SCHNITTBERICHTE | # | A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z
Titel suchen:
Resident Evil 4 Remake · Erlebe den Albtraum. · ab 67,99 € bei gameware Dead Island 2 · Die heißgeliebte Zombie-Saga ist zurück! Uncut! · ab 58,99 € bei gameware

Vanilla Sky

Herstellungsland:USA (2001)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Drama, Liebe/Romantik, Thriller
Bewertung unserer Besucher:
Note: 6,89 (21 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Jung, attraktiv und wohlhabend - der Verleger-Tycoon David Aames (Tom Cruise) kann alles haben, was sein Herz begehrt. Doch Davids begünstigtes Leben scheint unvollständig. Eines Abends trifft er die Frau seiner Träume (Penélope Cruz) und glaubt, das fehlende Stück zu seinem Glück gefunden zu haben. Doch eine schicksalhafte Begegnung mit seiner eifersüchtigen Geliebten (Cameron Diaz) lässt Davids Welt außer Kontrolle geraten. (Paramount Pictures)

Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von kassiopeia:

Vanilla Sky ist ein Drama mit Thriller Elementen, welches auf dem spanischen Original Abres los ojos oder auch Virtual Nightmare - Open Your Eyes basiert und 2001 neu verfilmt wurde. Die Regie übernahm dabei Cameron Crowe, der vorher schon mit Hauptdarsteller Tom Cruise in Jerry Maguire - Spiel des Lebens zusammengearbeitet hat. 

 

Dabei geht es um einen reichen und gutaussehenden jungen Mann namens David Aames, dem es an und für sich an nichts im Leben fehlt und doch spürt dieser eine innere Leere in sich, die er mit eleganten Festlichkeiten und oberflächlichen Beziehungen, die mehr kurzlebigen Affären gleichen, zu füllen versucht. Dies ändert sich jedoch schlagartig, als er auf einer seiner Partys die bezaubernde Sofia kennenlernt, in die er sich Hals über Kopf verliebt und die seinem sonst so bedeutungslosen Leben einen Sinn zu geben scheint. Neid, Missgunst und Gefühle der Rache steigen derweil in Julie Gianni auf, einem blonden Model, mit dem David regelmäßig schläft, doch die ihm offensichtlich nichts bedeutet. Als sie erkennt, dass David Sofia wirklich liebt und nicht sie, verursacht sie mit David als Beifahrer absichtlich einen Autounfall, in dessen Folge David zwar überlebt, dabei sein Gesicht aber schwer entstellt wird und er seinen rechten Arm nur noch eingeschränkt bewegen kann. David findet daraufhin nur schwer ins Leben zurück, doch als Sofia sich von ihm distanziert, bricht für ihn eine Welt zusammen.

 

Zugegeben, ich bin nicht der größte Freund von Tom Cruise und mag lieber reifere Männer der Marke Richard Gere, doch ich ließ mich damals von meinen Freundinnen dazu überreden, dass wir uns Vanilla Sky im Kino ansehen sollten und das taten wir dann auch. Dabei gefiel mir der Film anfangs noch ziemlich gut. Ich mochte die tollen Aufnahmen der Welt - Metropole New York und auch die Vorstellung von Cameron Diaz, die ich etwa in der Komödie Verrückt nach Mary sehr gerne sah, als das schöne, doch recht naive Model Julie Gianni, wusste mir zu gefallen. Wie blauäugig kann man jedoch sein, um zu glauben, dass ein millionenschwerer Typ wie David Aames, der sich regelmäßig mit schönen Frauen umgibt, sich auf eine einzige Dame festlegen würde, sich ernsthaft in diese verliebt und womöglich auch noch heiratet. Zu seiner Geburtstagsparty lädt David sie nicht ein, doch um das Bett mit ihm zu teilen, ist sie ihm gut genug. Armes Ding, dachte ich mir, aber irgendwie auch selber schuld.

 

Bei Sofia allerdings, die von Penelope Cruz gespielt wird und die schon im spanischen Original dieselbe Rolle einnahm, scheint es für David Liebe auf den ersten Blick zu sein. Leicht um den Finger wickeln lässt sich Sofia aber nicht, doch gerade das scheint unseren sonst vom Erfolg verwöhnten Typen besonders zu reizen. Er möchte erobern, auch wenn es ihm schwer fällt, den erhofften Beischlaf noch hinauszögern zu müssen. Ich kenne zwar das erwähnte Original nicht, doch gefällt mir die Darbietung von Penelope Cruz sehr gut, denn im Gegensatz zu Julie kokettiert sie nicht mit ihren Reizen, sondern benutzt ihren Verstand, um David zu gefallen, was von Erfolg gekrönt sein soll. Das schnelle Abenteuer findet David zwar bei Frauen wie Julie, doch etwas fürs Leben scheint er nur bei Sofia zu finden. Tief gekränkt schüttet Julie ihm bei einer Autofahrt durch die Straßen New Yorks ihr Herz aus und beschließt aufgrund Davids Ablehnung ihr gegenüber, ihrer beider Leben ein Ende zu setzen und steuert den Wagen eine Brücke hinunter.

 

Als David einige Wochen später aus dem Koma erwacht, ist sein Gesicht fürchterlich entstellt und hier möchte ich ganz besonders die Arbeit der Maskenbildner loben, denn wie diese den Schönling Tom Cruise quasi in Frankensteins Sohn verwandelt haben, ist schon sehr beeindruckend. All sein Geld hilft David nun auch nicht weiter und die Fähigkeiten der Gesichtschirurgie sind ebenfalls begrenzt. Ihm wird lediglich das Tragen einer Maske angeboten, durch die David aussieht wie das Phantom der Oper und seine Mitmenschen ihn spüren lassen, dass er doch irgendwie ein Aussätziger oder gar ein Ausgestoßener ist. Dies trifft David besonders hart, als sich Sofia von ihm abwendet, worauf er sich nach einem gemeinsamen Discobesuch betrinkt und erst am nächsten Morgen auf dem Bordstein wieder zu sich kommt.

 

Ab hier nimmt der Film nun obskure Wendungen und verliert sich zunehmend in traumartigen Gebilden, Halluzinationen und Wahnvorstellungen. Kameratechnisch werden von John Toll, dessen Können ich schon bei Der Regenmacher zu schätzen wusste, tolle Aufnahmen geliefert, die uns unter anderem den titelgebenden Vanillefarbenen Himmel zeigen, der hier noch eine Bedeutung bekommt, die ich jetzt aber nicht verraten möchte, und auch sonst in vielen emotionalen Momenten unsere Augen verwöhnen. Musikalisch steuert die Gitarristin Nancy Wilson ihre Klänge dazu und es gibt viele tolle Songs von Bob Dylan, Paul McCartney oder Radiohead zu hören. Dieses Zusammenspiel von Kameraeinstellungen und Musik sorgt für ergreifende Momente, denen ich selbst auch erlegen gewesen bin und die mein Herz ein ums andere Mal schmelzen als auch schmerzen ließen.

 

Nun ist es aber so, das ich als Orientierung einen roten Faden brauche, etwas beständiges, an dem ich mich festhalten kann, etwas, das mir Sicherheit und Halt gibt, und genau hier liegt mit dem Beginn der zweiten Filmhälfte meiner Meinung nach das Problem, denn ich konnte dem weiteren Verlauf nur noch mühsam folgen und war bald nicht mehr in der Lage zwischen Traum und Realität zu unterscheiden. Dies ist zwar bewusst so gewählt worden und soll den Zuschauer dazu auffordern selbst herauszufinden, welche Gedankengänge und Handlungen von David denn nun real sind und welche nicht, zumal ihm auch noch ein Mord angehängt wird, wodurch sich hier Elemente des Thrillers hinzugesellen. Das Ganze nimmt jedoch Ausmaße an, wodurch ich komplett die Orientierung und irgendwann auch die Lust am weiteren Verlauf des Films verlor.

 

Die Auflösung des Ganzen zog mir dann völlig den Boden unter den Füßen weg und enttäuschte mich dann doch. Fand ich den Twist in High Tension schon sonderbar und konnte mich nur schwer mit diesem arrangieren, so verdarb mir hier der Ausgang des Films doch einen Großteil der Freude, zumal eine für mich unpassende Prise an Science - Fiction - Elementen beigemengt wurde. Meine Mädels mochten den Film zwar, aber nur weil sie bei Tom Cruise immer schwach werden und dahinschmelzen, wobei ich nicht glaube, dass sie den Film wirklich verstanden haben. Ich jedoch brauche eine stringente Handlung, ohne zu viele verworrene Abzweigungen und hätte Vanilla Sky gerne auch so bis zum Schluss erlebt und mir ein für mich rundes und in sich geschlossenes Ende gewünscht. 

6/10
Weiter:
mehr reviews vom gleichen autor
Hook
Kassiopeia
7/10
Stepfather
Kassiopeia
3/10
Enthüllung
Kassiopeia
4/10
die neuesten reviews
Freddy's
dicker Hund
6/10
Brawl
Founding Father
4/10
Black
TheMovieStar
8/10
Hook
Kassiopeia
7/10
Wenn
Insanity667
8/10
Raze
Founding Father
7/10
Maskhead
Jichi
6/10

Kommentare

03.12.2022 19:19 Uhr - cecil b
1x
Moderator
User-Level von cecil b 19
Erfahrungspunkte von cecil b 7.882
Deine sehr schöne Art zu schreiben, und die Fähigkeit, einen guten Eindruck vom Film zu geben, ist eine Bereicherung. :)

In diesem Fall hast du ziemlich viel vom Film verraten, finde ich, allerdings lässt du ja einiges über.

Ich persönlich mag ja Filme, die mich im Dunkeln lassen, sogar Lynch regte mich positiv an (Mullholland Drive). Aber das ist immer eine Gratwanderung, und ich kann verstehen, wenn der Funken dann nicht überspringt. :)

03.12.2022 21:42 Uhr - Kassiopeia
1x
User-Level von Kassiopeia 3
Erfahrungspunkte von Kassiopeia 140
Ich kam leider nicht ganz drum herum bei meinen Beschreibungen etwas ausführlicher auf den Film einzugehen, habe jetzt aber die Spoilerwarnung nachträglich eingeschaltet. Ich freue mich sehr, dass du meinen Text gelesen hast und dieser dir auch gefällt. Die konfuse Weiterentwicklung bis hin zum Ende verhinderte bei mir leider, das der Funke überspringen wollte.

03.12.2022 23:10 Uhr - cecil b
1x
Moderator
User-Level von cecil b 19
Erfahrungspunkte von cecil b 7.882
Und ich freue mich mich über die Review!

kommentar schreiben

Um Kommentare auf Schnittberichte.com veröffentlichen zu können, müssen Sie sich bei uns registrieren.

Registrieren (wenn Sie noch keinen Account hier haben)
Login (wenn Sie bereits einen Account haben)