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Manchmal kommen sie wieder

Originaltitel: Sometimes They Come Back

Herstellungsland:USA (1991)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Horror
Alternativtitel:Czasem oni wracaj?
Stephen King's Sometimes They Come Back
Stephen Kings Manchmal kommen sie wieder
Vengeance diabolique
Bewertung unserer Besucher:
Note: 6,77 (22 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Zu spät erkennt Jim Norman, dass die Rückkehr in seine Heimatstadt eine zweite Tragödie herausfordert. Vor mehr als 20 Jahren musste er mit ansehen, wie sein Bruder von Halbstarken im Tunnel erstochen wird. Ihre Flucht wurde vereitelt durch den heranbrausenden Zug, der sie zermalmte. Doch die Mörder von einst haben noch eine Rechnung offen. Lächelnd nehmen die Untoten grausame Rache an Jim und seiner Familie. (Senator DVD-Cover)

eine kritik von themoviestar:

Wenn etwas in den 80er Jahren bzw. Anfang der 90er Jahre im kommerziellen Horrorbereich beliebt war, dann sind es Verfilmungen von Stephen King Romanen, die in der besagten Zeit in ziemlich regelmäßigen Abständen ins Kino gebracht wurden, bzw. über die TV Bildschirme flatterten. Da das Prädikat "gut" immer auch ein bisschen Geschmacksache ist, seien hier nur die bekanntesten Werke, jetzt mal ohne Wertung, aus jener Ära genannt: Shining (1980); Christine (1983); Der Feuerteufel (1984). Friedhof der Kuscheltiere (1989) oder der TV Zweiteiler ES aus dem Jahr 1990. Der mir vorliegende Manchmal kommen sie wieder (1991), der auf der gleichnamigen Kurzgeschichte (lose) basiert, war eigentlich fürs amerikanische Fernsehen produziert, in anderen Ländern wie zum Beispiel Deutschland lief der spannende, atmosphärische, aber zum Ende hin auch recht kitschige Streifen allerdings in den Kinos. Die weltweiten Kritiker nahmen den Film mit durchwachsen ausfallenden Resonanzen zur Kenntnis, wobei Manchmal kommen sie wieder aus meiner Sicht besser ist, als sein Ruf, aber dazu später mehr.

Der legendäre Produzent Dino De Laurentis (u. a. Ein Mann sieht rot; King Kong; Conan - Der Barbar) sorgte dafür, dass Tom McLoughlin die Regie übernahm, der 1986 bereits Freitag der 13th Teil 6 - Jason lebt inszeniert hatte. Das Drehbuch schrieb Lawrence Könner, der einige großspurige Veränderungen gegenüber Kings Vorlage in seiner Story etablierte. In der Kurzgeschichte sind die Hauptprotagonisten Jim und Sally kinderlos. Der tödliche Unfall von Jims Bruder passierte in Kings Ausführungen unter einer Eisenbahnbrücke und nicht in einem Tunnel. Außerdem spielt sich das komplette Finale in der Vorlage an einem anderen Ort ab und ist insgesamt weniger emotional, aber dafür noch mystischer ausgefallen. Im Film kehrt Jim (Tim Matheson) gemeinsam mit seiner Frau Sally (Brooke Adams) und seinem kleinen Sohn Scott (Robert Hy Gorman) in seine Heimatstadt zurück, weil er als Geschichtslehrer an der örtlichen Schule neu anfangen soll. Schnell kommen in ihm Erinnerungen an seine Kindheit hoch, als vor 27 Jahren 4 halbstarke Jugendliche seinen Bruder Wayne (Chris Demetral) in einem Eisenbahntunnel abgestochen haben und bei der miesen Aktion selbst vom einfahrenden Zug totgefahren wurden. Doch plötzlich scheint Jim's Horror von vorne zu beginnen: Nach einem tödlichen Unfall eines Klassenmitglieds wird ein neuer Schüler, der einem Schläger von damals zum verwechseln ähnlich sieht, seinem Jahrgang zugeteilt und fängt an, ihn zu terrorisieren, während sich weitere merkwürdige Todesfälle häufen...

Wie es bei einem King üblich ist, baut Tom McLoughlin das Grauen langsam, behutsam und atmosphärisch auf. Die Landschaft der beschaulichen Kleinstadt erstrahlt klar und weiträumig in leicht bräunlich, rötlichen Farben und die klassischen, emotionalen Klänge unterstreichen passend die Idylle der kleinen Familie, an welcher sie mit aller Macht festhält. In bewusst dramatisch gehaltenen Rückblenden erfahren wir von Jim's Kindheitstrauma, in welchem eine skurpellose Jugendgang seinen Bruder Wayne auf dem Gewissen hat und selbst unglücklich zu Tode kam. Tim Matheson, der ein Jahr zuvor schon eine glänzende Leistung im Suspense Thriller Burried alive - Lebendig begraben ablieferte, spielt den von seinen Erinnerungen geplagten, unterrichtenden Familienvater bewegend und glaubwürdig. Die noch nicht vollzogene Vergangenheitsbewältigung spielt im beruflichen und privaten Umfeld eine tragende Rolle und äußert sich in unkontrollierbaren Wutanfällen, die immer wieder problematisch werden. Sein schockierter Gesichtsausdruck ist unbezahlbar, als die "Geister der Vergangenheit" im Unterricht auftauchen und der spannende Psycho Terror beginnt, den die Schurken mit ihm veranstalten, was im wahrsten Sinne des Wortes unter die Haut geht, da die Irren seine Schwachstellen kennen und sich ausgerechnet die Opfer vornehmen, die Jim auch am Herzen liegen.

Selbstverständlich wird die übernatürliche, phantastische Komponente voll ausgereizt. Jeder mitreißend inszenierte Mordanschlag spielt auch mit der Wahrnehmung des Umfeldes, wenn die Untoten ihre grauenhafte Fratze des Verwesens zeigen, was mit beeindruckender Maskenarbeit furchteinflößend realisiert wurde. Überhaupt wirken die bewusst überdreht gezeichneten "Rockabilly" Gangster, die mit charakteristisch aufspielenden Darstellern besetzt worden sind, bedrohlich und faszinierend zu gleich. In Lederkluft, mit besessenem Blick, mit verrückten, sarkastischen Sprüchen und in einem kultigen, schwarzen, mit Flammenmuster versehenen 1955er Chevi Höllenwagen sorgen sie für Angst und Schrecken. Doch Manchmal kommen sie wieder verkneift sich ausufernde Gewaltexzesse und setzt auf schier ungreifbare mentale, morbide Spannung mit tödlichem Nervenkitzel, auch wenn die ein oder andere Handlungsentwicklung etwas abwegig erscheint und vorher propagierter Thesen bzw. Verhaltensmustern eindeutig widerspricht. Obwohl Jim ein bisschen schwer von Begriff ist und lange Zeit braucht, um die Gefahrenlage für sich und seine Familie einzuschätzen, nähert sich der Film ohne Längen bzw. erwähnenswete Durststrecken dem Finale.

Und genau dieses Finale entpuppt sich dann als größte Schwachstelle des Streifens, da der Zuschauer nach der zugegeben mitreißend inszenierten, wiederaufgerollten Entscheidung, in der endgültig Nägel mit Köpfe gemacht wird, in Kitsch und überzogenen Sentimalitäten versinkt. Gewisse Tendenzen waren zwar schon vorher bemerkbar, hielten sich aber in Grenzen, weil sie der Handlung angemessen vorgetragen wurden. Da Stephen Kings Kurzgeschichte am Ende fast ohne überzogene Tränendrüsenromantik auskommt, liegt die Vermutung nahe, dass hier bewusst versucht wurde, den Stoff kommerzieller und massentauglicher zu gestalten, um höhere Einschaltquoten beziehungsweise höhere Zuschauerzahlen zu erreichen. Natürlich ist diese Erkenntnis höchst subjektiv und wie immer auch Geschmacksache, mir sind aber nicht wenige Stimmen bekannt, die den Ausklang von Manchmal kommen sie wieder ähnlich kritisieren, der meines Erachtens nicht zu einem ernsten Horrorfilm so recht passen mag.

Vor Gericht heißt es dann oft "Im Zweifel für den Angeklagten" und bei Manchmal kommen sie wieder reicht es trotz der ein oder anderen merkwürdigen Wendung und der finalen Gefühlsduselei für spannende und zufriedenstellende Psycho-Horror Unterhaltung, die für eine TV Produktion erstaunlich wertig daherkommt und mit Suspense, Fantasie, überzeugenden Effekten, und gut aufgelegten Akteueren punkten kann. "Du wolltest immer wie dein Bruder sein, Jimmy? Tot!.... Mausetot!" MovieStar Wertung 7 von 10 Punkte.

7/10
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Kommentare

01.08.2022 15:09 Uhr - sonyericssohn
1x
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Keine Ahnung was ich zu dem sagen soll... Kürzlich lief der bei einem der privaten Anbieter und dachte mir ach den nimmst mal auf....der Nostalgie wegen. Als der damals käuflich zu erwerben war lief der nicht nur einmal ! Heute aber find ich den fast schon ärgerlich. Langatmig, spannungsarm (bis auf ner Handvoll Ausnahmen) und eher doof. Ach ich weiß auch ned. Vielleicht noch 5 Punkte von mir.

01.08.2022 22:47 Uhr - Insanity667
1x
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Uff... Naja, den fand ich auch eher unspektakulär. 6/10 Punkte für das coole Kleinstadtsetting, die Charaktere und die Maskenarbeit ist er mir dennoch wert... Aber das Ende? Nee! Verrückt, dass der eine Kinoauswertung erhalten hat. Stellt Euch mal vor, das hätte man auch mit "The Langoliers" gemacht! :))))

Tolles Review mal wieder! :)

02.08.2022 09:51 Uhr - TheMovieStar
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@Sony: Danke fürs Lesen und fürs Kommentieren. Schade, dass der Film bei dir nicht mehr funktioniert hat.
Mir hat er bei der kürzlichen Neusichtung genauso gut gefallen wie damals als ich den Film zum letzten Mal
auf VHS sah.

@Insanity: Danke auch dir fürs Lesen und fürs Kommentieren. Ja das Ende war auch nicht unbedingt meins
bin nach Abzug aller Kritikpunkte bei ner 7 gelandet also geringfügig besser als du mit deiner 6.

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