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Spell

Herstellungsland:USA (2020)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Horror, Thriller
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,67 (6 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Während er zur Beerdigung seines Vaters in die ländliche Appalachen fliegt, verliert Marquis (Omari Hardwick) in einem heftigen Sturm die Kontrolle über das Flugzeug, das ihn und seine Familie transportiert. Er wacht verletzt auf, allein und gefangen auf dem Dachboden von Ms. Eloise (Loretta Devine). Diese behauptet, ihn gesund pflegen zu können durch eine Boogity, eine Hoodo-Figur, die sie aus seinem Blut und seiner Haut gemacht hat. Unfähig, um Hilfe zu rufen, versucht Marquis verzweifelt, ihre dunkle Magie abzuwehren und sich von ihr zu befreien, um seine Familie vor einem finsteren Ritual zu retten, ehe der Blutmond aufgeht. (Paramount Pictures)

eine kritik von ghostfacelooker:

Regisseur Mark Tonderai, dessen Filmvita überwiegend, neben Serien-Einzelepisoden, wie, L.A´s Finest, Lucifer, Doctor Who, oder Gotham, aus The House at the End of the Street besteht, scheint mir ein größer Fan von Stephen King´s Misery zu sein, und mischt auf dem Drehbuch von Kurt Wimmer basierend, altbewährte Hoodoo, Voodoo (1995 mit Corey Feldmann) , Okkultingridenzien a la Das Ritual (1987 mit Martin Sheen) oder Angel Heart (1987 mit Mickey Rourke) zusammen,und das gar nicht mal so gut.

Nein, es sind tolle Passagen im Film, zum Beispiel die gute Eloise (Loretta Devine ), die als typische New Orleans Lady einen kleinen Laden im French Quarter haben könnte, wäre sie nicht die unehelich, verschollene Schwester von Annie Wilkes. Dies könnte man zumindest sobald Marquis T. Woods, von ihr auserkorener „Pflegefall“ und Opfer eines Flugzeugabsturzes bei ihr im Bettchen aufwacht, respektive feststellt, daß er sein Bein nicht mehr belasten kann, vermuten.

Davor mischt man, um den Charakter von Woods, dargestellt von Omari Hardwick und dessen Familie, besser kennenzulernen, welche, außer optisch attraktiv, dann verbal an den streitsüchtigen Vater angepasst, ansonsten fast gänzlich einen überflüssigen Eindruck hinterlässt, ein wenig Hinterwäldler-Thriller Flair und deutet die Atmosphäre des Films an, zumindest jene die man anzustreben sucht, aber bei mir aus verschiedenen Gründen mehr unfreiwillig komisch als wohlwollend gruselig angekommen ist.

Gründe hierfür sind zum einen hauptsächlich Hardwick selbst, dessen trotzig empathieloses Schauspiel, fast den ganze Stimmung des Films torpediert, wäre Loretta Devine die trotz ihrer erzählerischen Ambition nicht so putzig. Ihre Darstellung erinnert mich immer ein wenig wie die Dame aus den Tom und Jerry Cartoons vorkommen würde, welch stets hektisch ihre gesamte fünf bis sechsteilige Unterwäsche hochkrempelte, während Jerry sie Zunge bleckend auf einem Stuhl fixiert malträtierte.

Andererseits sind es diese kleinen unglaubwürdigen Szenen, welche den Hauptdarsteller trotz schwerwiegendster Verletzungen auf nassen Blechdächern balancieren lassen, als wäre er Catwomens Lehrmeister, nur um dann Sekunden später wieder mit trockenem Oberteil im Bett vorgefunden zu werden, oder aber dessen infamen Grund für die Verletzung, auf welche selbst die alten Römer neidisch geblickt hätten und seinen routiniert, fast schon mit chirurgischer Versiertheit zu nennenden Umgang selbiger Entdeckung und Prävention vor Entdeckung der Entdeckung derselben. Ja, ich weiß der Satz ist der heiße Scheiß.

Wenn man dieses Werk, also nicht wörtlich zu nennend als beinharten Okkulthriller verstehen will, bietet er gerade wegen Hardwicks arrogant, cholerisch und stellenweise lächerlichen Darbietung und der Balance die die Figur von Eloise gepaart mit ihrem Mann, Earl, dargestellt von dem legendären (Serien-)Nebendarsteller John Beasley, und Knecht Lewis (Steve Mululu) einen gewissen Reiz.

Für mich scheint es jedoch das Drehbuchautor Wimmer entweder viele Belanglosigkeiten gewichtiger zu verstehen scheint und wichtigere Hintergründe wie die Vergangenheit und Marquis´ Wurzeln, die man zwar halbwegs spannend andeutet und der Grund für die Reise der Familie ist, aber dann fast gänzlich ignoriert, oder aber der Regisseur vieles davon nicht umsetzte oder umsetzen wollte und seinerseits auf Jordan Pele´s Pfaden wandeln wollte.

Was davon stimmt oder ob beide sich einig waren und die Quintessenz einfach verloren ging kann ich nicht sagen, doch Spell ist zusammenfassend, mal wieder ein Film, der für einen Abend bei schlechtem Wetter, und wenig Ideen wie man diesen sonst füllen könnte, optimal um die Stimmung aufzuheitern. Essen sollte man an diesem Abend vielleicht vegan und kleine Puppen sollten vorzugsweise auch nicht in der Nähe sein, zumindest nicht bei Leuten die schnell anfällig für derlei Parallelen sind.

Jene mit stabileren Gemüts wird die drollige Voodoo-Puppe oder gewisse vorhersehbare Zutaten des Gumbo, bestimmt hinter dem Genreofen hervor locken, denn dazu ist die Spannung zu marginal und die Story selbst zu oft und mit genannten Beispielen besser erzählt worden.

Anmerkend zur wirklich guten Figur der Eloise, könnte ich mir persönlich ein Prequel über sie vorstellen, dass ihr Treiben ein wenig blutrünstiger und spannender erzählt, denn diese Dinge fehlen mir bei diesem Werk eigentlich am meisten, neben den Momenten in denen man sich wirklich gruseln würde, anstatt kopfschüttelnd zu schmunzeln.

 

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Kommentare

18.09.2022 14:24 Uhr - cecil b
Moderator
User-Level von cecil b 19
Erfahrungspunkte von cecil b 7.504
Eine interessante Vorstellung; trotz des offensichtlich mittelmäßigen Films! Deine Vergleiche halte ich für nachvollziehbar und passend.

18.09.2022 19:50 Uhr - Ghostfacelooker
1x
User-Level von Ghostfacelooker 20
Erfahrungspunkte von Ghostfacelooker 8.458
18.09.2022 14:24 Uhr schrieb cecil bEine interessante Vorstellung; trotz des offensichtlich mittelmäßigen Films! Deine Vergleiche halte ich für nachvollziehbar und passend.

So war es gedacht ^^^^^Danke dir

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