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Karate Tiger 4 - Best of the Best

Originaltitel: Best of the Best

Herstellungsland:USA (1989)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Action, Drama, Martial Arts, Sportfilm
Alternativtitel:Karate Tiger 4
Karate Tiger IV - Best of the Best
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,61 (18 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Kampfsport ist ihr Leben. Und sie sind die Besten: Fünf Amerikaner, die sich auf den Full-Contact-Karate-Kampf in Seoul vorbereiten. Ihr Gegner: Das koreanische Elite-Team, bisher unbesiegt. Voller Power unterwerfen sich die Sportler den knallharten Trainingsmethoden ihres Coaches. Doch schon bald werden die beiden besten Männer mit einer Situation konfrontiert, an der das Team zerbricht. Um die tödliche Gefahren des Kampfes zu bestehen, treibt der Coach die Männer über ihre Grenzen hinaus und verlangt gnadenlos das Äußerste. Ungebrochen von dieser Taktik, stellen sich die fünf zu allem entschlossenen Kämpfer in Seoul ihrem aggressiven koreanischen Gegner. Es wird ein Kampf auf Leben und Tod. (The Movie Group)

eine kritik von themoviestar:

Wissen Sie was ich mir im Martial-Arts bzw. Kampfsport Bereich schon immer gewünscht habe? Einen ordentlichen und möglichst realistischen Turnierfilm ohne übertriebene Härte, realitätsfremde Settings oder überzeichnete Super Fighter. Außer dem Karate Kid Franchise, dass aber eher auf ein junges Publikum ausgerichtet ist und mit Abstrichen Karate Tiger 1 aká No retread, no surrender fällt mir kein Beispiel ein, dass meinen Wunschtraum erfüllen könnte. Doch Stop, was ist mit dem mir hier vorliegenden Karate Tiger 4 - Best of The Best aus dem Jahr 1989? Den hätte ich fast vergessen, da ich ihn das letzte mal bestimmt vor 20 Jahren gesehen hatte. Nach kürzlich erfolgter Neusichtung muss ich sagen, dass dieser unterhaltsame Klopper, wobei diese Bezeichnung schon fast eine Beleidigung wäre, den oben genannten Attributen am nächsten kommt. Klar ist auch Karate Tiger 4 auf Grund seiner verschiedenen Nebenhandlungen nicht immer frei von Längen und es wird auch streckenweise etwas arg in die Klischeekiste gegriffen. Aber darüber schaue ich als Kampfsport Sympathisant gerne hinweg, da der Film neben seinen hervorragend inszenierten und glaubwürdigen Fights auch jede Menge Sportgeist vermittelt. Daher wage ich  zu behaupten, dass jeder, der für fliegende Fäuste und beeindruckende Moves etwas übrig hat, Karate Tiger 4 - Best of the Best zumindest einmal gesehen haben muss.

Der Film war der Startschuss für ein insgesamt 4 teiliges Franchise, ihm folgten: Der Unbesiegbare - Best of the Best 2 (1992), Best of the Best 3 - Gegen den Terror (1995) und Best of the Best 4 Kickfire: Ohne jede Vorwarnung (1998). In allen Teilen spielt Philipp Rhee mit, der im Erstling ein Mitglied der amerikanischen  Nationalmannschaft ist und der bei diesem Film auch an der Produktion und an  Peter E. Strauss seinem Drehbuch mit beteiligt war. Die Inszenierung übernahm indessen Bob Radler. Der Plot ist relativ einfach zusammengefasst: Die fünf amerikanischen Kampfkunstexperten, der ehemalige Turnierkämpfer, alleinerziehende Vater und Witwer Alexander Grady (Eric Roberts),  der Karatelehrer Tommy Lee (Philipp Rhee), der leicht zu provozierende Travis Brickley (Chris Penn), der Buddhist Virgil Keller (John Dye) und der Straßenkämpfer Sonny Grasso (David Agresta) werden in die amerikanische Karate Nationalmannschaft berufen, um bei einer Internationalen Full Contact Ausscheidung gegen das hoch favorisierte und ungeschlagene Team aus Korea anzutreten. Der ehrgeizige und disziplinierte Trainer Frank Couzo (James Earl Jones) soll die 5 Männer für den großen Tag in drei Monaten vorbereiten, koste es, was es wolle...

Auf den ersten Blick passt die Story natürlich auf ein Stück Konfetti, doch die Drehbuchautoren Rhee & Strauss haben sich die Zeit genommen, jedem Charakter einen Hintergrund mit eigenen privaten Entwicklungen und Beweggründen zu spendieren. Das geschickte daran ist, dass die Subplots teilweise teamintern, teilweise auch mit Figuren der gegnerischen Mannschaft verknüpft sind, was für Charaktertiefe,  für zusätzliche Brisanz und fürs Mitfiebern sorgt. Die Kehrseite von der Medaille ist, dass die Klischeemottenkiste nicht vollständig umschifft werden konnte und  durch zu intensives Verweilen in den Nebenhandlungssträngen partielle Längen auftreten, was sich vor allem in Filmmitte bemerkbar macht, wenn unter anderem die unterhaltsamen Trainingsessions etwas ausgebremst werden. Hier hätte man sich entweder kürzer fassen müssen, oder  die Prioritäten besser verteilen können, um die im Großen und Ganzen verschmerzbaren Leerlaufpassagen zu minimieren. 

Obwohl es vorher auch einige wenige, schick inszenierte Fights gibt und das ausgiebige, motivierende Training ebenfalls zu gefallen weiß, ist der Dreh und Angelpunkt von Best of the Best das finale Kampfturnier, dass mit einer Laufzeit von 15 - 20 Minuten detailliert gezeigt wird. Die lebensnahen Rahmenbedingungen wie die Arenagestaltung oder auch wie der Schiedsrichter, der das Duell zwischen den Konkurrenten nach jedem Punktgewinn kurz unterbricht, verleihen dem Geschehen einen absolut glaubwürdigen Charakter. Auch die Fights sind eher realistisch ausgelegt, als übertrieben spektakulär konzeptioniert. Das gegnerische Team Korea besteht aus authentisch gezeichneten Kämpfern und Charakteren. Es gibt eine ausgewogene Kombination aus Kick- und Schlagtechniken sowie vereinzelte Würfe und Aufgabegriffe zu bestaunen, was alles mit einem gesunden Härtegrad umgesetzt wurde.  Höhepunkt ist der alles entscheidende Schlusskampf mit Philipp Rhee, der hier nicht nur gegen einen anscheinend übermächtigen Gegner antritt, er muss sich auch mit seiner eigenen Vergangenheit auseinander setzten, was den dramatischen Ausgang der Konfrontation auch entscheidend beeinflusst. Die Siegerehrung gleicht dem berühmt berüchtigten zweischneidigen Schwert: Einerseits sind die Emotionen und der transportierte Sportgeist natürlich enorm und überwältigend, andererseits bewegen wir uns auch mit Siebenmeilenstiefeln auf die Grenze zum Kitsch hin.

Eric Roberts muss man zu Gute halten, dass er trotz keinerlei Kampfsporterfahrung in seinen Fights einen ordentlichen Eindruck hinterlässt und das fehlende technische Können macht er mit seiner enormen Physis wett. Schauspielerisch profitiert er natürlich von seinem markanten Gesicht, welches seiner Figur eine gehörige Portion Charisma verleiht und die Besorgnis um seinen Filmsohn, der in einer der zahlreichen Nebenhandlungen einen schweren Unfall hat, nimmt man ihm tatsächlich ab. Zuversicht und Selbstbewusstsein strahlt Chris Penn aus, der mit seiner ruppigen, zielstrebigen Art seinen Filmcharakter prägt, welcher durch seine große Schnauze nicht nur bei seinen Gegnern aneckt. Philipp Rhee hat sich mit seiner Drehbuchbeteiligung den bewegendsten Hintergrund auf den Leib geschrieben: Der vorangegangene tragische Verlust seines Bruders ist unmittelbar mit der Vergangenheit seines Hauptgegners verknüpft, was dem Schlusskampf die dementsprechende Würze verleiht. Philipp Rhee selbst beweist dazu nachhaltig, dass er neben seinen hervorragenden Fighting Skills auch darstellerisch Punkten kann. Insgesamt betrachtet gibt es am Cast von Karate Tiger 4 - Best of the Best nichts zu meckern, da auch die weiteren Akteure mindestens solide und ordentliche Leistungen abliefern.

Karate Tiger 4 - Best of the Best gehört aber leider auch zu den Filmen, deren Qualität von der Presse und von den meisten bezahlten Filmkritikern kleingeredet wurde. Neben dem enttäuschenden Kinoeinspiel von 1,7 Millionen Dollar hagelte es  für das 5 Millionen Dollar teure Projekt nach dem damaligen Kinostart überwiegend negative Resonanzen, was ich ehrlich gesagt überhaupt nicht nachvollziehen kann. In meinem Bekanntenkreis aus meiner Jugend genoss Karate Tiger 4 - Best of the Best jedenfalls einen ausgezeichneten Ruf. Ich selbst schaue mir den Streifen auch heute noch immer wieder mal an, der mich jedes Mal aufs Neue gut unterhält, auch wenn der Film aus besagten Gründen natürlich nicht perfekt ist. MovieStar Wertung: 7 von 10 Punkte.

7/10
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Kommentare

24.11.2022 17:05 Uhr - Schwachkopf79
1x
"Warum zählst du noch?"
Diesen Satz von Chris Penn hab ich nach dessen Fight und dem zerschlagen der Blöcke immer im Ohr. Toller Film der mir als kleiner Bub schon richtig Spaß gemacht hat.

24.11.2022 18:16 Uhr - Punisher77
1x
DB-Helfer
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Turnier-Martial Arts-Streifen sind (abgesehen von "Karate Kid" und "Bloodsport") nicht so mein Ding, aber Dein Review war - wie immer - gut geschrieben, so dass die Lektüre echt Spaß gemacht hat, auch wenn der Streifen für mich nicht in Betracht kommt.

24.11.2022 21:44 Uhr - TheMovieStar
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@Schwachkopf: danke fürs lesen und für deinen Kommentar. Auch für mich war das ein Film den ich in meiner Jugend oft bzw sehr oft gesehen habe und dann leider eine ziemlich lange Zeit aus den Augen verloren habe. Das Schöne ist dass er mir auch heute noch gut gefällt.

Punisher: danke auch dir fürs Lesen und für deinen Kommentar freut mich wenn du die Kritik gerne gelesen hast obwohl turnierfilme außer Bloodsport und Karate geht jetzt nicht unbedingt deine Sache sind. 😊👍

25.11.2022 12:28 Uhr - Thrax
1x
Den mag ich durchaus auch, aber leider war für mich gerade Eric Roberts so ein bisschen ein Störfaktor. Nicht wegen den Kampfsporteinlagen. Da macht er trotz nicht vorhandener Erfahrung eine solide Figur.
Es ist eher sein Schauspiel und das er gefühlt den halben Film über ständig wegen irgendwas am heulen ist.

Etwas dezenter eingesetzt und gezeigt das man nicht unbedingt ein dauerhaftes Tränenmeer sein muss um Emotionen auszudrücken und es wäre von mir wohlwollender aufgenommen worden. Da gefiel mir seine Leistung in "Best Of The Best 2" tatsächlich besser.

26.11.2022 19:59 Uhr - TheMovieStar
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@ Thrax: Danke fürs Lesen und für deinen Kommentar. Hat mich sehr gefreut.

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