SCHNITTBERICHTE | # | A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z
Titel suchen:
The Last of Us Part I · Erlebe das geliebte Spiel, mit dem alles begann · ab 73,99 € bei gameware God of War 5: Ragnarök · Ragnarök is coming · ab 74,99 € bei gameware

Night Life

Herstellungsland:USA (1989)
Genre:Horror
Alternativtitel:Nightlife
Nightlife Zombies
Grave Misdemeanours
Bewertung unserer Besucher:
Note: 6,67 (9 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Der junge Archie Melville ist wirklich zu bedauern. Tagsüber büffelt er in der Schule, nachts hilft er seinem Onkel in dessen Begräbnisinstitut. Mit diesem Job hat er natürlich keine Chance bei den heißen Bräuten seiner Klasse. Und als er sich auch noch die stärksten Jungs der Schule zu Feinden macht, ist sein Privatleben ein ständiger Spießrutenlauf. Dieser Schrecken scheint ein Ende zu haben, als eines Nachts seine "Feinde" bei einem schweren Autounfall verunglücken. Jetzt liegen sie tot vor ihm: Rich, der Frauenheld - Rog, der Millionärssohn - Patumbo, Mr. Bizeps persönlich - und die bildhübsche Joanie, die jeden an ihren Luxuskörper ließ, nur nicht Archie. Doch Archie irrt sich. Sein wahrer Alptraum beginnt erst noch... (Starlight VHS)

eine kritik von dicker hund:

Mit "Night Life" hat David Acomba die zweite Reihe der 1980er Zombiestreifen der lustigen Art hinter "Re-Animator" und "Return of the Living Dead" bestückt, wobei er seine Interpretation der Materie mit tragikomödiantischen Coming-of-Age-Elementen wie in "Stephen Kings Es" oder "The Lost Boys" verband. 

Es geht um einen kleingewachsenen Rotschopf namens Archie (engagiert: der gerade volljährige Scott Grimes, "Critters"), der sich nicht mehr als ein Moped leisten kann und für sein College-Geld in der Leichenhalle seines Onkels Verlin (markig: John Astin: "Gremlins 2") schuften muss. Er wird von einer Gruppe von Yuppies gemobbt, unter ihnen der vor allem durch sein markantes Gesicht auffallende 24jährige Mark Pellegrino ("Lost", "Dexter") als Allen sowie die nur ein Jahr jüngere Lisa Fuller ("Witch - Hokuspokus in der Highschool") als akzeptabel gemimte Zicke Joanie. Warum diese Twens noch die Schulbank drücken sollten, erschließt sich mal wieder nicht. Jedenfalls sehen sie modelhaft aus und protzen mit einem Porsche herum. Hormongerecht geht stumpfes Gebalze von ihnen aus, wobei das höchste der daraus entstehenden Gefühle ein wenig lahmes Gefummel in Unterwäsche ist, das eher enerviert als anregt (Sex 2/10).

"Es ist schwer, an dich ranzukommen ... mit all den Klamotten."

Erfreulicherweise haben der Bestattungs-Praktikant und seine Kumpelfreundin, die Mechanikerin Charly (zweckmäßig: Cheryl Pollak, "Zurück in die Vergangenheit"), ein harmloses, aber charmant robustes Charisma anzubieten, das gelegentlich amüsante Gegenwehr gegen die oberflächlichen Rüpel bereithält. Annehmbare Situationskomik (Humor 7/10) gesellt sich bei ihrem Treiben zum Lebensernst der Kleinstadttristessen. Dank pointierter Dialoge ist die geschlagene Stunde, die der Zuschauer auf die Zombies warten muss, besser auszuhalten als die Durststrecke bis zum ersten Kill bei so manchen Slashern mit ähnlich langer Leitung, die ihre Figuren noch weniger vertiefen.

"Ich will doch nicht, dass meine Leichen nass werden."

Ist die Wartezeit mit einigen immerhin grausig anzuschauenden Überresten mehr oder weniger schulmäßig präparierter Verstorbener überstanden (Horror 5/10), bricht auf einmal eine geballte Ladung kunstblutiger Kreationen auf den Zuschauer herein, die sich sehen lässt. Qualitativ erfreulich hochwertig werden hier Untotenmasken, Splattereffekte und Pyrotechnik geboten, wie man es sich nur wünschen kann (Gewalt 6/10). Heimlicher Hauptdarsteller ist damit im letzten Drittel der hierfür verantwortliche Frank Ceglia ("Scream", "American Horror Story").

Weil die damalige VHS-Version nicht demütig im vorauseilenden Gehorsam gekürzt war, fiel "Night Life" aufgrund seiner Trick-Künste bei den Zensoren in Ungnade, was die Beschlagnahme natürlich noch nie gerechtfertigt hat und heute noch weniger rechtfertigt. Schade, dass diese rigide Behördenreaktion noch immer nicht aufgehoben ist, zumal sie sich bis dato unverändert in einer eingeschränkten Verfügbarkeit dieses ordentlich gelungenen Spaßbringers um lebende Tote niederschlägt (6/10 Punkten). Wer Zugang zu ihm findet, bekommt es mit einer dekadentypischen Teenieklamotte zu tun, die gegen Ende in saftigen Fun-Splatter umschwenkt, der sich gewaschen hat.  

6/10
Weiter:
mehr reviews vom gleichen autor
Nightmare
dicker Hund
5/10
Nightmare
dicker Hund
6/10
Nico
dicker Hund
6/10
die neuesten reviews
Terrifier
Kaiser Soze
6/10
Terrifier
Jason
5/10
On
lamb
8/10
High
TheMovieStar
9/10
Nightmare
dicker Hund
5/10
Cable
TheMovieStar
7/10

Kommentare

25.11.2022 09:56 Uhr - christos73
1x
Dem gebe ich 7,5 Punkte - machte mir damals schon tierisch Spass, da muss demnächst eine erneute Sichtung her (habe ihn noch mit Tanz der Teufel als Kopie auf VHS).

25.11.2022 22:48 Uhr - Intofilms
1x
Prima! Ich habe ja eine kleine Schwäche für die Effektkünste der Achtziger und wenn die gut sind, ist alles andere zweitrangig. Komisch, dass dieser ‚Spaßbringer’ so völlig an mir vorbeiging. Aber man kann eben nicht alles kennen. Jetzt ist mein Interesse natürlich geweckt. 😁

26.11.2022 22:11 Uhr - dicker Hund
1x
User-Level von dicker Hund 17
Erfahrungspunkte von dicker Hund 5.267
Guten Abend miteinander!

@christos
Alte VHS? Tja, warum nicht? Das ist ein schönes Gegengewicht zu denjenigen, die unter 4k gar nicht erst anfangen wollen.

@Intofilms
Meine Begegnung mit "Night Life" war auch erst Jahrzehnte nach seinem Erscheinen. Die Zeiten, in denen man zumindest im Horrorbereich alles kennen konnte, dürften in der Tat vorbei sein.

kommentar schreiben

Um Kommentare auf Schnittberichte.com veröffentlichen zu können, müssen Sie sich bei uns registrieren.

Registrieren (wenn Sie noch keinen Account hier haben)
Login (wenn Sie bereits einen Account haben)