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The Sandman

Herstellungsland:USA, Großbritannien (2022)
Genre:Abenteuer, Action, Comicverfilmung,
Horror, Drama, Fantasy, Science-Fiction,
Mystery
Bewertung unserer Besucher:
Note: 5,33 (6 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

In einer vielschichtigen Mischung aus modernem Mythos und düsterer Fantasy, bei der zeitgenössische Literatur, historisches Drama und Legende nahtlos miteinander verwoben sind, erzählt „Sandman“ von den Menschen und Orten, die mit dem Traumkönig Morpheus in Berührung kamen. Dieser steht vor der großen Aufgabe, die kosmischen und menschlichen Fehler auszubügeln, die er in seiner unermesslichen Existenz begangen hat. (Netflix)

eine kritik von ghostfacelooker:

Eine als unverfilmbar geltende Adaption einer Buchvorlage, gab es bis vor 20 Jahren mit J.R.R Tolkien´s Herr der Ringe schon mal. Dreißig Jahre später ist,Neil Gaiman´ s Comicbuch-Serie, The Sandman nun auf Netflix.

Eine Geschichte, von dem gleichen Drehbuchautor, der auch schon für mythologisch, religiös angehauchte Serien und Comicadaptionen wie Lucifer und American Gods verantwortlich zeichnet, von verschiedenen Regisseuren inszeniert und von Drehbuchautor und Produzent David S. Goyer, welcher auch Blockbuster wie zum Beispiel, Blade, The Dark Knight, The Crow 2, Terminator: Dark Fate, schrieb, mit produziert wurde.

Hauptdarsteller,Tom Sturridge, optisch eine Mischung aus dem Glitzervampir der Twillight-Saga und Robert Smith, dem The Cure-Liedsänger, ist eine lethargisch emotionslose Figur, dessen Charakter der Aura eines unendlichen Wesens meiner Meinung nach am besten entspricht, denn das Schicksal der Welt ist für ihn eine durch eine übergeordnete Macht strukturierte Aufgabe, die er zu erfüllen hat.

Aber erst einmal, wird er von Charles Dance, dem ehemaligen Dämon, welcher dem Golden Child und Eddy Murphy ziemlich sarkastisch auf den Sack ging, später mit Sigourney Weaver und einem Alien auf einem Gefängnisplaneten eingesperrt war bis er viele Jahre später Westeros als einer der Lannisters unsicher machte-, für hundert Jahre eingesperrt.

So wenig eindrucksvoll die erste Episode auch scheinen mag, bildet sie für viele spätere Episoden den roten Faden, der alle Figuren und Handlungsstränge, welche komplex in die Handlung verwoben und nicht immer chronologisch fixiert bleibt, zusammenhält. Sie bildet auch die Grundlage für das Verständnis von dem Universum der Geschichte und ihrer Entstehung für den Zuschauer, die dadurch das Dream, alias Lord Morpheus, diese im Off bespricht zusätzlich unterstrichen wird.

Somit befinden wir uns in der zweiten Folge direkt in der Traumwelt, die aufgrund der ersten Episode nicht mehr die selbe ist und gleichzeitig den Auftakt zur Odyssee des Protagonisten bildet, um dessen Reich und die „Wachwelt“ wieder ins Lot rücken zu können.

Dabei werden weitere religiöse Parallelen mit dieser Phantasiewelt durch Kain und Abel verbunden, welche wortwörtlich, in einer Endlosschleife, den ersten Mörder und das erste Opfer der Menschheit bilden und letzterer somit das Brüderliche und den Ursprung des Mordes liebevoll zynisch formuliert.

Bester Teil dieser Episode ist für mich jener in welcher Dream die Moiren, somit die Schicksalsgöttinnen der griechischen Mythologie mit Geschenken bedenkt und deren Erscheinung und Prophezeiungen, die Dream zu Johnna Constantine führt, welche ein Vorfahr von John Constantine dem okkulten Jäger des DC-Universums ist.

Wenn ich es richtig sehe, lebte sie 99 Jahre, während sie in dieser Version ein wenig älter ist, aber das erste Aufeinandertreffen von ihr und Dream of the Endless wurde vergleichsweise identisch adaptiert, welches man in einer tollen späteren Folge mit dem Tod verwoben ist.

Sie hilft ihm auf einer teuflischen Hochzeit, welche ebenfalls visuell beeindruckend und zynisch inszeniert wurde, weitere Hinweise auf seiner Suche nachzugehen Doch bevor Morpheus den Tod trifft, muss er in die Hölle hinab.

Die für mich visuell beeindruckendste Folge ist die in der Morpheus, aufgrund seiner Suche zur Hölle fährt, welche wirklich einen höllisch guten Eindruck macht. Allein das mit okkulten und obskuren Symbolen verzierte Palasttor zu Luzifer´s Thron, mit umgekehrten Pentagrammen und Runen wirkt eindrucksvoller als in jeder mit gleicher Thematik dargestellten Folge von Supernatural.

Einzig Luzifer, der laut Kanon schönste und erste Engel Gottes, welcher auch hier ähnlich beschrieben wird, ist mit der Schauspielerin, Gwendoline Christie, meiner Meinung nach optisch fehlbesetzt. Das ehemals eindrucksvollste Wesen des Universums, neben Gott sieht wie eine alte Jungfer mit schwarzen Flügeln aus, sodass selbst die androgyne Tilda Swinton dem Begriff Morgenstern visuell noch mehr Kraft verleihen würde, als diese Schauspielerin.

Der mentale Kampf, zwischen den beiden unendlichen Geschöpfen wirkt im Verhältnis des Settings und des Kontexts, ein wenig lasch aber auf metaphysischer Ebene wiederum logisch.

Logisch, aber auch verstörend und für mich über weite Strecken langatmig inszeniert, ist Folge 5, welche aber einen tiefgründig schrecklichen Wahrheitsgehalt birgt, denn ohne Hoffnung können sich die Träume der Menschen in alptraumhafte Realität verwandeln.

David Thewlis, als John Dee, den wir vorher bereits trafen, ist der perfekte Soziopath. Unterkühlt, oberflächlich emotional, und alle in seiner Umwelt subtil manipulierend. Ebenso beeindruckend ist der Kontext dieser Folge und die Moral dieser Geschichte wäre, dass Lügen nicht immer negativ behaftet, und die Wahrheit nicht immer befreiend sein muss.

So verstörend die vorhergehende Folge ist, so mitfühlend und einnehmend ist diese Folge, in der Dream auf den Tod trifft und man eine gewisse Analogie zu Highlander vermuten könnte, zumindest im Ansatz für mich.

Der Tod war vielleicht die beliebteste Figur aus dem Comic, welche man mit der Besetzung von Kirby Howell-Baptiste, meiner Meinung nach absolut charmant visualisiert und den eigentlich mythologischen Aspekt des Todes und der Frage was danach kommt am Besten thematisiert.

Die lakonisch, aber auch süffisanten Dialoge zwischen den Geschwistern, vor allem aber die vom Tod formulierte Selbsterkenntnis ihrer Existenzen und Selbstdarstellung bilden eine ebenfalls tiefgründigen Einblick in universelle Zusammenhänge. Es wäre eine tröstliche Vorstellung des Todes, wie man sie einst von Brad Pitt als Joe Black empfand, denn wie damals auch mit dieser Figur nimmt die Ausstrahlung der Schauspielerin den Schrecken des Todes, die Grausamkeit und Ungewissheit des Lebens und unterstreicht allein durch ihre optische Erscheinung dieser Frau und ihrem Lächeln, die Gnade und Hoffnung auch ein „Danach“, das darin zu finden ist.

Um hierbei nicht zu viel zu verraten, wird der Ton der mit Folge sieben, das Puppenhaus, rauer. Sie adaptiert mit,, meinen Recherchen nach, den zweiten Band der Comic-Novellen und thematisiert gleichsam mit den beiden folgenden Teilen, Rassismus, häusliche Gewalt, mörderische Triebe aber auch Verzweiflung und Verlangen, führt aber eine unscheinbare Person der ersten Folge und deren Familie, und somit eine essentielle Figur, namens Rose Walker, ein.

Wir treffen aber auch weitere Familienmitglieder von Dream, der ja einer der sieben Ewigen genannt wird, und zwar eben Despair und Desire, die Zwillinge. Natürlich liegen Verlangen und Verzweiflung eng beieinander und werden teilweise oft verwechselt, was man aber hierbei optisch nicht zu sagen vermag.

Despair, gespielt von Donna Preston, welche in der Vorlage masochistisch und nudistisch veranlagt ist, ist das genau Gegenteil von Desire, gespielt von Mason Alexander Park, und beide beleuchten die Hintergründe der Hintergründe, was darauf schließen lässt, dass wenn die Serie weitergeführt werden sollte, sie für den Zuschauer ebenso eine Gewichtige Rolle spielen werden, wie die seltsamen Kongressmitglieder rund um den alptraumhaft, homosexuell veranlagten Korinther und ihren mörderischen Neigungen.

Das Staffelfinale birgt eine Menge moralischer Ansätze, einen überraschend frühen Showdown, gepaart mit der inneren Agonie der menschlicher Träume einerseits und der alptraumhaften Welt menschlicher Abgründe andererseits.

Natürlich bietet es auch einen überraschenden Cliffhanger, sodass Fans gespannt sein dürften wie es weitergeht. Auch wenn ich diese Superheldencomic und deren Verfilmungen ambivalent gegenüberstehe, finde ich manche Comicadaptionen wie diese hier sehr gut und mit den heutigen technischen Mitteln gelungen inszeniert, sodass man sich für weitere Folgen nur wünschen kann, daß die Qualität beibehalten wird und man anders als bei American Gods, nicht mitten in der Thematik endet.

Episode 11, mit der an Animatrix erinnernden Geschichte der Katze, anfangs,  symbolisiert durch ihren zweiten Teil, namens  Kalliope, eine "Brücke" zum dritten Buch der Comicadaption, deren  chronologischen Verbindung, welche Kalliopes Schicksal zeitgleich zu Dreams schildert und durch eine indirekte Rückblende zur ersten Folge, wiederum Fortführung der Serie durch ihren Abschluss ist. Trotz ihrer düster, apokalyptisch wirkenden Grundstimmung, schmälert sie fast das bereits fullminante Finale, und bleibt meiner Meinung nach lediglich ein Appetizer zur eventuell folgenden Staffel.

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