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Kuck' mal wer da jetzt spricht!

Originaltitel: Look who's talking now!

Herstellungsland:USA (1993)
Standard-Freigabe:FSK 6
Genre:Kinderfilm, Komödie, Tierfilm
Alternativtitel:Schau' mal wer da jetzt spricht!
Kuck' mal wer da jetzt spricht 3
Bewertung unserer Besucher:
Note: 3,33 (3 Stimmen) Details
eine kritik von themoviestar:

Was 1989 mit dem Überraschungshit Kuck' mal wer da spricht unterhaltsam und gewinnbringend (297 Millionen Dollar weltweiter Kinoumsatz) begann, wurde ein Jahr später mit der direkten Fortsetzung Kuck' mal wer da spricht 2 weitergeführt, die trotz kleinerer Abnutzungserscheinungen mit sinnvollen Ergänzungen den Geist des Originals lebte und immerhin noch 120 Millionen Dollar in die Kassen spülen konnte. Beendet wurde die Reihe 1993 mit dem mir nun vorliegenden Kuck' mal wer da jetzt spricht, der zwar immer noch ein paar lustige Momente hat, insgesamt aber deutlich gegenüber seinen Vorgängern abfällt. Irgendwann war die einst originelle Idee einfach ausgelutscht und der Einfall nun die Gedanken der Hunde anstatt der Kleinkinder zu hören, kam beim Publikum anscheinend so gut wie gar nicht an, was das desaströse Abschneiden in den weltweiten Lichtspielhäusern mit einem unterirdischen Ergebnis von 10 Millionen Dollar auch untermauerte. Kuck' mal wer da jetzt spricht kann man schon gucken. Insgesamt betrachtet gehört der Streifen aber zu den Filmen, welche die Welt nicht unbedingt braucht. 

Bekanntermaßen hatte Amy Heckerling, die Regisseurin und Drehbuchautorin vom Original, schon den zweiten Teil nur auf Grund vertraglicher Verpflichtungen inszeniert, so dass sie sich bei Kuck' mal wer da jetzt spricht endgültig ausgeklinkt hatte. Verantwortlich für Regie und Skript ist Tom Ropelewski, der mit der Hauptdarstellerin Kirstie Alley 1990 bereits die Familien Komödie Madhouse umsetzte. John Travolta und Kirstie Alley wiederholen ihre Rollen als Elternpaar James bzw. Mollie Ubriacco, während die Kinder Mikey (David Gallagher) und  Julie (Tabitha Lupien) mittlerweile selbst sprechen können, so dass keine Gedankenstimmen mehr notwendig sind, was in Kuck' mal wer da jetzt spricht nun die Tiere erledigenDer Plot liest sich wie folgt: Familienvater James hat einen lukrativen Job als Pilot für eine große Firma bekommen und fliegt seine neue Chefin Samantha (Lysette Anthony) ständig quer durch Europa, während die kürzlich gefeuerte Mollie alleine zu Hause ist mit den beiden Kindern Julie und Mikey, der sich schon immer einen Hund gewünscht hat. Als der räudige Straßenköter Rocks und die feine Hundedame Daphne als neue Familienmitglieder integriert werden, sorgt dies für jede Menge Chaos und Trubel, so dass eine Probezeit für die frechen Vierbeiner vereinbart wird: Nur der"Bravere" von beiden darf bleiben. Währenddessen wächst Mollie alles über den Kopf mit zwei Kindern, zwei Hunden und mit dem Liebeskummer nach James, bei dem sie eine Affäre mit seiner neuen Chefin vermutet. Nachdem James auch am heiligen Abend sich nicht loseisen kann, packt sie kurzerhand beide Kinder und beide Hunde und macht sich auf den Weg zu ihm...

Das größte Problem von Kuck' mal wer da jetzt spricht ist, dass man alles schon einmal irgendwo gesehen hat, nur eben auch besser. Die einst passende Chemie zwischen John Travolta und Kirstie Alley gehört der Vergangenheit an, ein Großteil der Gags sind mittlerweile abgedroschen bzw. infantiler Natur und können meist nur ein müdes Lächeln hervorrufen, während man sprechende Hunde auch schon in dutzenden anderen Familienfilmen hat erleben dürfen. Kuck' mal wer da jetzt spricht hat auf Grund der 0815 Handlung und einigem nicht gerade lustigem Klamauk spürbare Längen, die von vereinzelten, fetzigen Sprüchen, der ein oder anderen musikalischen Einlage oder auch mal von gelungenem Slapstick unterbrochen werden. In summa summarum überwiegen die langweiligen Passagen knapp, so dass der Film seinen Unterhaltungswert nicht voll entfalten kann. Das witzige, chaotische Finale ist indessen wieder ein Lichtblick, wenn alle Fäden zusammenlaufen und sich entscheidet, ob es für die Familie zu Weihnachten ein Happyend gibt. Außerdem muss fairerweise festgehalten werden, dass die nun kindlichere Ausrichtung des Humors und die niedlichen Tiere wahrscheinlich jüngere Zuschauer mehr ansprechen.

Eigentlich kann man ja froh sein, dass den Machern nicht die Schnapsidee eingefallen ist, noch ein drittes Kind zu etablieren, was deutlich zu viel gewesen wäre, da dieser Drops bereits mehr als ausgelutscht ist. Somit ist der tierische Zuwachs, wenn man schon unbedingt noch eine (überflüssige) Fortsetzung drehen muss, nur folgerichtig und an sich gar nicht mal so ein schlechter Einfall. Die beiden grundverschiedenen Hunde, der eine hart und herzlich, der andere zart und hinterlistig, bekommen ihre Stimmen jedenfalls in der deutschen Version von Iris Berben (Daphne) und Frank Zander (Rocks) spendiert, die natürlich ein loses Mundwerk beweisen und viele kesse Sprüche auf Lager haben. Leider muss sich der Zuschauer im Gegensatz zu den ersten beiden Teilen auf nervige Quasselmarathons einstellen, weil hier zu oft und ohne Pause gesprochen wird, da wurden die Stimmen in den beiden Vorgängern bedachter eingesetzt. Klischee konform können sich die beiden Vierbeiner natürlich zuerst nicht riechen, ehe sie sich im Laufe des Films dann doch zusammenraffen und ein Team werden. 

Zum ersten Mal im Kuck' mal wer da spricht Franchise muss ich die Casting Verantwortlichen kritisieren, denen im dritten Teil das goldene Händchen für die optimalen Kindesdarsteller abhanden gekommen ist. Ohne den bemühten David Gallagher (Mikey) und Tabitha Lupien (Julie) zu Nahe treten zu wollen: Ihnen gelingt es nicht, die außergewöhnlichen Sympathiewerte der Kinder der bisherigen beiden Filme zu erreichen. Vor allem Tabitha Lupien ist mir als relativ schwierig in Erinnerung geblieben und die verwöhnte Art, die David Gallagher Mikey verleiht, hat mir ebenfalls nicht gefallen. John Travolta und Kirstie Alley liefern Dienst nach Vorschrift ab: Sie schießen jetzt keine großartigen Böcke, haben aber auch schon mal motivierter und inspirierter gewirkt. Lysette Anthony weiß als verführerische, intrigante Chefin zu überzeugen, währen Olympia Dukakis als kratzbürstige Schwiegermutter wieder ein paar Filmminuten spendiert bekommt, ihre Screentime fällt aber kumuliert betrachtet deutlich kleiner aus. Twink Caplan (Mollies Freundin Rona) und Elias Koteas (Mollies Bruder Stuart) haben das einzig richtige getan: Sie lehnten eine erneute Beteiligung kategorisch ab.

Fazit: Der Abschluss der Kuck' mal wer da spricht Reihe fällt leicht unterdurchschnittlich aus. Eine Sichtung ist für Kinder sicherlich nicht uninteressant, da diese sich an den Fellfreunden erfreuen werden und mit dem kindlichen Humor deutlich mehr anfangen können als Erwachsene. Fans der ersten zwei Teile sollten nicht blind zuschlagen, da das Qualitätsgefälle deutlich ins Auge sticht, mit angepasster Erwartungshaltung und heruntergeschraubtem Anspruch sind zumindest bedingt unterhaltsame, 90 Filmminuten möglich. MovieStar Wertung: 4 von 10 Punkte.

4/10
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Kommentare

23.09.2022 08:20 Uhr - Belphegor1999
1x
Den habe ich vor Jahren mal im TV gesehen. Hier bin ich im Gegensatz zu Teil 2 bei Dir. Der ist noch schlechter wie der schon langweilige Vorgänger. Maximal 2 von 10 Punkte. Gute Review

23.09.2022 15:25 Uhr - TheMovieStar
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Danke fürs Lesen und fürs Kommentieren, Belphegor. Schön wenn wir den Film ähnlich bewerten, wobei 2 Punkte meiner Meinung nach etwas arg wenig wären, da es auch unterhaltsame Passagen gibt.

23.09.2022 15:32 Uhr - cecil b
1x
Moderator
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Ich finde es toll, dass du auch solche Filme so hervorragend besprichst, TheMovieStar!

Zu dem Original kann ich 'sagen', dass ich es als Kind geliebt habe, dann war die Kindheit vorbei. ;)

Durch Kinderaugen angeregt aber bestimmt noch ein schönes Ding!

Diese Fortsetzung würde ich hingegen links liegen lassen.

23.09.2022 16:20 Uhr - TheMovieStar
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@ Cecil: Danke dir fürs Lesen und für deinen netten Kommentar. Ich fand die ersten beiden Teile früher als Kind super und habe sie kürzlich wieder gesehen und festgestellt, dass sie mich immer noch unterhalten.

Diesen hier habe ich dann nur geguckt, um meine Reviewreihe zu vervollständigen. Ich versuche auch bei "schlechteren" Filmen eine faire und möglichst sachliche Besprechung hinzubekommen.

Ich kann das allerdings auch gut verstehen, dass du diesen Film hier links liegen lässt 😉😊

23.09.2022 18:05 Uhr - cecil b
1x
Moderator
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Dein Vorhaben ehrt dich. :)

Die Qualität eines Films und einer Review haben nicht automatisch etwas miteinander zu tun, auch wenn beliebte Filme und Klassiker natürlich in der Regel am ehesten für Begeisterung sorgen.

24.09.2022 07:29 Uhr - TheMovieStar
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Ja das stimmt. Bei Filmen, die in Richtung 10 gehen, ist es finde ich am einfachsten, Texte zu formulieren.
Anspruchsvoller finde ich es, Filme zu reviewen und zu bewerten, die eher im Mittelfeld oder ganz unten in der persönlichen Wahrnehmung angesiedelt sind und dabei fair zu bleiben und genau die richtigen Formulierungen zu finden, die so eine Bewertung dann auch realistisch tragen. Bei "unbeliebten" Filmen neigt man oft dazu polemisch zu werden, was ich versuche, so gut es geht im Zaum zu halten, was mir aber auch nicht immer gelingt, wenn zum Beispiel Enttäuschung über ein Werk mit in den Text einfließt.

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