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Cable Guy - Die Nervensäge

Originaltitel: The Cable Guy

Herstellungsland:USA (1996)
Standard-Freigabe:FSK 12
Genre:Komödie
Bewertung unserer Besucher:
Note: 6,58 (25 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Steven wollte seinem Fernsehtechniker nur ein paar Scheine rüberschieben, damit der ihm einen kostenlosen Zugang zu allen Kanälen verschafft. Wenn er gewußt hätte, mit was für einem schrägen Typen er es zu tun bekommt, dann hätte er sicher die Finger von diesem Deal gelassen. Denn der "Cable Guy" Chip ist nicht nur eine hyperaktive Knalltüte mit sonderbarem Humor, er ist vor allem anhänglich wie eine Klette. Die teuflisch lästige Nervensäge drängelt sich unaufhaltsam in Stevens Leben, veranstaltet lautstarke Überraschungsparties in seiner Wohnung und quasselt ihm den Anrufbeantworter voll. Das Faß zum Überlaufen bringt Chip, als er sich in Stevens Beziehung zu Ex-Freundin Robin einmischt... (Sony Pictures)

eine kritik von themoviestar:

Mit Ace Ventura - Jetzt wird's wild (1995) hatte Knetmassengesicht Jim Carrey den Höhepunkt des filmischen Irrsinns erreicht, der finanziell wie seine anderen Werke auch an den globalen Kinokassen absahnte. Als nächstes Projekt suchte sich Carrey zum ersten Mal seit seinem Durchbruch als Filmkomiker ein Thema mit etwas ernsterem Hintergrund aus. Obwohl der stellenweise überdrehte, ungewöhnlich sarkastische und saukomische  Cable Guy - Die Nervensäge (1996) in erster Linie für Lacher sorgen will, gibt es mit der Handlung um den einsamen Hauptprotagonisten, der eigentlich nur einen Freund sucht, ein Thema, was einen nachdenklich stimmen kann, während in der überspitzten Darstellung des TV Konsums auch eindeutige Sozial bzw. Medienkritik wahrnehmbar ist. Das Publikumsecho war damals zurückhaltend: Cable Guy spielte bei einem Budget von 47 Millionen "nur" 103 Millionen Dollar weltweit ein, was für Carrey Verhältnisse recht mager ist. Auch die Kritikerresonanz war eher bescheiden. Anscheinend mussten sich die Zuschauer erst an den neuen Carrey gewöhnen. Für sich betrachtet ist Cable Guy jedoch ein unterhaltsames Stück Komödienkost, dem die ernsten Untertöne alles andere als schaden, auch wenn der Film auf Grund seiner Übertriebenheit in manchen Phasen etwas arg anstrengend geworden ist.

Lou Holtz Junior verfasste das komplette Drehbuch, welches Gegenstand eines erbitterten Bieterkriegs wurde, den Columbia Pictures mit einem Gebot von 1 Millionen Dollar (inkl. Bonus) gewann. Ursprünglich sollte Chris Farley den Cable Guy spielen. Nach seiner Absage wurde Adam Sandler die Rolle angeboten, der ebenfalls ablehnte. Letzten Endes willigte Carrey gegen eine astronomisch Hohe Gage von 20 Millionen Dollar ein, die Hauptfigur, den durchgeknallten Fernsehtechniker Chip Douglas zu spielen. Produzent Judd Apatow wollte Regie führen. Als das Studio ihn ablehnte, schlug er Ben Stiller für die Inszenierung vor, der den Job letzten Endes bekam. Die Geschichte handelt vom einsamen, lispelnden, exzentrischen Kabeltechniker Chip Douglas, der sich mit dem Kabelkunden Steven (Matthew Broderick) anfreundet. Anfangs scheinen sich die beiden Männer gesucht und gefunden zu haben, doch als Steven wegen Chips Aufdringlichkeit auf Abstand gehen will, beginnt für Steven die Hölle auf Erden, da der Kabelmann mit Ablehnung nicht umgehen kann und sich zum regelrechten Stalker entwickelt...

Obwohl in einem Jim Carrey Film mal wieder geblödelt wird, dass sich die Balken biegen, steht hinter vor gehaltener Hand das Verhältnis zwischen Chip und Steven, sowie Chip's gestörte Persönlichkeit, die im Endeffekt ein Spiegelbild seiner Einsamkeit ist, im Vordergrund. Dabei profitiert Cable Guy unter anderem auch von dem stringenten und zweckdienlichen Handlungsaufbau. Die einleitende Kennenlernphase, der fokussierte Hauptteil um die vermeidliche Freundschaft mit Störfeuern, Eskalationen und Konsequenzen sowie das fast schon tragische Finale sind klar unterteilt und definiert. The Cable Guy arbeitet hier mit den Stilmitteln der Ironisierung, und der fast schon grenzenlosen Übertreibung, um die zum Nachdenken anregende Botschaft hinter der Komödienfassade zu transportieren. Gesellschafts- und Medienkritik verfehlen ihre Wirkung nicht, da der TV- und in der heutigen Zeit Internetkonsum bei vielen Leuten groteske Züge angenommen hat, was Vereinsamung und Entfremdung zur Folge hat, worauf Cable Guy durch die Blume hinweist.

Ein weiterer Erfolgsgarant sind neben der ein oder anderen lustigen Parodie auf legendäre Sprüche aus der TV bzw. Filmwelt natürlich auch die starken Darstellerleistungen. Zu den gewohnt facettenreichen Grimassen und seinen albernen Späßen gelingt es Carrey auch, das gestörte Wesen des soziopathisch veranlagten Einzelgängers mit ungewohnt schwarzem Humor nachhaltig zu verkörpern. Um seine Ziele zu erreichen, manipuliert Carrey's Figur Chip mit fiesen Attacken und hinterhältigen Aktionen geschickt seine Mitmenschen, was der Starkomiker absolut authentisch spielt. Matthew Broderick muss als Durchschnittstyp mit Problemen im Job und in der Liebe Gute Miene zum bösen Spiel machen, was ihm dementsprechend auch gut gelingt. Vor allem sein genervter Gesichtsausdruck ist unbezahlbar, wenn sein Filmcharakter Steven mal wieder Opfer eines der vielen, oft unter die Gürtellinie gehenden Streiche wird. Die Chemie oder besser gesagt auch die Antipathie bzw. die Spannungen zwischen den beiden Hauptfiguren transportieren Carrey und Broderick nachhaltig mit ihrem ansprechenden Schauspiel, während Leslie Mann als attraktive Robin zu sehen ist, um dessen Gunst sich die beiden Streithähne dann bemühen dürfen. Mann legt ebenfalls eine sehenswerte Performance hin und musste sich im Vorfeld gegenüber 500 Konkurrentinnen durchsetzen, ehe sie die Rolle erhielt.

Trotz allen Vorzügen ist auch bei Cable Guy nicht alles Gold was glänzt. In einigen Momenten überspannt Carrey den Bogen zwischen lustiger Situationskomik, dunklen Seitenhieben und völlig außer Rand und Band geratenen, schwer erträglichem, albernen Chaos, was oft zu laut und ziemlich nervenaufreibend ist, so dass der deutsche Zusatztitel "Die Nervensäge" wie die Faust aufs Auge passt. Hier stimmt das Verhältnis auch zur eigentlichen Message des Streifens nicht. Daraus resultierend zieht sich Cable Guy vor allem in der Filmmitte wie Kaugummi und der eigentlich hohe Unterhaltungswert ist in dieser Phase spürbaren Schwankungen unterworfen, wovon man sich gegen Ende hin auf Grund der entwickelten Eigendynamik der Story glücklicher Weise wieder erholt hat.

Deutlich besser als sein Ruf, aber beileibe nicht perfekt, sind also Beschreibungen, die auf Cable Guy - Die Nervensäge zutreffen. Carrey's erster Versuch, ein wenig von seiner Stammrollendefinition abzuweichen, wurde insgesamt betrachtet vom Publikum zwar gemischt aufgenommen, letzten Endes war es dann aber doch ein Schritt in die richtige Richtung und hat ihn vom Karriereverlauf her nochmal ein Stück nach vorne gebracht. Cable Guy ist im Großen und Ganzen unterhaltsam, es gibt aber auch Passagen, die ein wenig zu drüber sind. Dafür geht die indirekte Botschaft nicht unter und ist für den Zuschauer deutlich wahrnehmbar, was bis dato noch kein Carrey Film hatte. MovieStar Wertung: 7 vo 10 Punkte.

7/10
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