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Im Schatten des Zweifels

Originaltitel: Shadow of a Doubt

Herstellungsland:USA (1942)
Standard-Freigabe:FSK 12
Genre:Thriller
Bewertung unserer Besucher:
Note: 9,33 (9 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Charlie Oakley ist ein charmanter, verführerischer Mann - und ein Killer, der auf der Flucht vor der Polizei von Philadelphia nach Kalifornien reist. In der schläfrigen Kleinstadt Santa Rosa will er bei Verwandten Unterschlupf und ein bisschen Ruhe finden. Dummerweise ist seine Nichte, die "kleine Charlie", nicht ganz so naiv, wie angenommen. Sie hat schon sehr bald ihren Onkel in Verdacht, der gesuchte Witwenmörder zu sein und bringt diesen mit ihrer Neugier schnell in Schwierigkeiten. So bleibt dem psychopathisch-sympathischen Mörder nur noch ein Ausweg: er plant den Mord an seiner Lieblingsverwandten... (Universal)

Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von insanity667:

In der Cahiers du cinéma, einer französischen Filmzeitschrift mit Sitz in Paris – die unter anderem die Karriere von François Truffaut, dem Autor von „Mr. Hitchcock wie haben sie das gemacht?“, eines der bedeutendsten Werke der Filmliteratur, vorantrieb – stellten die Filmkritiker und Redakteure Éric Rohmer und Claude Chabrol 1957 fest: „Hitchcock ist einer der größten Erfinder von Formen in der Geschichte des Films. Die einzigen Regisseure, die in dieser Hinsicht mit ihm verglichen werden können, sind allenfalls Murnau und Eisenstein. […] Bei ihnen verschönert die Form den Inhalt nicht nur, sondern sie schafft ihn erst.“ Womit sie auf jeden Fall recht hatten ist, dass der Brite mit der markanten Silhouette stets vom Einfluss Murnaus akribischer Arbeitsweise auf seine Frühwerke „Die 39 Stufen“ und „Eine Dame verschwindet“ schwärmte. Auch nach den Erfolgen seiner Filme in der Heimat und nachdem es den Meister nach Hollywood verschlug, entwickelte er diese Form der Kunst, seine perfektionistischen Ambitionen stets weiter. Werke wie der elffach für den Oscar nominierte und zweifach ausgezeichnete „Rebecca“ (1940) oder „Verdacht“ (1941) fanden viel Anklang beim Publikum und den Kritikern, obwohl die Zusammenarbeit zwischen Hitchcock und Hollywood-Mogul David O. Selznick nicht immer harmonisch verlief und auch „Der Auslandskorrespondent“, ein Agententhriller, angedacht als Kommentar zum Krieg in Europa, stellte die Produzenten aufgrund Hitchcocks lässiger Herangehensweise und der Vernachlässigung der erwünschten propagandistischen Motive nicht zufrieden. Daher entschied man sich, mit Hitchcocks Genie und Talent anderweitig Geld zu verdienen, indem man ihn führ hohe Summen an andere Studios auslieh, damit er dort Filme verwirklichte. So entstand 1942/43 in Zusammenarbeit mit Universal Hitchcocks bis dato persönlichster Film.

Um diesen Film in seiner Gänze angemessen zu besprechen und auch ein bisschen "In-Depht" zu analysieren, folgen Spoiler! Trotz grüner Box deshalb nochmal gesondert der deutliche Hinweis!

 

„Shadow of a Doubt“ – „Im Schatten des Zweifels“

 

Der charismatische Geschäftsmann Charles „Onkel Charlie“ Oakley reist nach Santa Rosa, um seine Familie zu besuchen. Mit Geschenken nahezu verschwenderisch um sich werfend, zieht er schnell die Aufmerksamkeit und Zuneigung seiner Nichte Charlotte Newton auf sich. Diese wird jedoch misstrauisch, als sie auf einem Ring die Initialen einer ermordeten Witwe erkennt und zudem Zeuge wird, wie Onkel Charlie einen Zeitungsartikel verschwinden lässt. Ehe sie sich versieht, steckt sie mitten in einem Spiel auf Leben und Tod…

 

Der mit drei Pulitzer-Preisen ausgezeichnete Autor Thornton Wilder („We Live Again“, „Unsere kleine Stadt“) schrieb das Drehbuch nach der Vorlage von Gordon McDonell. Da Wilder jedoch kurz vor Fertigstellung wegen des 2. Weltkrieges als Reporter abberufen wurde, übernahm Hitchcocks Ehefrau Alma Reville und Sally Benson („Anna und der König von Siam“, „Verschwörer“) den finalen Schliff. „Im Schatten des Zweifels“ wandelt in unaufgeregten und bedachten Schritten das bereits etablierte Konzept vom unschuldig Verfolgten, das seinen Reiz hauptsächlich aus Charakterentwicklungen und melodramatischen Momenten zieht, auf erfrischende Art und Weise ab. Hitchcocks psychologisches Spiel mit der Spannung, den Erwartungen und letztendlich den wahren Motiven der Hauptfigur Charlie Oakley ist hierbei ausgeklügelt wie selten zuvor und hält nicht nur die Handlungsfiguren, sondern auch den Zuschauer lange Zeit zum Narren, bis sich herausstellt, dass dieser Onkel Charlie gar nicht so unschuldig ist, wie er vorgibt zu sein. Heutzutage, wo die Lichtspielhäuser vor Ambivalenz und Antihelden nur so überquellen, ist das sicher nichts besonderes mehr, dieser Wendepunkt in der Geschichte war damals aber innovativ, und gewagt, da er mit bekannten Formeln der Storyentwicklung brach und die vormalig herbei spekulierte Unschuld des Sympathieträgers geht somit in Rauch auf, was für großes Staunen sorgte. Bis zu diesem Punkt legt Hitchcock sehr viel Augenmerk auf die Figurentiefe, die beiden Hauptcharaktere stellen dabei jeweils spezifische, durchaus gegensätzliche Aspekte seiner eigenen Persönlichkeit dar. So sah auch er sich als Jugendlicher, genau wie die junge Charlie, von Fernweh geplagt und den Grenzen des grauen Alltags zu entfliehen war sein größter Wunsch. Auf der anderen Seite nutzte er den Charakter Charles Oakley, um seine „Unfähigkeit zur Liebe“, seine Gewohnheit, zwischenmenschliche Bindungen zu seinem Vorteil auszunutzen, sowie seine Startschwierigkeiten in Amerika und vor allem seinen Weggang aus der Heimat aufzuarbeiten, der ihm viel Kritik und Unverständnis einiger seiner Freunde und Weggefährten, darunter Michael Balcon, im Angesicht des Krieges einbrachte. Auch die Beziehung zu seiner Mutter, nach der auch eine der Figuren benannt ist, und die im Laufe der Dreharbeiten in London verstarb, bringt er in die Geschichte der Familie Newton mit ein. Die lange Laufzeit von stattlichen 148 Minuten ergab sich, laut Hitchcock, aus der Schwierigkeit, die gewünschte psychologische Tiefe und Charakterentwicklung mit dem Tempo eines Thrillers nach seiner eigenen Definition in Einklang zu bringen. Daher entspinnt sich der Streifen auch erst im letzten Drittel zu dem famosen und intelligenten Katz-und-Maus-Spiel, für das er u.a. in die Filmgeschichte einging, inklusive eines rasanten Showdowns in einem fahrenden Zug. Alles davor dient dem Aufbau und der Vorstellung der Figuren, Langeweile kommt dabei durch das Geschickte Platzieren von Hinweisen, dem Sähen von Misstrauen, der Herausstellung von Verdachtsmomenten und dem Anziehen der Spannung aber zu keiner Zeit auf. Hitchcock in Höchstform, auf erzählerischer Ebene und in seiner psychologischen Wirkung komplex, in seiner Ausführung grandioses Hollywood-Kino im besten Sinne.

„Im Schatten des Zweifels“ ist dementsprechend durchgehend hochkarätig und schauspielerisch einwandfrei besetzt. Allen voran gibt Joseph Cotten („Citizen Kane“, „Das Haus der Lady Alquist“, „Der Dritte Mann“) eine beeindruckende Performance als zwielichtiger Witwenmörder Charles „Onkel Charlie“ Oakley, der mit Geschenken beladen bei seiner Schwester und deren Familie in einer abgelegenen Kleinstadt unterzutauchen versucht. Sein Charme und seine Redegewandtheit finden schnell großen Anklang bei seiner Nichte Charlotte „Charlie“ Newton, toll gespielt von der zauberhaften Teresa Wright („Die kleinen Füchse“, „Die besten Jahre unseres Lebens“), die im selben Jahr den Oscar als beste Nebendarstellerin in „Mrs. Miniver“ gewann und selbst Hitchcock durch ihre Professionalität ins Schwärmen brachte. Charlies Fernweh und die Langeweile der drögen Kleinstadt führt dazu, dass sie sich immer mehr zum vermeintlichen Freigeist Charles Oakley hingezogen fühlt, was ihr zum Verhängnis zu werden droht, als sie der wahren Identität des Überraschungsgastes auf die Spur kommt. Von ihrer Mutter Emma, benannt nach Hitchcocks Mutter, gespielt von Broadwaystar Patricia Collinge („Die kleinen Füchse“, „So ein Papa“, „Geschichte einer Nonne“) – die auch die romantische Szene in der Garage zum Drehbuch beisteuerte - und ihrem Vater Joseph, ein mittelständischer, aber relativ gut betuchter Bankangestellter, gespielt von Henry Travers („Mrs. Miniver“, „None Shall Escape“, „Wirbelwind der Liebe“) hat sie dabei relativ wenig Hilfe zu erwarten, da diese sich auch von der Persönlichkeit Charles blenden lassen. Dafür unterstützt sie der als Reporter getarnte Detektiv Jack Graham, hier Macdonald Carey („Der große Gatsby“, „Im Zeichen des Teufels“, „Ein Mann für gewisse Stunden“) und der von Kriminalfällen faszinierte Herbie Hawkins, gespielt von Hume Cronyn („Das Rettungsboot“, „Phantom der Oper“, „Cocoon“) in seinem Spielfilmdebüt bei ihren Recherchen. Auch einige Statistenrollen, besetzt mit ganz normalen Einwohnern der Stadt, wissen zu überzeugen, allen voran Estelle Jewell als die geschwätzige, manchmal etwas altkluge jüngste Tochter der Familie Newton Catherine.

Gefilmt wurde fast ausschließlich „On Location“ in der kalifornischen Kleinstadt Santa Rosa, was eine enorme Umstellung für Hitchcock bedeutete. Für ihn war das Drehen an realen Orten ein gewisser Verlust der totalen kreativen Kontrolle, auf die er bekanntlich viel Wert legte. Nicht nur, dass er der Gnade der äußeren Einflüsse wie z.B. dem Wetter oder ganz simpel dem Tag & Nacht Zyklus ausgeliefert war, auch musste er sich dem Zeitplan und den Befindlichkeiten lokaler Statisten und Hausbesitzer unterordnen. Dem frisch gestrichenen Haus der Familie Newton ließ er deswegen einen älter aussehenden, verwitterten Look verpassen, der nach den Dreharbeiten kostspielig wieder rückgängig gemacht werden musste. Unter freiem Himmel eröffneten sich aber auch, zusammen mit Kameramann Joseph A. Valentine („Der Wolfsmensch“, „Saboteure“, „Cocktail für eine Leiche“), ganz neue Möglichkeiten, sich in Sachen Kameraarbeit und Direktion zu verwirklichen, ohne den räumlichen Einschränkungen eines Studios Tribut zollen zu müssen. Die Inszenierung wirkt dadurch sehr frisch, aufgelockert und natürlich, durchsetzt von einem Hauch stilistischem Realismus und einer gewissen Rohheit, was man in den Werken des Meisters zum damaligen Zeitpunkt, aufgrund seines Strebens nach künstlerischer Perfektion, relativ selten sah. Gleichzeitig trägt „Im Schatten des Zweifels“ aber ganz klar die elegant - visionäre Handschrift Hitchcocks, nur eben auf einer wesentlich intimeren, nahbaren Ebene. Ebenso fand hier die erste Zusammenarbeit mit dem russisch-amerikanischen Komponisten Dimitri Tiomkin („Der letzte Musketier“, „Der alte Mann und das Meer“, „Das Ding aus einer anderen Welt“, „Der Fremde im Zug“) statt, welcher das Werk mit einer Variation von Walzern, hauptsächlich der „Merry Widow Waltz“, und anderen klassischen Stücken musikalisch nahezu perfekt untermalt. Der sehr gefühlsbetonte, organische, anfangs leichtfüßige, später dramatischere Score trägt nie zu dick auf und passt sich mit steigender Spannung den Szenen und dem Verlauf der Handlung wunderbar unaufdringlich an.

„Im Schatten des Zweifels“ feierte seine Premiere am 12.01.1943 in New York und lief 3 Tage später regulär in den amerikanischen Kinos an. In Europa zeigten ab März 1943 nur wenige britische und spanische Kinos den Film, eine weitläufigere Veröffentlichung, u.a. auch in Deutschland, fand erst 1947 statt. Seit Ende der 60er Jahre lief er öfter im TV und wurde 2008 erstmals auf DVD und 2012 auch auf Blu-Ray veröffentlicht. Die britische und die deutsche Veröffentlichung sind dabei identisch, im Vergleich zu den anderen Universal-Filmen der Hitchcock-Reihe ist das Bild jedoch ein wenig körniger. Abseits physischer Datenträger findet man „Im Schatten des Zweifels“ dieser Tage auch im Katalog der großen VOD-Anbieter wie Amazon Video, Apple TV oder YouTube.

 

Interessantes am Rande oder: Die längste Hitchcock-Trivia der Welt (bisher)

 

  • Auf die Frage, wo denn der berühmte MacGuffin in „Im Schatten des Zweifels“ abgeblieben sei, antwortete Hitchcock angeblich einmal schichtbar genervt, aber dennoch scherzhaft: „Fragen sie Mr. Welles!“ Damit spielte er offensichtlich auf „Citizen Kane“ und das Wort „Rosebud“ an.

 

  • Obwohl „Im Schatten des Zweifels“ erst Teresa Wrights 4. Film war, erhielt sie aufgrund ihrer mehrfachen Oscar-Nominierungen und der Auszeichnung für „Mrs. Miniver“ sowie ihrer generellen großen Beliebtheit durch „Die kleinen Füchse“ und „Der große Wurf“ eine höhere Gage als „Citizen Kane“-Star Joseph Cotten.

 

  • Ursprünglich war für die Rolle des Onkel Charlie u.a. Cary Grant vorgesehen, von dessen schauspielerischer Leistung und Charisma Hitchcock nach „Verdacht“ überzeugt und begeistert war. Leider standen Studioverträge sowie der Terminplan Grants dem vielversprechenden Vorhaben im Wege. Grant war jedoch bereits 3 Jahre später im Noir-Thriller „Berüchtigt“ wieder für den Meister vor der Kamera zu sehen. Die zweite Wunschbesetzung wäre William Powell gewesen, MGM weigerte sich jedoch, den Schauspieler an Universal auszuleihen und so kam schließlich Joseph Cotten ins Spiel.

 

  • Aufgrund der Wirren des zweiten Weltkrieges und den Auflagen des „War Production Boards“ wurde den großen Studios vorgeschrieben, wieviel Geld und Material in Setaufbauten für Filme gesteckt werden durfte. Hitchcock, der zum damaligen Zeitpunkt fast ausschließlich auf große Sets und Studioaufnahmen setzte, sah sich plötzlich gezwungen, sich mit einer unüblichen Menge an Außenaufnahmen zu begnügen, was den visuellen Stil von „Im Schatten des Zweifels“ nachhaltig beeinflusste.

 

  • Die Handlung des Filmes ist, rein rechnerisch, 1941 noch vor dem Kriegseintritt der USA angesiedelt. Dennoch ist in einem Zeitungsarchiv kurz der Anfang eines Artikels über Hideki Tôjô, den japanischen Kriegsminister, und den Angriff auf Pearl Harbor zu sehen, der theoretisch erst im Dezember des Handlungsjahres stattfinden sollte.

 

  • Die Geschichte nach der Originalvorlage von Gordon McDonnel („Der Volstrecker“, „They won’t believe me“), welcher bereits für diese erste Arbeit im Filmgeschäft 1944 für einen Oscar nominiert wurde, basiert auf dem realen Serienmörder Earle Nelson, welcher in den 1920er Jahren unter dem Namen „The Gorilla Man“ sein Unwesen trieb. Ein Kindheitstrauma in Form eines schweren Fahrradunfalls, das Opferprofil reicher Witwen sowie der spätere Modus Operandi des mental schwer gestörten Nelsons wurden auch als Hintergründe der Figur des Charles Oakley in die Handlung eingeflochten.

 

  • Hitchcock ließ den Lokführer des Zuges, mit dem Onkel Charlie anreist, extra unüblich große Mengen an dunklen Rauch ausblasen, um quasi das drohende Unheil visuell anzukündigen. Bei seiner Abreise dampft die Lokomotive dagegen nur gemächlich vor sich hin, was eine gewisse Entspannung signalisieren sollte.

 

  • Zu Beginn des Films sieht man den Meister in einem Cameo-Auftritt. Er spielt zusammen mit Edward Fielding, hier als Arzt Dr. Harry, Bridge im Zug nach Santa Rosa und hat dabei eine volles Blatt an Pik-Karten auf der Hand.

 

  • Cecil B. DeMille adaptierte 1944 „Im Schatten des Zweifels“ für seine Radiosendung Lux Radio Theater mit Teresa Wright und William Powell als Sprecher(innen) in den Hauptrollen. In den 1950ern folgte eine Radio-Version mit Cary Grant als Onkel Charlie. 1991 entstand unter dem Titel „Shadow of a Doubt“ ein TV-Remake mit Mark Harmon in der Hauptrolle. Im selben Jahr wurde das Originalwerk ins National Film Register aufgenommen.

 

  • Bei seiner nationalen und internationalen Erstauswertung entpuppte sich der Film an den Kinokassen als Flop (!) und schaffte es in den USA gerade einmal auf Platz 81 der Bestenliste nach Einspiel für das Jahr 1943.

 

Fazit:

Mag es der ungewöhnlichen Arbeitsweise oder dem hohen Maß an Intimität geschuldet sein, die der Meister hier eingebracht hat, „Im Schatten des Zweifels“ vermag selbst aus dem Gesamtwerk neben Klassikern wie „Vertigo“, „Ich beichte“, „Rebecca“, „Psycho“ oder „Der unsichtbare Dritte“ herauszustechen. Ein zeitlos schöner Film, den wohl - neben Hitchcock selbst - viele zurecht als ihren absoluten Favoriten bezeichnen. Der beste Hitchcock aller Zeiten? Das ist natürlich, wie immer, dem persönlichen Geschmack überlassen. Die Chancen, dass sich hier viele einig sind, sind aber in diesem Fall sehr hoch.

10/10 Punkte

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Kommentare

17.08.2022 17:43 Uhr - EvilCat
1x
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Klingt sehr vielversprechend. Den habe ich auch noch auf meiner ToDo-Liste stehen, und durch deine Bewertung ist mir der Film zum Glück wieder eingefallen! Da muss ich jetzt dann doch bald mal einen Blick riskieren, wobei mein Lieblingshitchcock wohl für immer Psycho bleiben wird. Aber "Im Schatten des Zweifels" nicht zu kennen scheint eine echte Bildungslücke zu sein.

17.08.2022 18:18 Uhr - Oberlixodernix
1x
Schöne Review mit tollen Informationen. Ich selbst habe diesen Hitchcock erst vor paar Monaten das erste mal gesehen und muss leider sagen das ich sehr enttäuscht war wie langweilig und unlogisch der Handlungsverlauf ist. Ich hab zwar nicht alle von Hitchcock gesehen aber dieser hier ist auf meiner top Hitchcock Liste ganz unten. Konnte mich vor deiner Review kaum an etwas erinnern was eine schlechtes Zeichen ist. 6 von zehn für den Film aber 10 von 10 für deine tollen Hintergrund Informationen die mehr Emotionen in mir ausgelöst haben als dieses Machwerk.
Lg

17.08.2022 18:57 Uhr - Intofilms
1x
Muss meinem Vorredner teilweise zustimmen. Spätestens nach dem zweiten Mordanschlag (Garage) hätte sie ihr Verhalten ändern müssen und auf keinen Fall hätte sie am Ende noch in den Zug einsteigen dürfen. Als hätte sie um die finale Konfrontation geradezu gebettelt. Der Ausgang davon ist leider auch nicht sehr glaubhaft. Dennoch würde ich natürlich mehr als 6 Punkte geben. Egal, Review ist selbstverständlich hervorragend. ;)
PS: Hitchcock hat in seiner Zeit in Berlin sicher einiges von Murnau gelernt.

17.08.2022 19:25 Uhr - Dissection78
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Ich liebe diesen Film! Er mag seine Logikfehler haben (wobei ich ihn mir allerdings nochmal ansehen müsste, um zu schauen, ob dem wirklich so ist), aber "Shadow of a Doubt" gehört zu meinen Hitchcock-Favoriten. Mir hat's die sommerliche Kleinstadt-Atmosphäre und die Verquickung von luftigen Comedy- mit düster-psychologischen Thriller-Elementen sowie melodramatischen Motiven einfach angetan. Man merkt jedenfalls, dass on Location gedreht wurde, was dem Werk m. E. gut tut. Dazu Joseph Cotten und das natürliche Schauspiel von Teresa Wright, die mir generell noch in einigen anderen Filmen sehr positiv aufgefallen ist ("Die kleinen Füchse", "Mrs. Miniver", "Der große Wurf", "Die besten Jahre unseres Lebens") - bodenständig, untheatralisch, undivenhaft, uneitel, dafür extrem sympathisch 'Mädchen von nebenan'-mäßig. Super Sache! :)

17.08.2022 19:35 Uhr - Intofilms
1x
Joseph Cotten und Teresa Wright liebe ich auch, generell und besonders hier. ;)

17.08.2022 20:23 Uhr - Insanity667
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Vielen Dank für Eure Kommentare! :)

@EvilCat
Ich kann mir gut vorstellen, dass der Dir mundet! ;) Eine Bildungslücke ist er nicht, nein. Aber meiner Meinung nach schon etwas besonderes im Gesamtwerk des Meisters!

@Oberlixodernix
Das ist schade, dass er bei Dir nicht gezündet hat. Aber trotzdem vielen Dank für Dein Lob! Gibt ja noch 52 andere Hitchs, die darauf warten, geschaut zu werden! ;)

@Intofilms
Ich persönlich finde die Logikfehler, im Angesicht der herausragenden Atmosphäre und den brillanten Schauspielern, gar nicht so schlimm, wenn ich ehrlich bin! Ich stimme Dir trotzdem absolut zu, dass die Handlungen der Figuren gegen Ende daneben waren, aber irgendwie musste Hitchcock ja noch eine gewisse Spannung einbringen, um das Ganze zu einem befriedigenden Abschluss zu führen!

@Dissection
Ja, er hat definitiv seine Logiklücken, unser lieber Intohitch hat da schon absolut Recht! :) Aber wie Du selbst schon sagst, und da bin ich ganz bei Dir, Setting, persönliche Note, Psychologie, Humor, Stil, Wright und Cotten machen das nahezu mühelos wieder wett. Tatsächlich mein persönlicher Lieblings-Hitchcock! :)))

19.08.2022 10:48 Uhr - cecil b
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Sehr informative und interessante Vorstellung!!!




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