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Firestarter

Herstellungsland:USA (2022)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Horror, Drama, Science-Fiction, Thriller
Alternativtitel:Feuerkind
Bewertung unserer Besucher:
Note: 5,00 (11 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Seit mehr als einem Jahrzehnt befinden sich Andy (Zac Efron, Extremely Wicked, Shockingly Evil and Vile, Greatest Showman) und Vicky (Sydney Lemmon, Fear the Walking Dead, Succession) auf der Flucht: Verzweifelt versuchen sie, ihre Tochter Charlie (Ryan Kiera Armstrong, American Horror Story, The Tomorrow War) vor einer geheimnisvollen Regierungsbehörde zu verstecken, die ihre einzigartige Fähigkeit, Feuer zu entfachen, als Massenvernichtungswaffe einsetzen will. Andy hat seiner Tochter beigebracht, ihre durch Wut oder Schmerz ausgelöste Fähigkeit zu kontrollieren. Doch für die nun elfjährige Charlie wird es immer schwieriger, das Feuer zu bändigen. Als durch einen Zwischenfall der Aufenthaltsort ihrer Familie offenbart wird, nimmt ein mysteriöser Agent (Michael Greyeyes, Wild Indian, Rutherford Falls) die Verfolgung auf, um Charlie ein für alle Mal in die Gewalt der obskuren Organisation zu bringen. (Universal Pictures)

Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von kaiser soze:

Es ist wieder passiert.

Stephen King, ein Kultautor, von dem über 70 Romane / Geschichten verfilmt wurden. Im Gegensatz zu manchem Drama, etwa The Green Mile (1999) oder Hearts in Atlantis (2001), konnten mich die meisten "alten" Horrorstreifen nicht überzeugen - von der ersten Verfilmung Carrie - Des Satans jüngste Tochter (1976), der mal / lediglich sechs Monate lang indiziert war (-> Spezial), über den Schnarcher Kinder des Zorns (1984) bis Schlafwandler (1992). Die neueren Horrorfilme schneiden bei mir oftmals weit besser ab, zB: Zimmer 1408 (2007), Stephen Kings Es - Teil 1 und Teil 2 (2017 & 2019) oder auch der eher unpopuläre Friedhof der Kuscheltiere (2019).

Kings Roman Feuerking (1980 - OT: Firestarter) erhielt nach vier Jahren die erste filmische Umsetzung. Mark L. Lesters Der Feuerteufel (1984) mit Drew Berrymore in der titelgebenden Hauptrolle ist gut gespielt, mir aber ehrlich gesagt zu langweilig & -atmig. Auch wieder so ein Werk, das mal ab 18 und trotzdem teils geschnitten war - zur Info. Nach dem ebenfalls nicht gelungenen Versuch (Feuerteufel - Die Rückkehr (2002)), kam nun eine neue Verfilmung heraus: 

Firestarter

(2022), die zweite Regiearbeit von Keith Thomas, dessen Spielfilm-Regiedebüt The Vigil - Die Totenwache (2019) auch gar nicht uninterressant klingt.

Im Film verfügen Andy McGee (Zac Efron) und seine Frau Vicky (Sydney Lemmon) über übersinnliche Fähigkeiten und versuchen ihre Tochter Charlie (Ryan Kiera Armstrong) vor deren feurigen Fähigkeiten zu schützen. Doch als eine Agentin (Gloria Reuben) eine alten Killer (John Beasley) auf die Familie ansetzt, beginnt ein Kampf ums Überleben.

Der rund 90 Minuten lange Firestarter ist aufgrund der zu Grunde liegenden Geschichte eine Mischung aus Horror, Fantasie und (Familien-)Drama. Gerade letzteres funktioniert Dank der Inszenierung, des stimmigen Soundtracks (übrigens u.a. von John Carpentar) und der guten Darsteller, allen voran der Tochter, sehr gut. Das Werk wird durchgängig sehr ruhig erzählt. Kein hastiges Schnittmassaker, wie es heute leider viel zu oft üblich ist, keine überhasteten Entscheidungen der Darsteller und doch bzw. genau deshalb bleibts spannend & ohne Längen / Hänger. Von den Fähigkeiten abgesehen, ist alles sehr realistisch inszeniert.

... und ich brauche sie lebend.

Das titelgebende, 11jährige Mädchen, das völlig überfordert ist und trotz ihrer kindlichen Verletzlichkeit ihre tödlichen Fähigkeiten irgendwie in den Griff bekommen muss bzw. unterdrücken soll, zieht u.a. auch durch ihre quasi-Opferrolle die Sympathien auf sich. Wenn sie etwa in der Schule gehänselt wird und aufs Klo rennt, um niemanden zu verletzen und man einen kleinen Vorgeschmack ihrer Fähigkeiten erhält, ist dies schon nicht ohne. Hat ein wenig etwas von Let Me In (2010), dessen Vorlage So finster die Nacht (2008) ich auch immer noch schauen will...

Aber auch ihre Eltern, deren Uneinigkeit und Wege, machen neugierig. Soll das Kind die Fähigkeiten stets unterdrücken oder lieber lernen, diese zu beherrschen? Die Tatsache, dass beide ebenfalls übernatürliche Fähigkeiten haben, die ihre Tochter wohl geerbt hat und die Hintergründe dessen, tragen ebenfalls dazu bei, dass man nie weiß, was als nächstes passieren wird. Das Ganze erinnert, im positiven Sinne, ein wenig an X-Men (2000). Dazu passt, dass der Vater seine Fähigkeiten nutzt, aber nicht unbeschadet davon kommt, wie Logan in eben diesem Werk (2017).

Die Bösen werden dann etwas arg klischeemäßig dargestellt und sind hier eher Mittel zum Zweck, der aber aufgeht. Durch deren Auftreten ist der Film quasi in zwei Teile zu unterteilen: Besagtes Familienleben mit Schule usw & die Flucht und der Kampf gegen die Verfolger. Während der erste Part zwar überzeugend, aber eher nur ganz nett anzuschauen war, punktet die zweite Filmhälfte. Vor allem beim Grande Finale zeigt sich, dass man viel Wert auf Unvorhersehbarkeit gelegt hat. Hätte ich jetzt so nicht erwartet - was doch zumindest bei der Erstsichtung auch sehr gut ist.

Es darf keine Reaktion sein; es muss eine Entscheidung sein.
 

Fazit:
Firestarter (2022) ist ein sehr ruhig erzähltes Horrordrama. Durch den Versuch ein normales Leben zu führen und den Problemen, die durch die Fähigkeiten nach und nach zu Tage kommen, schafft es der Film zu unterhalten und macht neugierig auf das, was noch kommen wird. Wenns dann immer mehr zur Sache geht, wird der Stil fortgeführt und insgesamt ist es ein (ganz) guter Film.

Die Darstellerleistung, der Spitzensoundtrack, unvorhersehbare Ereignisse und das Ende runden das Ganze ab:

7 bis 7,5 von 10 Punkten

7/10
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Kommentare

10.09.2022 21:00 Uhr - Belphegor1999
1x
Erst gesehen. Besser als der von 1984. Lesenswert beschrieben. Gute Kritik!
7 von 10 würde ich auch geben.

11.09.2022 00:32 Uhr - CHOLLO
1x
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Spitzen Review,
Ich konnte dem ja nicht soviel abgewinnen wie du. Der Soundtrack von (u.a.) Carpenter ist aber wirklich Spitze, wie du ja schon sagst.

11.09.2022 17:01 Uhr - Draven273
1x
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Da gehe ich doch mal mit :) den fand ich auch ganz unterhaltsam. Das Ende war mir etwas zu kurz und zu schnell vorbei, aber ok, der Rest passt im Großen und Ganzen. Finde auch der ist ein wenig zu unfair behandelt worden, denn als neue Version von der Kurzgeschichte bietet der alles was in dem Kurzroman an wichtigen Stellen vorkommt. Aber so ist das mit den Geschmäckern. Auch Zac Efron kann meiner Meinung nach durchaus solche Rollen spielen. Der wirklich geniale an diesem Film ist aber der Soundtrack, der Titelsong hat sich sofort als Ohrwurm bei mir eingebrandt.

11.09.2022 21:51 Uhr - Kaiser Soze
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Nabend zusammen und vielen Dank für das freundliche Feedback :)

@Belphegor
Ich habe die Verfilmung von 1984 sehr lange nicht gesehen und kann das daher nur grob aus der Erinnerung schätzen. Aber ja, aus dieser heraus gefällt mir der 2022er-Film besser.

@Chollo
Stimmt, wobei wir uns ja bei vielen Punkten einig sind, nicht nur Soundtrack, auch die nicht überzeugenden Bösen usw. Fand den halt durchgängig unterhaltsam^^

@Draven
Mich hat das Ende überrascht und sehr gut gefallen, auch weils direkt aufn Punkt kam ;-) mehr hätte auch nach hinten los gehen können.

12.09.2022 19:49 Uhr - ActionJackson77
1x
Für mich hat der Film auch gerockt, genauso wie deine Kritik es tut! Fand den um einiges besser als
die alte Verfilmung. Lege sogar noch einen Punkt drauf 8 von 10!

14.09.2022 15:53 Uhr - Kaiser Soze
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@ActionJackson
Vielen Dank, freut mich, wenn Film & Review gefallen haben.
Ich werden den Film irgendwann nochmal schauen, lasse bis dahin aber viel Zeit ins Land ziehen. Mal sehen, wie der mir bei ner Zweitsichtung gefallen wird. Vllt gibts dann mehr Punkte, aber erstmal schwanke ich "nur" bei o.g. 7 bis 7,5 :)

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