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Prey

Herstellungsland:USA (2022)
Genre:Action, Horror, Drama, Science-Fiction,
Thriller
Alternativtitel:Predator 5
Skulls
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,14 (49 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

„Prey” spielt vor 300 Jahren im Volk der Comanchen und erzählt die Geschichte einer jungen Frau, Naru, einer wilden und talentierten Kriegerin. Sie wuchs im Schatten einiger der legendärsten Jäger der Great Plains auf. Als ihr Lager bedroht wird, macht sie sich auf den Weg, um ihr Volk zu schützen. Die Bedrohung, mit der Naru konfrontiert wird, entpuppt sich als ein hochentwickeltes außerirdisches Raubtier mit einem technischen Arsenal neuen Ausmaßes, was zu einem dramatischen Showdown zwischen Naru und dem unbekannten Wesen führt. (Disney+)

eine kritik von themoviestar:

Die meisten Kritiker und ein Großteil der Fans waren sich beim 2018 erschienenen Predator: Upgrade einig, dass der traurige Tiefpunkt des einst so überzeugenden Predator Franchises erreicht war, worauf auch die enttäuschenden Einspielergebnisse von nur noch 160 Millionen Dollar weltweit bei einem Budget von 88 Millionen Dollar hindeuteten. Obwohl ich den Film mittlerweile um einiges wohlwollender betrachte wie bei meiner ersten Sichtung (siehe MovieStar Review vom 16.06.2019), schließe ich mich auch dem allgemeinen Tenor an, dass Predator: Upgrade der bis dato schwächste Teil der Reihe war. Komplett anders fallen die Reaktionen zum neuesten Predator Output Prey aus, das am 21.07.2022 über den US Streamingdienst Hulu und am 05.08.2022 außerhalb Amerikas über Disney + veröffentlicht wurde. Nicht selten ist vom besten Predator Film seit dem bahnbrechenden Original die Rede und 93% Zugstimmungsrate auf Rotten Tomatoes sprechen ebenfalls eine eindeutige Sprache. Nun, ganz so weit würde ich persönlich nicht gehen: Prey ist ein guter, unterhaltsamer Streifen mit einer interessanten Idee,  mit einer sympathischen Hauptdarstellerin, mit blutigen Schauwerten und ordentlich Predator Feeling. Trotzdem gibt es auch hier Verbesserungspotenzial wie beispielsweise die nicht immer überzeugenden CGI Effekte.

Der spätere Regisseur und Drehbuchautor Dan Trachtenberg, der mit Patrick Ason das Skript bereits 2016 verfasst hatte, kam schon während den laufenden Dreharbeiten zu Predator: Upgrade auf den Produzenten John Davis zu und präsentierte ihm sein Konzept. Die ehemalige Präsidentin von 20th Century Fox Emma Watts setzte sich für die Genehmigung ein und erteilte die Zusage noch vor ihrem 2020 erfolgtem Rücktritt. Von dem innovativen Gedanken, dass Hauptgeschehen dieses Mal mit historischem Hintergrund vor den Ereignissen des ersten Predatorfilms von 1986 im Jahre 1719 in den nördlichen Great Plains spielen zu lassen, versprach sich Watts viel, da dieser Ansatz auch die in Predator 2 (1990) etablierte These, dass die außerirdischen Predatoren in festen Zyklen über die Jahrhunderte verteilt auf der Erde jagen, wieder erfolgreich aufnimmt. Die Geschichte handelt von der jungen Comanchen Frau Naru (Amber Midthunder), die ihren indigenen Stamm gemeinsam mit ihrem Bruder Taabe (Takota Beavers) vor französischen Trappern und der mysteriösen intergalaktischen Predator Kreatur (Dane DiLiegro)  beschützt, welche die Lebewesen auf der Erde aus Spaß an der Freude zum Sport jagt.

Wer Prey nach seinem ersten Eindruck als hybride Mischung zwischen Der mit dem Wolf tanzt und Predator einstuft, liegt damit gar nicht einmal so verkehrt: Trachtenberg fängt die endlose Weite der nordamerikanischen Steppen-, Prärie- und Graslandschaft in lyrischer Bebilderung zu hypnotischer Musik ein, während er das Publikum an den Ängsten, Sorgen und Träumen der hübschen Indianerin teilhaben lässt. Sie möchte Jägerin werden und eifert ihrem großen Bruder nach, doch niemand außer ihm traut ihr diese Rolle innerhalb des Stammes zu, was sie noch intensiver und verbissener trainieren lässt. Das hört sich für manche Ohren vielleicht etwas behäbig und langatmig an, in Prey ist es äußerst unterhaltsam, da das Verhältnis zwischen sympathischen Figuren und angenehmer Atmosphäre zu jeder Zeit stimmt. Außerdem wird mit dem Jagdhintergrund der Comanchen eine Brücke zum Killerinstinkt des Predators geschlagen, da die, die zum Überleben jagen, urplötzlich selbst zur Beute erklärt werden, ein äußerst prekärer Kreislauf. Was zudem ein raffinierter Schachzug ist: Trachtenberg ist so klug, die fremde Bedrohung erst dezent und mit kleinen Nadelstichen anzudeuten, so dass die friedliche Idylle langsam und Stück für Stück zu bröckeln beginnt, aber trotzdem noch so lang wie möglich allgegenwärtig ist.

Dass Prey wie das legendäre Original mit der Aufdeckung des Mörders nicht mit der Tür ins Haus fällt, ist natürlich extrem spannungsfördernd. Anfangs ist der Predator wie ein Geist unterwegs, nur die übel zugerichteten Tierkadaver und die Befürchtungen der Protagonistin deuten auf seine Existenz hin, ehe man ihn im Tarnmodus immer wieder nur kurz zu Gesicht bekommt und die Vehemenz seiner Jagdtätigkeiten langsam intensiver wird.  Mit fortlaufender Filmdauer, bzw. spätestens wenn das monströse Alien seine hässliche Fratze zeigt, wird die Brutalität mit wachsendem Waffenarsenal und immer blutiger werdenden, bodycountlastigen Tötungen angehoben, bis die tapfere Heldin bereit ist für das packende Schlussduell mit der gemeingefährlichen Kreatur. Obwohl sich eigentlich fast jeder den Ausgang des Showdowns denken kann, gelingt Trachtenberg das Kunststück, durch seine temporeiche Inszenierung Anspannung und Suspense stets aufrecht zu halten, auch wenn aus technischer Sicht durchaus noch etwas Luft nach oben ist. Partiell verliert sein Kameramann Jeff Cutter den Überblick, da für meine Begriffe etwas zu oft gezoomt wird und der Bildschnitt in einigen Bereichen ein bisschen hektisch ausgefallen ist. Außerdem müssen die bestenfalls durchwachsenen CGI Effekte angesprochen werden: Neben dem suboptimalen CGI Blut bei Wundzeichnungen sind vor allem die mittelprächtigen Animationen der Tiere ausbaufähig, ebenso wie die Tarnung des Predators selbst. 

Schauspielerisch gehört Prey Amber Midthunder, welche den Wandel ihrer Figur vom unterschätzten, motivierten Jungspund zur über sich hinauswachsenden Kämpferin exzellent verkörpert. Selbstverständlich wird ihre natürliche Attraktivität an ihrer Auswahl nicht ganz unschuldig gewesen sein, doch auch von ihrer Gestik und von ihrer Mimik her hat sie einiges zu bieten und verleiht ihrem Filmcharakter das notwendige, innere Feuer. Mit dieser gefälligen Darbietung kann Takota Beavers, der ihren Bruder Taabe spielt, nicht ganz mithalten. Die Rolle des tapferen Kriegers, der ein Vorbild für seine jüngere Schwester sein soll, nehme ich ihm nicht so ganz ab. Er wirkt auf mich viel zu unsicher und schlaksig, anscheinend haben die Casting Verantwortlichen hier nicht unbedingt die beste Besetzung für diesen Charakter gewählt. Die darstellerische Leistung des Predators Dane DiLiegro kann indessen nur schwer bewertet werden, da er den ganzen Film unter seinem beeindruckenden Anzug bzw. unter seiner Maske versteckt ist, so gesehen erfüllt er also seine Bestimmung zufriendenstellend, was ja auch gar nicht mal so schlecht ist.

Fazit: Ordentliches, unterhaltsames Prequel mit einem interessanten Ambiente, tollen Kulissen, ansprechenden Settings, einem Predator in blutiger Mordlaune und mit einer mehr als überzeugenden Hauptdarstellerin, die der ridikülen, sinnbefreiten, leidlichen Woke Diskussion über politisch vorgegebene, starke Frauenrollen und über das ach so benachteiligte, starke Geschlecht den verdienten Stinkefinger zeigt. Die technischen Unzulänglichkeiten sind ein Ärgernis, welches für unnötige Punktabzüge sorgt. Schön zu erwähnen sind hingegen die versteckten Anspielungen zu vorherigen Predatorfilmen wie beispielsweise der berühmt berüchtigte, zum Kult gewordene Satz; "Wenn es blutet, können wir es töten!" MovieStar Wertung: 7 von 10 Punkte.

7/10
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Kommentare

07.09.2022 23:25 Uhr - Schwachkopf79
1x
Tolle Rezension. Ich bewerte den auch mit 7-8!

07.09.2022 23:57 Uhr - cecil b
2x
Moderator
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Eine sehr schöne Review, die meiner Perspektive vermutlich ziemlich nahe ist. :)

08.09.2022 02:04 Uhr - Dissection78
1x
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Wir sind dicht beieinander, MovieStar. "Prey" habe ich zusammen mit ein paar anderen Leuten bei einem Freund gesehen. Wir wurden allesamt gut unterhalten. Fanden wir sehr ordentlich. Ein solider Film mit charismatischer Hauptdarstellerin. Amber Midthunder macht ihre Sache super und überzeugt. Die CGI-Effekte waren in meinen Augen teilweise ziemlich schwach, den anderen Mitzuschauern ist dies nicht so extrem aufgefallen. Die Frage hier ist, setzt man echte Tiere dem Stress von Dreharbeiten aus (denn Stress ist sowas für sie immer), ersetzt man sie durch CG-Doubles oder streicht man sie komplett (was man bei solch einem Film mit starkem Natureinschlag klarerweise äußerst blödsinnig finden müsste). Nichtsdestotrotz ist "Prey" für mich nach dem Arnie- und dem Danny-"Predator" insgesamt der bislang beste Vertreter des Franchises - "Predators", "Upgrade" und die beiden "AvP"-Teile sind nicht mein Fall.

7 Punkte vergebe ich, allerdings mit leichter Tendenz nach oben. Durchaus atmosphärisch, spannend, in pittoresker Umgebung gedreht, mit interessanter Prämisse und guter Hauptdarstellerin sowie leider Schwächen im CGI-Effektbereich. Ich werde mir "Prey" in Zukunft jedenfalls noch öfter antun, um zu schauen, ob er den Test der Zeit besteht. Einmal reicht da klarerweise einfach nicht. Aber er gefällt! Und natürlich wäre die ordentliche Veröffentlichung des Streifens auf einem physischen Datenträger wünschenswert :)

08.09.2022 16:49 Uhr - Draven273
1x
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Und auch du beschreibst den Film in deiner gewohnt gerechten Art so, dass ich merke, das ich irgendwie die Sichtung dieses Streifens mal nachholen muss. Nur habe ich kein Bock mir dafür extra Disney+ zu holen. Naja, mal abwarten. Auch ich möchte die letzten Predatorfilme alle, wobei der Upgrade war eine gewisse Gewöhnung, aber Geschmäcker sind wie immer verschieden, komplett verteufeln würde den Upgrade aber auch nicht. Prey hingegen klingt für mich immer interessanter, auch der Trailer sagte mir zu und die Szenen die ich bereits auf Youtube gesehen habe, finde ich auch ok. Klar, der eine oder andere CGI Effekt ist murks, leider, aber auszuhalten, wird ja auch nicht über Minuten ausgewalzt. Es war mir eine Freude, dein Statement dazu zu lesen. Und da ich ja deinen Eindruck gut einschätzen kann, weiß ich für mich, ich sollte den mal richtig anschauen. Merci

09.09.2022 10:34 Uhr - TheMovieStar
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@ All: Vielen lieben Dank fürs Lesen und für euer ausführlichen Kommentare. Hat mich sehr gefreut.😊

12.09.2022 22:47 Uhr - Stoi
1x
Gestern gesichtet und meine Wertung wäre ähnlich. Schön basic und auf den Punkt und weitaus besser als die beiden Vorgänger. UPGRADE war grauenhaft, PREDATORS (2010) war ok und noch ganz sehenswert. Schön fand ich auch, dass im Titel PREY gar nicht der Begriff "Predator" vorkam. Marketingtechnisch durchaus mutig.
Eins habe ich aber gar nicht kapiert, SPOILER:

Wie hat sie es zum Schluss hinbekommen, dass der Predator von der Kanone/Laser seines Helms erschossen wurde? Sie hat das Ding erbeutet und an den Baum genagelt, ok, aber wie wurde die Waffe aktiviert, dass sie den Predator töten konnte?

SPOILER ENDE.
Klar, manche Akrobatik war nicht ganz realistisch aber das darf man bei so einem Genrefilm verzeihen. War für mich eine echte Auffrischung des Franchise und liegt bei bei auch so bei 7,5/10.

13.09.2022 17:18 Uhr - TheMovieStar
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@ Stoi: Danke auch dir fürs Lesen und für deinen ausführlichen Kommentar. Freut mich, wenn wir den Film gleich bewerten :-)

Zu deiner Frage müsste ich mir das Finale nochmal ansehen. Leider ist mein Disney+ Abo bereits abgelaufen, so dass ich den Film nicht gleich nochmal sehen kann und nochmal abonnieren werde ich den Kanal jetzt erst einmal nicht.

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