SCHNITTBERICHTE | # | A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z
Titel suchen:
Evil West · Erheb dich und werde zum Wildwest-Superhelden · ab 52,99 € bei gameware A Plague Tale: Requiem · Erlebe ein tolles neues Abenteuer für Hoffnung · ab 57,99 € bei gameware

Dämon - Trau keiner Seele

Originaltitel: Fallen

Herstellungsland:USA (1998)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Horror, Thriller
Alternativtitel:Fallen - Trau keiner Seele
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,54 (13 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Detective John Hobbes hat einen bestialischen Serienkiller zur Strecke gebracht und dessen Hinrichtung mit eigenen Augen beobachtet. Doch wenig später beginnt die Mordserie von neuem. Hatte der irre Psychopath einen Komplizen? Eine junge Universitätsdozentin bringt Hobbes auf die entscheidende Spur. Auf die Spur eines unsterblichen Dämons, der durch die flüchtigste Berührung von einem Körper zum nächsten wandert... (Warner)

Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von mcguinness:

" Ich mag die Nacht. Die Straßen, die Gerüche, die Empfindung einer anderen Welt. Manchmal begegnet man dabei dem eigenen Ich "

 

 

Einst verspottete der Engel Azazel die Menschheit für ihre furchtbaren Sünden, welche diese vor der Sintflut begingen und bat den Schöpfer ihn mit einem physischen Körper auszustatten, um ihm zu beweisen, dass er niemals dem lasterhaften treiben der Menschen verfallen würde. Doch Azazel verfiel den schönen Menschenfrauen (er war einer der Engel, die sich mit menschlichen Frauen paarten), er lehrte sie die Künste, die Männer in weitere Sünde locken sollten und half das Schwert in die menschliche Welt zu bringen. Kriege und Blutvergießen waren die schlimmen Folgen. Auch der Verzehr des Fleisches der Tiere geht auf seinen Einfluss zurück (der Schöpfer hatte Adam und Eva nur erlaubt Obst und Gemüse zu essen). Azazel weigerte sich jedoch Buße zu tun und setzte seinen Weg des Bösen fort. Als Gott sah, dass dieser gefallene Engel weiter die Sünde in den Menschen vorantrieb, befahl er einem seiner Lieblingshelden, Erzengel Raphael, Azazel die Flügel abzuhacken und dann den Täter des Eides in die Hölle zu werfen. Azazel war zwar nun in der Hölle, aber dort kämpfte er weiter gegen die Tyrannei Gottes.

Dieses Mythos bedient sich in groben Zügen auch Regisseur Gregory Hoblit, der zuvor für die Fernsehserie " L. A. Law - Staranwälte, Tricks, Prozesse " (1986) und den Spielfilm " Zwielicht " (1996) verantwortlich zeichnet. Dabei versucht dieser einen mystisch angehauchten Thriller zu kreieren, der in ähnlichen Gefilden wie der sagenhafte " Sieben " (1995) zu schwimmen versucht, auch wenn hier nahezu auf zeigefreudige Brutalitäten und dem Einsatz von Blut verzichtet wird, die Klasse des genannten Referenzwerkes wird jedoch zu keiner Zeit erreicht.

Denzel Washington, bekannt aus " Philadelphia " (1993) oder " Ausnahmezustand " (1998), spielt hier einen Detective namens John Hobbes, der endlich den Serienkiller Edgar Reese fassen und in die Todeszelle bringen konnte. Am Tag der Hinrichtung bittet Reese Hobbes darum, ihm ein letztes Mal die Hand zu reichen, woraufhin dieser einwilligt, jedoch nicht mitbekommt, wie Reese irgendetwas vor sich hin nuschelt und Hobbes dies als nichtssagendes Gebrabbel abtut. Nach dem Tod in der Gaskammer, geht die Mordserie jedoch weiter und in Hobbes keimt allmählich der Verdacht auf, dass irgendeine höhere Macht im Spiel sein muss, die mit den Abschiedsworten von Reese zusammenhängen muss.

Dabei beginnt das Werk von Gregory Hoblit zunächst als Krimi recht spannend und lässt auf einen intensiven Thriller hoffen, dem die übernatürliche beigemengte Komponente eigentlich ganz gut steht, weckt diese im geneigten Zuschauer doch die Hoffnung auf einen Film, der sich vom sonst so üblichen Einheitsbrei etwas abzuheben weiß. Da sich die nun anstehenden Morde nahezu eins zu eins mit denen von Reese begangenen Taten ähneln, glauben Hobbes und sein Partner Jonesy, dargestellt von John Goodman, gesehen in " King Ralph " (1991) und " Flintstones - Die Familie Feuerstein " (1994), zunächst an einen Trittbrettfahrer, doch immer mehr merkwürdige Zusammenhänge lassen Hobbes alsbald sein sonst rationales Denken hinterfragen und seinen Glauben erschüttern.

Bereits im ersten Drittel des Films stößt es mir schon sauer auf, dass nach dem Ableben von Reese, der von Elias Koteas, mitwirkend in Titeln wie " God's Army - Die letzte Schlacht " (1995) als auch in " Crash " (1996), evident verkörpert wird, dessen vorangegangene Taten nicht näher beleuchtet werden, gerade wo dieser doch als perverse Bestie tituliert wird. In Rückblenden hätte man doch wunderbar die ein oder andere abscheuliche Mordszene integrieren können oder zumindest das Resultat auf den erwartungsvollen Zuschauer loslassen können, nur leider bekommen wir nichts dergleichen zu Gesicht. Diese erste herbe Enttäuschung für mich, deckte sich auch mit dem Auffinden der Opfer des mutmaßlichen Nachahmungstäters, die lediglich eine Leichen in der Badewanne darstellen, denen Buchstaben oder Zahlen auf die Brust gemalt wurden. Blutarm und ohne tiefgehende Verletzungen werden uns diese präsentiert. Von einem angeblich abnormalen Serienkiller, hätte ich hier jedoch ganz anderes erwartet.

Durch gestreute Hinweise des für tot geglaubten Reese, stellt Hobbes Kontakt zu einer Frau namens Gretta Milano her, gespielt von Embeth Davidtz, bekannt aus " Armee der Finsternis " (1992) und " Schindlers Liste " (1993), die Hobbes eine Übersetzung der Worte von Reese an diesen vor seinem Tod liefert. Das gesprochene entpuppt sich dabei als alt - aramäisch und beinhaltet die Beschwörung eines Dämons, Azazel, der sich der Körper anderer Menschen durch eine einzige Berührung bemächtigen kann. Noch zweifelt Hobbes an den Aussagen Milanos, doch sehr bald sieht er sich einer Gefahr ausgesetzt, die er offensichtlich nicht fassen, nicht greifen oder gar begreifen kann oder auch begreifen will.

Hier schafft es Regisseur Hoblit die Spannungskurve nach oben zu treiben, wozu die Kameraarbeit von Newton Thomas Sigel (Blankman - 1994 oder Foxfire - 1996) durch Vogelperspektiven, halbtotale - und Nahaufnahmen sowie dem Einsatz von grünlich - monochromen Farbfiltern, zu beiträgt und uns so die Reise des Dämons in die Körper jeweils anderer Menschen zeigen möchte. Wenn beispielsweise der Dämon in einer Szene Gretta mitten in der Stadt verfolgt, indem eine Kette von Menschen sich an den Armen oder Schultern berührt, um so die Verfolgung aufnehmen zu können, dann gestaltet sich dies zwar spannend, aber nicht packend, gruselig, aber nicht zum fürchten. Es fehlte mir einfach die Furcht, die mir in die Glieder fährt und die Auswüchse der Personen, die mit dem Dämon eins geworden sind und mit Hobbes oder Milano in Kontakt treten, bleiben zu zaghaft und zu unspektakulär, als das man sich als Zuschauer eiskalt erwischt fühlt. Da kann auch die musikalische Untermalung des chinesischen Komponisten Tan Dun (Tiger and Dragon - 2000 und Hero - 2002) nur bedingt für Nervenkitzel sorgen, da der erhoffte und gewollte Schockmoment schlicht und einfach ausbleibt.

Was hätte man hier nicht für grandiose Wendungen zaubern können, indem man beispielsweise den Dämon in die Körper von Hobbes engsten Vertrauten oder Familienmitgliedern fahren lässt, was dieser zwar mitunter auch tut, allerdings nur für einen kurzen Moment, wobei tätliche Angriffe auf Hobbes selbst oder ihm nahestehende Freunde nicht zu verzeichnen sind. Dazu kommt, dass die jeweiligen Szenen größtenteils in warme, ich möchte sagen, herbstliche Farben getaucht sind, wodurch meines Erachtens nach dem ganzen Treiben schon eine erhebliche Portion an Angst, Schrecken und Bedrohlichkeit genommen wird. Das Finale hält dann zwar wiederum eine angenehme und überraschende Wendung bereit, doch blieb dies ebenfalls deutlich hinter meinen Erwartungen zurück und verhält sich im großen und ganzen genauso ernüchternd wie der Rest des Films.

Was bleibt, ist ein für mich recht belangloses Werk, welches trotz des aufspielenden Starensembles wie beispielsweise Donald Sutherland (Lock Up - Überleben ist alles - 1989) oder James Gandolfini (der später durch die Serie ' Die Sopranos ' von 1999 bis 2007 weltbekannt werden sollte) zumindest mich nicht begeistern konnte, denn auch wenn Gewalt, Schockmomente und ergreifende Darbietungen nicht notwendigerweise die Intention von Regisseur Hoblits gewesen sind, so habe ich mir diese dennoch gewünscht bzw. mit voranschreiten der Handlung geradezu herbeigesehnt. Das subtiler Horror auf diesem Gebiet dennoch wunderbar funktionieren kann, beweisen etwa die Werke " Im Auftrag des Teufels " (1997) oder " Die Mothman Prophezeiungen " (2002), doch " Dämon - Trau keiner Seele " bietet mir zu wenig an Schauwerten als das mir hier eine erneute Sichtung lohnenswert erscheinen würde. 

4/10
Weiter:
mehr reviews vom gleichen autor
Survivor
McGuinness
7/10
Code
McGuinness
8/10
die neuesten reviews
Maya
cecil b
5/10
Kramer
Punisher77
9/10
Samaritan
TheMovieStar
7/10
Megalomaniac
Arelinchen
6/10
Parallel
Ghostfacelooker
Hunter
TheMovieStar
6/10
Mord
Ghostfacelooker
End
Ghostfacelooker

Kommentare

18.08.2022 08:18 Uhr - Insanity667
1x
DB-Helfer
User-Level von Insanity667 11
Erfahrungspunkte von Insanity667 1.819
Hm... Also ich fand den eigentlich ganz gut, so 7/10 aus der Erinnerung heraus. Die Erzählerperspektive und der Twist am Ende waren schon witzig, ich kann Deine Kritikpunkte aber absolut nachvollziehen. Ist ganz sicher nicht jedermanns Geschmack, was auch völlig OK ist!
Schön geschriebenes Review mal wieder, coole Titelauswahl! :))))

18.08.2022 08:39 Uhr - McGuinness
1x
DB-Co-Admin
User-Level von McGuinness 10
Erfahrungspunkte von McGuinness 1.446
@Insanity667

Guten Morgen 🌞🌻🍀 mein Lieber...

Hier nur magere 4 Punkte zu vergeben mag sicherlich grob erscheinen, doch das dargebotene konnte mich einfach nicht begeistern, zumal mir die zuletzt genannten, ähnlich gelagerten Werke eindeutig besser gefallen haben.
Die Schauspieler, allen voran Denzel Washington, schätze ich wirklich sehr, da ist es für mich umso ärgerlicher gewesen, dass mir der Film partout nicht zusagen wollte.

Ich hatte dieses Werk das erste Mal vor über 20 Jahren gesehen und schon damals gefiel dieses mir absolut nicht.
Leider hat sich der frühere Eindruck nach jetzt erfolgter Neusichtung keineswegs geändert.
Was für mich bleibt ist ein Film, der wesentlich mehr aus sich hätte machen können und weit hinter seinen Möglichkeiten zurück bleibt.
Wie immer ist dies aber nur meine eigene bescheidene Meinung und ich habe trotzdem Verständnis dafür, wenn diese gewählte Art der Inszenierung andere Filmfreunde mehr anspricht 😉

Danke für deine Rückmeldung, welche mir einen guten Start in den Tag beschert ☺️

19.08.2022 07:55 Uhr - Film_Nerd.190
1x
User-Level von Film_Nerd.190 1
Erfahrungspunkte von Film_Nerd.190 28
Guten Morgen McGuinness 😊
Sehr gut geschriebene Review. Ich persönlich hätte dem Film aus der Erinnerung raus auch gute 7 Punkte gegeben, aber ich kann deine Kritikpunkte super nachvollziehen.
Tatsächlich fällt mir aber jetzt erst auf, nachdem ich deine Review gelesen habe, dass die Morde bzw. Die Tatorte doch recht 08/15 waren, wenn man bedenkt, dass der "Killer" ja eigentlich besonders bestialisch vorgegangen sein soll.
Deine Einleitung fand ich super 😉


19.08.2022 08:23 Uhr - McGuinness
DB-Co-Admin
User-Level von McGuinness 10
Erfahrungspunkte von McGuinness 1.446
@Film_Nerd.190

Vielen lieben Dank auch für dein Feedback, worüber ich mich sehr freue ☺️

Der 08/15 - Vergleich trifft es haargenau 👍🏻 denn schockierende Hinterlassenschaften an den jeweiligen Tatorten sucht man hier leider vergebens 😒 wodurch dieses Werk relativ schnell in die Belanglosigkeit abrutscht.
Da mir auch sonst nichts außergewöhnliches geboten wurde und es mich einfach ärgerte, dass trotz der vielen guten Darsteller nichts vernünftiges zu stande kommt, bin ich eben auf eine Gesamtwertung unterhalb des Durchschnitts gekommen.
Zwar kein Totalausfall, aber doch weit unter seinen Möglichkeiten bleibt dieser Titel zurück.

19.08.2022 10:51 Uhr - cecil b
1x
Moderator
User-Level von cecil b 19
Erfahrungspunkte von cecil b 7.366
Ganz tolle Beschreibung und Besprechung!

Stellenweise sagt mir der Film dadurch zu, aber du hast ja klar ausgesprochen, dass es dem an dem gewissen Etwas fehlt. Was man schon braucht, wenn das Wort Dämon in den Mund genommen wird. :)

19.08.2022 12:54 Uhr - McGuinness
DB-Co-Admin
User-Level von McGuinness 10
Erfahrungspunkte von McGuinness 1.446
@cecil b

Treffend formuliert, mein lieber cecil 👍🏻 und gerade mit dem Wort " Dämon " assoziiert man doch weitaus erschreckendere Darbietungen als uns hier vorgesetzt wurde.

kommentar schreiben

Um Kommentare auf Schnittberichte.com veröffentlichen zu können, müssen Sie sich bei uns registrieren.

Registrieren (wenn Sie noch keinen Account hier haben)
Login (wenn Sie bereits einen Account haben)