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Carter

Herstellungsland:Südkorea (2022)
Genre:Action, Thriller
Alternativtitel:카터
Bewertung unserer Besucher:
Note: 6,33 (6 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Zwei Monate nach dem Ausbruch einer tödlichen Pandemie, die in der demilitarisierten Zone (DMZ) begann und die USA und Nordkorea schwer erschütterte, erwacht „Carter“ ohne jegliche Erinnerung an seine Vergangenheit. In seinem Kopf befindet sich ein merkwürdiges Gerät und in seinem Mund eine tödliche Bombe. Eine fremde Stimme in seinen Ohren erteilt ihm Anweisungen. Die Bombe kann jederzeit hochgehen – es sei denn, er rettet das Mädchen, das das einzige Gegenmittel gegen das Virus ist. Doch die CIA und ein nordkoreanischer Militärcoup sind ihm dicht auf den Fersen. Carter muss seine Mission erfüllen und sich auf den Weg nach Norden machen, um das Mädchen zu finden. Sein packender Überlebenskampf entfaltet sich in diesem rasanten Actionfilm. (Netflix)

eine kritik von ghostfacelooker:

So sehr ich von den blutriefenden Anfangsminuten begeistert, und auf einen koreanischen The Night comes for Us gehofft hatte, so verdutzt, ja enttäuscht wurde ich von Minute zu Minute von diesem mit Joo Won, als Carter, dessen Erinnerungen fehlen, besetzten Flickenteppich aus Action, sich selbst überschlagender Kameraführung, deren innovativer Gedanke dabei zusätzlich das Filmvergnügen trübt und der unlogischen Dynamik, in derer man die vielleicht ohne all das gut choreographierten Fights platzierte.

Ich weiß nicht was Regisseur Jung Byung-gil, welcher mit Filmen wie The Villainess oder Confession of Murder, halbwegs solide Actionfilme ablieferte sich davon versprochen hat ineinander verwobenene One-Take Action mit surreal wirkender Logik zu mischen, denn die Kamerafahrten muten schon sehr gewöhnungsbedürftigen Sehgenuss einer neuen Art an.

Wenn man dann aber sein visuellen Eindruck, mit dem mentalen Aufschrei übereinbringen muss, daß es vollkommen unlogisch ist in zum Beispiel offenem Güterwagon eines fahrenden Zuges zwischen zwei einander von beiden Seiten gleichzeitig bei gleicher Geschwindigkeit fahrenden Lastwagen hin und her zu tänzeln und dabei Gegner elegant und effizient wie eine Maschine ausschalten zu können, während in Sekundenbruchteilen einem andere Filmvergleiche in den Sinn kommen, bei denen es besser gemacht wurde obwohl man es damals schon übertrieben fand, ist es zur konstanten Schnappatmung nebst kopfschüttelndem Augenverdrehen nicht mehr weit und weit ab von einem brauchbaren Actionfilm.

Ich erinnere mich noch gut, als ein seltsam schauspielernder Irre mit Doppelnull sich in manch, für mich surrealen Actionsequenzen befand oder ein John Woo, der ballistischen Realität ordentlich in den Arsch getreten hat, aber was man dem geneigten Filmfan hier unterzujubeln sucht, dafür müsste sich jeder einschließlich mir der je über irgendwelche unglaubwürdigen Actioneinlagen auch nur schmunzeln musste, heute noch bei Regisseur und Cast entschuldigen.

Atemberaubende Luftaufnahmen oder innovative Kamerasequenzen, die einem das Gefühl vermitteln wollen man befände sich mitten im Kampf oder verfolge diese aus der Perspektive einer Involvierten Person oder Objekts entschuldigen diese der eigenen Spannung konträr und in ihrer Vielzahl schon aggressiv zu nennend, unlogische Inszenierung von Kämpfen auf Dächern, in Zügen , Hubschraubern oder im freien Fall nicht.

Wobei der Plot selbst vielversprechend und mit ein wenig mehr Fingerspitzengefühl, durchaus blutgetränkt wie seine Handlung bis zum Auftauchen des CIA-Agenten Smith, dessen Namen man natürlich genauso ernst nehmen sollte, wie dessen Geschichte über die Sonell Universität, und von Maurce Turner Jr. gespielt wird gewesen ist hätte weitergestrickt werden können, denn immerhin hat man einen Teil Verschwörungstheorie, Geheimdienstaktivitäten und eine Menge Actionpotential, dass man eine Story von Bourne über Mission Impossible bis hin zum aktuellen The Gray Man hätte daraus basteln können.

Was man aber nach fünfundvierzig Minuten soliden Filmaufbaus serviert bekommt, wird durch diesen Single Take Aufnahmestil in ein Magen beschwerende Ausdauerprobe des zu ertragenden Geschmacks forciert.

Es reicht nicht, das man den neuerdings „besten Agenten“ der Filmgeschichte mit Gedächtnisverlust an einem zu beiden Seiten offenen Bus hängen lässt, nur um kurz darauf als dieser sich dann irgendwie ins Fahrzeug bringen konnte, nebeneinander her fahrend, gegnerische Fahrzeuge mit gleicher Geschwindigkeit auftauchen zu lassen, nein, man springt fröhlich kämpfend mit einer sich um den dabei besten Platz drängelnden Kamera von Fahrzeug zu Fahrzeug.

Falls ihr nun denkt der gute Ghost mit seiner sich überschlagend wütend, komplexen Schreibweise, die er einzig selbst als eloquent erachtet, obwohl man ihm seit Jahren predigt er möge, doch lieber einsilbige Sätze zu Papier bringen, hätte sich mal wieder in seinen eigenen Gedankengängen verfangen und etwas doppelt geschrieben, dann ist das nur oberflächlich so, denn selbiges Konzept des Kampfes uns der Kamerafahrt wieder sich, nur eben später mit einem Zug. Und von Helikopterflugkunststücken will ich gar nicht erst anfangen.

Nebenbei könnten Zuschauer die Fallschirmspringen, denn Gerüchten zufolge drehte man diese Szene tatsächlich während des Fallschirmsprungs, oder Motorradfahren gern kommentieren, ob man im freien Fall wirklich mehr als einunddreißig Sekunden freien Fall bei einer Fallgeschwindigkeit von knapp mehr als neun Meter pro Sekunde haben, wenn sie aus fünftausend Meter ohne Fallschirm fallen würden und man dabei nicht nur gemütlich Zeit hat aufeinander zu schießen, da man ja ballistisch unmöglich genau treffen wird, und sich von einer Person zu anderen zu hechten, während man einer davon ja noch den Fallschirm klauen muss, um den Film bis zu Ende auf die Spitze treiben zu können.

Ihr dachte Drop Zone und Mad Mission hätten unglaubwürdige Stunts, dann gebt euch diesen Film, der ungewollt im Trashsektor meiner Liste der absolute Spitzenreiter des Nonsens bleiben wird, denn nichts was ich bisher als schlecht beschriebenen Film, hier reviewt und gesehen habe, kann diese Qualität dieses Streifens, der sich selbst dabei auf hohem Niveau zu zelebrieren sucht, übertreffen.

Ach doch, eine Sache gibt es. Die darin Infizierten, denn wenn man nicht zufällig mitbekommen hätte, das dieses Virus übermenschliche Kräfte verursacht, dann würde man eine im Wasser treibend vermeintliche Leiche, erstaunlich finden, zumal dies rücklings aus dem Wasser über den Helden aus einem Winkel springen kann, bei dem selbst alle Protagonisten der frühen Eastern, welche von Dächern rauf und runter sprangen als wären sie Federn, vor Neid erblassen, und sich ehrfürchtig in den Staub werfen würden.

Für Gamerfreunde empfehle ich noch die Scharfschützen-Sequenze aus dem Zielfernrohrwinkel. Da fühlt man sich doch als Zuschauer wirklich rundum mit technischen Neuerungen umsorgt und verwöhnt, während man sich genussvoll zurücklehnt und sich selbst noch dafür geißelt, wie schlecht man doch früher über den ein oder anderen Film gedacht und gesprochen hat.

Ein Film der sich selbst in Sachen Lächerlichkeit von Minute zu Minute zu übertreffen versteht, mag anderen Leuten Tränen der Freude in die Augen treiben. Mir jedoch reicht dieser Ausflug ins Phantastische, auch wenn er als Auflösung des Ganzen wirklich noch eine unerwartete Wendung bereithält, denn diese letzten Minuten und die anfänglich wirklich vielversprechende dreiviertel Stunde zerstören sich mit der Gier nach immer mehr visuellen Eindrücken und Möglichkeiten selbst.

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Kommentare

07.08.2022 12:18 Uhr - beebop251
Schöne Kritik, der ich inhaltlich voll zustimme. Ehrlicherweise weiß ich auch noch 2 Tage nach Sichtung nicht, wie ich den Film finden soll. Irgendwie war das alles too much, aber gleichzeitig hatte auch alles irgendwie seinen Reiz und ich konnte nicht ausschalten. Das einzige wirkliche Manko für mich war die Überblendung von CGI und realen Szenen. Das sah oft sehr künstlich aus. Die erste Filmhälfte hab ich im Original gesehen, da bei der deutschen Synchro ständig Untertitel eingeblendet wurden, obwohl ich ohne Untertitel gewählt hatte. Ab der Hälfte gings dann aber wohl. Der Film ist mit 130 Minuten auch viel zu lang geraten. Insgesamt würde ich dem wohl 6+/10 Punkten geben, weil das Konzept ist schon sehr cool und die Action recht spektakulär, wenn auch sehr häufig völlig überzogen. Aber der Film zieht das immerhin konsequent durch.

07.08.2022 14:36 Uhr - Draven273
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In Ghost typischer Manier zerstört :) Also den packe ich dann wohl mal ganz weit nach hinten auf die Watchlist, so als letzten Ausweg oder wenn die Welt dem Untergang geweiht ist oder :)) Wie immer und das kenne ich ja von Dir gar nicht anders, sehr schön geschrieben und vorgetragen.

07.08.2022 15:40 Uhr - Ghostfacelooker
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07.08.2022 14:36 Uhr schrieb Draven273In Ghost typischer Manier zerstört :) Also den packe ich dann wohl mal ganz weit nach hinten auf die Watchlist, so als letzten Ausweg oder wenn die Welt dem Untergang geweiht ist oder :)) Wie immer und das kenne ich ja von Dir gar nicht anders, sehr schön geschrieben und vorgetragen.


Danke euch beiden. Ehrlich gesagt wäre mir ein koreanischer The Night comes for Us wesentlich lieber gewesen, als eine typische Zerstörung^^^^^^^^aber ja der Film ist in seiner Sache konsequent. Kann man loben, muss man nicht

08.08.2022 18:08 Uhr - BFG97
Moderator
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Kann dir da leider nur zustimmen. War ich nach dem ersten Kampf noch voller Vorfreude, wurde der Streifen mit anhaltender Laufzeit immer mehr zur Enttäuschung und billiger Kopie viel besserer Filme.

Aber du bleibst weiterhin das unverkennbare Original und unterhälst mal wieder mit deiner tollen Schreibe :)

09.08.2022 12:43 Uhr - Ghostfacelooker
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08.08.2022 18:08 Uhr schrieb BFG97Kann dir da leider nur zustimmen. War ich nach dem ersten Kampf noch voller Vorfreude, wurde der Streifen mit anhaltender Laufzeit immer mehr zur Enttäuschung und billiger Kopie viel besserer Filme.

Aber du bleibst weiterhin das unverkennbare Original und unterhälst mal wieder mit deiner tollen Schreibe :)


Kaum isser wieder da, lässt er einen, genau wie Draven, furchtbar erröten^^^^^^^^^^âber danke euch beiden, geht natürlich runter wie Honigöl^^^^

10.08.2022 18:47 Uhr - Man Behind The Sun
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Oh ja ^^^^^^^^^ganz toller Film ^^^^^^^hat mich auch sehr gut gefallen, war ml was anderes ^^^^^^^^^^

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