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Eraser

Herstellungsland:USA (1996)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Action, Thriller
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,99 (89 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Special Agent Kruger ist der ERASER, der Top-Mann des Zeugenschutzprogramms. Er besorgt gefährdeten Zeugen eine neue Identität, indem er ihre Vergangenheit "ausradiert". Doch bei dem Fall der bezaubernden Lee scheint er an seine Grenzen zu geraten, denn der Verräter sitzt in den eigenen Reihen. Plötzlich steht der Eraser selbst auf der Abschussliste. Seine Antwort Zurückschlagen! (Warner)

Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von ivan_danko:

Mein Kindheits- und Jugendidol ist 75 Jahre alt geworden. Kaum zu glauben, aber wenn man aktuelle Bilder und Videos, Interviews und Kommentare hernimmt, sieht man es ihm mittlerweile leider auch ein wenig an. Die Rede ist natürlich vom Terminator, der steirischen Eiche, dem Mr. Universum höchstpersönlich, Arnold Schwarzenegger. Meine Güte, was hat sich die Mama damals immer aufgeregt, wenn man mit dem Vati Großperlen wie "Terminator 1+2", "Running Man", "Predator", "Total Recall", "Der City Hai", "Red Heat" oder "Phantom Kommando" aus der Videothek geholt und danach grinsend und mit großzügiger Auslegung der Altersfreigabe genossen hat. 

Für mich ist das Jubiläum natürlich Grund genug, dem Governator ein kleines Ständchen in Form einer Kritik zu widmen. Ganz recht, auch diesen Spitznamen hat er sich eingefangen. Sogar in der Politik als Gouverneur von Kalifornien durfte sich der Action-Darsteller von 2003 bis 2011 recht erfolgreich austoben, sehr zum Leidwesen seiner Fans, da in diesen Jahren der filmische Output mit Ausnahme einiger prägender Nebenrollen (zB bei Stallones "The Expendables") stockte. Schade eigentlich, denn auch Spätwerke wie "The Last Stand" oder "Escape Plan" haben durchaus ihren Reiz, interessanterweise konnte aber kein Film nach seiner Politkarriere an seine früheren Erfolge anknüpfen. Besonders in seiner Paraderolle als Terminator musste er mit den späten Fortsetzungen "Genisys" und "Dark Fate" doch einiges an Kritik, sowie recht enttäuschende Einspielergebnisse hinnehmen, wohl leider die Beerdigung für die einst so kultige und innovative Reihe.

Aktuell ist Arnold Schwarzenegger ungewohnterweise für ein Serienprojekt ("Utap") vor der Kamera, weiters sind zwei meiner bescheidenen Meinung nach merkwürdige späte Sequels ("Drillinge" und "The Legend of Conan"), in Planung, sowie eine weitere Serie. Hoffen wir mal, dass ich mich täusche und lassen wir uns überraschen, gutes Gefühl habe ich allerdings weder bei der Fortsetzung zur Danny DeVito-Klamotte noch bei einem eben nun bereits 75jährigen Conan. 

Da sämtliche Arnie-Klassiker bereits in mehrmaligen Rezensionen abgehandelt wurden, habe ich mich für einen seiner "Midager" entschieden, der am ehesten noch an den Oldschool-Charakter seiner früheren Filmographie anschließen konnte:

 

ERASER (1996)

 

Nach mal mehr ("True Lies"), mal weniger ("Last Action Hero") erfolgreichen Ausflügen in den Genre-Mix der Action-Komödie und dem Kritikerdesaster "Junior", wollte Schwarzenegger mit der 100 Mio. US-Dollar-Produktion "Eraser" wieder zurück ins reine Action-Genre wechseln. Um es vorwegzunehmen, mit einem weltweiten Einspielergebnis von ca. 242 Mio. US-Dollar gelang dies auch teilweise, Blockbuster wurde allerdings trotz nachfolgender guter Medien-Verkäufe keiner daraus. Als Regisseur wurde Chuck Russell unter Vertrag genommen, der zwar zuvor nur 3 Filme inszeniert hatte, aber mit Jim Carrey's "Die Maske" einen veritablen Hit vorweisen konnte. Keine schlechte Wahl, konnte Russell doch der etwas altbackenen, aber grundsoliden Zeugenschutzprogramm-Handlung mit einigen kreativen Ideen gut Leben einhauchen. Apropos grundsolide, Herzstück wie in vielen Schwarzenegger-Titeln bildet einmal mehr die krachende Äktschn, auch wenn in einigen wenigen Fällen durchaus schlechte CGI-Effekte (Stichwort Kroko) den Spaß leicht trüben. Ansonsten darf sich der Fan über gewaltige, handgemachte Explosionen, blutige Shootouts und knallharte Fights freuen, auch der Härtegrad ist am oberen Rand angelegt. Die FSK 16 besteht auf alle Fälle zurecht, zur damaligen Zeit eher schon verwunderlich.

US Marshall John Krueger (Arnold Schwarzenegger) lässt für die Regierung Zeugen verschwinden. Durch Auslöschen der alten Identität und der gleichzeitigen Vergabe einer neuen sorgt er dafür, dass Kronzeugen bis zur Lösung der Situation in Sicherheit bleiben. "Entspann Dich, es gibt Dich jetzt nicht mehr". Als Lee (Vanessa Williams), die Angestellte eines Waffenproduzenten, in illegale Waffendeals hineingezogen wird, muss der Eraser all sein Können aufbieten, um die Zeugin schützen zu können. Doch nicht nur von modernster neuer Waffentechnologie geht Gefahr aus, auch das Vertrauen in die eigenen Reihen wird für John Krueger bald bis ins Mark erschüttert.

Schwarzenegger spielt seinen Part gewohnt routiniert, mit Onelinern durchzogen und darf im Schlussabschnitt auch wieder in bester Kommando-Manier beidarmig mit Großwaffen die Gegnerscharen durchpflügen und Autos durch die Luft fliegen lassen. Unterstützt wird er dabei außer von Vanessa Williams auch von den beiden Schauspiel-Größen James Caan ("Rollerball") und James Coburn ("Schlacht um Midway"), beide mit durchaus tragenden Rollen betraut. Auch die Installation eines Sidekicks mit Robert Pastorelli ("Tödliche Nähe") als ehemaligen Klienten des Erasers funktioniert zur Abwechslung einwandfrei und sorgt für manche Situationskomik. In einer kleineren Rolle ist zudem James Cromwell ("Wehrlos") zu sehen, bleibt aber kaum erwähnenswert. Kleiner Wehrmutstropfen bleibt nach all den spektakulären Stunts im letzten Drittel des Films leider das tatsächliche Ende, dass im Gegensatz zum vorherigen Inferno leider keine Steigerung mehr bieten kann und doch recht unkreativ umgesetzt wurde. 

Cinematographer Adam Greenberg, der als Kameramann auch die legendären Effekte von "Terminator 2" eingefangen hat, leistet wie gewohnt hervorragende Arbeit und fängt das rasante Geschehen fernab von jeder Hektik stets übersichtlich und fokussiert ein. Wahrscheinlich unbekannt ist den meisten sicher, dass "Eraser" für die Toneffekte sogar für einen Oscar nominiert wurde, weswegen die beiden Sound-Editors Alan Robert Murray und Bob Asman nicht unerwähnt bleiben sollten.

Wenn man abschließend nochmal auf den Begriff grundsolide zurückkommt, erkennt man doch einige darauf passende Faktoren in "Eraser". Schauspiel, Action, Härtegrad, Inszenierung, Story, alles grundsolide, aber nicht herausragend. Was die Wertung von "Eraser" doch deutlich über den Durchschnitt hebt, ist schlicht und ergreifend eben genau dieses "Grundsolide". Bei weitem nicht so hoffnungslos überladen wie manch gegenwärtige Produktion und bei weitem nicht so kompliziert wie einige andere der heutigen Filme, zeigt sich der Actioner trotz in die Handlung eingebetteter neuer Technologien herrlich altmodisch und geradlinig. Bei weitem nicht Arnold Schwarzeneggers bester Film, bei weitem aber auch nicht sein schlechtester und jederzeit eine Empfehlung wert.

 

Happy Birthday, hopefully you'll be back!

8/10
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Kommentare

01.08.2022 02:12 Uhr - McGuinness
1x
User-Level von McGuinness 10
Erfahrungspunkte von McGuinness 1.453
Eine ganz hervorragende, sehr informative und toll verfasste Review von dir 👍🏻 zu einem Titel, der auch bei mir großen Anklang findet.
Besonders dein erster Absatz ließ mich schmunzeln und setzte mir unweigerlich die Nostalgiebrille auf... Prima 😉

Ich gestehe ja, dass ich kein besonders großer Fan von Arnies letzteren Werken wie " Escape Plan " (2013), " Maggie " (2015) oder " Vendetta - Alles was ihm blieb war Rache " (2017) bin und lieber bei seinen unsterblichen Klassikern aus den Tiefen der 80er und 90er - Jahre verweile.

" Eraser " gefällt mir aber nach wie vor noch verdammt gut und ich finde, dieser reiht sich wunderbar in die Vita von Big - Arnie ein, denn groß und laut ist dieses Werk definitiv.

Danke dir für diese spitzenmäßige Review, die den geneigten Leser nicht nur mit ausreichend Informationen versorgt, sondern auch wieder dem ein oder anderen ins Bewusstsein rufen konnte, sodass dieser tolle Actionfilm nicht in Vergessenheit gerät 💪🏻😎

01.08.2022 10:11 Uhr - Ivan_Danko
1x
User-Level von Ivan_Danko 5
Erfahrungspunkte von Ivan_Danko 341
Danke fürs Lesen und das Lob, das gebe ich hiermit natürlich für deine (bisherige) Rambo-Trilogie im gleichen Maße zurück, hab das Lesen sehr genossen.

01.08.2022 22:53 Uhr - Insanity667
2x
DB-Helfer
User-Level von Insanity667 11
Erfahrungspunkte von Insanity667 1.819
Ja leck mich doch am Zückerli, Ihr seht euch wirklich zum verwechseln ähnlich! :)))

Schönes, würdiges Geburtstagsgeschenk und tolle Rezi! :) Mag den "Eraser" auch, ein Film, der Arni wie auf den Leib geschneidert ist! 8/10 Punkte gehen absolut klar! :)

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