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Samaritan

Herstellungsland:USA (2022)
Standard-Freigabe:FSK 12
Genre:Action, Drama, Fantasy, Science-Fiction
Bewertung unserer Besucher:
Note: 5,68 (21 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Der 13-jährige Sam vermutet, dass sein neuer Nachbar, Mr. Smith (Sylvester Stallone), eine heimliche Legende ist. Der, eigentlich für tot erklärte, mysteriöse Mann ist vor zwanzig Jahren mit Superkräften ausgestattet worden, die ihn zu einem Samariter machten. Dennoch haben wenige Bewohner von Granite, wie Sam, die Hoffnung, dass er noch am Leben ist. Da die Kriminalität weiter zunimmt und die Stadt am Rande des Chaos steht, macht es sich Sam zur Aufgabe, seinen Nachbarn aus dem Versteck zu locken, um die Stadt vor dem Ruin zu retten. (Amazon Prime Video)

Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von shadowboy:

Inhalt:

Der Junge Sam Clearly (Jason Walton) lebt mit seiner Mutter Tiffany Clearly (Dascha Polanco) in einem Hotspot für Armut, Unzufriedenheit und Verbrechen. Er ist ein großer Fan vom Superhelden Samaritan und überzeugt davon, dass dieser den finalen Endkampf gegen seinen bösen Superheldenbruder Nemesis vor 25 Jahren (in dem beide, Samaritan und Nememsis, umgekommen sein sollen) überlebt hat und seitdem untergetaucht ist. Im alten Nachbarn Sam Smith (Sylvester Stallone), der als Müllwerker arbeitet und auf der anderen Straßenseite alleine in einer kleinen Wohnung lebt, glaubt er den untergetauchten Samaritan zu erkennen, und spioniert ihm nach.

[spoiler]

Um seine Mutter finanziell zu unterstützen, schließt sich Joe einer Jugendbande an, lernt den Verbrecher Cyrus (Pilou Asbaek) kennen und beginnt für ihn zu arbeiten. Cyrus nutzt den Unmut der Leute für seine Zwecke, feuert sozialen Unruhen in der Stadt an und gibt sich als neues Sprachrohr, wiederauferstandener Nemesis und Anführer der Unterschicht aus, während er groß angelegte Raubüberfälle und die Übernahme der Stadt als Crime Lord plant.

Während einer Prügelei zwischen der Jugendbande und Sam eilt Joe ihm tatkräftig zu Hilfe. Joe besiegt die Jugendlichen, der Beweis für Sam, dass Joe der Samaritan ist. Joe gerät dabei selbst ins Visier der Jugendbande und von Cyrus, wird hinterrücks vor Sams Augen überfahren und überlebt den Angriff. Joe offenbart sich Sam, dass er übernatürliche Regenerationskräfte und Stärke hat, und beginnt gegen Cyrus und dessen Handlanger vorzugehen ...

[/spoiler]

 

Infos:

  • Altersfreigabe: 12

  • Laufzeit: 102 min

  • Budget: geschätzt 100 Mio. Dollar

  • Drehort: Atlanta, Georgia, USA

  • Produktionsfirmen: Balboa Produktions und Metro-Goldwyn-Mayer (MGM)

 

Julius Avery begann als Kurzfilmregisseur und u.a. Drehbuchautor, Editor und Kameramann seiner eigenen Kurzfilme 'Matchbox' (2002), 'Little Man' (2004) , 'Solvent' (2004), 'End of Town' (2006). Aus dem Kurzfilmbereich kam er raus mit seinem Debütfilm 'Son of a Gun' (2014, Regie und Drehbuch)) und widmete seine weitere Karriere größeren Stoffen. Es folgte der Film 'Operation: Overlord' (2018), bis er im Jahre 2022 'Samaritan' realisierte.

 

Bragi F. Schut hat selbst einige Kurzfilme gedreht ('Scarecrow Joe' (2007), 'Charlie Twistle' (2008) und 'Daniel Brewster and the End of the World' (2012)) und ist Produzent und Drehbuchautor von Serien wie 'Ninjago' (2019-2022), 'Nemesis – Der Angriff' (2005-2006). Als Drehbuchautor von Filmen wie 'Der letzte Tempelritter' (2011), 'Escape Room' (2019) machte er zusätzlich von sich aufmerksam. Für 'Samaritan' verfasste er nicht nur das Drehbuch, sondern ist auch Ausführender Produzent.

Kameramann David Ungaro, der zuvor in Filmen wie 'The Owners' (2020), 'Die Besessenen' (2020), dem Indochina-Kriegsdrama 'Ans Ende der Welt' (2018), 'A Prayer before Dawn - Das letzte Gebet' (2017) oder dem Bio-Pic 'Mary Shelley' (2017) der Director of Photography war, ist somit mehr im Drama- und Thriller-Genre heimisch, versteht aber auch die Inszenierung von Faustkämpfen, wie bereits in 'A Prayer before Dawn' und auch in 'Samaritan'.

 

Schauspieler und ihre Rolle:

  • Sylvester Stallone als Joe Smith/Samaritan ist seit seinen Rollen in Rocky (1976), Rambo (1982) und 'Die City-Cobra' (1986) eine Ikone des Actionkinos

  • Javon Walton als Sam Clearly, spielte zuvor u.a. in 'Utopia' (2020), 'Euphoria' (2019-2022) und 'The Umbrella Academy' (2022)

  • Pilou Asbaek als Cyrus bekannt aus u.a. 'Ghost in the Shell' (2017), 'Operation: Overlord' (2018) und 'Game of Thrones' (2016-2019, Euron Greyjoy)

  • Dascha Polanco als Tiffany Cleary u.a. bekannt aus 'American Crime Story' (2018), 'Orange is the New Black' (2013-2019), 'The Irishman' (2019)

  • Sophia Tatum als Sil spielte in 'Salt' (2006), 'I am not ok with this' (2020), 'Fast & Furious 9' (2021), 'Riverdale' (2022)

  • Moises Arias als Reza u.a. bekannt aus 'Jean Claude Van Johnson' (2016-2017), 'Pitch Perfect 3' (2017), 'The King of Staten Island' (2020)

  • Henry G. Sanders als Arthur Holloway u.a. bekannt aus 'Rocky Balboa' (2006), 'Whiplash' (2014), 'Hap and Leonard (2016-2017), 'DMZ' (2022)

 

Bewertung:

Die Geschichte ist im Grunde sehr geradlinig erzählt. Abgesehen von der rasanten Hintergrundgeschichte (der finale Kampf zwischen Samaritan und seinem Bruder Nemesis), die zu Beginn des Films als überfrachtete Rückblenden-Exposition im Comic-Stil kommt und auch im weiteren Verlauf der Handlung bekommt diese Hintergrundgeschichte in weiteren Rückblenden als Realfilm mehr Details für den Zuschauer. Einerseits ist die Funktion dieser Hintergrundgeschichte jene, um Joe Smiths' Dilemma/Trauma zu zeigen, andererseits wird damit ein Foreshadowing für einen finalen Twist in der Hinterhand gehalten. Mag jeder für sich entscheiden, was von dieser Erzähltechnik zu halten ist. Letztenendes läuft es auf eine Pointe raus, die dann mehr dem Effekt Rechnung trägt als der eigentlichen Story und deren Charakteren.

 

Nicht unbedingt überraschend für einen Actionfilm: Die Charaktere sind leider ziemlich eindimensional geraten, auch wenn versucht wird, dem Charakter um Joe Smith/Samaritan Tiefe zu geben, die sich eher in Aufwachen aus Albträumen, Predigten über Gut vs Böse oder sonstigen dumpfen Klischées äußern. Sylvester Stallones schauspielerische Fähigkeiten werden nicht herausgefordert und erinnern von seiner Mimik an den Film "Over the Top". Positiv fällt auf, dass Sylvester Stallone mit seinen 76 Jahren immer noch ein paar Bösewichte verprügeln und in den Arsch treten kann. Seine Action besteht hauptsächlich aus Nahkampf und darin wird Sylvester Stallone als Referenz auf den Film 'Unbreakable' mit Brude Willis fein in Szene gesetzt. Faustkämpfe, Rangeleien, Prügeleien, ein wenig Laufen und Springen. Nichts Besonderes, aber auch nicht schlecht inszeniert.

 

Der junge Sam Clearly bekommt zu Beginn einige interessante Züge, sei es sein angedeuteter Wandel zwischen der Gang, dem Abdriften in Verbrecherkreise und dem Sohn, der seine Mutter finanziell unterstützen möchte. Er bleibt aber stets der gute Junge und dann macht man sich über diese Komponente seiner Charaterisierung keine Sorgen/Gedanken mehr, da sie aufgrund des zentralen Konflikts und der Action immer weiter in den Hintergrund gedrängt wird. Der Jungschauspieler Javon Walton macht das beste aus seiner Rolle und versteht es gut neben Sylvester Stallone zu bestehen. Die Chemie zwischen den beiden hat mir gefallen und eine Großvater/Enkel-Beziehung war spürbar.

 

Pilou Asbaek als Cyrus ist als Bösewicht eher uninteressant, da gibt es keine weiteren Schichten an Cyrus zu entdecken, keine Tragik, kein Charisma, kein Background. Mit seinen Tattoos, seinem blondierten Undercut und seinem braunen Ledermantel mit Wollinlay sieht er zwar hip aus, aber im Nachhinein ist es doch nur eine Fassade, die in mir keinen bleibenden Eindruck hinterlassen hat.

 

Der restliche Cast ist solide und erfüllt die Funktionen in der Story.

Mit 102 Minuten Laufzeit ist der Film angenehm konzipiert und gut anzuschauen.

Das Budget von 100 Millionen Dollar sehe ich leider nicht im Film, außer dass eventuell die Comic-Szenen, der sehr ausgeschmückte Rückblenden-Kampf zwischen Samaritan und Nemesis und der Showdown wohl das meiste am Budget gefresen haben könnten, was aber die verwendete CGI-Technik wiederlegen müsste.

Der Kameramann David Ungaro ist kein versierter Actionfilm-Kameramann, sondern mehr dem Drama- und Thriller-Genre zugeneigt. Er punktet in diesem Film, wenn es um Zwischenmenschliches - vorallem zwischen Joe Smith und dem Jungen Sam Clearly - geht und fängt die Tristheit der Stadt mit ausgeblichenen Farben gut ein. Der ein oder anderen Nahkampf ist solide gefilmt (keine Wackelkamera, die Szenen verständlich eingefangen), aber er lässt eine gewisse Intensität in den Actionszenen vermissen, weil die Kamera oft in der Totalen oder Halb-Totalen verbleibt  und somit auf Distanz. Für einen Actionfilm zu wenig Intensität, für ein Drama gut gefilmt.

Die bereits erwähnte Pointe gegen Ende des Films kommt effektiv, aber als große Überraschung ohne wirkliche Substanz verschwendet. Da hätte der Drehbuchautor die Spannungs- und Charkterentwicklungskurve von Beginn an eher höher setzen können, hätte er mit offenen Karten dem Zuschauer gegenüber gespielt. Das hätte mMn der Story und dem gesamten Film besser getan.

Der Film ist solide inszeniert, aber leider sehr spannungsarm, aufgrund der Verwendung zu vieler bekannter Tropes.

Der Showdown ist sehr wenig überzeugend: [spoiler]Während des Kampfes in dem brennenden Gebäude wären Joe, Sam und Cyrus schon lange vor dem ersten Schlag an Rauchvergiftung und/oder Verbrennungen aufgrund der großen Hitze gestorben.[/spoiler]

Eine Message per Holzhammer hat der Film dann am Ende auch, die Joe Smith dem Jungen Sam Clearly vorkaut, damit es jeder versteht. Schade, wenn ein Drehbuchautor seinem Publikum und auch seinen Charakteren so wenig vertraut (man könnte gehässig sagen, für zu dumm hält), dass eine erzwungene Message zum Schluss als Predigt aufgepropft werden muss.
 

Fazit:

Solide inszenierter, aber belangloser Superhelden-Action-Film mit bekannten Versatzstücken, Holzhammer-Message und enttäuschendem Showdown. Für Fans von Silvester Stallone und für einen verregneten Sonntagnachmittag, an dem man nichts anderes zum Schauen hat, geeignet.

 

Wertung: 5/10

5/10
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Kommentare

23.09.2022 15:27 Uhr - cecil b
1x
Moderator
User-Level von cecil b 19
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Eine hervorragende Review, äußert angenehm formuliert und durchdacht!

Danke dafür!

Willkommen im Club! ;) :)


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