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Die Forke des Todes

Originaltitel: The Prowler

Herstellungsland:USA (1981)
Genre:Horror, Splatter
Alternativtitel:Graduation, The
Morderca Rosemary
Prowler - Die Forke des Todes, The
Prowler, The
Rose Mary's Killer
Rosemary's Killer
Zabójca Rosemary
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,89 (48 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Das Ende des 2. Weltkriegs wird gefeiert. Ein Soldat, der aus der Schlacht zurückkehrt, muss allerdings erfahren, dass seine Geliebte nicht mehr auf ihn warten will. Das ist ihr Todesurteil, denn die junge Frau wird am Tag des Abschlussballs mit einer Forke blutig durchbohrt. Viele Jahre später wird wieder der Schulabschluss gefeiert, obwohl dies lange Zeit verboten war. Doch es kommt zu einer grausigen Mordserie, die irgendwie in Zusammenhang mit dem Mord vor vielen Jahren zu stehen scheint… Wer kann das Morden nicht lassen? (Alive)

eine kritik von chollo:

Obwohl "The Prowler" von 1981 in der Blütezeit des gerade so populären Slasher Genres entstand, ist der Titel gerade hierzulande eher in Vergessenheit geraten und vielleicht noch bei Nostalgikern und eingefleischten Liebhabern dieser Kost eine Erwähnung wert. Eine Ungerechtigkeit die meiner Meinung nach vor allem auf zwei Punkte zurückzuführen ist. Zum einen blieb dem Killer im Gegensatz zu seinen Kollegen Myers oder Voorhees eine Filmreihe verwehrt, was seinen einmaligen Auftritt in der Flut der Produkte zur damaligen Zeit schnell in Vergessenheit geraten ließ. Zum anderen sah sich bisher auch niemand berufen oder genötigt die Geschichte im Rahmen eines Remakes oder Reboots erneut zu erzählen, wie etwa bei "My Bloody Valentine" oder "Mothers Day", wodurch der Titel eventuell einer neuen Generation zugänglich gemacht worden wäre. Schade, da "Die Forke des Todes" (ein weiteres Beispiel für die debile Titelvergabe des deutschen Filmverleihs) durchaus seine Qualitäten besitzt.

Die Story ist den Genre-Mechanismen bedingt wieder einmal hauchdünn, doch im Vergleich zu anderen Vertretern dieser Dekade beinahe schon originell. Ein schmucker Soldat kehrt in den Vierzigern von den Schlachtfeldern des zweiten Weltkrieges zurück und muß dabei leider feststellen, dass seine Angebetete die Zeit seiner Abwesenheit mit einem Platzhalter überbrückt hat. Der Gedemütigte greift sogleich zur Forke und beendet die Liebelei und lässt sich auch nicht davon abhalten, ein paar Jahrzehnte später ähnlich gelagerte Triebtaten mit anderen Utensilien zu bestrafen.

Schon zu Beginn, als die Schwarzweiß Montage von authentischen Kriegsheimkehrern über die Flimmerkiste schimmert, kann man erahnen dass man es zumindest schon mal nicht mit einem minderwertigen Vertreter dieser Zunft wie etwa dem grausigen "Slaughterhouse" oder dem elend generischen "The Mutilator" zu tun bekommt. Die Macher besaßen offenbar etwas Talent und waren sich ebenfalls der großen Konkurrenz bewusst und der Notwendigkeit gewahr, ihren Output etwas aus der Maße hervorzuheben. Natürlich sind solche Spielereien nur Details und im Großen und Ganzen fügt sich auch "The Prowler" irgendwann in das übliche Konzept mit ein, aber der gehobene Standart in Sachen Inszenierung und später auch im Bereich der Special Effects ist dem Produkt bei Sichtung deutlich anzumerken. Regisseur Joseph Zito, der später durch Machwerke wie "Missing in Action", "Invasion U.S.A." und "Red Scorpion" noch von sich Reden machen sollte, weiß grundsätzlich wie man Spannungsbögen schafft um diese dann auch visuell dem Zuschauer näher zu bringen. Zudem scheint der Gute ein Verfechter der düster-trüben Stimmung im Bereich des Horrorfilms zu sein, da sein erster Ausflug ins Slasher Fach ähnlich dunkel und bösartig geraten ist wie sein drei Jahre später enstandener Eintrag in das "Freitag der 13" Franchise. "Das letzte Kapitel" gilt heute bei vielen Fans nicht ohne Grund als einer der besten Beiträge der Reihe.

Essenziell für diese Art von Filmen und besonders zu jener Zeit ist der Gewaltgrad bzw. die dargebotenen Härten. Und da darf sich Zito auf einen Meister seines Fachs verlassen: Tom Savini. Wie bei seinen früher entstandenen Arbeiten "Dawn of the Dead" und "Maniac" lässt sich das Enfant terrible auch hier nicht lumpen und zaubert einige schöne, oder besser gesagt eklige Momente aufs Parkett. Zwar erreichen diese noch nicht die Spitzen Qualität wie bei "The Burning", bei dem er meiner Meinung nach seine beste Arbeit abgeliefert hat, doch sind die Szenen natürlich auch hier wieder mehr als ansehnlich. Auch die Zusammenarbeit mit dem Regisseur muss zumindest zufriedenstellend gewesen sein, da sich beide auch nochmal für eben genanntes "Freitag der 13"- Sequel zusammen rauften, und das obwohl Savini die Reihe eigentlich schon nach dem ersten Teil abgeschrieben hatte. Ihm und seiner Kunst ist es dann auch zu verdanken weshalb "The Prowler" bisher noch nicht den Weg zu diversen Streaming Plattformen oder in die Kaufhäuser geschafft hat. Um unsere Gesellschaft zu schützen ist diese Filmperle nämlich schon seit geraumer Zeit indiziert und beschlagnahmt. Ein schlechter Scherz wenn man bedenkt dass beinahe jeder andere Mithäftling aus vergangenen Tagen bereits entlassen wurde. Auch Schade da sich offensichtlich kein Verleih finden lässt der dahingehend Zeit und Geld investieren möchte, da dieser Weg aller Wahrscheinlichkeit nach von Erfolg gekrönt wäre.

Was die Darsteller angeht möchte ich mich gar nicht lange aufhalten. Große Karrieren blieben den Gesichtern die hier zu sehen sind wie üblich erspart, doch im Rahmen des hier vorgestellten Werks sind ihre Leistungen durchaus annehmbar. Zudem kauft man ihnen ihr dargestelltes Alter halbwegs ab und auch auf peinliche Erscheinungsbilder wie die George Michael Gedächtnis Fresse aus "The Mutilator" hat man Gott sei Dank verzichtet. Mit der bemittleidenswerten Hauptdarstellerin leidet man sogar etwas mit, hat diese die Geschehnisse der letzten Einstellung nach offenbar nicht ganz so gut überstanden wie es bei ähnlichen Vertretern auf Kosten der Authentizität oftmals den Eindruck macht.

"The Prowler" hat mich in seiner Gesamtheit positiv überrascht, vor allem da ich schon einen ganzen Sack voll Slasher Filme konsumiert habe und hier nur den gewöhnlichen Einheitsbrei erwartete. Doch die gruselig morbide Atmosphäre, die hochwertige Arbeit von Tom Savini und die grundweg solide Inszenierung eines Joseph Zito sowie ein schlüssiger Plot haben mich eines besseren belehrt. Wahrlich Grausam sind aber die ungeprüften deutsprachigen Veröffentlichungen von Retrofilm und Red Video. Nicht nur dass das Bild zu Wünschen übrig lässt, die Grütze wurde dann auch noch mit einer Pornosynchro veredelt, die selbst dem letzten Verehrer solcher Ware die Galle hochtreiben dürfte. Einzig eine australische Veröffentlichung unter dem Namen "Rosemarys Killer" kann hier bildtechnisch überzeugen, für die zudem noch eigens eine neue Synchronisation angefertigt wurde die der Alten meilenweit überlegen ist. Da ich weiß dass diese DVD äußerst schwierig zu beschaffen ist, ich aber eigentlich ein Gegner ungenehmigter Veröffentlichungen bin, möchte ich trotzdem noch erwähnen dass es ein Bootleg gibt welches ein gutes Bild Niveau schafft und sogar beide deutsche Tonspuren bereithält. Solch sträfliche Zugeständnisse müssen Liebhaber dieser Kost mitunter leider auch heute noch fragwürdigen Anbietern machen, um in den Genuß solcher Werke in zumindest annehmbarer Qualität zu gelangen. Den Jugendschützern und der Politik der Film-Labels sei Dank.

8/10
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Kommentare

07.08.2022 12:38 Uhr - dicker Hund
1x
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So liest sich das also, wenn "The Prowler" überzeugt, schöner Kontrast! Ich kenne ja nur die "Red Video"-Fassung, fand aber auch die Effekte erschreckend belanglos...


07.08.2022 13:32 Uhr - Insanity667
3x
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Wunderbar, CHOLLO! :) Den mag ich auch sehr (7,5/10 Punkte) und der "Prowler" reiht sich auch schön in die früh 80er Slasherwelle mit ein neben "My Bloody Valentine", "Ab in die Ewigkeit", "The Burning", "X-Ray", "Das Horrorhospital" und ist, meiner bescheidenen Meinung nach, sogar dem Genre-Platzhirsch "Freitag der 13. Teil 2", den Savini und Zito eigentlich zu dieser Zeit hätten machen sollen, überlegen. Was dabei hätte rauskommen können, zeigt "The Prowler" und "Freitag der 13. - Das letzte Kapitel", eine weitere Zusammenarbeit zwischen den beiden.

Kurioserweise wurde die "gute" Synchro mal exklusiv für's TV angefertigt, wo er nie lief... Die australische DVD beinhaltet diese Synchro und ist, wie Du schon geschrieben hast, leider die einzige vernünftige legale Alternative zu diesem 131er!

Zum Thema Bootlegs kann ich nur sagen, ja... manchmal wird dem Filmfan nur die Wahl gelassen, auf das Werk zu verzichten oder sich eben ein nicht lizensiertes Produkt zu besorgen, was aus menschlicher Sicht auch irgendwie nachvollziehbar ist! Allerdings blutet mir das Herz, wenn ich sehe, wie wiedermal Lables mit der Masche auf Bauernfang gehen und mit halbgaren bis grottenschlechten Produkten den (oftmals unwissenden) Kunden über den Tisch ziehen, ist mir auch schon mehr als nur einmal passiert... Diese Praktik macht meiner Auffassung nach Nieschenfilme generell auch für seriöse Lables unattraktiver, ganz zu schweigen von den wirtschaftlichen Schäden für die Rechteinhaber. Da überlegt man es sich klar zweimal, ob es der Aufwand wert ist, einen solchen Titel zu rehabilitieren und die damit verbundenen Kosten mit exklusiven Veröffentlichungen (Mediabook, Boxen, Hardcover etc) wieder auszugleichen. Trifft nicht immer zu, aber gerade bei solchen "kleinen" Perlen leider öfter...

@dicker Hund
Sieht man die in der Red Video-Fassung denn überhaupt? :P

07.08.2022 15:59 Uhr - dicker Hund
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Technisch ist der Gore auch da noch ansehbar und sehenswert, aber halt nicht besonders kreativ, wie ich finde.

Beim hier so gebashten "Mutilator" sind zum Beispiel originelle Tötungswerkzeuge im Spiel - und die Kills werden im Laufe der Zeit auch deftiger. Hier sind sie handwerklich OK, aber nichts besonderes, und lassen eine Steigerung vermissen.

07.08.2022 22:26 Uhr - CHOLLO
1x
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Danke für eure Kommentare

@ Insanity
Du sprichst mir aus der Seele. "Ab in die Ewigkeit" ist meiner Meinung nach auch ein sehr guter und leider auch unterbewerteter Slasher. Ich bin mir bewusst dass ich die Hoffnung auf eine anständige Veröffentlichung mit dem Kauf von Bootlegs selbst untergrabe, aber ich kann einfach nicht anders wenn ich scharf auf einen Genre Film bin und der nicht anders zu bekommen ist.

@dicker Hund
Danke für dein Feedback. Deine Kritik zu "The Prowler " ist ein Genuss. Vor allem der Abschnitt mit der Beschreibung der Bildqualität deiner Scheibe ;)
Bei "The Mutilator" hast du mit den Tötungsszenen recht, die sind schon sehr deftig. Mir geht dort aber irgendwie die Atmosphäre ab um wirklich zu fesseln und der Wer-hats-getan Aspekt fehlt dort leider auch. Außerdem waren mir die Darsteller dort sehr, sehr unsympathisch.

08.08.2022 08:22 Uhr - Thodde
1x
Ich fand den ziemlich schnarchig und vor allem total vorhersehbar. Wenn man ein bisschen aufpasst, weiß man schon extrem früh, wer der Täter ist.

09.08.2022 00:02 Uhr - Intofilms
An den Film habe ich nur gute Erinnerungen, die jetzt gerade wieder aufsteigen. Danke, CHOLLO! 😉

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