SCHNITTBERICHTE | # | A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z
Titel suchen:
Dying Light 2 [uncut] · Stay Human · ab 64,99 € bei gameware A Plague Tale: Requiem · Erlebe ein tolles neues Abenteuer für Hoffnung · ab 57,99 € bei gameware

Death Ranch

Herstellungsland:Großbritannien (2020)
Standard-Freigabe:FSK keine Jugendfreigabe
Genre:Action, Horror, Splatter, Thriller
Bewertung unserer Besucher:
Note: 6,36 (11 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Die drei afroamerikanischen Geschwister Brandon - frisch aus dem Gefängnis entlassen, seine Schwester Angela und sein Bruder Clarence suchen Zuflucht in einem alten Farmhaus mitten im Nirgendwo. Leider dient dies auch als Treffpunkt für Mitlieder einer Sekte des Ku Klux Klans, die nicht nur rassistische Killer, sondern auch Kannibalen sind. Brandon, Angela und Clarence fallen den Männern in die Hände und werden brutal gefoltert. Doch so einfach geben die Geschwister nicht auf... (Splendid Film)

eine kritik von themoviestar:

Das Blaxploitation Genre ist eine Untersparte der beliebten Exploitation Filme, welches in den 1970er Jahren seine Hochphase hatte. Der Name setzt sich zusammen aus black, der englischen Bezeichnung für schwarz und jenem Exploitation Begriff, der kostengünstige Billigproduktionen mit übertriebener, explizieter Darstellung von Sex und Gewalt beschreibt, was bedeutet, das Blaxploitation Reißer vornehmlich mit afroamerikanischen Hauptdarstellern besetzt wurden. Der von mir kürzlich gesichtete, britische, über weite Strecken auch unterhaltsame Death Ranch aus dem Jahr 2021 ist quasi eine blutdurchtränkte Hommage an jene glorreichen Zeiten und bietet hirnlosen B-Action Trash der rabiatesten Sorte mit drei dunkelhäutigen Helden und einem reaktionären Rassismus Plot, bei dem die handelnden Personen teilweise so sinnbefreit agieren, dass es fast schon weh tut.  Also liebe Freunde der etwas härteren Hausmannskost: Am besten das Hirn ausschalten, dann ist es auch möglich, die hammerharte Action und die durch die Bank handgemachten, derben Splattereffekte mit Ekeleinlagen in vollen Zügen zu genießen.

Regisseur Charlie Sheeds ist entweder ein hoffnungsloser Workaholic oder kronisch Pleite, da Death Ranch sein insgesamt viertes Projekt ist, dass er im Jahr 2020 inszeniert hat und eine gewisse Fließband Optik mit tristem Erscheinungsbild und qualitätsfremden Kulissen lässt sich auch nicht beschönigen. Die wenig geistreiche, bemerkenswert dünne und trotzdem irgendwie auch positiv verrückte Story entsprang ebenfalls seinen Gehirnwindungen: Tennessee 1971: Der frisch aus der Haft entlassene, afroamerikanische Brandon (Deiondre Teagle) sucht mit seinen Geschwistern Clarence (Travis Cutner) und Angela (Faith Monique) in einem alten Farmhaus mitten im Niemandsland Unterschlupf. Was sie nicht wissen: Die ländliche Absteige dient auch als Treffpunkt für eine maskierte Ku Klux Klan Sekte, die nicht nur eine rassistische Ideologie verfolgt, sondern auch unbändigen Appetit auf frisches, schwarzes Menschenfleisch hat. Nachdem sie in die Hände der grausamen Verbrecher gefallen sind, werden sie brutal  gefoltert, doch Brandon kann sich mit letzter Kraft befreien und holt zum gnadenlosen Gegenschlag aus, bei dem garantiert keine Gefangenen gemacht werden...

Da die ersten knapp 17 Minuten mehr oder weniger als kleine Einführung der 3 Hauptcharaktere dienen und hier fast ausschließlich nur gesprochen wird, fällt auf, mit welch eklatanten Defiziten die mir unbekannten Darsteller hier agieren und das ihnen neben der rein fachlichen Kompetenz auch noch ein entscheidender Faktor fehlt: Symphatie! Ob das nur an ihrer öden, wenigstens bemühten Darbietung liegt oder an den uninteressanten Figurenzeichnungen, kann ich nicht zu 100 % sagen, es wird wahrscheinlich eine Mischung aus beidem sein. Die Truppe hat eine derart negative Aura auf mich versprüht, dass ich kurzzeitig daran dachte, einfach abzuschalten. Doch als mit den ersten Szenen der nationalistischen Kannibalen, die beispielsweise einem Opfer den Arm abreißen und dann verspeisen, endlich sowas wie Leben in die Bude in Death Ranch kommt, war ich dann froh, nicht auf den emotionalen Impuls gehört zu haben, denn was dann folgt, habe ich in der Brachialität und in der Abartigkeit so noch nicht gesehen. Natürlich sind die Dialoge auch weiterhin erschreckend schlicht und fast schon peinlich, wenn ein Mitglied der selbsternannten Herrenrasse zu Protokoll gibt, dass er Niggerfleisch für sein Leben gern vertilgt und die schwarze Bevölkerung nur als Futter für die weiße Elite seine Daseinsberechtigung auf diesem Planeten hat. 

So unsympathisch der junge Brandon (Deiondre Teagle) auch wirken mag, so konsequent fällt dann auch sein beispielloser Rachefeldzug aus. Gemäß dem Motto "Auge um Auge, Zahn um Zahn" rechnet er zusammen mit seiner Schwester mit den Faschisten schonungslos ab und das ohne Rücksicht auf geltende Vorschriften oder Tabus. Deatch Ranch versucht die Grenzen des guten Gemschmacks auszuloten, wenn das rechtsradikale Gesindel blutigst über den Haufen geschossen wird, Körperteile abgetrennt werden, Holzpfähle in ihren Gesichtern stecken bleiben und sie ihre eigenen Gedärme essen müssen, während Brandon ihre Wangen mit ihrem roten Lebenssaft beschmiert. Wer auflockernden Humor sucht, der bei solchen Streifen gerne dazugegeben wird, ist bei Death Ranch an der falschen Adresse, der Film ist im wahrsten Sinne des Wortes toternst. Auf den Pfaden von unterhaltsamen Billig Trash wie Bad Taste können die zahlreichen, derben, handgemachten Splatter Effekte in Anbetracht der offensichtlich geringen Geldmittel größtenteils technisch überzeugen, auch wenn immer wieder mal Einstellungen durchgerutscht sind, wo das Verhältnis zwischen niedrigem Budget und qualitativ minderwertiger Umsetzung nicht mehr ganz gegeben ist.  Gorehounds haben bei Death Ranch jedenfalls keinen Grund für Beanstandungen, das Blut fließt nämlich nicht nur in Litern, sondern in Strömen, obgleich sich nach einer gewissen Zeit auch Abnützungserscheinungen breitmachen, so dass dem eigentlich brachialen Finale ein wenig die Luft ausgeht.

Die kurze Spielzeit von nur 78 Minuten sorgt dann auch dafür, dass auftretende Längen überschaubar bleiben und der Film Trashfreunde gesamtheitlich ausreichend unterhält, wenn diese bereit sind, die klischeehafte, plakative, überspitzte und primitive Darstellung des Rassenkonfliktes, die Vorhersehbarkeit der Dinge und das dümmliche Verhalten der weißen Bettlakengespenster nicht zu ernst zu nehmen. Diese laufen wie ferngesteuert ohne ihr Gehirn einzuschalten blindlings in ihr Verderben und sind mit mindestens genauso amateurhaften Laiendarstellern bekleidet, wie unsere 3 tapferen Helden. Einzig und alleine ihr Anführer, der auf den Namen Delmar hört, hat mit Scot Scurlock eine einigermaßen brauchbare Besetzung erfahren. Scurlock spielt die Besessenheit der fragwürdigen Sekten Ideologie mit vollem Einsatz ausdrucksstark und charismatisch, da ist es fast schon schade, dass seine Bildschirmzeit erst gegen Ende des Streifens beginnt und relativ schnell auch wieder abgelaufen ist.

In Anbetracht des streckenweise exorbitant hohen Härtegrades ist es mir ein Rätsel, dass Death Ranch ungekürzt eine FSK 18 Freigabe erhalten hat und so auch ohne Zensuren im freizugänglichen Amzon Prime gezeigt wird. Da haben in der Vergangenheit andere, deutlich harmlosere Werke mehr Gegenwind erfahren müssen. Aber mir soll es Recht sein, so konnte ich das Stück Zelluloid ohne großen Aufwand uncut sehen. Death Ranch ist kurzweilige und unterhaltsame Action Gülle, die auf Grund ihrer rabiaten Gangart und den deftigen Splattereinlagen ihre qualitativen Mißstände für den Augenblick des Momentes vergessen lässt und zu der Sorte Unterhaltung gehört, die so schlecht ist, dass sie irgendwie schon wieder gut ist. MovieStar Wertung: 6 von 10 Punkte.

 

6/10
Weiter:
mehr reviews vom gleichen autor
Firestarter
TheMovieStar
6/10
Kindermädchen,
TheMovieStar
7/10
Pets
TheMovieStar
6/10
John
TheMovieStar
9/10
die neuesten reviews
Nekromantik
dicker Hund
8/10
Firestarter
TheMovieStar
6/10
Kühlschrank,
cecil b
7/10
Kindermädchen,
TheMovieStar
7/10
Lou
Lou
Ghostfacelooker
Nina
Ghostfacelooker
Tanz
EvilCat
10/10
Pets
TheMovieStar
6/10

Kommentare

04.08.2022 06:17 Uhr - dicker Hund
1x
User-Level von dicker Hund 17
Erfahrungspunkte von dicker Hund 5.204
Bei Sony bin ich schon hellhörig geworden. Auch dieser skeptischere Text schreckt mich nicht wirklich ab. Mal sehen.

04.08.2022 08:56 Uhr - TheMovieStar
1x
User-Level von TheMovieStar 12
Erfahrungspunkte von TheMovieStar 2.500
@ Hund: vielen Dank fürs lesen und fürs kommentieren. Ein nicht unerheblicher Punktabzug geht auf die drei aus meiner Sicht unsympathischen Hauptdarsteller, und Sympathie ist wie du weißt höchst subjektiv. Das bedeutet wenn dir die Hauptdarsteller z.B sympathischer sind dass du den Film wahrscheinlich höher bewerten würdest wie ich das jetzt tue. Wobei jetzt sechs Punkte finde ich auch nicht schlecht leicht überdurchschnittlich und der Film hat auf jeden Fall auch seine unterhaltsamen Momente und unterhält auch gut er hat aber eben auch Schwächen die ich in einem ernst zu nehmenden review anmerken muss.

Ich würde mich freuen, wenn du den Film gesehen hast dass wir auch ein Hund typisches Review von dir bekommen um deine Einschätzung lesen zu können. Den Film gibt es wie ich oben geschrieben habe auf Amazon Prime kostenlos. Wünsche dir viel Spaß von der Action und vom Blutgehalt rockt er auf jeden Fall.

05.08.2022 13:44 Uhr - Insanity667
1x
DB-Helfer
User-Level von Insanity667 11
Erfahrungspunkte von Insanity667 1.819
Ein sehr schöner Einblick in dieses, mitunter "würzige" Neo-Blaxploitation-Werk! Ich würde Dir bei 6 - 7/10 Pünktchen auch absolut zustimmen! :)

Was die Altersfreigabe angeht, wird das ja immer verrückter, jetzt wo die ganzen Streamingdienste einen Großteil des Marktes stemmen. Viele VOD-Riesen prüfen ihre Filme entweder selbst oder übernehmen die Freigabe der FSK. Unstimmigkeiten bei der regionalen Beschränkung führen manchmal aber auch dazu, dass man zufällig in den Genuss ungeschnittener Filme kommt, die bei der FSK Federn lassen mussten, oder hätten lassen müssen. Ob das nun hier zutrifft, kann ich nicht beurteilen. Jedenfalls konnte man in einem der unzähligen zubuchbaren Channels auf Amazon Video schonmal "Cannibal Holocaust" und noch einen anderen 131er ungeschnitten gucken... War zwar nur kurz, bis es jemand gemerkt hat, aber witzig! ;)
Ist dann halt auch kein Wunder, dass viele Horrorfilme derzeit nur als VOD kommen, so umgeht man die FSK, die MPAA und so weiter... Gerade Netflix- oder Shudder-Originals sind da ja ganz vorne mit dabei!

05.08.2022 21:19 Uhr - TheMovieStar
User-Level von TheMovieStar 12
Erfahrungspunkte von TheMovieStar 2.500
@ Insanity: Danke auch dir fürs Lesen und fürs Kommentieren. Freut mich, wenn wir den Film gleich bewerten.
Zum Streaming: Fest bin ich nur bei Amazon Prime Kunde und habe dort den Silverline Channel abonniert, der sich speziell auf Horror / bzw. Science Fiction spezialisiert hat. Bei Prime muss man trotz der momentan lockeren Verhältnisse immer achtsam sein, weil sie manchmal auch zensierte Fassungen bringen, die nicht sein müssen. z.B. Crank gibt es dort nur in einer zensierten FSK 16 Fassung. Ich schau immer vorher bei Schnittberichte oder OFDB bevor ich einen Film anschaue, ob die tatsächlich auch uncut sind... Aber du hast schon Recht, da sind auch oft Filme dabei, wo man sich frägt, wie die es ungeschnitten ins TV gebracht haben....

kommentar schreiben

Um Kommentare auf Schnittberichte.com veröffentlichen zu können, müssen Sie sich bei uns registrieren.

Registrieren (wenn Sie noch keinen Account hier haben)
Login (wenn Sie bereits einen Account haben)