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Unten am Fluss

Originaltitel: Watership Down

Herstellungsland:Großbritannien (1978)
Standard-Freigabe:FSK 6
Genre:Abenteuer, Drama, Zeichentrick
Alternativtitel:Watership Down - Unten am Fluß
Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,50 (16 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Als der Bau einer Gruppe tapferer Kaninchen bedroht wird, fliehen sie aufs Land, um eine neue Heimat zu finden. Unter Führung der Brüder Hazel und Fiver bieten sie all ihre Kraft und Intelligenz auf, um ihr Überleben zu sichern. Dabei finden sie neue Verbündete und kämpfen gegen neue Feinde, ohne je ihren Traum aufzugeben. (Warner Blu-ray-Cover)

eine kritik von cecil b:

 

Als 1937 Walt Disney's erster Zeichentrickspielfilm, SCHNEEWITTCHEN UND DIE SIEBEN ZWERGE, seine Premiere feierte, geschah etwas Bedeutendes. Obwohl die Fiktion nicht offensichtlicher sein könnte, berührte dieser Film Jung und Alt so sehr, dass Erwachsenen die Tränen flossen. Kunst kann dabei helfen, sich mit Dingen zu beschäftigen, die in unserer Wurzel verankert sind. Die Realität kommt durch Kreativität zur Sprache, auch das, was für die Meisten unvorstellbar ist, aber nicht totgeschwiegen werden sollte. Und sie kann einflussreich sein, Gesellschaften formen, manipulieren, gestalten, zusammenführen, polarisieren. Manche haben in Kinderjahren eventuell zuhören können, als Verwandte und andere Nahestehende durch Märchen sowie Fabeln Ängste begreifbarer, verarbeitbar machten. WATERSHIP DOWN geht damit fast zu weit, im Bezug auf die Altersfreigabe von 6 Jahren. Es handelt sich um den ersten Zeichentrickfilm mit einem PG-13 Rating, WATERSHIP DOWN soll der blutigste mit so einer Einstufung sein. 

Diese erweiterte Fabel ist die Verfilmung von Richard Adams überaus erfolgreichen gleichnamigen Romans, und nach der Auffassung vieler Kritiker ist dieser aufgrund seiner Komplexität sowie Beschreibung verschiedener Arten der Gewalt nicht geeignet für jüngere Kinder. Über die Verfilmung wurde das auch gesagt. Zwar habe ich den Roman nicht gelesen, aber durch einige Informationen im Netz fand ich heraus, dass Martin Rosens Film, was die Aussage anbelangt, nah an der Vorlage sein soll. Rosen produzierte für gewöhnlich Filme, ein paar drehte er, mehrere Drehbücher wurden von ihm verfasst. Ursprünglich hatte John Hubley (1914–1977) die Regie bei WATERSHIP DOWN geführt, allerdings war Rosen nicht von dessen Arbeit überzeugt, weshalb er das Werk selbst vollendete. Ein lobenswertes Regiedebüt. Hubley war kein unbeschriebenes Blatt, hatte er doch an dem in der ersten Zeile erwähnten Film gearbeitet, und 3 Oscar für unterschiedliche Arbeiten erhalten, Rosens Weiterführung erntete aber ebenfalls Erfolg und Ansehen. Hubley verstarb, bevor diese Verfilmung veröffentlicht wurde. 

Im Buch und dessen Verfilmung werden häufig politische sowie gesellschaftliche Sinnbilder gesehen, und es ist kaum möglich, diese Interpretationen nicht in Betracht zu ziehen. Tatsächlich sagte Richard Adams, dass seine Erlebnisse als Soldat im Zweiten Weltkrieg einen Einfluss auf den Roman hatten, und das Konzept zweier Figuren von Offizieren inspiriert war. Es gehe in WATERSHIP DOWN auch darum, wie eine Gruppe mit lebensgefährlichen Situationen umgeht. Alle anderen politischen oder gesellschaftlichen Allegorien, die sich da anbieten, bestätigte Adams nicht. Auch ich werde diese Interpretationen nur als Vergleich zum besseren Verständnis der Story ansprechen. Motive aus der Bibel und der griechischen Mythologie sind zudem erkennbar, ohne, dass diese Deutungen zwingend von Belang ist. Jeder Zuschauer wird seine eigenen Schlüsse ziehen. 

                                               

                                                                       GEMEINSAM UND GEGENEINANDER

WATERSHIP DOWN stellt eine Gesellschaft mit einer klaren Hierarchie vor. Die Aufgabenbereiche sind unter den Figuren aufgeteilt, innerhalb der Rangordnung werden bestimmte von ihnen als z. B. Hauptmann betitelt. Der Großteil ist daran gebunden, treu untergeben zu sein, das Oberhaupt, ein sehr altes Kaninchen, darf nur kontaktiert werden, wenn Ranghöhere dies erbitten. Alle Kaninchen leben in einem Patriarchat, Weibchen sind in erster Linie als Mütter bedeutsam.

Der Anthropomorphismus drückt menschliche Systeme aus, die Körperlichkeit und die Lebensbedingungen sollen aber das natürlichen Leben der Wildkaninchen darstellen. Jede der Hackordnungen kann kritisch betrachtet werden, die Protagonisten gehören der an, die am ehesten eine Identifikation attraktiv formuliert. 

Anfänglich präsentiert WATERSHIP DOWN in einem Stil, der völlig vom Rest des Films abweicht, eine Art Glaube, eine Sage der zentralen Gruppe. Die Zeichnungen sind grob, dazu wurden matte Farben verwendet, eine Off-Stimme von einem nicht deutlich definierten Wesen spricht, diese Szenen hatte Hubley gedreht. Aus der Sicht der Kaninchen wird beschrieben, dass ein Sonnengott die Welt erschaffen habe, und alle Tiere gleich gewesen sein sollen. Die hasenartigen Figuren sind davon überzeugt, dass es einen Begründer ihres Volkes gegeben hat, der so hochmütig gewesen ist, dass Räuber geschaffen worden sind, um ihn eines Besseren zu belehren. Das sei der Grund dafür, dass Kaninchen von Angst bestimmt leben. Eine weitere Komponente der Sage ist das schwarze Kaninchen, welches den Tod symbolisiert. Der archaische Anführer soll einen Rat bekommen haben, wie er vorgehen müsse, um sein Volk zu schützen. Die Protagonisten, Hazel, Fiver und Bigwig, versuchen dieser Maxime zu folgen, die macht einen Erzählstrang aus, der bis zum Ende ein wichtiges Element ist. Der Antagonist General Woundwort und seine Untergebenen haben ähnliche Leitsätze, die sich aber wesentlich darin unterscheiden, dass sie diese anders auslegen. 

Hazel, Fiver und Bigwig kommen in Zusammenarbeit ihrer Devise nahe, sie könnten unterschiedlicher kaum sein. Hazel ist mutig und diplomatisch, Bigwig ein Kämpfer, der weder Tod noch Teufel fürchtet, Fiver ängstlich, emotional, sensibel, er hat intuitive Visionen. Fiver hat praktisch die Funktion eines Orakels, er warnt seine Umgebung vor Gefahren und empfiehlt, wie vorgegangen werden sollte. Dabei ist er auf andere angewiesen, die das können, was er nicht kann. Das Chef-Kaninchen seines Volkes hört nicht auf ihn, was es noch bereuen wird, und durch die Mechanismen der Hierarchie können aus Freunden Feinde werden. So flüchten die Brüder zusammen mit anderen Figuren, Bigwig schließt sich ihnen an. Auf ihrem Weg auf der Suche nach einem wünschenswerten  "Gehege", Watership Down, und einem besseren Miteinander, müssen sie Zwietracht bewältigen, und lernen ihr Misstrauen realistisch zu halten. Ihnen begegnen Tiere anderer Arten, die äußerst gefährlich für sie werden, machen aber auch Bekanntschaft mit der hilfsbereiten Schwarzkopfmöwe Kehaar. Der Vogel zeigt sich dankbar dafür, dass sie ihm in einer Notlage helfen. Diese Figur bringt mit der spaßigen Transformation von Tierlauten zur menschlichen Sprache auch etwas Humor in den sonst sehr düsteren, dramatischen Film ein. Die englische Synchronstimme war Zero Mostels († 1977, Frühling für Hitler) letzte Beteiligung an einem Film. Kehaars hektisches Wesen ist ein Kontrast zur Gruppe, die Flugfähigkeit ist es auch. Diese Gegensätze sind untrennbar, und davon profitieren die Protagonisten im Endeffekt. Lebensgefahr geht auch von den Menschen aus. Kaninchen debattieren darüber, ob sie der selbsternannten Krone der Schöpfung nur im Weg stehen, von der menschlichen Spezies gehasst, und Menschen die Erde zerstören werden. Die Gruppe trifft auf verschiedene Systeme. In einem lebt man einigermaßen ruhig und friedlich, muss dafür aber an freiheitlicher Entwicklung einbüßen. Eines gleicht einer Diktatur, Artgenossen werden nur akzeptiert, wenn sie sich unterwerfen. Der Anführer, General Woundwort, ist machtgierig und kompromisslos, er setzt sich aber nach Leibeskräften für sein Volk ein. Diejenigen, die sich streng nach dem Alleinherrscher richten, müssen damit rechnen, in Kämpfe verwickelt zu sein, denn die Machterweiterung kennt keine Grenzen. Andere, die unter Woundworts Fuchtel stehen, leben in Angst, weil sie ständig beobachtet werden, und vollkommen angepasst leben müssen. Die Protagonisten und Gleichgesinnte wollen dieser Herrschaft entfliehen, und andere für sich gewinnen, die ähnlich denken wie sie. Folter, blutige Auseinandersetzungen und Tode stehen bevor. 

WATERSHIP DOWN lässt nur wenig Zeit zum Durchatmen, die Bedrohung verfolgt die Figuren durchgehend, der Spannungsbogen ist ein Meisterstück. Schauspieler konnten logischerweise ausschließlich durch ihre Stimmen großartig etwas zum Erfolg beitragen, unter ihnen John Hurt (Hazel,† 2017, 1984) und Ralph Richardson († 1983, Oberkarnickel, Time Bandits), auf deutsch Norbert Gescher († 2021, Peter ist der Boß) und Michael Chevalier († 2006, Mandara), Wolfgang Völz († 2018, DER Käpt'n Blaubär!) brillierte als Kehaar. Zeichnerisch und musikalisch wurde ebenfalls ausschlaggebend einiges geleistet.

Man braucht kein Musiker zu sein, um herauszuhören, dass Angela Morley (1924–2009) eine beeindruckende Komponistin war, die daher während ihrer Laufbahn zweimal für den Oscar nominiert wurde. Streichinstrumente, Blasinstrumente und vieles, was ich nicht ohne weiteres erfassen könnte, vertonten in Hülle und Fülle Hoffnung, Gemeinschaft, Angst, Mut, Leid, Zorn und Dramatik. Selbst ein Blatt, das vom Baum fällt, hat die passende musikalische Begleitung. Mike Batts Lied, Bright Eyes, gesungen von Art Garfunkel, ist Geschmackssache, und qualitativ über jeden Zweifel erhaben. Fast achzig Künstler realisierten die Animation, die vom Cutter Terry Rawlings  († 2019, Blade Runner, Alien) fulminant kombiniert worden ist. Die inszenierte Hügellandschaft basiert auf realen oder ähnlichen Gegenden in Hampshire, England, der von den Protagonisten erzielte Ort, Watership Down, liegt im Süden von Newbury, so war das auch von Adams gedacht. Um die Bewegungen der wichtigsten Figuren möglichst nah an der Realität zu gestalten, wurden Karnickel in das Studio gebracht. Ich vermute, dass Aquarelle verwendet worden sind, um die Lichter der Sonne, Wälder, Wiesen, Felder, Sterne und des Nebels so eindrucksvoll zu verwirklichen. Die Mischung aus naturnahen sowie surrealen Bildern ist geglückt. Sonnenuntergänge deuten eine natürliche Schönheit an, wie sie bekannt ist, verschwimmen Motive durch Fivers Visionen mit albtraumhafter Metaphorik ineinander, liegt eine Inspirationsquelle namens Salvador Dalí († 1989) nahe. Aus Abendrot wird Blutrot. Alle möglichen (wörtlich!) Perspektiven haben den Schwerpunkt bravourös  gelegt. Beinahe kann erahnt werden, wie es sein muss, mit einem Körpergewicht von maximal guten 2 Kilo eine Straße zu überqueren, in der Nacht von einem Raubvogel angegriffen zu werden, oder im Bau ums Leben zu bangen. Bilder, die die Wirkungsweise von Großaufnahmen haben, bestechen durch Präzision. Zu jeder Tages - und Nachtzeit, unter allen Bedingungen, sind die Kontraste von hellen und dunklen Farben beachtenswert. Erstaunlich ist auch, dass die Gesichtszüge und die Gestik der Kaninchen unmissverständliche Emotionen darstellen, andere Tiere sowie Menschen sind in Bezug darauf schemenhaft gezeichnet. Was sinnvoll ist, somit konzentriert sich die Dramaturgie auch in diesem Sinne auf die Gruppe rund um die Brüder. Wirksam spritzt das Blut, der Ernsthaftigkeit der Thematik tut das gut. 

WATERSHIP DOWN ist ein zeitloses Stück Filmgeschichte, das man gesehen haben sollte! Allerdings gehe ich davon aus, dass dieser Zeichentrickfilm Kinder unter 10 Jahren auch in der heutigen Zeit überfordern wird! WATERSHIP DOWN ist für Erwachsene geeignet, junge Zuschauer sollten erwachsene Gesprächspartner haben. Lehrreich kann der Film allemal sein. 

 

 

 

TRIVIA: Richard Adams's Roman wurde ebenfalls mit einer im Jahre 1999 erschienenen TV-Serie wie 2018 durch eine BBC-Serie verfilmt.  

2016 wurde die Geschichte im Watermill Theatre von 9 Akteuren dargestellt. 

1993 – 1995 lief auf ARD eine vergleichbare und empfehlenswerte Serie, ALS DIE TIERE DEN WALD VERLIEßEN, die deutlich mehr für Kinder gedacht ist. Diese europäische Zeichentrickserie beruht auf Colin Danns Buchreihe The Animals of Farthing Wood. 

8/10
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Kommentare

15.09.2022 20:29 Uhr - sonyericssohn
1x
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Ich kenn mich mit Zeichentrick so gar nicht aus. Außer Dschungelbuch, Asterix und ein paar uralte Serien hab ich davon nix gesehen. Darum muss ich auch bei dem hier passen. Klingt aber ähnlich wie dieser...den hab ich sogar gesehen...dieser....na....Tiere proben den Aufstand, Schweine übernehmen das Kommando.. Komm grad ned drauf.

15.09.2022 21:27 Uhr - tp_industries
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Von dem Streifen habe ich viel Positives gehört, sowie, dass er für Kinder eigentlich zu heftig ist.
Dennoch habe ich ihn bis heute nicht gesehen.

Er steht zwar sowieso auf meinem Zettel, dennoch danke ich dir und deiner Arbeit für die Erinnerung!

Ein kleiner Hinweis: Es reicht wenn du Norbert Gescher einmal als Synchronsprecher nennst. ;)

Dein Text erinnert mich aber an einen ebenfalls sehr düsteren Zeichentrickfilm, welchen ich als Kind gesehen habe, und dessen überraschend schwerere Gangart mich fasziniert hat (ohne das ich es damals in Worte hätte fassen können).
Darin ging es um eine (Sklaven?) Familie, welche von einer Farm flüchten muss. Warum genau weiß ich nicht mehr. Während der Flucht wird immer wieder von Hoffnung und einem besseren Leben geredet. Aber dennoch gibt es unzählige Rückschläge. Der schwermütige Soundtrack ist mir auch im Gedächtnis geblieben.
Dummerweise kann ich mich an den Titel nicht mehr erinnern. Versuche schon ewig den Film aufzutreiben, was ohne Titel sehr schwierig ist.

15.09.2022 23:38 Uhr - Schwachkopf79
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15.09.2022 20:29 Uhr schrieb sonyericssohn
Ich kenn mich mit Zeichentrick so gar nicht aus. Außer Dschungelbuch, Asterix und ein paar uralte Serien hab ich davon nix gesehen. Darum muss ich auch bei dem hier passen. Klingt aber ähnlich wie dieser...den hab ich sogar gesehen...dieser....na....Tiere proben den Aufstand, Schweine übernehmen das Kommando.. Komm grad ned drauf.


Animal Farm

15.09.2022 23:41 Uhr - Schwachkopf79
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Eine tolle und sehr informationsbeladende Rezension zu einem tollen Film!

Aber dass du dieses literarische Meisterwerk nie gelesen hast, schockiert mich. :/

16.09.2022 11:13 Uhr - Oberlixodernix
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15.09.2022 23:41 Uhr schrieb Schwachkopf79
Eine tolle und sehr informationsbeladende Rezension zu einem tollen Film!

Aber dass du dieses literarische Meisterwerk nie gelesen hast, schockiert mich. :/


Netter Film,nette Fabel aber ein Meisterwerk ist das Buch sicher nicht. Fand es sogar richtig langweilig und es ist mir nicht mehr sehr gut in Erinnerung geblieben was für ein Meisterwerk ein eher schlechtes Zeichen ist. Da hat mir sogar der Film besser gefallen. Kaninchen die reden sollte man lieber sehen als sie sich vorzustellen. Das Spielen mit tierischen Protagonisten im Verstand hat bei mir nicht so funktioniert, das hat bei Dir Farm der Tiere besser geklappt.

16.09.2022 12:32 Uhr - sonyericssohn
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15.09.2022 23:38 Uhr schrieb Schwachkopf79
15.09.2022 20:29 Uhr schrieb sonyericssohn
Ich kenn mich mit Zeichentrick so gar nicht aus. Außer Dschungelbuch, Asterix und ein paar uralte Serien hab ich davon nix gesehen. Darum muss ich auch bei dem hier passen. Klingt aber ähnlich wie dieser...den hab ich sogar gesehen...dieser....na....Tiere proben den Aufstand, Schweine übernehmen das Kommando.. Komm grad ned drauf.


Animal Farm


Danke !

16.09.2022 19:01 Uhr - Intofilms
1x
Den Film liebe ich. Leider musste das BFI seine Neu-VÖ um vier Monate auf Ende Februar 2023 verschieben. Das kann ich aber verkraften, weil ich mir sage, dass es sich bestimmt lohnen wird, und da wartet man doch gern ein bisschen länger. Vielen Dank, cecil, dass du solche Filmperlen hier vorstellst! 😁
„Als die Tiere den Wald verließen“ sagt mir auch etwas… ;)

16.09.2022 21:01 Uhr - cecil b
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Moderator
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Sony: Lohnt sich. Ist fast ein Horrorfilm. Wirklich.

tp_Industries: Wenn dir einfällt, welcher Film das ist, bin ich ganz Ohr.

DU SIEHST DOPPELT? Oh! Nicht gut!

Deswegen habe ich die Review editiert, danke. ;):)

Schwachkopf78: Danke dir! :)

Ich habe früher viel gelesen. Heute mach ich das auch noch. Aber fast nur noch Reviews. Die dann selber noch zu schreiben, das verlangt Zeit. Was macht man nicht alles für die Kunst? :)

Oberlixodernix: Schlüssig, deine Perspektive.


Intofilms: Gern geschehen. :)

Ich habe damit gerechnet, dass du den liebst! Wirklich. Ein erstaunlicher Film!

Als die Tiere den Wald verließen: Großartige Serie! Ich habe die auf DVD.

16.09.2022 22:43 Uhr - Intofilms
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16.09.2022 21:01 Uhr schrieb cecil b
Ist fast ein Horrorfilm. Wirklich.

Ja! Horror hat viele Gesichter.

Nach der DVD werde ich mich umschauen. Ich weiß nicht, ob ich die Serie damals ganz gesehen habe. Aber Teile davon auf jeden Fall. Hat mir ebenfalls sehr gut gefallen.

17.09.2022 12:04 Uhr - cecil b
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Moderator
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Intofilms: Yeap. Der vom Kampf gezeichnete 'Diktator', oder besonders die Szene, in der metaphorisch dargestellt wird, wie Karnickel im Bau gefangen sind, das hat Alptraum-Potenzial.

Als die Tiere den Wald verließen: Was ich an der Serie besonders schätze, ist, dass die Figuren sehr unterschiedlich sind, und sie lernen müssen, miteinander umzugehen. Sehr ausgewogen, finde ich. Tatsächlich wird es auch sehr dramatisch, aber kindgerecht, und erwachsenengerecht. ;)

18.09.2022 13:22 Uhr - Kaiser Soze
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Ich habe zuletzt iwann in die BBC-Serie reingeschaut und abgebrochen, da ich diese langweilig fand. Rein aus meiner Erinnerung heraus ist dieses "Original" ein sehr trauriger Film, müsste ich mir irgendwann mal zulegen und zusammen mit der Ursprungs-Serie ansehen. Naja, hätte der tag nicht bloß 24 Stunden^^

Jedenfalls, wie gewohnt, eine sehr ausführliche und gut geschriebene Besprechung eines Kultfilms, der wohl einer der härtesten "Kinderfilme" aller Zeiten sein könnte. Schönen Sonntag noch :)

18.09.2022 14:08 Uhr - cecil b
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Moderator
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Die BBC-Serie kenne ich nicht, aber ich vertraue dir da mal. Könnte zu glatt sein, vermute ich.

Film: Ging mir genauso, Aus meiner Sicht hat es sich gelohnt, den wieder zu sehen.

Vielen Dank für dein Lob!

Auch dir noch einen schönen Sonntag! :)

20.09.2022 13:18 Uhr - Man Behind The Sun
1x
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Ich hab mir den Film auch vor etwa 5 Jahren das erste Mal angesehen und war doch, wie viele Andere auch , sehr überrascht über die Atmosphäre und die paar sehr intensiven Szenen, die ich meinem Neffen niemals zeigen würde (wird jetzt bald 6, aber bei seiner Konstitution würde der Junge mehrere Monate nicht mehr schlafen können und mein Bruder mir dementsprechend den Hals umdrehen würde).

Ähnlich geht es mir mit Felidae, den ich als 10(?)-jähriger gesehen habe und durch das Ende des FIlms doch etwas traumatisiert wurde... Soweit ich weiß, ist der aber auch ab 12 freigegeben, ganz im Gegensatz zu Watership Down.

@cecil: Kannst du den Vergleich zu Schnweewitchen nochmal genauer erklären? Muss zugeben, dass ich den nie bewusst gesehen habe.

Andere Filme, die auch, wie ich finde, starker Tobak für Kinder sind, sind "Pinocchio" und "Dumbo" oder "Wenn der Wind weht".

Wahrscheinlich wurde damals alles "ab 6" durchgewunken, was Zeichentrick war. So wie meine Tante, die uns immer mit der Aussage genervt hatte, dass die "Simpsons" doch für Kinder sei...

20.09.2022 16:31 Uhr - cecil b
Moderator
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HI! :)

Kann ich mir vorstellen, was du da geschrieben hast.

Schneewittchen: Dabei ging es mir nur darum, darauf hinzuweisen, dass selbst Zeichentrickfilme mit Märchen - oder Fabel-Motiven eine enorme Wirkung auf Erwachsene haben können. Und dieser Schneewittchen-Film ist einer der Vorreiter, etwas Filmgeschichte.

Ich habe mal eine sehr interessante Doku über die besagte Scheewittchen -Verfilmung gesehen, die dann davon erzählte, dass ausgewachsene Kerle während der Premiere geweint hatten. DAS kann ich nicht vergessen. Heute (fast) undenkbar.

Und weil UNTEN AM FLUSS ein Paradebeispiel ist, für Zeichentrickfilme, deren Dramatik auch heute noch nicht an Erwachsenen vorbeigeht, fand ich das passend, in der Einleitung den Anfang von diesem Prinzip zu erwähnen.

Pinocchio, Dumbo, Wenn der Wind weht und Felidae, habe ich nicht bewusst gesehen, muss ich zugeben. Kann mich nur noch fern an die beiden erstgenannten erinnern.

Als ich im Kindesalter IN EINEM LAND VOR UNSERER ZEIT gesehen hatte, traf es mich hart, als Littlefoots Mutter starb. Der Wolf in EINE UNENDLICHE GESCHICHTE jagte mir richtig Angst ein!

Darum ging es mir auch, zu erwähnen, wie auch diese Art der Kunst Menschen mit ihren realen Ängsten konfrontiert.

Kinder können dadurch lernen, mit Ängsten umzugehen,darum gibt es Märchen unter anderem. Ich habe das durch viele Filme immer wieder gerne angesprochen, Horror und Märchen kommen aus derselben Ecke.

UNTEN AM FLUSS kann dabei helfen, sich mit einem sicheren Abstand mit einigen politischen und gesellschaftlichen Schrecken zu beschäftigen.

Für ein Kind von 6 Jahren geht das aus meiner Sicht nicht klar!


03.10.2022 19:19 Uhr - Dissection78
1x
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Ein wunderbarer Film, sehr schön zusammengefasst. Das Buch las ich als Kind, Erinnerungen habe ich kaum noch daran, aber diese düstere Stimmung... in die kann ich mich noch halbwegs zurück- und hineinversetzen. Ich denke, Martin Rosens Streifen fängt sie hervorragend ein. Und gerade der Stil, die liebevollen Zeichnungen, alles, was heute als 'antiquiert' gilt, trägt zum Gelingen bei (wie z. B. auch bei Rosens Folgewerk "The Plague Dogs" aka "Die Hunde sind los" oder bei "Felidae").

03.10.2022 19:49 Uhr - cecil b
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Moderator
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Freue mich sehr über deinen Kommentar, und stimme dir zu! Danke!

UNTEN AM FLUSS: Die Szene 'im Kaninchenbau gefangen', finde ich echt alptraumhaft, wie es manche Horrorfilme nicht schaffen. Die Schwarzkopfmöwe, wie sie durch Völz krächzend spricht, oder der sensible eigentliche Anführer, der schon fast Philosophie ist, umwerfend.

ZEIT DER WÖLFE habe ich vor kurzem auch besprochen, den magst du doch auch. Zu oft schrieben mir User, dass ich den noch mal sehen müsste. Und sie hatten Recht.

Beides tolle Kunstwerke.

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