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Terminator 2: Tag der Abrechnung

Originaltitel: Terminator 2: Judgment Day

Herstellungsland:USA (1991)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Abenteuer, Action, Drama,
Science-Fiction, Thriller
Alternativtitel:T2
T2: Terminator 2 - Judgment Day
Terminator 2
Terminator 2: Tag der Abrechnung - Judgment Day
Bewertung unserer Besucher:
Note: 9,56 (280 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Zehn Jahre nach der Terrorherrschaft des ersten Terminators kehrt ein neuer Killer-Cyborg auf die Erde zurück. Der Auftrag des T-1000 lautet: John Connor muss sterben. Der zwölfjährige John ist der einzige, der eines fernen Tages die Menschheit vor der Übernahme der Weltherrschaft durch die Maschinen retten könnte. Doch die Rebellen aus der Zukunft sind wachsam. Zum Schutz für John entsenden sie einen umprogrammierten Terminator der alten Generation, den T-800, auf die Erde … (Kinowelt)

Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von phyliinx:

Ich habe den ersten Terminator aus dem Jahr 1984 vor langer Zeit einmal auf YouTube gesehen, weswegen ich ihn noch keiner Detailkritik unterziehen kann, doch was mir damals gefiel, war der Aspekt einer bedrohlichen Verfolgung normaler Menschen durch die unvermeidbare Natur des nahezu unzerstörbaren Terminators. Erst etwas später sollte ich lernen, dass die Fortführung der Geschichte, Terminator 2, auch zu den absoluten Pflichtlektüren gehört und so war es nun an der Zeit, diese klaffende Bildungslücke in meinem filmischen Wissen zu schließen.

Terminator 2 ist von Beginn an ein sehr interessanter Film. Regisseur und Drehbuchautor James Cameron lässt unsere Hauptpersonen in unterschiedlichen Situationen starten. Linda Hamiltons Sarah Connor sitzt in der Psychiatrie ein und ihr Sohn, Edward Furlongs John wohnt bei Pflegeltern der Marke Dudley. Arnies Terminator ist nun als Beschützer Johns in die Vergangenheit gereist und Robert Patricks T-1000 beginnt seine Jagd nach dem Jungen ungefähr zeitgleich. Was am Skript auffällt, ist, dass Dialoge und Figurendynamiken relativ schnell zum Punkt kommen. So stellt zum Beispiel niemand langwierige Fragen. Ein königliches Beispiel hierfür ist, dass John sehr schnell akzeptiert, den Aussagen seiner Mutter nach unzähligen Jahren trauen zu können, als er den T-800 erstmalig in Aktion erlebt. Moderne Protagonisten hätten hier zu einer gewissen Wahrscheinlichkeit sehr lange versucht, sich logische Erklärungen abzuleiten. Weiter verfolgen kann man das später, als Linda Hamilton auf den T-800 trifft. Sie lässt sich seine Intention erklären und es wird kein langer Missbrauchsfaden über den Plot gespannt. Eine dritte Instanz bietet die Integration von Joe Mortons Dr. Miles Dyson. Abermals kann man beobachten, dass er mit den ihm dargestellten Fakten intelligent umgeht, anstatt sie abzulehnen. Daraus ergibt sich natürlich, dass wir die Figurenkonstellation als Einzelpersonen und Teamformation mögen lernen. Man gewöhnt sich gern an die auftretenden Gesichter, bekommt doch jedes seine Aufgabe in der Handlung und persönliche Probleme zu bewältigen. Im Falle von John erleben wir es an einer sehr jungen Figur, die den T-800 bei der ersten Gelegenheit bittet, ihn endlich wieder mit seiner Mutter zu vereinen und niemanden zu töten. Sarah selbst möchte indes den Tag des jüngsten Gerichts unter die Köpfe der Menschen bringen und muss erst einmal lernen, dass das Schicksal nicht in Stein gemeißelt ist. Der T-800 sucht indes nach menschlichen Raffinessen und versteht dabei sogar die Bedeutung von Tränen. Dyson muss sich damit abfinden, in der Zukunft den Untergang der Zivilisation zu verursachen. Mit Zielen vor den Augen wirken die Helden gleich etwas nachvollziehbarer.

Auch der Storyaufbau weiß zu gefallen. Wir haben zuerst die zwei Terminator, John in der Mitte und Linda Hamilton außen, mit Szenen, die noch nicht so recht zum eigentlichen Geschehen verbunden werden können und erst einmal die Situation ihrer Figur beleuchten. Im Einkaufszentrum begegnen sich die Terminator bei John. Einer will ihn schützen, einer will ihn töten und das lernt John hier auch. Gleich darauf beseitigt Cameron Johns Pflegeeltern, was den Fokus noch etwas strafft. Nun startet Sarah Connor einen taktischen Ausbruch mit zusätzlicher Improvisation, wodurch wir erfahren, was sie kampftechnisch drauf hat. John und der T-800 kommen zu Sarahs Befreiung, doch auch der T-1000 ist, im Beisein von einem Psychiater anwesend. Selbst wenn der Psychiater Arnies Terminator also als Menschen deklariert, muss er den T-1000 dank seiner Präsentation diverser Fähigkeiten als Etwas anerkennen. Dieser Psychiater wird auch, zumindest in der Kinofassung, nicht getötet und kann die Botschaft verbreiten. Auch im weiteren Plot greift so ein Zahnrad in das Andere, erzählerische Logik macht einfach Spaß.

Der T-1000 birgt indes die Furcht des unzerstörbaren Feindes. Selbst für den T-800 stellt sein flüssiges Metall eine echte Gefahr dar und das macht ihn in den Augen des Zuschauers sehr gefährlich. Selbst der zersplitterte T-1000 findet einen Weg zurück in die Existenz. Die Szene mit der Schmelze war dahingehend schon recht deprimierend. Generell ist das Finale von Terminator 2 ein absolutes Katz -und Mausspiel, bei dem die Figuren getrennt werden, um alle ihre persönlichen Erfahrungen mit dem Feind zu sammeln. Besonders brisant fällt hier natürlich der Moment der doppelten Sarah Connor auf. Es hat mich nicht kalt gelassen, wie kurz der T-1000 davor war, John tatsächlich zu töten. Vorallem hat er auch mich als Zuschauer in diesem Herzschlag-Augenblick absolut getäuscht. Das macht ihn gruselig und sät die ursprünglichen Horroraspekte des Vorgängers in sein actionlastiges Sequel. Ein Parade -Beispiel hierfür ist bei Kennern auch der abendliche Anruf bei den Pflegeeltern. Genial, wie John die charakterlichen Veränderungen von ebendiesen wahrnimmt und man als Zuschauer nur ein prägnantes Geräusch im Hintergrund benötigt, um seine vagen Vermutungen bestätigt zu wissen.

Die Action selbst ist sehr vorbildlich und gewichtig inszeniert. Auch die Auswahl der Örtlichkeiten, an der sie stattfindet, spielt hier eine bedeutende Rolle. Zuerst begegnen sich die Terminator auf engem Raum und lassen dort kaum eine Möglichkeit, ihrem Kreuzfeuer zu entrinnen, wie der arme Tropf von Mitarbeiter feststellen muss. Kurz nach einer Hommage an Terminator 1, von der einige, jedoch nicht zu viele intelligent eingestreut werden, folgt die Verfolgungsjagd im Kanalbecken. Hier ereignet sich der viel zitierte, ikonische Moment des Lastkraftwagens, welcher durch die Barrikade bricht, um John Connor zu verfolgen und schließlich auch noch sein Dach sowie seine Frontscheibe einbüßt. Danach gibt es gleich die erste, große, handgemachte Explosion, vor deren Vorhang der T-1000 sich neu materialisiert. Zu einem späteren Zeitpunkt sei noch der Kampf im Hochhaus erwähnt. Es ist ein toller Moment, als der T-800 ausschreitet, um den gesamten Polizeitrupp unter seiner No-Kill-Politik zu sabotieren. Gleich nach der Flucht unserer Helden fährt der T-1000 dann mit einem Polizeimotorrad die Treppenstufen hoch und bietet uns den großartigen Moment, in dem er von einem Helikopter beleuchtet wird. Hiernach beginnt die nächste Verfolgungsjagd, Auto gegen Motorrad, welche das Adrenalin steigert, weil man nicht weiß, wie viele Karten der T-1000 zu ziehen hat. Unerwähnt darf aber auch nicht der Einstieg in das Werk bleiben. Eine Zukunftsvision, düster und mit damals vortrefflichen Spezialeffekten dekoriert.

Die Effektarbeit von Terminator 2 ist nämlich nur zu loben. Allein der handwerkliche Aufwand stellt sich schon beim Zusehen als Herausforderung heraus. Jede einzelne Kampfsequenz bietet ein Highlight. Sei es der besprochene LKW, die zerstörten Wände im Kaufhaus oder das Zerteilen des T-1000, welches zwischen Modellarbeit und Computeranimation wechselt, alles sitzt exzellent. Die Computeranimation des T-1000 ist bombastisch. Selbst Terminator 5 aus dem Jahr 2015 hat das reflektierende Flüssigmetall in seinem fantastischen Detailgrad nicht rekreieren können. Nennenswerte Eckpfeiler dieses Effekts sind die Reflexion des Gesichtes eines nahen Helikopterpiloten oder der kurze Moment, in dem das Flüssigmetall sogar die Aufschrift eines Kaffeebechers einfängt. Dass das ursprüngliche Budget hier einen Aufschlag erfuhr, erklärt sich fast von selbst. Alles um Robert Patricks Figur herum zu organisieren, hat Monate an Arbeit und die Vergrößerung des Special Effects -Teams gebraucht. Das Make Up, für welches Arnold Schwarzenegger teilweise fünf Stunden in der Maske saß, ist ebenso beeindruckend anzusehen. Genauso hörte die Kreativität nicht bei der ersten Beseitigung des T-1000 auf und es wurden sogar körperlich eingeschränkte Menschen an das Set gebeten, um den Eindruck der Amputationen zu bewerkstelligen. Auffällig clever setzt man auch Licht -und Raucheffekte zur Untermalung der Dramatik ein, sodass alles noch etwas edler wirkt.

Bei den Schauspielern möchte ich Edward Furlong und Robert Patrick hervorheben. Furlong muss für einen Jungdarsteller eine riesige Palette an Emotionen abrufen und extrem viele, intensive Situationen bewältigen, was ihm durch die Bank weg gelingt. Patrick ist in der Pflicht, die Bedrohung des Terminator aus dem Vorfilm aufzugreifen und hat hierfür sogar körperliches Training in Anspruch genommen, um maschineller zu wirken, wodurch er den Effekt charakterlicher Kälte präzise trifft. Linda Hamilton hat indes eine starke Szene mit Joe Morton und Joe Morton liefert in seinen letzten Momenten glatte Perfektion für eine glaubwürdige Opferung, in die man Emotionen investiert. Arnold Schwarzenegger ist hingegen einfach Arnold Schwarzenegger. Ein stampfender Terminator der den Menschen erkundet, während er ihn beschützt und einige Gefühlsregungen zu verstehen versucht.

Auch über den Sound muss ich etwas schreiben. Wundervoll. Die meisten Actionmomente profitieren von der stillen Art der Partizipanten. Terminator reden nicht im Kampf, also bekommt man nur die Umgebungsgeräusche und Schusswaffentöne serviert, was das Anschauen sehr angenehm macht. Das erinnert mich an eine Szene in Captain America Civil War, in der Bucky Spiderman bittet, doch bitte leise im Kampf zu sein. Ausgerechnet Bucky, der Cyborg des MCU, spannende Sache, aber ein anderes Thema und viel zu kreischend bunt für das dunkle Setting des besprochenen Filmes, weswegen wir gleich wieder in dessen Gefilde springen. Die Musik ist nämlich auch sehr wichtig. Allein das allgemeine Thema zu Beginn und zum Schluss ist einer von zahllosen Wow -Momenten in Terminator 2, doch auch wenn der T-800 und der T-1000 nach John Connor Ausschau halten, gesellen sich einige hörenswerte Stücke dazu.

Nutzer dieser Seite, und ich möchte sie nicht verurteilen, empfehlen Terminator 2 immer mal wieder ab 12 Jahren. Ich spreche dagegen. Allein die preisgekrönte Nuklearszene und das Durchdringen des Schädels eines Wachmannes bieten meiner Meinung nach zu heftige Bilder, als dass der grüne Marker gerechtfertigt wäre.

Die einzig merkwürdige Szene ist John Connors Hilferuf. Als zwei Passanten sich nähern, begegnet er ihnen zynisch. Das hätte anders umgesetzt werden können. Trotzdem verbleibe ich bei diesem Film von 1991auf verdienten 10/10 Punkten.

10/10
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Kommentare

29.07.2022 23:41 Uhr - McGuinness
2x
DB-Co-Admin
User-Level von McGuinness 10
Erfahrungspunkte von McGuinness 1.446
Man merkt dir deine Begeisterung an und ich finde es ganz wunderbar, dass du diesen Klassiker zu deiner Pflichtlektüre auserkoren hast 👍🏻
Ich gehe aber mal stark davon aus, dass du die Rambo - Reihe komplett gesehen hast und hier keinerlei Nachholbedarf besteht ?! 😉

" Terminator 2 - Tag der Abrechnung " ist natürlich ein Action - Gigant, doch bevorzuge ich persönlich die düstere und trostlose Atmosphäre des Erstlingswerk von 1984, was in meiner Review dazu auch nachlesbar ist.

Die merkwürdig anmutende Szene, die du in deinem letzten Absatz beschreibst, ist wohl diejenige, wo die zwei Typen nachts auf dem Parkplatz John zur Hilfe kommen wollen, da der Terminator John festhält und nicht gehen lassen will.
Als John ihm allerdings befiehlt, ihn loszulassen, kommt der Terminator seiner Aufforderung nach, da er so in der Zukunft von ihm programmiert worden ist. John begreift dies und findet es natürlich ziemlich abgefahren, seinen eigenen Terminator zu besitzen, sodass er dies an den Typen direkt ausprobieren möchte... " Verzieh dich Schwachkopf ! " 💪🏻😎

30.07.2022 08:54 Uhr - Phyliinx
2x
User-Level von Phyliinx 9
Erfahrungspunkte von Phyliinx 1.143
29.07.2022 23:41 Uhr schrieb McGuinness
Man merkt dir deine Begeisterung an und ich finde es ganz wunderbar, dass du diesen Klassiker zu deiner Pflichtlektüre auserkoren hast 👍🏻
Ich gehe aber mal stark davon aus, dass du die Rambo - Reihe komplett gesehen hast und hier keinerlei Nachholbedarf besteht ?! 😉

" Terminator 2 - Tag der Abrechnung " ist natürlich ein Action - Gigant, doch bevorzuge ich persönlich die düstere und trostlose Atmosphäre des Erstlingswerk von 1984, was in meiner Review dazu auch nachlesbar ist.

Die merkwürdig anmutende Szene, die du in deinem letzten Absatz beschreibst, ist wohl diejenige, wo die zwei Typen nachts auf dem Parkplatz John zur Hilfe kommen wollen, da der Terminator John festhält und nicht gehen lassen will.
Als John ihm allerdings befiehlt, ihn loszulassen, kommt der Terminator seiner Aufforderung nach, da er so in der Zukunft von ihm programmiert worden ist. John begreift dies und findet es natürlich ziemlich abgefahren, seinen eigenen Terminator zu besitzen, sodass er dies an den Typen direkt ausprobieren möchte... " Verzieh dich Schwachkopf ! " 💪🏻😎
Recht vielen Dank für's Lesen! Ich habe gar nicht damit gerechnet, dass sich jemand diesem Mammut Beitrag hier annimmt. Und ja, ich war sehr begeistert 😁 und nein...ich habe noch nicht alle Rambos gesehen. 😉

30.07.2022 12:40 Uhr - McGuinness
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Erfahrungspunkte von McGuinness 1.446
Mensch Phyliinx, dann wird es aber allerhöchste Eisenbahn, dass du dir die Ausnahmewerke des Herrn Stallone ansiehst, wobei dir meine geplante Review - Veröffentlichung der Rambo - Reihe sicherlich helfen würde und du diese gerne als kleinen Aperitif nehmen kannst 😉

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