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No Tears for the Dead

Originaltitel: Uneun Namja

Herstellungsland:Südkorea (2014)
Standard-Freigabe:FSK keine Jugendfreigabe
Genre:Action, Drama, Krimi, Thriller
Alternativtitel:The Crying Man
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,50 (10 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Gon (Jang Dong-gun) ist ein eiskalter Auftragskiller, der für die amerikanischen Triaden arbeitet und seine Aufträge stets mit tödlicher Präzision erledigt. Als er jedoch bei seinem letzten Job versehentlich ein unschuldiges kleines Mädchen erschießt, gerät sein Leben aus dem Gleichgewicht. Zerfressen von Schuldgefühlen will er aus dem Geschäft aussteigen, allerdings lässt sein Boss ihn erst gehen, wenn er noch ein letztes Ziel ausschaltet. Was es Gon noch schwerer macht: Bei der Zielperson handelt es sich um die Risikomanagerin Mo-gyeong (Kim Min-hee), der Mutter des Mädchens, die nach dem Tod ihrer Tochter jegliche Freude am Leben verloren hat und ihr Leid in Arbeit ertränkt. Noch ist sie sich in völliger Unklarheit darüber, dass sie im Mittelpunkt einer gewaltigen Verschwörung steht... ()

eine kritik von ghostfacelooker:

Wenn man nach dem tragischen Anfang die restlichen knapp vierzig Minuten dramaturgischen Aufbau der Geschichte übersteht, wird der Zuschauer mit einem amüsant, bluttriefenden Actionfilm belohnt, der den Verlust des Blutvolumen eines menschlichen Körpers in mannigfaltiger Weise ausreizt.

Amüsant ist es, weil, daß asiatische Kino und hier speziell Regisseur und Autor Lee Jeong-Beom welcher eine ähnliche Handschrift mit The Man from Nowhere lieferte, trotz der Analogien zum Action Kino Hollywoods, es immer versteht eigene Wege zu beschreiten, oder, insbesondere der koreanische Film diesen eine spezielle Note verpasst.

Diese äußert sich zum Beispiel darin, daß man hier überraschenderweise auf hierarchische Strukturen krimineller Organisationen verzichtet und es mir manchmal so vorkam, als wäre der gerade noch geprügelte Untergebene, Szenen später der rachsüchtige Schläger seines Peinigers.

Beide, Gangsterboss, als auch sein Handlanger, legen ihrerseits eine sehr schwarzhumorig, zynische Art an den Tag, die typisch für die Darstellung der Hierarchie in koreanischem Film ist, denn wenn der vermeintliche Chef eine auf den Deckel bekommt, muss er die Schmach natürlich in aggressiver Form nach unten kanalisieren.

Eine ebenso ambivalent, empathische Figur die nicht unerwähnt bleiben sollte, ist Chaoz, welcher von Brain Tee, dem ehemaligen Drift King aus The Fast and the Furious Tokyo Drift verkörpert wird. Hier wie damals kann man seine Figur mögen oder auch nicht, aber sie bleibt in Erinnerung.

Die blutigen Shootouts, muten stellenweise gern wie eine Verbeugung an John Woo Klassiker an, während der Showdown, welcher in einem Hochhaus abgehalten wird, in denen ebenfalls einige Kriminelle den vermeintlich Guten jagen oder von diesem gejagt werden, an einen anderen Helden im Feinrippunterhemd erinnern, ist diese Hauptfigur kein Hollywoood-Like-Elite-Irgendwas, dem tausend Kugeln um die Ohren pfeifen und ihn keine davon trifft.

Nein, dieser Antiheld blutet genau wie seine zahlreichen Opfer, denn die Story findet durch den erschütternden Mord zu Beginn eine schmerzhafte Balance zwischen Antipathie und Sympathie für seinen Protagonisten und die eigenes aufgebürdete Verantwortung, die er gleichsam als Buße für sich selbst versteht.

Als Zuschauer wiederum, hat man es schwer den eigentlich versehentlichen Kindermörder nicht doch zu mögen und fiebert bis zum unvermuteten Finale durch all die bleihaltigen Zweikämpfe und Maschinengewehrsalven mehr mit ihm, als mit der Mutter des kleinen Mädchens mit, welche sich der Held indirekt schwor zu beschützen und somit den Groll einiger Gangster auf sich zog.

Der emotional mitreißende Antiheld Gon, wird von Jang Dong Gun verkörpert, welcher mir von dem fulminant inszenierten The Warrior´s Way, 2010 in Erinnerung geblieben ist. Hier ist seine Figur ähnlich wortkarg, jedoch wenn er spricht, zynischer und ebenso wie sein Hintergrund, von Melancholie gezeichnet, was, bringt man seine unabsichtliche Tötung in Verbindung mit dem Auftrag, durchaus verständlich und passend wirkt.

Die unter den gegebenen Umständen völlig verständlich, teilweise apathisch wirkende Mutter, wird von Kim Min-hee, der ehemaligen Taschendiebin verkörpert. Ihre Figur ist gleichsam Dissonanz und Fixpunkt der Emotionen. Auch hier vereint der asiatische Gedanke des Yin und Yang, denn so sehr die Mutter, als auch der Täter leiden, so stark ist gleichzeitig die innere Agonie der Vergeltung, welche sich aus der resultierenden Schuld ergibt.

Ein Film, welcher trotz einiger Längen überzeugt und meiner Meinung nach sogar besser ist als The Man from Nowhere, was gleichsam bedeuten würde, daß wer jenen Film mochte, diesen lieben könnte.

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Kommentare

20.11.2022 12:27 Uhr - The Machinist
User-Level von The Machinist 8
Erfahrungspunkte von The Machinist 864
Besser hätte man es nicht zusammenfassen können.
Freut mich wenn wir zwei hier auf einer Wellenlänge sind. Der Film hatte mich seinerzeit erneut belehrt warum der asiatische Markt zur Creme de la Creme der Action-Filmkunst gehört. Und zu erzählen hat er sogar auch was.

20.11.2022 16:10 Uhr - Ghostfacelooker
User-Level von Ghostfacelooker 20
Erfahrungspunkte von Ghostfacelooker 8.493
20.11.2022 12:27 Uhr schrieb The MachinistBesser hätte man es nicht zusammenfassen können.
Freut mich wenn wir zwei hier auf einer Wellenlänge sind. Der Film hatte mich seinerzeit erneut belehrt warum der asiatische Markt zur Creme de la Creme der Action-Filmkunst gehört. Und zu erzählen hat er sogar auch was.

Kommt nicht oft vor ^^^^^Danke dir

29.11.2022 09:42 Uhr - TheMovieStar
User-Level von TheMovieStar 13
Erfahrungspunkte von TheMovieStar 2.885
Vielen Dank für die lesenswerte Vorstellung, Ghost! Den Film werde ich demnächst auch angucken, hört sich sehr vielversprechend an!

Viele Grüße
MovieStar

29.11.2022 13:23 Uhr - Ghostfacelooker
User-Level von Ghostfacelooker 20
Erfahrungspunkte von Ghostfacelooker 8.493
29.11.2022 09:42 Uhr schrieb TheMovieStarVielen Dank für die lesenswerte Vorstellung, Ghost! Den Film werde ich demnächst auch angucken, hört sich sehr vielversprechend an!

Viele Grüße
MovieStar


Für Leute deren 80er Jahre Asia-Trash Kloppereienkonsum ähnlich hoch sind wie bei dir, ist dieser Film Sternekategorie^^^^

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