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Renn, Liebling, Renn

Originaltitel: Run Sweetheart Run

Herstellungsland:USA (2020)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Horror
Bewertung unserer Besucher:
Note: 4,67 (3 Stimmen) Details
eine kritik von ghostfacelooker:

Man könnte dieses Werk in den ersten Minuten durchaus mit Surviving the Game oder Night of the Running Man, vergleichen, zumindest was die Analogie betrifft, daß man Jagd auf einen Menschen macht. Dieser Mensch, respektive das betitelte Sweetheart, wird von der wirklich sympathischen Ella Balinska gespielt, die mir schon in der 2019 er Verfilmung von 3 Engel für Charlie und der Resident Evil-Serie gefiel.

Ihr Schauspiel scheint den Film mit Leichtigkeit zu tragen, während sie ihrer Figur die nötig naiv emotional verängstigte Stimmung verleihen kann, die ein verängstigtes Häschen, quasi das optische Sweetheart von ihr verlangt, ohne dabei lächerlich zu wirken, sondern im Gegenteil den vermeintlichen Beschützerinstinkt der Männer anzusprechen.

Und mal ehrlich, welcher Mann, würde ihr in so einer Nacht nicht gern beschützend zur Seite stehen, aber gut, eventuell bin ich einfach noch aus der Zeit, in dem Machoallüren und Attitüden des edlen Ritters gefragt oder zumindest nicht gleich mit sexueller Belästigung am Arbeitsplatz geahndet wurden, nur weil man Hilfe oder eine Schulter zum Weinen angeboten hat.

Doch die Männer in diesem Film, bis auf einen Taxifahrer, scheinen einschließlich des Ex-Mannes, und dem Kerl mit dem Cherie von ihrem Chef ein Geschäftsessen aufgrund verbockter Doppelterminierung aufgedonnert bekommt, halten nicht viel von der feinen englischen Art oder dem Ladies First-Stil. Cherrie wird zum sprichwörtlich blutenden Freiwild,  während der Monatszyklus einer Frau, einschließlich Reaktion der Tochter darauf, nie so süß und süffisant verpackt wurde, wie in diesem Streifen.

Besagter Kerl und wichtiger Klient der Anwaltskanzlei in der Sweetheart arbeitet, wiederum scheint auf den ersten Blick halbwegs normal und wird von Samaritan-Antagonist, Pilou Asbæk gegeben. Gut, die Figur als solches hätte von jedem beliebigen Schauspieler mit zweifelhaft zynischem Minenspiel gegeben werden können, aber Asbæk legt die selbe Intension in die Figur, welche er auch als Euron Graufreud in Game of Thrones zeigte, sodaß jedem dem seine Rolle dort gefiel auch diese hier zusagen kann.

Irritierend wird es jedoch in den Schlüsselszenen, die einerseits Auftakt zur Jagd auf Cherrie sind, denn der vermeintliche Auslöser wird nur im Off und dem Blick auf das Anwesen des Klienten zelebriert und man fragt sich somit eventuell genau wie ich minutenlang, was eigentlich geschah, denn bis auf eine kurz sichtbare und unschöne Wunde am rechten Schulterblatt, mit einigen Blessuren scheint der eingeschüchtert und ab dem Moment für gut den Rest der Handlung verständlicherweise verängstigten Cherrie nicht viel zu fehlen, was aber mehr daran liegt, daß es für den Zuschauer als solches eben nicht sichtbar und zeitlich auch zu kurz schien, um schwerwiegende Ausmaße anzunehmen.

Verstehen wir uns nicht falsch, Mißbrauch und Vergewaltigung jeglicher Art an Frauen und insbesondere Kinder, verurteile ich aufs schärfste. Die Sequenz als solches jedoch begann schon mit einem irritierenden Wink Asbæks direkt in die Kamera, sodaß man denken könnte jemand würde die kommende Auseinandersetzung, als Druckmittel filmen.

Der Hintergrund für diese und einige weitere Irritationen, wie zum Beispiel das Verhalten der Polizisten, daß Auftauchen des Täters der von Polizisten freundschaftlich in die Zelle zum Opfer gelassen wird, werden jedoch mit fortlaufender Handlung beleuchtet und zeugen einerseits davon, daß der Film sich selbst nicht wirklich allzu ernst nimmt, aber auch gleichzeitig, daß diese befremdliche „Normalität“, dem Zuschauer erst zum Ende des Films hin logisch erscheinen kann.

Bis zum Eintreffen bei Cherries Ex Man und dessen neuer Freundin versucht man, während man mit dem armen Mädchen mitfiebert, sich noch alles selbst zu erklären, kurz nach diesem Moment, darf, nicht nur auf einen innovativen Plottwist, sondern auch einer gehörigen Änderung der Stimmung des Films gefasst machen, der bis zum aufschlüsselnden Finale anhalten wird.

Das gute dabei ist, daß der Film aufgrund der sympathischen Hauptdarstellerin nicht langweilt, und die anfänglichen Fragezeichen sich zu einem schmunzelnden Ausrufezeichen wandeln.

Regisseur Ernest R. Dickerson, der nicht nur für Episoden bekannter Serien wie The Walking Dead, Bosch, oder Dexter verantwortlich zeichnet, schafft hie einen schwarzhumorig, leichten Film mit ordentlicher Messsage für jene die sie zu hören im Stande und bleibt seinem damalig ähnlich humoresk gelagertem Ritter der Dämonen-Stil treu, wenngleich mit weniger Blutzoll.  Obwohl...

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