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Shotgun Wedding - Ein knallhartes Team

Originaltitel: Shotgun Wedding

Herstellungsland:USA (2023)
Standard-Freigabe:FSK 12
Genre:Action, Komödie, Liebe/Romantik
Bewertung unserer Besucher:
Note: 4,33 (3 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Diesen Tag werden Darcy (Jennifer Lopez) und Tom (Josh Duhamel) nicht so schnell vergessen… Für ihre geplante Hochzeit vor Traumkulisse fliegen die beiden mit ihren recht eigenwilligen Familien auf die Philippinen. Während sich die Angehörigen unter Palmen schon bald in Disharmonie üben, taucht ausgerechnet auch noch Darcys Ex Sean (Lenny Kravitz) auf. Der Familiensegen hängt schief und das Paar bekommt kalte Füße. Als wäre das nicht genug, werden die Partygäste plötzlich als Geisel genommen. Jetzt liegt es an Darcy und Tom, alle zu retten – wenn sie sich vorher nicht gegenseitig an die Gurgel gehen. (LEONINE Distribution)

eine kritik von phyliinx:

„Shotgun Weddimg“ ist ein Film von Jason Moore, der 2023 mit einer FSK-Freigabe ab 12 Jahren veröffentlicht wurde. Die Hauptrollen verkörpern Jennifer Lopez und Josh Duhamel. Eine wichtige Nebenrolle geht an Lenny Kravitz.

Darcy und Tom wollen heiraten. Piraten überfallen ihre Heimat und nehmen die Hochzeitsgäste als Geisel. Jetzt muss das Paar versuchen, Leben und Ehe auf einen Schlag zu retten.

„Shotgun Wedding“. Wenn Familienmitglieder vor der Sichtung von „I Wanna Dance With Somebody“ plötzlich bei einem Trailer lachen, den du in den letzten Monaten bereits einige Male gesehen und als eher unvorteilhaft befunden hast, sinkt die Motiviation für diesen Kinogang enorm. Was ich erwartet habe, waren die Hauptakteure auf einem endlosen, dialoglastigen, erzähelerisch zähen Trip durch den philippinischen Dschungel, bei dem sie das ein ums andere Mal kurz beballert werden, bevor ihnen irgendeine Lösung für einen, laut Altersfreigabe, eher milde gesetzten Weg aus der heiklen Lage einfällt.

Vielleicht waren es also diese niedrigen Erwartungen, welche das Ergebnis für mich schlussendlich unterhaltsam machten. Fakt ist, dass „Shotgun Wedding“ relativ schnell zum Punkt kommt. Einleitend wird in die Hochzeit reingefeiert und bereits am nächsten Tag pflügen die Halunken durch Dekor und Catering, um ihren späteren Geiseln unter vorgehaltenen Knarren das Fürchten zu lehren. Was sie wollen? Kohle. Was ihnen fehlt? Das Paar. Und bevor der Brautvater nicht weiß, wie es seiner Tochter geht, wird er den geforderten Geldbetrag einfach nicht rausrücken.

Darcy und Tom stecken derweil irgendwie in der Krise. Ihre Familien sind nicht allzu fein miteinander, ihre Eltern haben außerdem ihren Ex-Mann Sean eingeladen und deswegen sind sie gerade dabei, sich zu trennen, als klar wird, dass fiese Miesepeter die Insel belagern

Also raufen sie sich zusammen, suchen nach einer Lösung und landen schließlich gemeinsam in Fesseln aus Kabelbindern.

Das alles und den weiteren Plot lässt Skriptautor Mark Hammer sehr flott am Zuschauer vorbeigleiten. Immer wieder achtet er darauf, eine witzige Szene, eine romantische Einlage oder natürlich einen Actionpart ins Bild zu setzen, um Langeweile keinen Platz zu geben. Mein Kompliment: es gelingt ihm. Zwar ist „Shotgun Wedding“ sicherlich nicht so durchgetaktet wie der jüngst rezensierte „Operation Fortune“, doch die Strategie, immer wieder etwas aufkeimen zu lassen, das den aktuellen Moment mit Präsenz füllt, funktioniert ziemlich gut.

Dabei ist der Humor teils doch sehr makaber. Die übliche RomCom-Sprücheklopferei im Sinne von „kauzige Figur sagt etwas Merkwürdiges“ ist natürlich vorinstalliert, doch das ein oder andere Witzchen bezieht sich auch mal auf die Schicksale jener Lumpen, die unseren Vermählten in spe zur falschen Zeit am falschen Ort begegnen. „Hallo? Sind sie tot?“, fragt Darcy beispielsweise einen der unangemeldeten Überraschungsgäste, nachdem er sich den Kopf übel aufgeschlagen hat. Dann beschließt sie, nicht hinzusehen, begründet das ihrem baldigen Gatten mit dem „vielen Blut und Hirn“, was da so aus dem Schädel des recht grob behandelten Fieslings strömt.

Nun wird sich der ein oder andere Leser wundern: „Blut und Hirn unter FSK 12?“ Jepp, „Shotgun Wedding“ hat in den USA ein R-Rating kassiert und die BBFC-15-Einstufung der Engländer ist gerade frisch aus dem Ofen, denn was der grüne Kleber hier mitmacht, ist vereinzelt ganz schön böse. Zwar sind nicht alle fatalen Gegenwehrstrategien der Protagonisten mit Spitzen gespickt, doch gerade gegen Ende wartet die ein oder andere nette Überraschung auf Zuschauer, die eventuell dank ihrer Eltern bereits mit 6 ansehen, wie ein Schuft mit gewissen, fix rotierenden Klingen Bekanntschaft macht.

Fast noch mehr verwundert hat es mich aber, wie nett diese Momente visuell funktionieren. Wenn Josh Duhamel und eine eher schlecht gelaunte junge Frau in einer Küche aneinandergeraten, dann wird nicht gewackelt oder hyperaktiv geschnitten, sondern eine recht nachvollziehbare Sequenz abgeliefert, die leider nicht so endet, wie man vermuten würde, aber trotzdem angenehm rasant daherkommt.

Generell ist „Shotgun Wedding“ ein echt hübscher Film geworden. Schicke Landschaften kombinieren sich mit glatten Kamerafahrten und professionell ausgeleuchteten Sets. Selbst dunklere Areale untermalt man durch punktiert gewählte Lichtelemente mit etwas Charme. Der Soundtrack fällt an diversen Stellen auch positiv auf. Wie es für eine romantische Komödie (mit einigen Toten) Pflicht ist, kann hier insbesondere der Abspann brillieren, doch ginge ich da mehr drauf ein, wäre das ein gemeiner Spoiler.

Manch ein Rezensent der USA und erste Stimmen aus Deutschland haben die Verteilung der Action im Film kritisiert. Viel zu rasch, seinen jene Momente vorbei, in denen das „knallharte Team“ den Schurken eins auswischt. Ich muss da widersprechen. Klar, der geneigte Actionfan sollte jetzt keine absolute Actiongranate erwarten, weil immer noch ein gewisses Publikum fokussiert wird, doch mir, dem das Genre der Explosionen (von denen es einige gibt, deren CGI solide wirkt) ebenso am Herzen liegt, hat man mit drei zentralen, längeren, lustigen Sequenzen rund um PenPeng und BummBumm genug geboten, um das Genre wenigstens vertreten zu sehen.

Ein paar Twists gab´s auch, doch wenn Twists im Jahr 2023 weiterhin so offensichtlich geschrieben sind, sehe ich schwarz für Shyalamans „Knock at the Cabin“. Wer wird wohl der wahre Schuft oder die wahre Bösewichtin sein? Nun ja, vielleicht findet es manch einer dann bei seiner Sichtung tatsächlich völlig blind heraus. Immerhin funktioniert die Ablenkung davon ganz gut, zu Zeiten der Auflösung wusste ich gar nicht mehr, dass ich diese eine Sache im Hinterkopf hatte und man versucht leider nicht wirklich, Hinweise in die Richtung zu streuen, wahrscheinlich weil auch Mark Hammer sich dachte: „Naja komm, das ist ja wohl klar.“

Aber was soll´s? Ich meine „Shotgun Wedding“ ist echt keine totale Gurke. Es ist eine nette, romantische Komödie, garniert mit netten Actioneinlagen, die keinem schadet und durch eine liebenswerte Aufmachung gefällt. Lopez und Duhamel funktionieren nicht wirklich als Ehepaar, sondern mehr für den, nun ja, aktiveren Teil der Story, doch hätte ich das Gleiche über die Kombinationen „Lopez/Reynolds“ und „Lopez/Hammer“ sagen können, da man eben einen männlichen Hauptdarsteller benötigte, der in der Lage ist, zwei Genre zu bedienen.

„Shotgun Wedding“ wird nicht mein Lieblingsfilm 2023 oder der, an den ich mich mit Gänsehaut zurückerinnern werde, aber es ist auch keine „Jurassic World Dominion“-Erfahrung, bei dem ich mittig der Laufzeit auf die Uhr sah und mir dachte: „Das geht jetzt noch zwei Stunden?“

Für leichtere Abende könnte ich mir hier sogar die Blu Ray-Umsetzung im Schränkchen vorstellen. Wir werden sehen.

6/10
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Kommentare

25.01.2023 15:43 Uhr - TheMovieStar
2x
User-Level von TheMovieStar 13
Erfahrungspunkte von TheMovieStar 2.899
Wieder eine wirklich lesenswerte und interessante Vorstellung Phyl! Toll geschrieben, du vermittelst einen ausreichenden Eindruck vom Film. Gruß MovieStar

25.01.2023 15:44 Uhr - Founding Father
User-Level von Founding Father 2
Erfahrungspunkte von Founding Father 73
Mal wieder super verfasst Phyliinx 👍🏻 auch wenn ich den wohl eher ausklammern werde.
Klingt jetzt nicht nach einem Titel, den man unbedingt gesehen haben muss und ein großer Fan von Mrs. Lopez bin ich auch nie gewesen, außer in " The Cell " (2000), da finde ich ihren Auftritt richtig stark !

Bitte verwöhne uns auch weiterhin mit Reviews, die ich entweder als Empfehlung sehe, oder die mir lieber sagen: " Finger weg ! " 😉

26.01.2023 19:17 Uhr - Phyliinx
1x
User-Level von Phyliinx 10
Erfahrungspunkte von Phyliinx 1.318
Danke für's Feedback ihr beiden! 😇

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