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PAW Patrol: Der Kinofilm

Originaltitel: PAW Patrol: The Movie

Herstellungsland:USA, Kanada (2021)
Standard-Freigabe:FSK o.A.
Genre:Abenteuer, Action, Animation,
Kinderfilm, Komödie
Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,00 (2 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Auf die Pfoten. Fertig. Los. Die beliebte PAW-Patrol-Gang ist zurück in Action! Als ihr größter Rivale, Bürgermeister Besserwisser, das Amt des Bürgermeisters in der nahe gelegenen Abenteuerstadt übernimmt und anfängt, ordentlich Chaos zu stiften, schalten der junge Ryder und seine vierpfotigen Fellfreunde einen Gang höher. Denn: Kein Einsatz ist zu groß, keine Pfote zu klein! Während sich einer der jungen Super-Hunde in der Abenteuerstadt seiner Vergangenheit stellen muss, findet das Team Hilfe bei einer neuen Verbündeten, dem smarten Dackelmädchen Liberty. Gemeinsam – und bestens ausgestattet mit aufregenden neuen Gadgets und einer mega Ausrüstung – scheut das PAW-Patrol-Team keine Herausforderung, um die Bürger der Abenteuerstadt zu retten! (Paramount Pictures)

eine kritik von tp_industries:

Meine Beziehung zu der Marke PAW Patrol ist eine schwierige. Als Elternteil kommt man nur sehr schwer um diese animierten Hundewelpen herum. Dabei halte ich die Serie, vorsichtig ausgedrückt, für extrem bescheiden. Gerade in den ersten Folgen ist die technische Umsetzung sehr unterdurchschnittlich. Das besserte sich zwar im Laufe der Jahre, war aber dennoch nie wirklich hübsch anzusehen. Sei es die anfängliche Darstellung von Rasenflächen (welche im Grunde eine einzige grüne Fläche ohne Details ist), oder die allgemein sehr statische Umgebung und die groben Texturen. Aber auch inhaltlich ist PAW Patrol meiner Meinung nach nicht der Rede wert. Die Charaktere sind, selbst für eine Kinderserie, extrem flach. Der Humor ist repetiv und noch flacher (was Ansichtssache ist). Die Storyqualität der einzelnen Episoden kommt nicht über den Durchschnitt hinaus. Und zusätzlich werden selbst die jüngsten Zuschauer in etlichen Szenen für dumm verkauft, etwa wenn Ryder (der menschliche Anführer der PAW Patrol) via Smartphone seine Schützlinge zu einem Einsatz ruft obwohl sie direkt neben ihm stehen. Selbst Dreijährige (ich weiß wovon ich rede) fragen dann erstaunt, warum er sie nicht einfach direkt anspricht. Und von diesen Szenen gibt es wie gesagt einige! Auch Abwechslung gibt es nicht. Hat man 2-3 Episoden gesehen, kennt man das ganze Prinzip und braucht keine Überraschungen mehr erwarten. Ein User hat mich mal darauf hingewiesen, dass sich die Serie sehr wohl entwickelt und länger motivieren kann. Nachdem ich mich jetzt durch sämtliche Ergänzungen, Spin-Off´s und was weiß ich noch gekämpft habe, muss ich da wiedersprechen. Ja, es gibt einige Locationwechsel, und ja die Hundewelpen bekommen mit der Zeit einige neue Fähigkeiten spendiert. Dennoch wird Folge für Folge das gleiche Schema abgespult. Man hat es nur anders angepinselt, darunter ist es aber dennoch der alte, ranzige Käse zu riechen.

Dennoch hat die Serie immensen Erfolg. Dieser setzte aber nicht sofort ein, denn PAW Patrol galt anfangs als unrentabel (was bei der Qualität des Gezeigten nicht weiter verwundert). Aber anstatt die Sendung einzustellen, entschied man sich eine riesige Merchandising Kampagne zu starten. Egal ob Spielzeug, Kleidung, Hygieneartikel, Schreibwaren oder Partyutensilien, überall waren die die Hundewelpen zu sehen. Diese wurde mit einer gigantischen Werbeaktion bewerkstelligt, welche den Kinder im Fernsehen, in Zeitschriften oder auf Webseiten die aktuellen Produkte ununterbrochen um die Ohren gehauen hat. Mit der Zeit schalteten sich einige kritische Stimmen ein, welche den Verantwortlichen (in meinen Augen richtigerweise) "Verführung von Kindern zum Konsum" vorwarfen. Das kratzte zwar etwas am Ruf, brachte aber gleichzeitig den gewünschten Erfolg. Die Serie selbst wurde zwar nicht besser, ist aber egal solange sie ordentlich Schotter abwirft.

Aber warum erzähle ich das alles? Nun, wie Ihr anhand meiner 8 Punkte sicher schon bemerkt habt, kommt PAW Patrol - Der Kinofilm bei mir erstaunlich gut weg (und glaubt mir, ich war noch überraschter als Ihr denkt). Um Euch das verständlich zu erklären habe ich mich dazu entschlossen, meine negativen Punkte der Serie, mit den positiven Punkten des Films in Relation zu stellen.

Noch ziemlich am Anfang des Films wird Anführer Ryder gefragt, wie man sich die neue PAW Patrol Zentrale denn nur leisten konnte. Seine Antwort: Durch lizensiertes PAW Patrol Merch. Das Zeug geht weg wie nix! Allein dieser Metahumor im besten Deadpool Stil hat bei mir schon gewonnen. Aber tatsächlich merkt man dem Film aus technischer Sicht das große Budget an. Die Umgebung und die Figuren haben noch nie so gut ausgesehen. Dazu gesellen sich zum Teil spektakuläre Effekte wie Explosionen im Zusammenspiel mit epischen Slow-Motion Aufnahmen. Tatsächlich wirkt der ganze Streifen wie ein Actionblockbuster, nur eben für Kinder.

Aber auch inhaltlich hat man sich ordentlich verbessert. Die oben zu lesende Inhaltsangabe spricht zwar nicht für eine ausgefeilte Geschichte (was bei einem Actionblockbuster für Kinder auch nicht zwangsweise gegeben sein muss), bietet aber eine durchweg spannende Unterhaltung. Gewürzt wird das aber noch mit einem interessanten Nebenplot, in welchem einer der Hunde mit einem Trauma zu kämpfen hat, welches im Verlauf der Handlung immer mehr Raum einnimmt. Und hier merkt man, dass sich die Macher des Films wirklich Gedanken gemacht haben. Handlung und Charakterzeichnung sind solide bis gut ausgearbeitet. Sie sorgen dafür, dass neben den Kindern selbst Erwachsene mitfiebern können. Auch die Charaktere sind greifbarer. Neben den Hauptcharakteren haben selbst Nebenrollen ein vergleichsweise ordentliches Profil bekommen, was die ganze Welt nachvollziehbar und homogen wirken lässt. Genauso gehört der repetive und plumpe Humor der Serie überwiegend der Vergangenheit an. Gags und Situationskomik sind fast immer perfekt getimt und sorgen für einige Lacher. Und auch wenn die Handlung recht straight auf das zu erwartenden Happy End zusteuert, bietet sie trotzdem auch ein paar moralische Ansätze für die Kinder.

Eine berechtigte Frage ist jetzt, wie es zu solch, fast schon elementaren, Qualitätsverbesserungen kommen konnte? Um das zu beantworten muss man auf die Leute hinter das Projekt schauen. Die Macher von PAW Patrol der Serie hören auf die Namen Ronnen Harary, Anton Rabie, Ben Varadi und Keith Chapman. Von diesen Leuten blieb beim Kinofilm nur noch Ronnen Harary als Produzent übrig. Alle anderen wurde rigoros ersetzt, was dem Endprodukt auf jeden Fall gut getan hat. Die Regie übernahm Cal Brunker, welcher mit Nix wie weg oder Die Monster Academy bereits Erfahrung im Inszenieren von Kinderfilmen hat. Dieser schrieb neben Bob Barlen und Billy Frolick auch am Drehbuch mit. Für die musikalische Untermalung konnte man Heitor Pereira gewinnen, welcher ebenfalls schon für einige Animationsfilme wie Minions oder Angry Birds die Musik beisteuerte. Und auch hier weiß er es, die Stimmung des Films hevorragend akustisch zu unterstützen. Dabei ist ein Mix aus den typischen PAW Patrol Themen und eigenen Kompositionen zu hören. Außerdem wird der Film durch einen poppigen Soundtrack unterstützt, bei dem Künstler wie Adam Levine (Maroon 5) oder Alessia Cara zu hören sind. Zwar nicht wirklich mein persönlicher Geschmack, für den Streifen aber durchaus passend!

Abschließend lässt sich sagen, dass wir es hier nicht mit einem neuen Meisterwerk im Bereich des Kinderfilms zu tun haben. Dafür läuft dann doch noch einiges zu routiniert ab. Aber gerade in Anbetracht der unterdurchschnittlichen Serie haben wir es hier mit einem richtig guten Film zu tun. Die Handlung ist spannend, lustig, etwas emotional und defintiv unterhaltsam. Die Charaktere sind gut ausgearbeitet und können einem ans Herz wachsen. Und aus technischer Sicht bekommt man audiovisuell ordentlich was geboten. Ich hätte nie gedacht dass ich das mal sage, aber von mir gibt es ein klare Empfehlung für PAW Patrol - Der Kinofilm!

 

Noch eine kleine Zusatzinfo: Das Videospiel zum Film habe ich hier bereits rezensiert und mit einem Punkt bewertet. Nachdem ich jetzt den dazugehörigen Film geschaut habe ärgere ich mich, dass man keine 0 Punkte vergeben kann. Ich bleibe dabei, das Game zum Film ist eine einzige, freche Arbeitsverweigerung, bei der es nur darum ging, mit nahezu gar keinem Aufwand noch möglichst viel Geld zu machen. Finger weg von PAW Patrol, dem Spiel zum Kinofilm!!!

 

8/10
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Kommentare

11.07.2022 22:50 Uhr - TheMovieStar
1x
User-Level von TheMovieStar 12
Erfahrungspunkte von TheMovieStar 2.486
Ein sehr lesenswertes und informatives Review TP, dem ich auch inhaltlich und von der Bewertung her voll zustimme.
Der Kinofilm ist wirklich gelungen und bietet für Kinder (meine kleine war begeistert) bzw. auch für Erwachsene (fand ihn persönlich auch nicht schlecht) gute Unterhaltung.

LG MovieStar

12.07.2022 06:29 Uhr - tp_industries
User-Level von tp_industries 6
Erfahrungspunkte von tp_industries 524
Vielen Dank Movie!

Dass mein Kleiner den Streifen abfeiern würde war absolut klar. Aber dass selbst ich mich gut unterhalten gefühlt habe war so nicht absehbar. XD
Aber so fair wollte ich dann doch sein! :)

12.07.2022 11:56 Uhr - Insanity667
1x
DB-Helfer
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Erfahrungspunkte von Insanity667 1.819
Schönes Ding von Dir TP! :))) Lesenswert, informativ und selbst für mich Patenonkel noch ein bisschen aufschlussreicher, als die Spielzeuge, die sich mein Patenkind immer wünscht! :) Fein!

12.07.2022 17:06 Uhr - tp_industries
User-Level von tp_industries 6
Erfahrungspunkte von tp_industries 524
Ich danke dir Insanity!
Ja, selbst als Nichtelternteil kommt man an den Welpen nicht vorbei. Einfach nervig! :)

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