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Wayne's World

Herstellungsland:USA (1992)
Standard-Freigabe:FSK 12
Genre:Komödie, Musikfilm
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,86 (7 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

In der Tradition von "Zehn Gebote", "Lawrence von Arabien" und "Gandhi" kommt ein Leinwandepos voller Dramatik und Abenteuer ... Stopp! Eigentlich beginnt eine neue Ära - denn hier kommt Wayne's World! Das urkomischste Filmereignis des Jahres mit dem coolsten Sound, den schärfsten Babes und den ultimativen Kultstars Wayne Campbell (Mike Myers) und Garth Algar (Dana Carvey). Als ein schmieriger Fernsehfuzzi (Rob Lowe) Wayne und Garth mit ihrer schrägen Late-Night-Show groß rausbringen will, können sie ihr Glück nicht fassen. Aber sie finden schnell heraus: Der Weg vom Keller nach ganz oben ist steinig und steckt voller Gefahren, Versuchungen und wilder Partys ... (Paramount)

eine kritik von themoviestar:

Die irrwitzige Rock Musikkomödie Wayne's World gehört zweifelsfrei zu den ganz großen Kultfilmen meiner Jugend. Im Alter von damals 15 Jahre, als der Streifen 1992 herauskam, war ich Mitglied der Metaller Fraktion an unserer Schule. Lange Mähne, Metal Mucke, Headbangen bis zum Umfallen, schwarze AC/DC, Metallica, Iron Maiden oder Guns N Roses T-Shirts, Partys, Mädels und Alkohol, alles Begriffe, die in der Freizeitgestaltung Hochkonjunktur hatten. Mindestens ein Kinobesuch verstand sich somit von selbst. Für jenes Klientel war dann auch Wayne's World gedacht, der von zwei jugendlichen Metalheads handelt, die eine eigene Comedy TV Show haben und neben Musik hören, Feiern und Frauen abchecken auch noch versuchen, ihr Leben auf die Reihe zu kriegen. Interessant war für mich die Frage, ob der Film nach einer so langen Zeit bei einer aktuellen Neusichtung immer noch so zieht wie früher, oder ob sich hier der eigene Geschmack im Laufe der Zeit so geändert hat, dass man dem irren Treiben nicht mehr viel abgewinnen kann. Um es kurz zu machen: Ja, Wayne's World ist auch heute noch saukomisch, die beiden Vollhonks sind der Brüller, die Musik rockt und ein Großteil der zahlreichen Blödelattacken zündet immer noch, auch wenn die Trefferquote gesunken ist und eine gewisse Einfältigkeit und ein paar Handlungslängen nicht abzustreiten sind.

Der von Paramount Pictures produzierte Welthit Wayne's World, der 1992 mit einem Budget von 20 Millionen Dollar über 183 Millionen Dollar globalen Kinoumsatz erwirtschaften konnte, basiert auf dem gleichnamigen TV Sketch aus der berühmten Comedy Show Saturday night live, der von den Komikern Michael Myers (Wayne Campbell) und Dana Thomas Carvey (Garth Algar) zum ersten Mal am 13. Februar 1989 live vorgetragen wurde. Myers, der auch das Drehbuch schrieb und Carvey wiederholten ihre Hauptrollen im Kinofilm, während die 45 jährige Penelope Spheeris die Regie übernahm und weitere Nebenrollen mit Tia Carrere, Rob Lowe, Ed O'Neill, Meat Loaf oder Rocklegende Alice Cooper namenhaft besetzt werden konnten. Die primäre Handlung ist relativ schnell zusammengefasst: Der schmierige Fernsehagent Benjamin (Rob Lowe) stößt auf einem freien Sender auf die Kult Show der beiden Jugendidole Wayne Campbell und Garth Algar. Mit Dollarzeichen in den Augen bietet er ihnen einen lukrativen Deal an, der besagt, dass Benjamin die Show produziert und sie 5000 Dollar Gage bar auf die Hand erhalten. Ein Grund zum feiern, oder etwa nicht? Denn Wayne hat das Kleingedruckte nicht gelesen und verliert nach einem Eklat seine TV Show und seinen besten Freund Garth, während ihn Benjamin auch bei seiner Traumfrau, der Rockröhre Cassandra (Tia Carrere) aussticht. Also schmieden Wayne und seine Clique einen Plan, der alles wieder ins Lot bringen soll...

Das bemerkenswerte an Wayne's World ist, dass trotz des ganzen unendlichen Blödsinns, der hier veranstaltet wird, eine einzigartige und  innovative Erzählstruktur aufgefahren wird. So sprechen Wayne und Garth face to face direkt in die gezoomte Kamera und tun so, als ob sie sich mit dem Publikum unterhalten, während sie dem Zuschauer die Filmgeschichte erzählen und ihn interaktiv ins Geschehen eingreifen lassen. Auch die Nebenhandlungen um die eifersüchtige Exfreundin mit Minderwertigkeitskomplexen, um Waynes und Benjamins Wettbuhlen um die Gunst der hübschen Frontsängerin Cassandra und Garth seine unbeholfenen Versuche, seine Flamme zu erobern, tragen neben der stimmigen Darstellung der damaligen Jugendkultur, den involvierten Gaststars und den vielen kleinen Gimmicks zum Unterhaltungswert von Wayne's World bei, während es das ungewöhnlichste dann zum Schluß gibt:  Drei unterschiedliche Enden, von denen man sich quasi seinen Lieblingsabgang aussuchen kann: Albtraumende, Comicende oder Happy End, wie würden Sie entscheiden?  Bei all dem Lob darf jedoch nicht vergessen werden: Es gibt auch kurzfristige Durchhänger, vor allem im Mittelteil zu verzeichnen und das das intellektuelle Niveau wohl eher im unteren Mittelfeld angesiedelt ist, dürfte ebenso kein so großes Geheimis sein. 

Doch machen wir uns lieber locker: Die Hauptattraktion schlechthin, da braucht man gar nicht um den heißen Brei herumzureden, sind die beiden Metallheads Wayne und Garth, die wie eine Karikatur bzw. wie eine Parodie auf die ganze Rock / Jugendkultur zu verstehen sind. Wenn sie mit Ihrer Show loslegen, bleibt garantiert kein Auge trocken. Situationskomik irgendwo zwischen Genie und Wahnsinn, ein schlagfertiger Spruch im Jugendsprachjargon jagt den anderen und jede Menge groteske, ulkige Gags gibt es haufenweise um die Ohren gehauen, die phasenweise sowas von abwegig sind, dass man erstmal darauf kommen muß. Dabei wird das Vorurteil des bildungsfernen Rockers bewusst überspitzt und ausgereizt: Sie singen, sie tanzen und sie gröhlen. Unvergessen ist die Szene als vier langhaarige Gestalten im "Spaßmobil" vorfahren, das Tape reinlegen und lauthals Queen -  Bohemian Rhapsody während der Fahrt mitträllern, natürlich mit vollstem Bang Einsatz, einfach köstlich! Auch die Sequenz, als die beiden Backstage beim Alice Cooper Konzert vor dem Meister niederknien und ihn mit "wir sind unwürdig, wir sind unwürdig" huldigen, gehört zu den vielen besonderen Momenten von Wayne's World, die damals wie heute begeistern können. Natürlich sind bei der hohen Anzahl von Jux und Dallerei auch immer wieder ein paar Rohrkrepierer dabei. Oder es wird Humor aufgefahren, der im Laufe der Jahre seinen Zauber etwas verloren hat. Insgesamt sind die Abnutzungserscheinungen jedoch eher moderat ausgefallen.

Ihre Seele erhalten die beiden Figuren Wayne und Garth von der spassigen und mehr als überzeugenden Darbietung der Herren Campbell (Austin Powers) und Carvey (Archie und Harry). Styletechnisch hergerichtet haben sie sich wie typisch rockbegeisterte 90er Jahre Teenies: Zerrissene, hautenge Jeans, Megadeath T-Shirt und lange Haare. Der Witz des Jahrhunderts ist jedoch Garth's legendäres Erscheinungsbild: Eine Hornbrille und eine blonde Wischmopp-Perücke zieren sein Haupt, während er beim Sprechen eine Schnute wie ein Hamster zieht und unbeholfen wie ein Elefant im Porzellanladen durch den Film stolpert. Ihre Chemie ist einzigartig, sie sind absolut liebenswert, ihre Gestik und ihre Mimiken sind in den Slapsticksituationen unbezahlbar und in den wenigen ernsten bzw. nachdenklichen Momenten schlagen sie sich ebenfalls wacker. Bei dieser Gala laufen die anderen Darsteller zwar etwas nebenher, trotzdem gibt es aber niemanden, der nicht mindestens solide Leistungen anbieten kann.  Rob Lowe (Bodycheck) spielt das arrogante Ekelpaket köstlich widerlich, während Tia Carrere (Showdown in Little Tokyo) als asiatische, attraktive, dunkelhaarige Powerrockerin den beiden Konkurrenten ordentlich den Kopf verdreht.

Ach fast hätte ich das wichtigste noch vergessen: Der Soundtrack ist phänomenal. Mit dutzenden, rockigen Brettern wie Ugly Kid Joe - Cats in the cradle, Queen - Bohemian Rhapsody, Alice Cooper - Feed my Frankenstein, Black Sabbath - Time Machine, Red Hot Chilli Peppers - Sikamikaniko  oder Tia Carrere - Why you wanna break my heart - gibt es für die Hardrock liebenden unter uns ordentlich was auf die Ohren. Der emense Erfolg von Wayne's World führte übrigens ein Jahr später, wie sollte es anders sein, zum Sequel Wayne's World 2, dass allerdings im Vergleich zum Erstling deutlich hinter den Erwartungen zurück blieb: 40 Millionen Dollar Budget und nur 70 Millionen Dollar weltweiter Ticketerlös deuteten an, dass langsam aber sicher der Drops gelutscht war. Das ändert aber nichts daran, dass das Original ein zeitloser "exzellenter" Komödienklassiker mit  pausenlosen Gags, irrer Situationskomik und toller Filmmusik ist, bei dem man über einige Längen, oder den ein oder anderen in die Hose gegangenen Witz gerne drüber hinweg sieht. "Wayne's World, Wayne's World, Party Time, exzellent!" MovieStar Wertung: 8 von 10 Punkte.

8/10
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Kommentare

05.08.2022 21:59 Uhr - Draven273
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Lieber Movie, ich bin ja immer noch ein großer Fan deiner Texte. Waynes World ist jetzt doch schon ne Ecke her. Damals als junger Bub im Kino fand ich den nicht so toll, der ist ne ganze Ecke später erst bei mir gereift. Jedoch liegt die letzte Sichtung schon zu lange her. Sollte ich demnächst mal nachholen. Wie immer schön geschrieben :)

06.08.2022 09:16 Uhr - Insanity667
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Ein Klassiker aus der Jugend, bei dem ich gestehen muss, dass ich mich bis eben an fast nichts erinnern konnte... Was komisch ist, im Freundeskreis lief der rauf und runter... Jetzt kommt aber alles wieder nach Deinen toll formulierten Zeilen. Also danke (?) auf jeden Fall für die schöne Erinnerung, lieber MovieStar! :))) Eine Bewertung gibt's diesmal nicht aber vielleicht komme ich nach einer Neusichtung hierher zurück! :)

06.08.2022 12:45 Uhr - Ghostfacelooker
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Das erste Mal und einige Male danach gefiel mir der Film wirklich gut. Je älter ich wurde, wurden die Witze, welche meiner Meinung nach wirklich auf die damalige Jugend zugeschnitten waren, flacher. Einer jener Filme, welche genau wie der Nachfolger, mit den Jahre ihre Wirkung im Gegensatz zum Review verloren haben

06.08.2022 22:27 Uhr - TheMovieStar
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Danke euch dreien für die Rückmeldungen und fürs Lesen, hat mich sehr gefreut! :-)

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