicht umsonst da.

Also, alles, was wir besprochen haben, gilt. :)


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