SCHNITTBERICHTE | # | A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z
Titel suchen:
Dying Light 2 [uncut] · Stay Human · ab 57,99 € bei gameware Hogwarts Legacy · Lebe das Ungeschriebene. · ab 57,99 € bei gameware

Invasion U.S.A.

Herstellungsland:USA (1985)
Standard-Freigabe:FSK keine Jugendfreigabe
Genre:Action, Thriller
Alternativtitel:Invasion USA
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,38 (48 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Der russische Agent Rostov (Richard Lynch) überfällt die USA mit einer Horde von Söldnern. Die US-amerikanische Verteidigung ist auf einen so plötzlichen Überfall nicht vorbereitet. In höchster Gefahr ist schnelles Handeln und hartes Durchgreifen gefordert: ein Fall für Ex-Agent und Waffenexperte Matt Hunter (Norris), der kein Erbarmen kennt. Umso weniger, als er sich seinem Erzrivalen Rostov gegenübersieht, mit dem er noch eine Rechnung offen hat... (20th Century Fox)

eine kritik von themoviestar:

Nachdem unverhofften Erfolg von Missing in Action (1984) bot Cannon Films Chuck Norris einen Six Picture Deal an, der ihm bei jedem Projekt eine garantierte Gage von mindestens 1 Millionen Dollar zusicherte. Der erste Streifen dieses Abkommens war der ausreichend unterhaltsame, actionbetonte und reaktionäre Action Reißer Invasion U.S.A. (1985), der komplett auf die Strahlkraft des vollbärtigen Actionstars setzt und ihm vor allem in der letzten halben Stunde einige denkwürdige Actionmomente spendiert. Obwohl Invasion U.S.A. mit einem für Cannon Verhältnisse üppigen Budget von 12,5 Millionen Dollar ausgestattet wurde, blieb der Film an den Kinokassen jedoch hinter den Erwartungen zurück: Nur 17,5 Millionen Dollar konnten weltweit umgesetzt werden, während die Kritiker ebenfalls kein gutes Haar an der One Man Army Chuck Norris ließen. Trotzdem genießt der Film bei den Anhängern von klassischer B-Action Kost einen hervorragenden Ruf und ob dieser nun gerechtfertigt ist, soll Gegenstand der heutigen Besprechung sein.

Regie führte Joseph Zito, der mit Norris schon Missing in Action gedreht hatte. Das Drehbuch bzw. die Story ist eine Gemeinschaftsproduktion von Chuck Norris, Aaron Norris und James Bruner. Laut einem späteren Interview gab Chuck Norris bekannt, dass er mit Invasion U.S.A. auf das Terroristenproblem und auf die Verwundbarkeit der vereinigten Staaten aufmerksam machen wollte, weil das Land es u. a. auch mit seiner Freizügigkeit Extremisten zu leicht machen würde, ihre kranken Ideen in die Tat umzusetzen. In Invasion U.S.A. werden die Vereinigten Staaten von Amerika durch eine ganze Horde von russischen Söldnern überfallen, die überall die Leute abschlachten und Mord und Totschlag veranstalten. Da die Regierung überfordert ist, bittet sie den Ex-Agent Matt Hunter (Chuck Norris), den skrupellosen Terroristenanführer Rostov (Richard Lynch) und seine Gefolgschaft zur Strecke zu bringen, natürlich alles andere als offiziell. Quasi im Alleingang nimmt er es mit dem übermächtigen Feind auf...

Eigentlich müsste man Invasion U.S.A. jetzt an dieser Stelle den strunzdummen, politisch unkorrekten, patriotischen Bierdeckel Plot vorwerfen. Der Film ist ein Zeitzeuge des kalten Krieges und von festgefahrenem, überholtem Gedankengut, wobei alte Ost/West Feindbilder durch die momentane Ukraine Krise aktueller den je erscheinen.  Wenn man sich nun in die damalige Zeit hinein versetzt und Norris Aussagen glauben schenkt, er wollte tatsächlich auf Sicherheitsdefizite aufmerksam machen, dann kann man in Kombination mit den ordentlichen Actionszenen und der zelebrierten Norris Vergötterung dem Film seinen Unterhaltungswert nicht absprechen,was den Streifen aus heutiger Sicht auch an vielen Stellen unfreiwillig komisch erscheinen lässt. In der ersten Stunde muss der Zuschauer allerdings mit einigen Längen klar kommen, da sich die Action nur auf ein paar wenige terroristische Aktionen beschränkt und der Hintergrund um die Rivalität zwischen Hunter und Rostov relativ behäbig erzählt wird. Dafür gibt sich Invasion U.S.A. jenseits jedes Tabus aber auch alle Mühe, den Feind so verachtungswürdig wie möglich darzustellen, wenn beispielsweise ganze Familien am heilig Abend durch Panzerfaustanschläge ausgelöscht werden, damit Norris  späterer Rachefeldzug auch ja bejubelt werden kann.

In den letzten 30 Minuten wird die Actionschlagzahl jedenfalls deutlich erhöht und das Publikum bekommt endlich das, was es sehen will: Einen grimmigen Chuck Norris, der bis zu den Zähnen bewaffnet, dutzende Schergen in die ewigen Jagdgründe schickt. Die zahlreichen blutigen Shoot-Outs und die impulsiven, handgemachten Explosionen lassen den Puls des geneigten Old School Action Anhängers höher schlagen, während Chuck Norris kultige One-Liner wie "Wenn du hier nochmal reinkommen solltest, verpasse ich Dir so viele rechte Haken das du um einen Linken bettelst!" zum besten gibt. Auch auf den ein oder anderen, spektakulären Stunt muss nicht verzichtet werden. Wenn etwas zu kurz kommt, dann sind es die Kampfsportfähigkeiten von Chuck Norris, da er nur selten unbewaffnet zulangen darf und die wenigen Nahkämpfe werden relativ bieder und unspektakulär abgehandelt. Der eindeutige Höhepunkt von Invasion U.S.A. ist der Material verschlingende Showdown, bei welchem sich die beiden Alphatiere Hunter & Rostov ein im wahrsten Sinne des Wortes hochexplosives Duell liefern.

Eine nette Anekdote am Rande ist, dass Chuck Norris für die Rolle einer nervigen dunkelhäutigen Reporterin eigentlich Whoopi Goldberg (später Ghost - Nachricht von Sam; Sister Act) besetzten wollte, Regisseur Joseph Zito aber seinen Favoriten Melissa Prophet durch drückte. Norris soll deswegen so eingeschnappt gewesen sein, dass er nie wieder mit Zito zusammen arbeiten wollte und Melissa Prophet hat im fertigen Film eine unscheinbare Leistung abgerufen, die nicht der Rede wert ist. Ansonsten dreht sich in Invasion U.S.A. darstellerisch eigentlich alles um das Duell Chuck Norris gegen Richard Lynch. Norris überzeugt wie gewohnt als cooler, unbesiegbarer, in Ärsche tretender Held. Laut diversen Set Berichten soll er auch alle Stunts schön brav selbst ausgeführt haben und da er am Skript auch ein gewaltiges Mitspracherecht hatte, sorgte er dafür, dass seine Figur schauspielerisch kaum gefordert wird, damit seine Defizite in diesem Bereich nicht so sehr ans Tageslicht kommen. Richard Lynch, der sich 1967 im LSD Rausch selbst angezündet hatte, gibt mit seiner gewissenlosen Figurenzeichnung und seinem markanten Gesicht, welches seit besagtem Unglück völlig vernarbt ist, einen einprägsamen und furchteinflößenden Filmschurken ab. Das restliche Personal wird durch meist durchschnittlich bis mittelprächtig agierende B bzw. C Mimen verkörpert, was bei einem anspruchslosen Action Reißer aus dem Hause Cannon aber jetzt kein Weltuntergang ist.

Obwohl Invasion U.S.A. wie bereits erwähnt floppte, ließ Cannon Films ein Drehbuch für einen zweiten Teil anfertigen, dass Chuck Norris auch vorgelegt wurde. Da der ehemalige Karate Weltmeister aber absagte, hat man die Story kurzer Hand auf Michael Dudikoff umgeschrieben, aus welcher dann der eigenständige Action Streifen Night Hunter entstand. Invasion U.S.A. ist für sich betrachtet jedenfalls ein anspruchsarmer B- Actioner, der trotz der lahmen ersten Hälfte insgesamt leicht überdurchschnittliche, ansehbare, größtenteils auch unterhaltsame Genre Kost für Norris Fans, bzw. 80er Jahre Action Sympathisanten bietet. MovieStar Wertung: 6 von 10 Punkte.

6/10
Weiter:
mehr reviews vom gleichen autor
Happy
TheMovieStar
8/10
Quiet
TheMovieStar
8/10
Christmas
TheMovieStar
6/10
Black
TheMovieStar
8/10
die neuesten reviews
Air
Founding Father
4/10
Happy
TheMovieStar
8/10
Amsterdam
lamb
8/10
Netz,
Kassiopeia
6/10
Totenfrau
Ghostfacelooker
Mannequin
Insanity667
9/10
Moonfall
Founding Father
6/10
Quiet
TheMovieStar
8/10

Kommentare

20.01.2023 23:46 Uhr - Founding Father
1x
User-Level von Founding Father 2
Erfahrungspunkte von Founding Father 73
" Chuck Norris und Gott pokern.
Gott setzt das Universum... Chuck Norris erhöht " 🤣😂🤦🏼‍♂️

Ja, unser Chuck ist schon ein Superheld der ganz besonderen Art und auch in diesem von dir mal wieder hervorragend besprochenen Werk, darf er sich ganz offensichtlich zum Retter der Vereinigten Staaten von Amerika aufschwingen.

Da ich eigentlich ein großer Sympathisant von 80er - Jahre Actionfilmen bin, ist es eigentlich eine Schande, dass " Invasion U.S.A. " bisher immer an mir vorbeigegangen ist.
Ich bin aber auch zugegeben nicht sonderlich gut mit den Filmen von Norris vertraut, doch klingt dieser Titel hier, trotz der augenscheinlich längeren Anlaufzeit, nicht gerade uninteressant für mich, weshalb ich diese Bildungslücke alsbald endlich schließen sollte.

Danke dir für diese ausführliche Besprechung.
Hat mir sehr gut gefallen und ich habe diese sehr gerne gelesen ☺️👍🏻

22.01.2023 19:15 Uhr - dicker Hund
1x
User-Level von dicker Hund 17
Erfahrungspunkte von dicker Hund 5.316
Dieser Norris wird mir wahrscheinlich noch länger nur vom Hörensagen bekannt bleiben. Hat aber Spaß gemacht, über ihn zu lesen.

22.01.2023 22:33 Uhr - TheMovieStar
1x
User-Level von TheMovieStar 13
Erfahrungspunkte von TheMovieStar 2.899
@ Founding Father: Danke fürs Lesen und für deinen ausführlichen Kommentar. Sich eine eigene Meinung bilden, ist immer die beste Option. Der Film geht als No Brainer Old School Actioner in Ordnung, erwarte aber nicht zu viel.

@ Dicker Hund: Danke auch Dir fürs Lesen und für deinen Kommentar. Freut mich, wenn ich Dir Spaß bereiten konnte :-)))

26.01.2023 17:38 Uhr - Dr. Jones
„Well done "🫵

28.01.2023 12:31 Uhr - TheMovieStar
User-Level von TheMovieStar 13
Erfahrungspunkte von TheMovieStar 2.899
26.01.2023 17:38 Uhr schrieb Dr. Jones
„Well done "🫵


Danke😊👍

kommentar schreiben

Um Kommentare auf Schnittberichte.com veröffentlichen zu können, müssen Sie sich bei uns registrieren.

Registrieren (wenn Sie noch keinen Account hier haben)
Login (wenn Sie bereits einen Account haben)