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Hacked - Kein Leben ist sicher

Originaltitel: I.T.

Herstellungsland:Irland, Frankreich (2016)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Drama, Krimi, Thriller
Bewertung unserer Besucher:
Note: 5,33 (3 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Mike Regan (Pierce Brosnan) führt das luxuriöse Leben eines Selfmade-Millionärs mit bildschöner Ehefrau, einer intelligenten Tochter, beeindruckendem "Smart Home" und mehr Geld, als er je ausgeben kann. Seine exklusive Firma Regan Aviation steht kurz vor einem Durchbruch im Privatjet-Sektor und er vor dem Geschäft seines Lebens. Doch als seine Beziehung zu einem ehemaligen IT-Angestellten hässlich wird, sieht er seine ganze Existenz bedroht, denn heute kann jedes private Detail mit nur einem Mausklick an die Öffentlichkeit gelangen. Ed Porter (James Frecheville) geht sogar noch einen Schritt weiter... (Koch Media)

Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von mcguinness:

" Wir lieben das Fliegen. Die Freiheit, die damit einhergeht. Sie verändert einen. Sie hören auf, erdgebunden zu sein wie ein Stein. Sie sind so frei wie man nur sein kann "

 

 

Mit der voranschreitenden Digitalisierung vieler Bereiche des Lebens kommt es auch immer mehr zu Cyberkriminalität. Handy, PC und Auto: Mit der Vernetzung verschiedener Geräte wächst leider auch die Angriffsfläche für Hacker. Die Methoden der Kriminellen werden dabei immer ausgefeilter und ihr Vorgehen wird immer professioneller. Die Bandbreite reicht von der sogenannten Phishing - Attacke per Massen - Mailing über den Betrug im Online - Handel bis hin zum gezielten Plündern von Online banking - Konten. Doch anders als in der analogen Welt, in der die Polizei eine Ramme einsetzen darf, um sich Zutritt zu einer Wohnung zu verschaffen, bleiben in der digitalen Welt noch immer sehr viele Türen verschlossen.

Regisseur John Moore, bekannt durch Titel wie " Der Flug des Phoenix " (2004) oder aber " Max Payne " (2008), inszenierte anno 2016 mit " Hacked - Kein Leben ist sicher " einen Film, der die Gefahren des Hackens thematisiert sowie die Abhängigkeit von der digitalen Welt, die immer mehr unser Leben bestimmt, zum Gegenstand seines Inhalts macht. Da wir mittlerweile quasi unser ganzes Leben auf digitalen Datenträgern gespeichert haben, sind wir umso angreifbarer und verletzbarer, wenn jemand unerwünschtes sich Zugang zu unserem intimen Privatleben verschafft, welches besonders in Fotos, Videoaufnahmen und Textnachrichten zum Ausdruck kommt.

Inhaltlich haben wir es im vorliegenden Fall mit einer ziemlich erfolgreichen Größe der Luftfahrtindustrie zu tun, die sich Paul Regan nennt und von Pierce Brosnan, gesehen in " Nomads - Tod aus dem Nichts " (1985) als auch " Death Train " (1993), gespielt wird. Dieser äußerst clevere Bursche ist mitten in einer enorm wichtigen Präsentation seiner Software " Omni Jet ", als die Technik versagt und es zu einer unliebsamen Unterbrechung vor dem Ausschuss kommt, welcher für die benötigte Bewilligung von Mikes Software verantwortlich ist.

Wie gut, dass der erst kürzlich eingestellte IT - Berater Ed Porter vor Ort ist, um sich des auftretenden Problems fachmännisch anzunehmen. Dargestellt wird dieser junge Kerl, der hier gerade mal Ende zwanzig ist, von James Frecheville, den man bereits in Filmen wie " Mall: Wrong Time, Wrong Place " (2014) und " The Stanford Prison Experiment " (2015) zu Gesicht bekommen hat. Da dieser Mike in genau dem richtigen Moment aus der Patsche hilft und er somit seinen Vortrag ungehindert fortsetzen kann, lädt Mike den ihm bis dato völlig unbekannten Kerl spontan zu sich nach Hause ein, um sich einerseits so bei einem Umtrunk für dessen Hilfe zu bedanken und andererseits darum bittet, sich die Internetverbindung anzusehen, da diese nach Aussage seiner Tochter zu langsam ist. Ein folgenschwerer Fehler, wie sich noch herausstellen soll.

Porter hat nämlich ein Auge auf die erst siebzehnjährige Kaitlyn, die hübsche Tochter von Mike, geworfen. Als er versucht, sich ihr immer mehr zu nähern, bleibt dies Mike und seiner Frau Rose natürlich nicht verborgen und es kommt zur Aussprache und zum Bruch zwischen Regan und Porter, der mit seiner fristlosen Kündigung endet. Tief gekränkt, sinnt Ed nun auf Rache und beginnt die Familie mit Cyberattacken zu terrorisieren, die immer bedrohlicher werden. So verschickt er beispielsweise fingierte E - Mails an die Kunden von Mike und an den Ausschuss, um seiner Firma zu schaden. Darüber hinaus erhält Rose eine gefälschte Nachricht, dass bei ihr Krebs diagnostiziert wurde und eine Aufnahme, die Kaitlyn beim Masturbieren unter der Dusche zeigt, wird von Porter auf die Handys ihrer Mitschüler geleitet. Da die Familie Regan in einem hochmodernen Smart Home lebt, welches mit aller möglichen Technologie nur so vollgestopft ist, hat Porter nunmehr leichtes Spiel, da er aufgrund der von ihm heimlich installierten Software uneingeschränkten Zugang auf alle Systeme im Haus hat.

Über die Person des Ed Porter selbst, erfahren wir dabei zunächst so gut wie gar nichts und sehen ihn lediglich vor seinen übergroßen Bildschirmen in einem von grünem Licht geschwängerten Raum sitzen und wild auf der Tastatur tippen. Ein kurzer Einschub, in dem er nackt Gewichte stemmt, sich selbst die Luftzufuhr mittels einer Gasmaske unterbindet und offenbar unter Drogen steht, wobei diese skurrile Szenerie auch noch von stroboskopartigen Lichteffekten begleitet wird, soll wohl seine gespaltene und entrückte Persönlichkeit zeigen, wirkte auf mich allerdings eher unfreiwillig komisch. Ansonsten aber legt seine solide Darbietung nahe, dass der gute Junge nicht alle beisammen hat, wenn er sich nur zu gerne an dem Leid und der Verwirrung der Regans ergötzt, welche er durch seine Manipulationen stiftet.

Hilfe holt sich Mike von einem anderen IT - Experten, der hier als Henrik vorgestellt wird, dessen Hintergründe jedoch genauso undurchsichtig sind wie die von Porter und der Zuschauer somit im Unklaren gelassen wird, wie die Verbindung zwischen Mike und Henrik überhaupt erst zustande gekommen ist, was ich recht schade finde. Zwar enthüllt dieser Henrik einige brisante Informationen über Porter, doch bleibt mir dies insgesamt betrachtet einfach zu unausgewogen und wirkt mir zu schnell abgehakt, als dass man hier noch ein weitreichendes Geflecht hätte integrieren können.

Wenn Mike nun zum Gegenschlag ausholt, dann ist dies recht spannend gestaltet, zumal er sich nicht hinter einem Rechner versteckt, sondern aktiv wird, indem er beispielsweise in die Wohnung von Porter einbricht, um an Beweismaterial zu gelangen. Begleitet wird dieses Katz - und Mausspiel durch ansprechende Kamerafahrten von Ekkehart Pollack (Der tote Taucher im Wald - 2000 oder Gamer - 2009), die sich durch die Räume der Wohnung bewegen und mit 360 Grad - Drehungen für zusätzlichen Nervenkitzel sorgen, wenn sich beide Kontrahenten nicht wissend nur wenige Meter voneinander entfernt befinden. Unterlegt werden derlei spannende Situationen dabei mit dem Score von Timothy Williams (The Mulberry Tree - 2013 und Fragmented - 2014), der auch in actionlastigen Momenten gut zum Tragen kommt, welche allerdings rar gesät sind.

So ist auch die finale Konfrontation zwischen Mike und Ed recht vorhersehbar und für meinen Geschmack viel zu schnell vorbei gewesen, auch wenn es hier nicht gerade unblutig zur Sache geht. Was bleibt, ist ein unterm Strich solider Thriller, der gerade mit Pierce Brosnan hervorragend besetzt ist, da dieser seine Rolle erneut mehr als glaubwürdig verkörpert, dennoch hätte ich mir hier mehr Action und mehr Hintergrundinformationen zu Porter und Henrik gewünscht bzw. hätte diese beiden gerne auch in einer körperlichen Auseinandersetzung gesehen, als dass diese sich lediglich durch den Einsatz technischer Raffinessen bekriegen. Rein optisch ist der Film dafür durchgehend hochwertig in Szene gesetzt und wirkt nahezu makellos, genauso wie sein irischer Hauptdarsteller. 

6/10
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Kommentare

18.09.2022 18:47 Uhr - Ghostfacelooker
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Wenn du deinen makelosen Lobgesang so weiterführst, machst du eventuell noch einen anderen User neidisch, dessen emotionale Verbeugung für einem ebenso fragwürdig und zugleich überbewerteten Werk, gleichbedeutenden Talents dieses von dir immer wiederkehrend gelobten Schauspielers, dem Regisseur damals bestimmt einen ordentlichen Priapismus beschert hat, wenn er es gelesen hätte, was diesen beiden Herrn auch bevorstünde wären sie nur in Kenntnis deines Wohlwollens ihnen gegenüber.
Gibt es einen Orden für unbeirrbaren Irenglau...ähm Irrglauben? ^^^^^^^^^^^^^^^

18.09.2022 20:50 Uhr - McGuinness
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@Ghostfacelooker

Du darfst auch auf weitere Reviews gespannt sein, in denen ich meine Sympathien für Brosnan zum Ausdruck bringen werde 😉 denn auch wenn mich nicht jeder Film mit ihm in der Hauptrolle überzeugen kann, so ändert dies an der Person und seiner unnachahmlichen Kultiviertheit rein gar nichts 🤗

18.09.2022 21:38 Uhr - Draven273
1x
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Klingt in deiner gewohnt guten Art nett und interessant. Und doch catchen mich solche Filme oft nicht so gut. Vielleicht riskiere ich hier mal irgendwann einen Blick, aber so zeitnah wird das wohl nicht passieren. Egal, deine Review habe ich wieder mit größter Freude gelesen, es ist vor allem immer wieder witzig wie sehr du von dem guten Brosnan schwärmst. Aber so ist das mit Lieblingsschauspielern :)

18.09.2022 22:40 Uhr - McGuinness
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@Draven273

Ich danke dir für deinen Kommentar und für die respektable Anerkennung meiner Schwärmerei für einen meiner äußerst gern gesehenen Favoriten unter den Schauspielern ☺️

Der Film war nicht schlecht, aber es gibt doch bessere Werke mit dem ehemaligen 007 - Darsteller, denen ich mich von Zeit zu Zeit widmen werde 😉

20.09.2022 08:04 Uhr - ActionJackson77
1x
Der Schnarcher hier rockt nicht. Da sind die 6 Punkte noch gut. Maximal 4 von mir. Trotzdem gut geschrieben dein Review. Man muss ja nicht immer die gleiche Ansicht haben.

20.09.2022 23:43 Uhr - McGuinness
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@ActionJackson77

Ganz so hart gehe ich hier nicht ins Gericht, da mir gerade Herr Brosnan doch recht gut gefällt und solide Spannung geboten wurde.
Dennoch bleibt ein vorhersehbarer, kurzweiliger Nervenkitzel, den man so allerdings schon besser gesehen hat 😉

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