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Carving the Cadaver

Herstellungsland:USA (2019)
Genre:Dokumentation
Alternativtitel:Carving the Cadaver Vol. 1
Bewertung unserer Besucher:
Note: - (0 Stimmen) Details
eine kritik von dr. kinski:

Carving the Cadaver ist ein filmisches Erzeugnis von Jonathan Doe, welches insgesamt so etwas wie eine Trilogie bildet. Hier soll nun auf Vol. 1 eingegangen werden und aufgrund der Inhaltsgleichheit wird eine Besprechung der anderen beiden Teile auch nicht mehr notwendig sein. Dies sollte dem werten Leser aber im Laufe der Review ohnehin einsichtig werden.

Zunächst aber einmal zu Jonathan Doe, dies ist der gute Mann, welcher sich hinter Putrid Productions und Cinemas Underbelly verbirgt. Ersteres ist eine Produktionsfirma bzw. Filmvertrieb und letzteres ein Youtube-Channel, der für Menschen mit extremen Filmgeschmack durchaus mal einen Blick wert sein dürfte. Jonathan Doe zeichnet sich durch seine Beteiligung an diversen Underground-Produktionen aus, dreht aber auch selbst Filme. Zuletzt sind unter seiner Führung Filme der sogenannten Erotic Grotesque Nonsense Reihe entstanden, die unter Beteiligung der stets unbekleideten Felicia Fisher, nun ja… grotesken Quatsch zeigen. Dass Putrid Productions aber auch seriöse Werke im Programm hat, beweisen die Filme von Doras rechter Hand René Wiesner die dort unter anderem für den amerikanischen Markt vertrieben werden. Ähnlich wie viele Filme Wiesners im Bereich Mondo/Dokumentation angesiedelt sind, kann man mit etwas Wohlwollen auch Carving the Cadaver eine dokumentarische Absicht unterstellen.

Im Grunde bewegen wir uns hier im Bereich der Schockumentary mit dem inhaltlichen Schwerpunkt auf Autopsie und Gerichtsmedizin. Filme dieser Art sind in der Regel gedanklich mit Vorzeigewerken wie Der Weg nach Eden oder Orozco – The Embalmer verknüpft. Während Der Weg nach Eden in die Röhre guckt, wurde der kolumbianische Gerichtsmediziner in letzter Zeit mit Veröffentlichung im deutschsprachigen und internationalen Bereich gerade zu überschüttet. Der Weg nach Eden hat dagegen bis auf ein VHS-Release bisher aber keine offizielle Veröffentlichung erfahren und vermutlich wird es diese auch nicht mehr geben. Ich persönlich finde das sehr schade, da dieser Film aus meiner Sicht ebenso sehenswert ist. In beiden Filmen wird ein Gerichtsmediziner bei seiner Tätigkeit von einem Kameramann begleitet und kommentiert seine Arbeit. Bei dieser Arbeit werden selbstverständlich Leichen geöffnet und da es sich um einen dokumentarischen Film handelt, sind diese natürlich echt, womit schon einmal viele Zuschauer an ihre Grenzen kommen werden.

 

Auch wenn man als Zuschauer dabei wirklich ein bisschen was lernen kann, so kann man doch nicht leugnen, dass bei dem Entschluss diese Werke zu sichten, eher die voyeuristische Neugier die treibende Kraft ist. Zu dieser Einsicht ist wohl auch Jonathan Doe gelangt, als er sich daran gemacht hat, Filmmaterial für Carving the Cadaver zusammenzustellen. Besagtes Filmmaterial besteht aus diversen Videos, die eben eine Autopsie zeigen. Leider hat man sich vonseiten des Filmemachers aber nicht die Mühe gemacht, wenigstens eine erklärende Stimme einzufügen, sodass hier nur das „Zur-Schau-Stellen“ eben jener Tätigkeit bleibt. Die Qualität der Videos schwankt zwischen grottig und ganz vernünftig, kommt aber niemals über VHS-Niveau. Unterlegt wird die Szenerie von gleichmäßig ruhiger Musik, die im Grunde meist Klavier basiert daher klimpert. Gelegentlich gibt es eine Art melodisches Rauschen, was zumindest für eine etwas unangenehme Atmosphäre sorgt.

 Im Wesentlichen handelt es sich bei diesem Werk wohl um eine Aneinanderreihung von Lehrfilmen für angehende Gerichtsmediziner. Jonathan Doe ist hier auch nicht selbst aktiv geworden, hat also nicht die Kamera geführt, sondern hat im Grunde nur Filme aus dem Internet oder sonst woher zusammengeschnitten. Eine Schockumentary, die darauf verzichtet, die Bilder in einen brauchbaren Kontext einzuordnen und lediglich auf das Visualisieren von Grausamkeiten setzt. Dies ist besonders schade, da die Original-Filme vermutlich so etwas wie eine Tonspur hatten. Gelegentlich entnimmt der Chirurg nämlich Organe, schneidet sie auf und deutet mit seinen Fingern auf bestimmte Bereiche und erklärt vermutlich Funktionen und ähnliches. Ohne medizinische Kenntnisse und Tonspur erschließt sich mir der Großteil aber leider nicht.

Die Aufnahmen sind nicht für jedermann, aber prinzipiell wird auch nicht mehr als bei den beiden oben genannten Vertretern gezeigt. Allerdings werden in nicht mal einer Stunde Laufzeit auch ausschließlich Autopsien gezeigt, sodass die Quantität der grausamen Szenen zumindest die der anderen beiden übersteigt. Ohne Kontext wird das Gezeigte aber recht schnell eintönig.

 


Nun, im Grunde weiß jetzt jeder, worauf man sich hier einlässt. Wer sich schon immer mal ne Stunde Autopsien reinziehen wollte, sollte jetzt unbedingt zuschlagen. Der Rest ignoriert diesen Titel am besten weiterhin. Eine Wertung verkneife ich mir an dieser Stelle ebenfalls.

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Kommentare

08.09.2022 22:05 Uhr - Jichi
2x
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Seinen YouTube Kanal "Cinemas Underbelly" schaue ich sehr gerne und auch viel, und habe dort schon einige Titel entdecken können, die ich noch nicht kannte, seine Sammlung ist einfach nur beeindruckend. Und der Trailer zu "Barf Bunny"...herrlich bescheuert ;-D
Kennst du den Film und lohnt sich da die Langfassung ? Wobei ich bezweifle dass ich den hier auf Schnittberichte besprechen könnte.

Der Titel hier klingt jetzt nicht so herausragend, und einfach nur Aufnahmen aus dem Internet aneinander zu schneiden ist jetzt auch keine große Kunst. Und Aufnahmen von Autopsien gibt es sicher auch bessere.
Aber ein besseres Review zu "Carving the Cadaver" nicht, super gemacht !

09.09.2022 08:53 Uhr - Dr. Kinski
1x
User-Level von Dr. Kinski 4
Erfahrungspunkte von Dr. Kinski 271
Danke Dir!

Seine Reviews sind wirklich interessant und informativ. "Burf Bunny" habe ich allerdings nicht gesehen. Mit Körperflüssigkeiten jeder Art habe ich keine Probleme, aber ich habe diese gerne neben brutalen Effekten zumindest mit dem Hauch einer Story. Bei "Burf Bunny" reduziert es sich aber wie ich gehört habe, auf Frauen im Hasenkostüm, die sich bekotzen. In dem Fall geht es ja im Grunde nur noch um irgendeinen Fetisch-Kram und da verliert das für mich dann an Reiz. 30€ ist mir das jedenfalls nicht wert.

Seinen anderen Film "The Degenerartes" würde ich dagegen noch interessanter finden, da hört es sich wenigstens an, als wenn es da eine Story geben würde. Nach allem was ich gehört habe, gibt's da aber auch nur wieder Fetisch Kram mit Fischer, insofern halte ich da auch erstmal Abstand.
Solltest du zu einer Sichtung kommen, kannst du mir aber gerne berichten. Im Zweifel auch privat :)

09.09.2022 11:56 Uhr - Fratze
2x
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09.09.2022 08:53 Uhr schrieb Dr. Kinski
... Nach allem was ich gehört habe, gibt's da aber auch nur wieder Fetisch Kram mit Fischer, ...


😳

"Hey Boss, haben Sie nicht gesagt, Troy McClure wär tot?"
- "Nein, ich hab gesagt, er schläft mit Fischen."
🤣🤣

Das ist ja mal wieder ganz was spezielles, was du hier ausgebuddelt hast. Wie immer interessant und spannend zu lesen, wobei die Kommentare jetzt noch mal einen tieferen Einblick gegeben haben... brrrr, Fische 🤢 Und wie so oft bei den von dir, jichi oder hudeley besprochenen Werken werd ich hier auch wieder mal verzichten. Das soll aber die Qualität deiner Kritik in keiner Weise schmälern, wie gewohnt hochwertiger Lesestoff 😁

09.09.2022 12:55 Uhr - Jichi
2x
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@Dr. Kinski: Alles klar. 30 Euro sind natürlich schon eine Ansage für 50 Minuten Fetisch, den man sich nur aus Neugier anschaut. Da die Neugier aber meist stärker ist als ich, schließe ich eine Sichtung nie aus. Falls ich dazu komme, lasse ich es dich wissen ;-)

@Fratze: Die Darstellerin heißt Felicia Fisher. Fische gibt`s zum Glück nicht. Dafür geht es bei "Barf Bunny" um eine Frau im Hasenkostüm, welche einen Haufen Früchte in verschiedenen Farben isst und anschließend wieder erbricht, sodass das Erbrochene die Farbe wechselt. Vielleicht liegt dir das ja mehr als die Fische ;-D

09.09.2022 14:10 Uhr - Dr. Kinski
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Erfahrungspunkte von Dr. Kinski 271
@Fratze
Danke Dir und freut mich, wenn du eine interessante Lektüre hattest. In diesem Fall muss man das auch wirklich nicht gesehen haben. Da gibt es weit bessere Filme in diesem Bereich. Und wie Jichi schon sagt, mit schuppigen Meeresbewohnern hat das alles nichts zu tun :D

@Jichi
Okay, geht mir auch so. Wenn ich da mal günstig drüber stolper wandern die wohl trotzdem ins Regal :)

09.09.2022 15:10 Uhr - Fratze
2x
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😂😂😂🤦‍♂️

Ach so, danke für die Aufklärung euch beiden. Da war wohl der Wunsch der Vater des... äääh, halt nein, Moment... wie war die Frage? 😳😱

🤣😜

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