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The Shallows - Gefahr aus der Tiefe

Originaltitel: The Shallows

Herstellungsland:USA (2016)
Standard-Freigabe:FSK 12
Genre:Abenteuer, Drama, Thriller
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,64 (30 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Nancy (Blake Lively) surft alleine an einem verlassenen Strand. Als sie plötzlich von einem Weißen Hai angegriffen wird, kann sich die durchtrainierte Blondine vorerst auf einem Felsen im Meer in Sicherheit bringen. Doch obwohl sie nur wenige hundert Meter von der rettenden Küste entfernt ist, wird der Weg dorthin zum ultimativen Willenstest. Ein nervenaufreibender Kampf um Leben und Tod beginnt… (Sony Pictures Germany)

eine kritik von draven273:

Es ist ja schon einige Zeit her das ich mich meiner Lieblingssparte gewidmet habe. Der eine oder andere von Euch weiß sicher das Hai- Filme ja einen gewissen Favoritenstatus filmtechnisch gesehen bei mir genießen. Das hat zum einen mit meinem Faible für diese wunderbaren Tiere zu tun und zum anderen hat es mich damals als kleiner Bub total gepackt, als ich den Weißen Hai (Jaws) gesehen hatte. Nun möchte ich Euch heute mal einen etwas älteren Film vorstellen, der aber in meinen Augen eine Sichtung auf jeden Fall wert ist.

Die Rede ist von The Shallows- Gefahr aus der Tiefe (Im Original einfach nur The Shallows) aus dem Jahre 2016 unter der Regie des Spaniers Jaume Collet-Serra (House of Wax, Orphan- das Waisenkind). Das Drehbuch stammt von Anthony Jaswinski (Die Herrschaft der Schatten, The Ship), für die Produktion waren Lynn Harris (Die 5. Welle, King Richard) und Matti Leshem (Ruthless, The Survivor) verantwortlich. Die Musik kommt in diesem Fall von Marco Beltrami (Scream, Blade 2) und Hauptverantwortlicher hinter der Kamera war Flavio Martinez Labiano (Unknown Identity, The Gunman). Bei The Shallows handelt es sich um eine amerikanische Produktion, die Laufzeit beträgt 87 Min. und in Deutschland hat der Film die FSK Freigabe ab 12 Jahren erhalten.

Für die junge Surferin Nancy Adams (Blake Lively/ Nur ein kleiner Gefallen, Gossip Girl) ist das Meer der liebste Ort, den sie sich vorstellen kann. So macht sie sich auf den Weg zu einem verlassenen Strand in Mexiko, wo ihre damals hochschwangere Mutter schon geschwommen ist. Der einheimische Carlos (Oscar Jaenada/ Chaos Walking, Rambo 5), den Nancy kurz zuvor kennengelernt hat, kennt den Ort und fährt sie dorthin. Und als Nancy sich dort absetzen lässt, ist alles wirklich so wie beschrieben, ein unheimlicher toller weißer Sandstrand, Wasser so schön klar und türkis- blau wie man es sich nur wünschen kann, keine Touristen, insgesamt ein himmlischer Platz auf Erden. Worauf also lange warten? Nach einem kurzen Telefonat mit ihrem Vater und einer Erinnerung an ihre bereits verstorbene Mutter, macht sich Nancy bereit zum Surfen. Gesagt getan, wenige Minuten später ist sie auf dem Board im Wasser. Für einen längeren Zeitraum hat sie zusammen mit den beiden jungen Surfern (Angelo Lozano Corzo und Jose Manuel Trujillo Salas, beide in ihrem ersten und einzigen Film) eine Menge Spaß beim Wellenreiten. Doch dann passiert es. Nancy entdeckt etwas weiter draußen einen Wal, der tot im Wasser treibt. Doch sie ist nicht mehr allein, denn ein großer Hai hat sich dem Wal bereits angenommen und ehe sie sich versieht, ist auch Nancy selbst auf seiner Speisekarte. So wird sie angegriffen, verliert ihr Board, wird am Oberschenkel verletzt und kann sich auf einer kleinen Anhöhe aus Felsen retten. Dumm nur, dass die beiden Surfer grade mit dem Auto wegfahren, sie keine Möglichkeit hat an den Strand zu kommen, sie kein Trinken dabeihat und auch das Handy zum Hilfe holen gemütlich am Strand in einer Tasche auf sie wartet. Der Hai jedoch hat ein immer größer werdendes Interesse an Ihr. Ein Überlebenskampf beginnt, denn der Hai hat Gefallen an seiner Beute gefunden…

Ok, über die Story kann man bei dieser Art von Filmen immer meckern, ich persönlich bin aber in diesem Fall mit der gebotenen Story völlig zufrieden. Zumal man hier wirklich von einer Art Kammerspiel reden kann. Denn der Film beschränkt seinen Spielraum komplett auf den kleinen Strandabschnitt und seinen beiden Protagonisten, dem Hai und Nancy. Zusätzlich nimmt man sich viel Zeit für Nancys Leidensweg und ihre emotionale Lage. Blake Lively geht in ihrer Rolle voll auf, sie verkörpert die einerseits toughe und doch sehr verletzliche Surferin wirklich gut und authentisch. Ich hatte zu keinem Zeitpunkt das Gefühl ihr nicht die Lage abkaufen zu können. Somit liegt dort auch eine große Stärke des Filmes. Die nächste große Stärke liegt bei den Kameraaufnahmen, denn hier wird großartige Arbeit geleistet. Atemberaubend schön sind die Landschaftsaufnahmen, gefolgt von den Surfszenen, wo ich teils das Gefühl hatte, live dabei zu sein. Natürlich kommt hier auch der Hai nicht zu kurz. Auch dieser ist in den jeweiligen Aufnahmen toll anzusehen und welche Szene nun mit CGI und welche mit einer echten Haiaufnahme ist, ist hier wirklich schwer auseinanderzuhalten. Zudem gibt es hier kein Schnittgewitter, die Kamera hält drauf, wenn sie draufhalten soll und verschafft uns in den übrigen Szenen immer genügend Übersicht. Sehr lobenswert.

Auch sehr gut umgesetzt sind die vielen kleinen Situationen, in denen man versucht hat, mehr Realität und Authenzität in den Film zu bringen. So sind z.B. die Attacken auf die beiden Surfer kurz und knackig geraten und bieten einen netten Schockeffekt. Oder auch was das Verhalten des Hais am Wal anging, war ich positiv überrascht, denn so wie hier dargestellt, kann sich eine Szene auch in Wirklichkeit zutragen. Also Hände weg von toten im Wasser treibenden Meeresgetier, das ist eine wahre Freude für Haie. Ich will es nun aber nicht übertreiben, wir reden hier immer noch von einem typischen Tier- Horror. Realismus sucht man auch hier zum größten Teil vergebens, doch bildet The Shallows zumindest mit solchen kleineren Gesten eine willkommene Abwechslung, da sammelt der Film also Pluspunkte. Die Musik darf hier natürlich auch nicht fehlen und Marco Beltrami ist im Filmbusiness nun definitiv kein Unbekannter. Der Soundtrack passt also richtig gut. Die Atmosphöre wird mit der musikalischen Unterstützung hervorragend getragen und sorgt für den passenden Anstieg des Pulses, wenn es zur Sache geht. Der Titelsong “Bird set free“ von SIA rundet das Gesamtpaket noch ab. Kurz möchte ich aber noch auf die wirklich gelungenen CGI Effekte zu sprechen kommen. Bei dem Hai ist die Mischung aus CGI, Modell und echter Aufnahme nicht zu erkennen, auch die Möwe die komplett animiert ist, zeigt wie gut CGI aussehen kann, wenn man es richtig macht. Zum Vergleich möchte ich da gerne an die Haie aus Deep Blue Sea 2 und 3 erinnern, welche eine Katastrophe.

Negativ zu beurteilen ist sicher der Realismus und am Ende macht die gutaussehende Blake ein paar doofe unnötige Fehler, das Ende kommt dann fast plötzlich wie aus dem Nichts und spult sich schnell ab, doch ist das in diesem Fall ein Jammern auf hohem Niveau. Über das Ende kann man streiten, die Dramatik ist super, das Geschehene wird aber dann doch etwas zu übertrieben. Das hätte der Film in meinen Augen nicht nötig gehabt, sei ihm aber verziehen. Blake Lively hat einen großen Teil ihrer Stunts selbst gemacht und nahm an einem speziellem Schwimmtraining teil und lernte diverse Atemtechniken. Gedreht wurde The Shallows unter anderem an der Küste von Queensland und in einem großen Wasserbecken. In diesem wurde ein Großteil der Actionszenen aufgenommen. Die Freigabe ab 12 Jahren halte ich in diesem Fall für etwas gewagt, zwar gibt es hier keine Fressorgie, doch finde ich die Altersfreigabe etwas knapp bemessen.

Was bleibt zum Abschluss? Mir hat The Shallows sehr gut gefallen, schon nach meinen zwei Sichtungen damals im Kino hatte der Film mein Herz erobert. Zumal The Shallows ohne großen Blutzoll auskommt und seine wirklichen Stärken bei den Charakteren, der Atmosphäre, sowie dem Gefühl der ständigen Bedrohung und dem damit verbundenen Thrill punktet. Ein genial animierter Hai und Landschaftsaufnahmen wie sie keine Doku besser einfangen könnte gesellen sich dazu. Von mir erhält The Shallows eine sehr gute 8/10, rein als Hai- Tier- Horror betrachtet würde ich ihn sogar auf einer 9 ansiedeln. Wie immer kann ich nur meine eigene Meinung vortragen, sollte Ihr den Film noch nicht gesehen haben, riskiert ruhig einen Blick, hier kann man nicht viel verkehrt machen. Viel Spaß und gute Unterhaltung dabei.

 

8/10
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Kommentare

06.09.2022 21:28 Uhr - Phyliinx
1x
User-Level von Phyliinx 9
Erfahrungspunkte von Phyliinx 1.143
Einmal im Fernsehen gesichtet, muss ich mir den unbedingt nochmal auf Blu Ray holen

07.09.2022 12:10 Uhr - cecil b
1x
Moderator
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Auch, wenn dieses 'Subgenre' für mich nicht interessant ist, ist es immer wieder eine Freude, wie deine Besprechungen einer deiner Lieblingssparten gerecht werden! :)

07.09.2022 13:39 Uhr - Schwachkopf79
1x
Lustige Anekdote zu diesem Film. Ich hab den damals auf nem Sonntag um 15:00 im Kino geschaut. Kino war maximal zu nem Viertel gefüllt. Der Film lief schon ca. eine Stunde als plötzlich in der vierten Reihe ne Mutter mit ihren zwei Kindern aufstand und den Saal verließ. Ich war fassungslos dass die überhaupt mit den Kindern (ich schätzte die auf 6 und 8 Jahre) zu diesem Film reingelassen wurde...aber noch schlimmer, dass die echt ne Stunde gebraucht hat um zu schnallen, dass der Film vielleicht doch nicht der richtige für ihre Kinder ist.

07.09.2022 18:42 Uhr - Draven273
1x
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@Phyliinx
Hey mein Lieber, schön das Dir der Film auch so zugesagt hat. Viel Erfolg beim kaufen der Blu Ray.

@cecil b
Auch Dir gehört wie immer mein Dank. :) Ja über dieses Subgenre kann ich immer gut schreiben :) Und da gibt es ja noch einiges wovon ich berichten kann.

@Schwachkopf79
Wie ich sehe, ist es durchaus interessant mit Dir ins Kino zu gehen, anscheinend erlebt man dort immer etwas. Das habe ich in der Art und Weise noch nicht gehabt, doch wo Du es erwähnst, beim KIndergartencop damals, da hatte ich auch ne Mutter die sich beschwert hat, das der Film ja zu gewalttätig ist. Da war doch diese kleine Schießerei gleich zu Beginn des Filmes und zack stand die auf der Matte und wollte ihr Geld zurück. - Schick war allerdings auch mein Kinobesuch zu Sleepy Hollow, da liefen auch einige Kinder rum, die definitiv nicht alt genug waren, wobei der im Kino auch noch ab 12 war wenn ich mich nicht täusche. Es war eine Freude von Dir zu lesen. Vielen Dank

07.09.2022 20:24 Uhr - Schwachkopf79
1x
Ich mag den Film übrigens sehr. Ich mag generell Creaturefilme. Meine große Leidenschaft sind ja die alten Jack Arnold Filme. :)
Ich mochte auch den zweiten Teil von 47 metres down.

Deine Rezension liest sich wie immer spannend und ich finde es schön, dass wir immer mehr Filme finden, die wir beide mögen. :D

Tad Stones hab ich übrigens nicht im Kino gesehen. Die ersten beiden Teile sind leider nicht mehr für lau bei Prime. Aber ich hole das demnächst mal nach. :)

07.09.2022 20:37 Uhr - TheMovieStar
1x
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Leider noch nicht gesehen, aber dein lesenswertes Review macht wirklich Lust auf mehr. Danke für die interessante Vorstellung, Draven!

08.09.2022 09:10 Uhr - Draven273
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@Schwachkopf79
Das Du den zweiten Teil von 47 Meters down als gut empfunden hast, spricht für Dich :) Weil unsere Meinungen da auf jeden Fall wieder etwas auseinandergehen :)))) Aber wie DU weißt, und das meine ich ganz ehrlich, egal ob wir den Geschmack immer teilen oder nicht, es ist immer gut auch Deine Meinung zu hören, sie kann meine nur objektiver machen. Und ein Austausch über unsere gemeinsame Faszination was Filme angeht, ist doch super.
Was Tad Stones angeht ist das ein wenig schade, also das Prime sie nicht mehr hat, dann war meine Info schon veraltet, entschuldige bitte.

@TheMovieStar
Lieber Movie, wie immer bist Du hier gern gesehen unter meinen Reviews. :))) Also wenn Du nur ansatzweise mit diesem Genre etwas anfangen kannst, dann möchte ich Dir den Film wirklich gerne ans Herz legen.

09.09.2022 13:27 Uhr - Räuber_Hotzenplotz
1x
Einer der besten Tier-Horror/Survival Filme. Ich verstehe echt nicht warum der so schlecht angekommen ist.

10.09.2022 10:00 Uhr - McGuinness
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Einem intensiven Kammerspiel kann ich durchaus einiges abgewinnen, auch wenn dieses aufs offene Meer hinaus verlagert wird, dazu noch eingebettet in eine wunderschöne Szenerie ☀️🌊🌴 Klingt vielversprechend 😃

Das hier phantastische CGI - Effekte zum Einsatz kommen und man nahezu keinen Unterschied zu echten Aufnahmen bemerkt, werte ich bereits im Vorfeld als dickes Plus 👍🏻
Somit habe ich eine klare Empfehlung deinerseits für diesen verregneten Samstag Abend 😊

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