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Ghost Ship

Herstellungsland:USA (2002)
Standard-Freigabe:FSK keine Jugendfreigabe
Genre:Abenteuer, Horror
Alternativtitel:Chimera
Ghost Ship - Das Geisterschiff
Ghost Ship - Meer des Grauens
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,16 (73 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Ein Fremder verspricht Murphy (Gabriel Byrne), Kapitän des Bergungsschiffes Arctic Warrior, und seiner Crew reichen Gewinn, wenn sie ihm helfen, einen herrenlos treibenden Luxusliner zu bergen. Doch auf dem seit den 60er Jahren auf mysteriöse Weise verschwundenen Schiff wartet nicht nur ein unglaublicher Goldschatz, sondern auch ein tödliches Geheimnis. Als die Arctic Warrior plötzlich explodiert und die Schatzjäger feststellen müssen, dass das Wrack zu sinken droht, scheint jede Hoffnung auf ein Entkommen verloren. (Warner Bros.)

Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von randolph carter:

Eine Seefahrt, die ist lustig, eine Seefahrt, die ist schön…

…oder auch nicht, wenn man sich plötzlich auf einem unheimlichen, verlassen alten Dampfer wiederfindet. So wie die Crew der „Arctic Warrior“, einem Bergungsschiff, die von einem mysteriösen Fremden namens Ferryman die Koordinaten des verloren gegangenen Luxusliner „Antonio Graza“ bekommt. Schnell machen sie die Leinen los, denn sie wittern das große Geld, da ihnen nach internationalem Seerecht das Schiff gehört, wenn sie es bergen. Als sie den schwimmenden Palast dann schließlich finden und an Bord gehen, ist vom alten Glanz allerdings nicht mehr viel übrig. Doch nicht nur das, irgendwas scheint hier ganz und gar nicht zu stimmen…

Der Film wurde von „Dark Castle“ produziert, welche um die 2000er rum regelmäßig hochbudgetierte Horrorfilme in die Kinos brachten. Darunter u.a „House of Wax“, „Haunted Hill“ oder auch „Orphan“. In Gegensatz zu der heutigen Zeit, in der Horrorfilme eher günstig produziert werden, haben die Produzenten von „Dark Castle“, darunter Joel Silver und Robert Zemeckis noch ordentlich Kohle in die Projekte gesteckt. So war auch „Ghost Ship“ mit seinen rund 30 Millionen Dollar Budget nicht gerade günstig. Und das Tolle dabei ist. Das sieht man dem Film auch an, was sich gerade bei den Sets und allgemein bei den Effekten bemerkbar macht. Der Streifen sieht wirklich verdammt gut aus. Und nachdem meine Augen durch den grottenhässlichen „Jeepers Creepers: Reborn“ und seinen Green Screen Aufnahmen des Todes ziemlich in Mitleidenschaft gezogen wurden, war „Ghost Ship“ eine echte Wohltat.

Die Sets wurden mit viel Liebe zum Detail gestaltet und sehen schön dreckig, verrostet und versifft aus. Außerdem wurden sie recht abwechslungsreich gestaltet und es macht Spaß zusammen mit den Protagonisten den alten Dampfer zu erforschen. Hier hat man sich echt Mühe gegeben, zumal die Sets auch alle echt sind. Ledig beim Schiff als Ganzes griff man hin und wieder auf CGI zurück, baute für manche Aufnahmen aber auch extra Modelle der „Antonio Graza“. Und auch wenn manche Tricks aus dem Rechner leicht angestaubt wirken, so kann man im Großen und Ganzen mit dem Look wirklich zufrieden sein.

Auch bei den Goreeffekten griff man auf Könner zurück, so wurden diese von der KNB EFX Group in Szene gesetzt. Und hier sei dann natürlich die mittlerweile schon fast kultige Angangsszene erwähnt, in der einige Passagiere einfach mal mit einem Stahlseil halbiert werden. Aua… Allerdings muss man auch sagen, dass danach in Sachen Splatter und Gore nicht mehr viel kommt. Wer sich nach dem blutigen Auftakt auf einen schön brutalen Metzelfilm gefreut hat, der wird enttäuscht, da der Film danach diesbezüglich ein paar Gänge zurückschaltet. Es gibt zwar noch die eine oder andere Sauerei, diese sind dann aber eher harmloser Natur. Regisseur Steve Beck versucht den Fokus eher auf Grusel zulegen. Womit dann aber, so komisch das auch klingen mag, die Probleme des Films anfangen…

… er ist nämlich absolut nicht gruselig oder furchteinflößend. Es gibt hin und wieder die obligatorischen Jump Scares und es wird versucht, durch knarzende Türen oder Blut, das aus Wänden läuft, den Zuschauer das Fürchten zu lehren, aber irgendwie verfehlt es komplett seine Wirkung. Jedenfalls bei mir. Und eigentlich bin ich ein ziemlicher Angsthase, was Gruselfilme angeht. Sachen wie „Paranormal Activity“ oder „Conjuring“ haben mir buchstäblich schlaflose Nächte beschert. „Ghost Ship“ hingegen entlockte mir diesbezüglich nur ein müdes Lächeln. Was wirklich schade ist, denn durch die tolle Kulisse hätte man dahingehend ja wirklich was reißen können.

Neben den recht abgedroschenen Gruselklischees versucht der Regisseur das ganze dann auch möglichst stylisch und modern zu inszenieren. Was sich durch eine flotte Inszenierung und mach einer Spielerei bezüglich Schnitt – und Kameratechnik bemerkbar macht. Das sorgt zwar für die ein oder andere wirklich coole Szene (Dazu komme ich noch), steht aber dem Gruselfaktor eher im Weg.

Das Problem liegt aber auch an der Story. Anstatt dem Zuschauer hier eine klassische „Haunted House“ Geschichte mit Geistern zu präsentieren, geht es hier um einen Seelensammler, welcher die Seelen der Besatzung haben will. Geister gibt es im klassischen Sinne zwar auch, diese dienen dann aber eher als Projektionsfläche für die Laster der Crewmitglierder der „Arctic Warrior“. So wird einer zur Untreue und der andere, ein trockener Alkoholiker zum Trinken verleitet. Außerdem helfen sie noch dabei den Plot zu erklären. Für Gänsehaut sorgen sie aber eher nicht wirklich. Auch scheint Regisseur Beck sich sehr darauf zu verlassen, dass die Sets und die Kulisse schon ausreichen, um für Stimmung zu sorgen. Seine Versuche, durch die Inszenierung für Grusel zu sorgen wirkt dann eher halbherzig und durch zu viele Klischees auch eher abgedroschen. Aber hier wiederhole ich mich.

Allerdings schafft er es auch, ein paar erinnerungswürdige Sequenzen zu schaffen. Wenn uns ein Flashback in die Vergangenheit präsentiert wird, und dies sowohl mit stylischen Kamerafahren sowie des sehr geilen Songs „My Little Box“ welchen John Frizell zusammen mit Gabriel Mann geschrieben hat, ist das die wohl beste Szene des Films. Überhaupt ist der Score von Frizell hier lobend zu erwähnen, da er es schafft, den einen oder anderen Akzent mit seiner Musik zu setzen.

Ebenfalls positiv sticht auch der Cast heraus, welcher sich aus den ein oder anderen bekannten Namen zusammensetzt. Da wäre zum Beispiel Gabriel Byrne („Stigmata“), Emily Browning („Sucker Punsh“ oder Karl Urban („Herr der Ringe Trilogie). Sie schaffen es die Figuren mit ausreichend Leben zu füllen, so dass sie dem Zuschauer nicht komplett egal sind.

Fazit: Jetzt könnte man meinen, dass der Film als Horrorstreifen sein Ziel verfehlt hat. Weder Grusel – noch Splatterfans kommen hier wirklich auf ihre Kosten, denn beides wird hier auf Sparflamme serviert. Und trotzdem hege ich eine gewisse Sympathie für diesen maritimen Trip. Er geht gut voran, die Atmosphäre stimmt soweit und zudem sieht er klasse aus. Und wenn sich der Film dann musikalisch auch noch in rockigen Gewässern bewegt, gibt es was Feines für die Ohren. So lädt der Song „Not Falling“ von Mudvayne des Öfteren zum fröhlichen abrocken ein. Letztlich finde ich den Film dann trotz seiner Mängel noch überdurchschnittlich gut, so dass 6 Punkte, mit Tendenz nach oben denke ich fair sind.

In diesem Sinne wünsche ich euch eine Handbreit Wasser unterm Kiel und ´ne schöne Buddel voll Rum :-D

6/10
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