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Heat

Herstellungsland:USA (1986)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Action, Drama, Krimi, Thriller
Alternativtitel:Banco
Heat - Ein tödlicher Job
Heat - Nick, der Killer
Bewertung unserer Besucher:
Note: 5,00 (1 Stimme) Details

Inhaltsangabe:

Nick Escalante ist der einzige eingetragene Anstandswauwau von Las Vegas. Er jobbt als Bodyguard, als Prügelknabe ist ein besessener Spieler und träumt von einer Reise nach Venedig. Eines Tages kommt ein Hilferuf seiner alten Freundin Holly: Sie wurde von Unbekannten auf brutalste Weise misshandelt. Jetzt will sie blutige Rache. Nick nimmt den Job an und der Wettlauf mit dem Tod beginnt... (Cannon VMP VHS-Cover)

Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von mcguinness:

" Ich werde dir die Haut vom Gesicht reißen und ich hab so das Gefühl, du magst dein Gesicht. Wir zwei werden richtig Spaß haben "

 

 

Als am 06. September 2018 Burton Leon Milo ' Burt ' Reynolds einem Herzleiden erlag, da trauerte Arnold Schwarzenegger um einen seiner Helden, Sylvester Stallone um einen Freund und Sally Field um einen Teil ihres Lebens. Gesundheitlich angeschlagen war der Hollywood - Schauspieler, der große Bekanntheit durch Filme wie " Beim Sterben ist jeder der Erste " (1972) oder aber " Auf dem Highway ist die Hölle los " (1981), erlangte, schon seit längerem, doch kam sein plötzlicher Tod für Familie und Angehörige dennoch überraschend.

Unter der Regie von Dick Richards (Death Valley - 1982) und Jerry Jameson (Turm des Schreckens - 1975), entstand anno 1986 mit " Heat - Nick der Killer " ein Action - Krimi, den ich zuletzt vor stolzen 30 Jahren gesehen habe, dies auch nur ein einziges Mal, und dennoch ist mir dabei vor allem eine Szene in Erinnerung geblieben, weshalb ich mir dieses kürzlich auf DVD erschienene Werk überhaupt erst zugelegt habe.

Inhaltlich geht es dabei kurz gesagt um den titelgebenden Leibwächter namens Nick Escalante, der sich seinen Lebensunterhalt in Las Vegas verdient und davon träumt, sich eines Tages nach Venedig abzusetzen, sobald er das nötige Kleingeld dafür zusammen hat. Dieses erhofft Nick beim Kartenspielen in der Stadt der Spieler, eben Las Vegas, zu gewinnen, doch werden seine Pläne zunichte gemacht, als er einer alten Freundin bei einem Problem mit dem Gangsterboss Danny DeMarco behilflich ist, wodurch Nick eine Spirale der Gewalt in Gang setzt, aus der es scheinbar kein Entkommen mehr gibt.

Burt Reynolds verkörpert den Leibwächter solide und glaubwürdig, einen Kerl, mit dem man sich besser nicht anlegen sollte und diese Erfahrung müssen bald auch schon die Handlanger des Verbrechers DeMarco machen, die zugesehen und mitgewirkt haben, als Nicks Bekannte Holly von DeMarco vergewaltigt und übel zugerichtet wurde. Gespielt wird Holly von Karen Young, die später noch in " Der weiße Hai 4 - Die Abrechnung " (1987) oder aber " Daylight " (1996) zu sehen sein wird. Da diese um Nicks Schlagfertig weiß, ist der feine Herr doch Vietnamveteran und zudem Spezialist für Stichwaffen und im Nahkampf, bittet sie ihn, die Angelegenheit mit DeMarco zu regeln und ihr somit die Möglichkeit zur Rache zu geben. 

Bereits der Auftakt des Films bietet schon ein unschönes Bild einer schwer misshandelten Frau, nämlich Holly, die wie ein Stück Abfall aus einem Auto geworfen wird und sich so gerade noch in die nahegelegene Notaufnahme eines Krankenhauses schleppen kann. Auf den herbeigesehnten Racheakt folgt dann nur wenig später eben auch jene Szene, die mir seit über drei Jahrzehnten noch im Kopf rumschwirrte, denn nachdem Nick die Gorillas von DeMarco brutal und blutig außer Gefecht setzt, auch wenn dies nur mit seinen Händen geschieht, betritt Holly das Hotelzimmer und hat eine Heckenschere im Gepäck, mit der sie droht, den sadistischen Schönling Danny zu entmannen. Dabei sieht man hier weder ein Geschlechtsteil, noch macht Holly ihre Drohung wahr und lässt die Schere zuschnappen, und doch gefiel mir schon damals wie sie DeMarco um Gnade winseln lässt und mit seiner Angst spielt, eine Szene, die mir heutzutage sehr präsent aus dem Remake von " I Spit on your Grave " (2010) in Erinnerung ist, auch wenn hier um einiges wesentlich beherzter ans Werk gegangen wird.

Da ich nicht mehr als diesen Erinnerungsfetzen habe, freute ich mich nach dieser gelungenen Einführung sehr auf einen actiongeladenen Krimi, dessen Name dem mir dargebotenen anscheinend alle Ehre macht, doch gesellte sich alsbald eine Wendung hinzu, die mir den weiteren Genuss trüben sollte.

Mit dem Auftauchen eines vermeintlichen Kunden im Büro von Nick, der angeblich auf seinen Schutz angewiesen ist, wurde nämlich eine Art Nebenhandlung eingeflochten, die meines Erachtens nach ziemlich entschleunigend wirkt, unnötige Längen und somit Langeweile hervorruft. Denn ein schmächtiger Typ namens Cyrus Kinnick, gespielt von Peter MacNicol, bekannt aus den TV - Serien " Chicago Hope - Endstation Hoffnung " (1994 - 1998) und " Ally McBeal " (1997 - 2002), kam nur unter einem Vorwand und möchte von Nick, dessen Vergangenheit ihm als Kampfexperte bekannt ist, lernen, wie man sich selbst verteidigt. Nur gestaltet sich dies recht leidenschaftslos und das Training wird durch gelegentlich eingestreuten Witz versucht aufzulockern, was allerdings nicht wirklich gelingt und zumindest bei mir nur für ein müdes Lächeln sorgte.

Zudem haftet unserem Helden ein Suchtproblem an, nicht etwa in hochprozentigem Fusel, sondern vielmehr in Spielkarten, für die Nick bereit ist, quasi seinen letzten Dollar zu geben, um sich so seinen Umzug nach Venedig finanzieren zu können. Dies widerspricht sich jedoch selbst und gestaltet sich etwas unlogisch, da Nick gegenüber Cyrus offenbart, dass er immer größere Beträge setzen würde, selbst wenn er eigentlich schon genug für die geplante Reise zusammen hätte, auch auf die Gefahr hin, wieder alles zu verlieren, aber so scheint es nunmal im Kopf eines Spielsüchtigen abzulaufen. Diese Jagd nach dem schnellen Geld nimmt meiner Meinung nach viel zu viel Raum ein und interessierte mich eher weniger, auch wenn der Score von Michael Gibbs (In den Fängen der Madame Sin - 1972) mit den Klängen von Jazz und Blues die jeweilige Stimmung und die ausgeleuchtete Szenerie stimmig einzufangen weiß.

Wenn DeMarco und seine Schergen allerdings Jagd auf Nick machen, dann kann man sich auf eine spannende Hetzjagd einstellen, in der es zudem noch einige gesunde Härten zu bestaunen gibt. So wird beispielsweise einer der Verfolger von einem Stapel Ziegelsteine erschlagen, ein anderer von einem Metallstab durchbohrt, der zudem noch samt dem Angreifer in einem Stromkasten landet, sodass hier gezappelt werden darf oder aber einer der bösen Jungs wird mit Benzin übergossen und dann durch einen eindrucksvollen Kick seitens Nick gegen eine Lampe, aus deren kaputter Glühbirne die Funken nur so sprühen, in Brand gesteckt. Derlei einfallsreiche Tötungsmechanismen wissen sehr zu gefallen, wozu die routinierte Kameraarbeit von James A. Contner (Nachtfalken - 1981) durch den Einsatz von Zeitlupeneinstellungen ungemein zu beiträgt. Leider bleiben solcherlei Szenen in ihrer Anzahl jedoch zu gering, worüber ich mich sehr ärgere.

Auch das Holly, die hier einen eigentlich tragenden Part haben müsste, nach der erteilten Lektion für DeMarco gar nicht mehr zu sehen ist, stimmt den aufmerksamen und erwartungsvollen Actionfreund ärgerlich, da gerade diese doch als Druckmittel hätte benutzt werden können, um Nick aus der Reserve zu locken. So aber verschenkt der Film eine Menge an Möglichkeiten und versteift sich zu sehr auf die aufkeimende Männerfreundschaft zwischen Nick und Cyrus sowie der Zeit am Pokertisch, die viel zu lang geraten und nur mäßig spannend ist.

Unterm Strich finde ich " Heat - Nick der Killer " allenfalls durchschnittlich, da trotz guter schauspielerischer Leistung nahezu aller Beteiligten, dieses Werk seinem Titel nicht vollends gerecht wird. Zu wenige Actionszenen finden sich hier ein, die lediglich am Anfang und am Ende zu verzeichnen sind, dafür aber in ihrer Auslegung mit ansprechender, roher Gewalt erfreuen können. Auch das Nick Vietnamveteran und Experte für Nahkampf und Stichwaffen ist, wird hier nur von rudimentären Ansätzen begleitet, dabei bietet doch gerade eine derartige Konstellation den Nährboden für einen an Schauwerte erinnerungswürdigen Actionfilm der Marke " Rambo - First Blood " (1982). Zudem gesellt sich ein für mich enttäuschendes Finale hinzu, welches ich so nicht erwartet hätte und das mich unzufrieden wie ein schmollendes Kind zurücklässt. 

So bleibt ein Film, der sein Potenzial bei weitem nicht ausgeschöpft hat und den ich einst, zumindest aufgrund erwähnter Szene mit der Heckenschere, als wesentlich besser in Erinnerung habe, obwohl ich Burt Reynolds als Schauspieler schätze und seine übrigen Werke immer ganz gerne gesehen habe. 

5/10
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Kommentare

06.08.2022 09:34 Uhr - Insanity667
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Jaja, Burt Reynolds, auch ein großer Held aus Kindheitstagen, genauso wie Bud Spencer, wie ich ja eben gerade unter Punishers Review schrieb. Die 3sat Aufnahmen von "Auf dem Highway ist die Hölle los" und "Smokey and the Bandit" hab ich so oft geschaut, dass die VHS an mehreren Stellen gerissen war und geflickt werden musste. U.a. an meiner Lieblingsstelle, als Reynolds über die Brücke springt und der Sheriff absäuft...

So, lange genug um den heißen Brei herum geredet, "Heat" kenne ich tatsächlich nicht, anhand Deiner super Vorstellung ist mir aber gerade klar geworden, dass ich den mal nacholen sollte! (Und "Auf dem Highway ist die Hölle los" mal wieder rauskramen müsste!) :))))

06.08.2022 10:17 Uhr - McGuinness
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@Insanity667

" Auf dem Highway ist die Hölle los " (1981) gefällt mir immer noch sehr gut 👍🏻 und zeigt mir einen Burt Reynolds in Bestform 😎

Auch " Heat - Nick der Killer " (1986) hat durchaus seine Qualitäten und vielleicht gefällt dieser dir ja sogar ganz gut, doch mich ärgerte einfach, dass der nach dem gelungenen Auftakt abflaute und mir nicht mehr den harten Actionkrimi bot, von dem ich eigentlich ausgegangen bin.
Schade, denn hier hätte meiner Meinung nach echt ein verdammt cooler und starker Reynolds - Kracher entstehen können, aber am besten ist es wohl, du schaust dir den Film selbst an und bildest dir ein eigenes Urteil.

Danke für deine Rückmeldung, Insanity 😉

06.08.2022 10:36 Uhr - Insanity667
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Die 5/10 schreckt mich nicht, hey, es ist Burt Reynolds! :))))

06.08.2022 15:48 Uhr - Draven273
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Ach wat??? Ne 5 von 10??? Hui, aber so ist das ab und zu. Den habe ich schon seit Ewigkeiten nicht mehr gesehen, daher liegt es mir fern hier eine vernünftige Beurteilung geben zu können, ich vertraue da mal auf deine Worte :) Den schaue ich mir sicherlich nochmal an, damals in meinen Jugendjahren fand ich die alle toll, da konnte man bei den 3 Programmen die es gab ja auch froh sein wenn so ein Film mal lief. Leider büßen die immer in den Jahren etwas ein. Den Burt Reynolds mag ich sonst aber. Die Highway Filme feiere ich auch heute noch :) Teil 2 habe ich damals tatsächlich schon als kleiner Stöpsel im Kino gesehen. Wie immer eine tolle Arbeit mein Lieber :)

06.08.2022 22:26 Uhr - TheMovieStar
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Der lief früher auf RTL plus, leider etwas zensiert. Ich fand den damals stärker als heute, aber irgendwie mag ich den immer noch. Schön, dass er endlich eine ordentliche Veröffentlichung bekommt. Danke für das Review, ich glaube ich wäre bei 6 von 10 Punkten dabei.

Es gibt übrigens ein Remake mit Jason Statham, dass meiner Meinung nach noch ein wenig schwächer ist. Der Film heißt Wild Card.

07.08.2022 07:38 Uhr - McGuinness
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@Draven273 und TheMovieStar

Vielen Dank ihr Strolche 😉 für euer Feedback, was mich sehr freut 🤗

Der Film hat definitiv seine Höhepunkte, doch sind mir diese zu rar gesät und so wirklich entscheiden, zwischen hartem Actionkrimi und Drama, kann sich dieses Werk leider auch nicht so ganz.
Schade, hier hätte noch einiges mehr rausgeholt werden können bzw. müssen !
Erwähntes Remake kenne ich übrigens gar nicht, aber wer weiß, vielleicht trifft dieses ja eher meinen Geschmack.

Ich wünsche euch einen schönen 🌻 und sonnigen 🌞 Sonntag ☺️

07.08.2022 09:18 Uhr - Insanity667
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06.08.2022 22:26 Uhr schrieb TheMovieStar
Es gibt übrigens ein Remake mit Jason Statham, dass meiner Meinung nach noch ein wenig schwächer ist. Der Film heißt Wild Card.


Echt? Das ist ein Remake? Okay, wieder was gelernt! :)))) Ich hatte mal so eine Art Statham-Phase, der ist aber an mir vorbeigegangen... vielleicht auch nicht so schlimm! ;)

07.08.2022 14:27 Uhr - McReedy
Ich wundere mich, warum diese Review unter der Kategorie "Neue Kritiken zu AKTUELLEN Filmen" auftaucht. :D

07.08.2022 16:57 Uhr - McGuinness
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@McReedy

Das dürfte wohl damit zusammenhängen, ähnlich wie bei " The Bronx War " (1991), dass dieses Werk erst kürzlich zum ersten Mal auf DVD erschienen ist... Vermute ich jetzt einfach mal 🤔

08.08.2022 14:35 Uhr - McReedy
@McGuinness

Verstehe, das ergibt einigermaßen Sinn. Danke! 🙂

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