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Legion

Herstellungsland:USA (2010)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Action, Horror, Fantasy
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,54 (13 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Ex- Erzengel Michael begibt sich auf die Erde um nach dem Menschen zu suchen der noch zwischen dem Untergang der Menschheit, dem Zorn Gottes oder dem Überleben steht.

In einem Diner mitten im Nirgendwo wird er fündig.
Bis an die Zähne bewaffnet trifft Michael neben den Besitzern des Lokals auch auf eine Gruppe Reisender.

Jetzt muss Michael nicht nur den Auserwählten vor der Legion der Engel beschützen. ()

Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von sonyericssohn:

"Ich fragte meine Mutter warum Gott denn so wütend sei.

Sie sagte, vielleicht hat er das alles satt."

 

'Charlie'

23. Dezember 

Mitten im Nirgendwo der Mojave Wüste befindet sich die Raststätte Paradise Falls. Dort leben und arbeiten Inhaber Bob Hanson und sein Sohn Jeep, der Koch Percy und die schwangere Kellnerin Charlie. Alle machen das Beste aus der Situation, denn irgendwie hat man sich das Paradies anders vorgestellt. Ein im Moment anwesendes, sich ständig streitendes Pärchen  macht das ganze nicht besser und lassen ihren Frust gerne an ihrer Tochter aus. Zu der Gruppe gesellt sich nun Kyle der sich auf dem Weg zu seiner Familie macht, sich aber leider verfranzt hat. Ein Tag wie jeder andere, doch plötzlich ändert sich alles. Mit einem Mal regiert das Chaos an diesem stillen Ort ! Eine merkwürdige Veränderung geht vor. Es gibt Verletzte. Nun kommt ein Fremder an der in Rätseln spricht und bis an die Zähne bewaffnet ist. Er ist hier um zu beschützen. Jemand bestimmten, vor der…

LEGION

Ein ganz schöner Brocken den einen Regisseur Scott Stewart hier in seinem Langfilmdebüt präsentiert ! Bisher mehr als Produzent und FX Hexer für Werke wie Iron Man, Stirb langsam 4.0, Fluch der Karibik und Sin City tätig, zeigt er hier daß er auch auf dem Regiestuhl weiß was zu tun ist. Dabei bedient er sich an bekannten Werken und mixt sie gnadenlos untereinander. Warum nicht ?

In Sachen Darsteller griff man auf mehr oder weniger bekanntes Personal zurück. Adrianne Palicki (Supernatural, CSI: Miami) spielt Charlie die über ihre Schwangerschaft rein gar nicht begeistert ist. Frustriert darüber raucht sie, trinkt… Nicht gerade vorbildlich. Wohin sie in und mit ihrem zukünftigen Leben will weiß sie eigentlich gar nicht. Ist ihr wohl auch relativ egal. Oder doch nicht ?

Jeep (Lucas Black; The Fast and… Tokyo Drift, Jarhead, Akte X - Der Film) hingegen weiß ganz genau was er will und vor allem mit wem. Ein Blick genügt und es ist klar wenn er da im Auge hat. Zudem fühlt er sich irgendwie verantwortlich für sie. Wäre da nicht das kindlich, leicht realitätsferne Gemüt…

Sein Vater Bob (über Dennis Quaid muss man eigentlich kaum mehr was sagen.) ist über dessen stagnierende Weiterentwicklung wenig begeistert. Er will ein besseres Leben für seinen Sohn. Daß er Charlie wegen zudem noch seine Arbeit vernachlässigt stößt ihm sauer auf. Nicht nur einmal gerät man aneinander. 

So richtig Ruhe bringt dieses ewig streitende Paar aber auch nicht rein. Sandra (Kate Walsh) und Gatte Howard (Jon Tenney) pöbeln sich gegenseitig an, der Wagen is im Eimer und Töchterchen Audrey (Willa Holland) hat viel zu wenig an. Es ist zum auswachsen. 

Der coole und ruhige Kyle (Tyrese Gibson; Transformers 1+2, Death Race, 2 Fast 2 Furious) will von den Problemen anderer nichts wissen, er hat seine eigenen. 

Doch mit der Ankunft des seltsamen Michael (ich find den sogar recht gut; Paul Bettany; Da Vinci Code - Sakrileg, Ritter aus Leidenschaft. Nach diesem Film sollte es gut laufen für ihn) sollten es noch mehr Probleme geben ! Denn die Botschaft welche er neben seinen Waffen transportiert stimmt so gar nicht weihnachtlich ! 

"Das ist völliger Wahnsinn ! Ich glaube nicht mal an Gott !"

"Das ist okay, Bob. Er glaubt nämlich auch nicht an dich."

Ja, eine wilde Mixtur serviert einen Scott Stewart hier. -Terminator-, -From Dusk till Dawn-, -Carpenters Das Ende-, vielleicht sogar noch einen Hauch -Der Exorzist-... Man könnte sagen da ist für jeden was dabei. Wohin der Film mit dem Zuschauer will ist zu Beginn noch nicht klar. Man erlebt Michaels Ankunft, sich anschließend "behandelt" (dazu Schweigen) und sich einiger schwerer Bleispucker bemächtigt. Buchstäblich flammend trifft er auf zwei Polizisten die eben zuvor noch über das Gesocks der Stadt philosophierten…"man möge sie verbrennen"... Eine Menge Symbolik und diverse Seitenhiebe auf die Bibel zieren die ersten Minuten und zeigen im Grunde bereits, was noch auf einen zukommt ! Finsternis ! 

Nach dieser doch recht rauen Vorstellung jenes Herrn lernt man auch die weiteren Mitstreiter des Films kennen. Jeep (statt dem Auto repariert er lieber ein altes Kinderbettchen) und Charlie, die sich zwar gut verstehen aber auch nicht mehr. Zumindest seitens der Dame. Bob der sich ständig Kämpfe mit dem TV- Gerät liefert, den gutmütigen Percy bei dem ein vergangener Krieg seine Spuren hinterließ. Das nervige Pärchen das alle Anwesenden nur zu gerne an ihrem Zwist teilhaben lässt. Ja und eben den leicht gestressten, aber dennoch coolen Kyle, der tief in seinem Inneren ein netter Kerl ist. 

Bis hierhin, das Intro ausgenommen, plätschert der Film fürs erste ruhig dahin. Man hat hierbei die Möglichkeit sich von jedem der Anwesenden ein ziemlich genaues Bild zu machen. Erfährt nach und nach was jedem so umtreibt und besonders bei Charlie scheinen die Rädchen im Kopf nicht unbedingt ineinander zu greifen. Die Schwangerschaft passt einfach nicht in ihr Weltbild… Auch bei Jeep kristallisiert sich schnell heraus daß er ein ganz klares… Weltbild besitzt. Zusammengefasst möchte ich sagen es sind alles Menschen wie du und ich, jeder mit seinen eigenen Problemen. Einige größer, andere lächerlich. Und wer denkt sein Problem sei das worüber geredet werden muss wird alsbald eines besseren belehrt, denn das noch viel größere Problem bahnt sich in Form der reizenden alten Dame namens Gladys (Jeanette Miller; Norbit, Dexter) seinen Weg in das Diner. Freundlich besorgt fragt sie Charlie nach ihrem ungeborenen Kind um sie sogleich böse zu beschimpfen…"es wird brennen du Fotze !". Warum soll eigentlich hier ständig alles und jeder brennen ? Sprachs und nimmt einen kräftigen Happen aus Mr. Andersons Hals. 

Werte Filmfreunde. Was ihr hier geboten bekommt ist ohne zu viel auszuplappern nur schwer zu beschreiben. Quasi im Minutentakt ändert der Streifen seine Gangart. Im ersten Augenblick ein wenig Drama und vergebene Liebesmüh um dann mitten in einer enorm bleihaltigen Schießerei mit Besessenen (wie Percy erklärt bekommt handelt es sich nicht um Dämonen !) die sich um das Diner scharen zu landen. Autos vergehen in krachenden Explosionen, überschlagen sich, werden von den Salven der großkalibrigen Knarren zersägt. Und dabei weiß man immer noch nicht was denn jetzt eigentlich Sache ist. Denn Michael rückt erst sehr spät mit der Sprache raus…und das mach ich jetzt auch. Nämlich gar nicht ;-) Ätsch. Ich fasse es mal so zusammen: Der eigentliche Hintergrund des Ganzen ist viel weniger himmlisch als die Action ! Dabei geizt man auch nicht mit einigen Härten die einen nach so manch längeren Dialogen mit Anlauf in die Magengrube prügeln. Dabei muss leider gesagt werden daß die Akteure nicht immer überzeugen und oftmals in eine Art Overacting abdriften. Besonders bei der hübschen Kate Walsh fällt dieser Umstand des öfteren auf. 

Hervorheben möchte ich im übrigen die grandiose musikalische Untermalung eines John Fizelli der mit dramatischen Kompositionen und schallenden Chören einen gewaltigen Klangteppich auslegt. Vor allem wenn gegen Ende offensichtlich enorme Trompeten, Hörner und Posaunen einen, wenn man so will, Endgegner ankündigen. 

"Geben wir ihnen doch was sie wollen !"

Für Action- und Horrorfans gleichermaßen könnte dieses kleine aber feine Werk interessant sein. Auch wenn der Film mit Sicherheit nicht perfekt ist, evtl. an Nicklichkeiten leidet, kann er doch wunderbar unterhalten. Zumindest wenn man diese Art Film mag. Wobei, haltet ein, diese "Art" gibt's meines Wissens nur einmal. Frech, actiongeladen, absolut nicht bibelkonform, amtlich hart und wenn man so will samt schwarzen Humors. Na also wenn da der Name des Diners nicht ein Wink mit dem Zaunpfahl ist… 

 

ses


 

8/10
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Kommentare

16.09.2022 17:56 Uhr - TheMovieStar
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Hört sich sehr interessant an, Sony! Danke für die tolle Vorstellung. Der könnte was für mich sein :-)

16.09.2022 19:10 Uhr - sonyericssohn
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Merci Movie. Wenn du auf einen Action-Horror Bastard stehst dann riskier doch mal nen Blick. Ich denke der wird dir munden ;-)

17.09.2022 12:13 Uhr - cecil b
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Hab mich von dem Film auch gut unterhalten gefühlt. Deine Review hat den wie gewohnt gut rüber gebracht.

17.09.2022 13:59 Uhr - Calahan
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Spitzen Review, der Film hat die 8er Wertung wirklich verdient.
Hat mich ein wenig an Ittenbachs Legion of the Dead vom 2001 erinnert, wobei es ewig her ist als ich den
gesehen habe. Natürlich erreicht der auch nicht die Qualität. :)

17.09.2022 14:21 Uhr - sonyericssohn
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Moderator
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Cecil, Calahan...danke euch beiden. Cool daß der euch auch angesprochen hat.

Legion of the Dead... In meinen Augen einfach ein kläglicher Versuch auf der Welle eines From Dusk... mitzusurfen. Zumindest möchte ich das heutzutage behaupten ;-)

17.09.2022 14:29 Uhr - Calahan
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Naja, einen Ittenbach sehe ich unter einer anderen Prämisse.
Semi-Amateursplatter halt und wems gefällt, warum nicht.

17.09.2022 14:31 Uhr - sonyericssohn
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So soll es sein. Ittenbach is halt einfach nicht mehr meins.

18.09.2022 21:33 Uhr - Draven273
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In meinen Augen ein durchaus unterschätzter Film, der zuviel abgestraft wurde. Aber das ist nur meine Meinung. Dieses gefallene Engel Ding gefiel mir ganz gut. Die Effekte sind nett bis gut, Langeweile fand ich kommt überhaupt nicht auf und genügend ansprechende Szenen hat das Ding auch zu bieten. Zumal auch der Cast passend ist. Ich liege hier noch zwischen ner 7 und 8, bin mir nicht ganz sicher, aber das ist ja kein nennenswerter Unterschied zu deiner gelungenen tollen Review, die mal wieder eine Freude war. :)

19.09.2022 11:03 Uhr - sonyericssohn
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Danke Draven !
Ich war damals während und nach der Sichtung doch ziemlich überrascht was da gerade passiert(e). Für ein Regiedebüt echt bemerkenswert !

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