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Nightmare

Herstellungsland:USA, Italien (1981)
Genre:Horror, Splatter
Alternativtitel:Blutige Alpträume
Flucht aus gnadenloser Hölle
Nightmare in a Damaged Brain
Nightmares in a Damaged Brain
Blood Splash
Schizo
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,39 (26 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Als Kind hat George seine Eltern auf bestialische Weise umgebracht. Jahrelang saß er deswegen in einer Anstalt, aber jetzt hält man ihn für gefestigt genug, um ins normale Leben zurückzukehren. Doch George hat immer noch Alpträume und mörderische Visionen. Sexualität schreckt ihn ab und so dauert es nicht lange, bis er wieder zum Psychopathen mutiert und eine Familie mit Kindern angreift...jedoch wehren die sich... ()

eine kritik von dicker hund:

Romano Scavolinis "Nightmare in a Damaged Brain" entstand 1981, drei Jahre nach John Carpenters "Halloween", der eine ganze Welle von Slasherflicks losgetreten hatte. Die Einflüsse dieses Vorbildes sind nicht zu übersehen: Der Insasse einer Nervenklinik sucht auch hier sein altes Zuhause auf, wo früher Schlimmes passiert ist; jetzt wohnt dort aber eine normale Familie, für die sich die Babysitterin (blass: Danny Ronan) des Nachwuchses annimmt. Allerdings hat der hier gewählte Ansatz dadurch Eigenständigkeit, dass Elemente des Psychothrillers eingewoben wurden. Der entflohene Klapsmühlenpatient George Tatum leidet nämlich ersichtlich unter seiner geistigen Störung, so dass dessen Gräueltaten weniger abstrakt wirken.

"Ich bin ein Lebewesen. Ich habe auch Gefühle."

Diese Sätze, auch wenn sie nicht von ihm stammen, könnten demnach seine blutige Arbeitsplatzbeschreibung sein. Die von ihm ausgehenden Kills sind manchmal von auffallend gesteigerter Härte (Gewalt 7/10), wobei sie punktuell eine besonders kranke Aura versprühen, indem Hauptdarsteller Baird Stafford die verzerrte emotionale Beteiligung seiner defekten Figur an dem ganzen Schreckensgeschehen ausfüllt. Werden dann auch noch Kinder aktiv und passiv in das Gemetzel eingebunden, greift der Horror (6/10) durch. Unterstützung erhält er durch den in moll daherpfeifenden, unterschwellig leicht über der Pulsfrequenz trommelnden oder bedrohlich surrenden Score. Nicht zuletzt überzeugen die derben Make-up-Effekte von Darryl Ferruci ("Burning Revenge"). Damit wäre der Boden bereitet für extreme Unterhaltung, die endlich einmal hält, was die noch immer gültige Beschlagnahme verspricht. Gleichwohl hat die Sache den einen oder anderen Haken.

"Bist du wahnsinnig? Du bist genauso wie C.J.! Mich erschrecken?!"

Warum ausgerechnet ein derart auf Provokation getrimmter Streifen die dümmsten Klischees des Subgenres abarbeiten muss, erklärt sich nämlich nicht. Alberne false Scares sabotieren das unheilvolle Kribbeln (Humor 2/10). Ein wenig aufregender Koitus mit langen weißen Tennissocken und der Ankündiung eines "Joints danach" unter zwei Twens relativiert ebenso ohne Not den zuvor eigentlich ganz zielführend etablierten Sleaze. Für letzteren irrt der (Messer-) Stecher vom Dienst durch eine mit reichlich nackter Haut ausgestattete Peepshow in New York City, was ihm wegen seiner potenzmindernden Zwänge mehr Grauen denn Vergnügen bereitet (dennoch: Sex 5/10). Im weiteren Verlauf mordet er dann mit Maske, weil die Konventionen das eben so vorsehen, obwohl der ungeschminkte Anblick des Täters bei seinen Angriffen einen deutlich heftigeren Eindruck hinterlassen hatte. Selbst der olle Offscreen bleibt zu einem Zeitpunkt, zu dem der Zuschauer bereits Blut geleckt hat, nicht aus.

Was wiederum gut gelungen ist, sind die wiederkehrenden Traumbilder der meuchelnden Bestie, die zum krassen Finale mit voller Wucht präsentiert werden, nachdem man sich lange mit Andeutungen begnügt hat. Das Strandhaus an den von Möwen bevölkerten Dünen, wo die Patchwork-Familie ohne Kenntnis der Vergangenheit des Gebäudes ein- und ausgeht, erweist sich als abgeschieden genug, um eine gewisse Isolation zu vermitteln. Die insoweit betroffenen Charaktere empfehlen sich im Vergleich zu den oft farblosen Gestalten der Mitbewerber ausdifferenzierter. Insbesondere überzeugen der Stiefvater in spe Bob (Mik Cribben) und die überforderte dreifach alleinerziehende Mutter Susan (Sharon Smith) vorbehaltlos.

Was den Zensoren zu viel des Guten war, stellt den Freund der ranzigen Unterhaltung damit ganz passabel zufrieden (6/10 Punkten). Das Potential des Ansatzes, einem Seelenverwandten von Michael Myers eine menschlich fassbare, wenn auch pathologische Persönlichkeit zuzugestehen, war riesig. Teilweise wurde es ausgeschöpft, wenn auch nicht so konsequent wie etwa in "Maniac". Für Slasherverhältnisse ist das angesichts satt gelieferter Kunstblutspitzen schon ein ziemlicher Erfolg.

 

6/10
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Kommentare

02.12.2022 19:39 Uhr - cecil b
1x
Moderator
User-Level von cecil b 19
Erfahrungspunkte von cecil b 7.882
Sehr geil geschrieben. Sieht dir ähnlich. ;) :)

Hasst einen schönen Eindruck rund um die defekte Figur gegeben.

05.12.2022 04:00 Uhr - ulver
1x
Meine volle Zustimmung, Ein erstklassiger Text. Wer weiß, vielleicht kreuzt der Streifen eines Tages auch meinen Weg.

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