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Der Profi 2

Originaltitel: Le Solitaire

Herstellungsland:Frankreich (1987)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Action, Thriller
Alternativtitel:Loner, The
Bewertung unserer Besucher:
Note: 5,90 (10 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Die beiden Bullen Jalard (Jean-Paul Belmondo) und Simon wollen eigentlich nichts anderes als der Polizeiarbeit den Rücken kehren und sich in die Karibik absetzen. Doch als Simon bei einer nächtlichen Streife von dem schiesswütigen Schneider kaltblütig erschossen wird, zerplatzt der Traum wie eine Seifenblase. Jalard schwört Rache...

Fast 2 Jahre vergehen, bevor Jalard wieder auf Schneider trifft. Der Polizist hat inzwischen Christian, den Sohn seines ermordeten Kollegen, adoptiert und eine eigene Familie gegründet. Doch der alte Hass flammt wieder auf und Jalard kennt bei der Jagd nach Schneider nur noch ein Gesetz: Das des Stärkeren. Als es ihm endlich gelingt, Schneiders Partner festzunehmen, kidnapped der brutale Gangster Jalards Adoptivsohn Christian. Nun kennt Jalard kein Erbarmen mehr. Um Schneider entgültig zu erledigen, ist ihm jedes Mittel recht. Auch wenn er dabei über Leichen gehen muss... (Anolis DVD-Cover)

eine kritik von ghostfacelooker:

Was für den italienischen Western und Komödienbereich Bud Spencer, für die damalige Actionzeit Charles Bronson, danach Sylvester Stallone, oder für den Tatort Götz George war ( ja, den konnte ich mir nicht verkneifen, aber der war auch zu schön), daß war neben Alain Delon der gute Jean Paul Belmondo.

Bébel, wie die Franzosen ihn liebevoll nannten, wurde gern in Actionstreifen eingesetzt, in denen er den Stereotyp eines abgebrühten Polizisten oder Einzelgängers der 80er Jahre gab, welche mit insbesondere durch die deutsche Synchronisation prägnanten Macho-Sprüchen hervorstach, denn ich bin zwar des Französischen nicht mächtig, aber ich glaube kaum, daß er wirklich in diesem Film auf die Frage eines jüngeren Kollegen nach einem Sandwich sagt, daß er nur ein paar Eier habe und auf der Suche nach einer heißen Pfanne sei, oder aber im inhaltlich nicht verwandten Vorgänger eine einem Kellner sagt, daß der blonde Wichser den trockenen Augenwischer zahle.

Ehrlich gesagt, als ich den Film zum ersten Mal sah, achtete ich bestimmt nicht auf die witzige aber in der heutigen Realität doch als pädophil zu betrachtende Äußerung Belmondos, dass er den Geschmack der obligatorischen Edelpuffmutter kenne, sein Patensohn erst zehn sei und er es noch zwei Jahre bleiben solle.

Aber dies könnte ebenso der Synchronisation, als auch der damaligen maskulin vorherrschenden Zeit geschuldet sein, in der Männer es eben mit Augenzwinkern hinnahmen und als stolzes Abzeichen werteten, wenn man ihren Söhnen anzügliche Komplimente machte.

Eine gezielt abgewandelte Synchro, finden wir ja auch in den Bud Spencer und Terence Hill Western-Komödien oder insbesondere bei Auf dem Highway ist die Hölle los, oder Auch die Engel essen Bohnen und unzähligen Beispielen unserer guten alten, Synchronisation.

Der sogenannte 80er Jahre Charme mit seinen aus heutiger Sicht oft fragwürdig moralischen Etikette, sollten in diesem Film also nicht zu ernst genommen werden, oder jemandem allzu wichtig sein, denn sonst wirkt der Charme dieses Streifens und sein Hauptdarsteller kaum.

Wie bereits erwähnt, hat dieser nur dem Titel ähnelnde Streifen, nichts mit Georges Lautner´s Le Professionnel zu tun, obwohl er neben Belmondo, als Sprüche klopfend, Schnauze polierenden Kommissar, einige Vertrautheiten aufweist.

So ist zum Beispiel der Name Schneider, welchen man seltsamerweise stets wie etwas ätzend toxisches ausspricht (Scheedär) ebenso vertreten wie Michel Beaune, wobei dieser, hier als obligatorisches Arschloch, in fast jedem Film von Bébel mitwirkt. Neben all diesen Niedlichkeiten sieht man einiges der französischen Hauptstadt, wie das Pigalle, das sogenannte Vergnügungsviertel, oder die französische Fahrweise, bei der man mit heruntergelassener Scheibe lieber Handzeichen als Blinker gibt. Zumindest wenn man den Abspann laufen lässt.

Ärsche, zumindest neben jenen für meinen Geschmack optisch zu bevorzugender Natur, von Patricia Malviosin, als Brigite und Valérie Steffen als Carol, gibt es ansonsten nur einen und der wird von Jean-Pierre Malo, als Antagonist durchs Bild getragen.

Malo hat als Antagonist Charles Schneider soviel Potential, wie Eiskcrem im Hochsommer, aber immerhin gleicht er dieses Manko durch halbwegs psychopathisch veranlagte Waffengewalt tatkräftig aus, aber er ist ja nur Mittel zum Zweck um Kommissar Stan, nicht wie einen alternden Lustmolch zwischen Prostituierten und Frauen die seine Tochter sein könnten, wirken zu lassen.

Ansonsten könnte man die restliche Handlung sowie Spannung und Tempo, durchaus mit dem Profi gleichsetzen, obwohl hier eine, durch Frank Ayas, als Patenkind, hervorgerufene witzig emotionale Komponente hinzukommt, die den Film ein wenig entschleunigen aber gerade deshalb auch wiederum sympathisch macht.

Nein, dieser Film hat Klasse, eine ordentliche Portion Gewalt und das typisch damalige Flair der gerechtfertigten Rache, sowie einen für mich sehr geschätzten und über den ganzen Streifen glänzenden und leider verstorbenen, aber nie vergessenen Hauptdarsteller.

 

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Kommentare

04.12.2022 19:53 Uhr - ActionJackson77
Fand ich sogar besser als den ersten Teil. Der Film rockt derbe. Genauso we das Review.
Gut geschrieben.

04.12.2022 23:44 Uhr - Ghostfacelooker
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04.12.2022 19:53 Uhr schrieb ActionJackson77Fand ich sogar besser als den ersten Teil. Der Film rockt derbe. Genauso we das Review.
Gut geschrieben.

Danke dir und ja stellenweise eventuell sogar besser

06.12.2022 13:21 Uhr - Punisher77
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Gut geschriebene Kritik inkl. einer interessanten Betrachtung der damaligen deutschen Art und Weise, (bestimmte) Filme zu synchronisieren. Unter anderem bei "Auf Dem Highway Ist Die Hölle Los" war ich echt überrascht, was für Freiheiten man sich dort genommen hat.

"Der Profi 2" ist in meinen Augen ein eher durchschnittlicher Belmondo-(Action-)Film, der es - meiner Meinung nach - gerade in puncto Spannung und Action nicht mit "Der Profi" aufnehmen kann, auch wenn beide Filme inhaltlich nichts miteinander zu tun haben. Der Beginn war stark, der Mittelteil zog sich etwas und auch vom Showdown habe ich mehr erwartet. Die Nebenhandlung um das Patenkind hat mich auch nicht gerade vom Hocker gerissen. Bei "Der Profi" hab ich dagegen bis zum Ende mitgefiebert.

Das Review ist trotzdem stark.

06.12.2022 17:22 Uhr - Ghostfacelooker
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06.12.2022 13:21 Uhr schrieb Punisher77Gut geschriebene Kritik inkl. einer interessanten Betrachtung der damaligen deutschen Art und Weise, (bestimmte) Filme zu synchronisieren. Unter anderem bei "Auf Dem Highway Ist Die Hölle Los" war ich echt überrascht, was für Freiheiten man sich dort genommen hat.

"Der Profi 2" ist in meinen Augen ein eher durchschnittlicher Belmondo-(Action-)Film, der es - meiner Meinung nach - gerade in puncto Spannung und Action nicht mit "Der Profi" aufnehmen kann, auch wenn beide Filme inhaltlich nichts miteinander zu tun haben. Der Beginn war stark, der Mittelteil zog sich etwas und auch vom Showdown habe ich mehr erwartet. Die Nebenhandlung um das Patenkind hat mich auch nicht gerade vom Hocker gerissen. Bei "Der Profi" hab ich dagegen bis zum Ende mitgefiebert.

Das Review ist trotzdem stark.


Merci^^^^^^

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