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Wahrheit oder Pflicht

Originaltitel: Truth or Dare

Herstellungsland:USA (2018)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Horror, Thriller
Alternativtitel:Blumhouse's Truth or Dare
Bewertung unserer Besucher:
Note: 5,21 (14 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Die kalifornische College-Studentin Olivia lässt sich nur ungern von ihrer besten Freundin Markie überzeugen, den letzten Spring Break vor ihrem Abschluss in Mexiko zu verbringen. Dort angekommen, sind ihre Bedenken aber schnell vergessen und sie feiert ausgelassen mit ihren Freunden. Während einer Partynacht lernt sie den charmanten Carter kennen, der die Gruppe zu einer geheimnisvollen Höhle führt und sie überredet, das Partyspiel „Wahrheit oder Pflicht“ zu spielen. Die erst lustige Stimmung schlägt schnell um, als Carter anfängt, von einem Fluch zu erzählen. Zurück in Kalifornien hat Olivia den Vorfall schon fast vergessen, als sie unheimliche Botschaften erreichen, die sie auffordern, zwischen Wahrheit oder Pflicht zu wählen. Anfangs hofft sie noch, dass sie sich alles nur einbildet, doch dann erkennt sie, dass sie die Regeln befolgen muss, um zu überleben. „Wahrheit oder Pflicht“ wird zur unentrinnbaren Realität: Wer nicht die Wahrheit sagt oder eine Mutprobe verweigert, stirbt eines brutalen Todes. Der einzige Ausweg: Die Freunde müssen zusammenhalten und herausfinden, was vor langer Zeit in der Höhle in Mexiko geschah. Der Kampf ums Überleben beginnt… (Universal Pictures Deutschland)

eine kritik von themoviestar:

Im Jahr 2000 gründete ein gewisser Jason Blum das Produktionslabel Blumhouse Productions, welches sich zur Aufgabe machte, Horrorfilme mit relativ überschaubaren Finanzmitteln umzusetzen und daraus den größt möglichen Gewinn zu erzielen. Das Erfolgsrezept lautet: Den Regisseuren künstlerische Freiheit zugestehen, die Fixkosten niedrig halten und dafür die Angestellten am Gewinn beteiligen. Der erste große Hit gelang 2009 mit dem nur 15.000 Dollar teuren Paranormal Activity, der an den weltweiten Kinokassen sage und schreibe 193 Millionen Dollar einspielte. Im Laufe der Jahre schaffte es die Firma immer wieder, ähnlich profitable Projekte auf die Beine zu stellen, was bekannte Werke wie Insidious, The Purge oder Happy Death Day eindrucksvoll untermauern. In die gleiche Kerbe schlägt auch der übernatürliche Horror Streifen Wahrheit oder Pflicht aus dem Jahr 2018, der trotz überwiegend schlechter Resonanzen bei einem Budget von 3,5 Millionen Dollar knappe 96 Millionen Dollar umsetzte. Aber ist es nun wirklich Pflicht, den Film gesehen zu haben? Das nicht unbedingt, aber vergeudete Zeit, wie einem so manch hochbezahlter Kritiker weiß machen will, ist der über weite Strecken spannende und befriedigend unterhaltsame  Wahrheit oder Pflicht auf keinen Fall.

Gemäß des 10 Jährigen First-Look-Deals zwischen Blumhouse Productions und Universal Pictures lief der weltweite Vertrieb von Wahrheit oder Pflicht über Universal Pictures. Als Regisseur wurde Jeff Wadlow installiert, nachdem er Jason Blum mit seiner geplanten Anfangssequenz für Wahrheit oder Pflicht überzeugen konnte. Die Geschichte schrieb Wadlow gemeinsam mit Michael Reisz, Jillian Jacobs und Chris Roach. In den Hauptrollen sind Lucy Hale (Bionic Woman), Tyler Pesey (Doc), Voilett Beane (The Flash), Hayden Szeto (The Edge of Seventeen), Sophia Taylor Ali (Barney und seine Freunde) und Landon Liboiron (Degrassi: The Next Generation) zu sehen, die zusammen eine Gruppe von College-Studenten verkörpern, welche während ihres feucht fröhlichen Mexiko Urlaubes das Trinkspiel Wahrheit oder Pflicht spielen und nach ihrer Rückkehr in die Heimat feststellen, dass sie von Halluzinationen geplagt werden, die sie vor die Wahl stellen, ob Wahrheit oder Pflicht. Wird gelogen oder eine Pflicht nicht erfüllt, ist die Konsequenz für den Spieler der Tod. Nachforschungen ergeben, dass es sich um einen freigelassenen, bösen Dämon handelt, doch diesen wieder in die Verdammnis zu schicken, gestaltet sich schwieriger als gedacht...

Obwohl Wahrheit oder Pflicht mit der Wahl der jugendlichen Protagonisten und dem College / Party / Springbreak Umfeld die Zielgruppenausrichtung auf ein eher jüngeres Publikum klar wie Wodka ist, gelingt es zufriedenstellend, einen akzeptablen Kompromiss zwischen Feierlaune und Ernsthaftigkeit zu finden, da auch die Charaktere größtenteils sympathisch gezeichnet wurden. Saufgelage, Sex und Partyinhalte sind allgegenwärtig, werden aber nicht zu sehr in den Vordergrund gerückt, so dass das Unterhaltungsniveau auch für reifere Zuschauer im grünen Bereich angesiedelt ist. Die Faszination, die von der interessanten Kernidee ausgeht, kann spürbar wahrgenommen werden, auch wenn die Einleitung und das Vorgeplänkel flüssiger hätte stattfinden müssen. Wahrheit oder Pflicht nimmt sich etwas arg viel Zeit, um auf Touren zu kommen, doch ist der Stein einmal los getreten, nimmt auch die Spannungskurve sukzessive zu, obwohl Wahrheit oder Pflicht sich gegen Ende hin selbst auf den Füßen steht. Die Handlung wird leider wegen mangelnder Abwechslung in eine ausweglose Sackgasse manövriert und die finale Entscheidung bzw. die Auflösung überzeugt nicht mehr vollständig, was sich auch auf die Gesamtbewertung negativ auswirkt.

Die Umsetzung des tödlichen, titelgebenden Spiels beinhaltet Licht und Schatten in ungefähr gleichem Maße. In den nur für den aktuell Betroffenen, sichtbaren Wahnvorstellungen verwandeln sich Passanten in optisch leicht dämonisierte, breit grinsende Fratzen, die den Mitspieler Widerwillens mit verzerrter Stimme dazu drängen, Wahrheit oder Pflicht auszuwählen. Was anfangs innovativ und kreativ aufgenommen wird, nützt sich auf Grund monotoner Überstrapazierung ab. Die Aufgaben, welche erfüllt werden müssen, sind überwiegend fantasievoll und gemein ausgewählt, da das Böse die jeweilige Situation und auch die individuellen Schwächen eines jeden Mitspielers kennt und diese gegen ihn verwendet.  Einer Betrunkenen wird beispielsweise der Auftrag übermittelt, dass sie auf einem Dach balancieren muss und unterhalb des Hauses droht ein spitzer Gartenzaun sie aufzuspießen, falls sie das Gleichgewicht verliert. Oder ein Mädchen wird dazu gezwungen, die Untreue ihrer Freundin gegenüber dessen Partner vor allen zuzugeben, damit Hass auf psychologischer Ebene geschürt wird und die jungen Leute sich gegenseitig an die Gurgel gehen. Anfangs sind die Anforderungen klein und trivial, ehe diese mit fortlaufender Filmdauer immer fieser und gefährlicher werden, was sich auch an dem ein oder anderen blutigen Ableben bemerkbar macht, auch wenn beim Härtegrad nicht alle Möglichkeiten der erteilten FSK 16 Freigabe ausgeschöpft werden.

Die oben erwähnte sympathische Wirkung der Figuren geht unter anderem auch auf das Konto der gefällig agierenden Schauspieler, die größtenteils aus gängigen TV-Serien bekannt sind und ihre Aufgaben zur vollen Zufriedenheit ausfüllen können. Die bildhübsche, dunkelhaarige, rassige Lucy Hale hat sich die Hauptrolle als Olivia Barron gesichert, die mit ihrem jugendlichen Leichtsinn das Unglück für ihre Freunde lostritt. Ihr Schauspiel wirkt sicher, routiniert und emotional, da sie die Befindlichkeiten ihres Filmcharakter transparent und charismatisch ausdrücken kann. Olivias nicht minder hübsche, beste Freundin und Konkurrentin Markie wird von der blonden Violett Biane gespielt, die ihren Part ebenfalls lebhaft und ausdrucksstark interpretiert, während Tyler Posey in der Rolle des Frauenschwarms Lucas Moreno den Hahn im Korb mimen darf, da sich die beiden Damen um seine Gunst indirekt streiten. Die Akteure können die Angst vor dem hinterhältigen Geist glaubhaft verkörpern, so dass sich der Gruselfaktor unter Berücksichtigung der Abnützungserscheinungen bei der Erfolgsformel und des Steigerungspotenzial bei der graphischen Gewaltdarstellung im oberen Mittelfeld einpendelt.

Wahrheit oder Pflicht ist also auch einer jener Filme, die zwar nicht perfekt, aber deutlich besser als ihr bescheidener Ruf sind, was wieder einmal ausdrucksvoll beweist, dass Kritiker zwar einen Einfluss auf die allgemeine Wahrnehmung eines Unterhaltungsproduktes haben, letzten Endes entscheidet aber einzig und alleine das Publikum, was ein Hit, oder was ein Flop wird. Dass das Rad hier bei Wahrheit oder Pflicht nicht neu erfunden wird, ist auch klar, trotzdem haben wir es mit einem überdurchschnittlichen Teenie-Horror Film mit einer interessanten Idee zu tun, welche großtenteils unterhält, der gegen Ende aber auch die Luft ausgeht. MovieStar Wertung: 7 von 10 Punkte.

7/10
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Kommentare

27.11.2022 11:03 Uhr - Phyliinx
1x
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Tolle Kritik, macht ihn definitiv interessant für mich 😇 aktuell fahre ich aber die Actionfilm Schiene. Jeff Wadlow hat nach Fantasy Island auch keinen einfachen Stand bei mir

28.11.2022 13:37 Uhr - TheMovieStar
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@ Phyliinx: Danke fürs Lesen und für den Kommentar. Hat mich sehr gefreut 😊

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