SCHNITTBERICHTE | # | A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z
Titel suchen:
Elden Ring · Erhebt Euch · ab 57,99 € bei gameware Hogwarts Legacy · Lebe das Ungeschriebene. · ab 57,99 € bei gameware

Moonfall

Herstellungsland:USA, China, Großbritannien, Kanada (2022)
Standard-Freigabe:FSK 12
Genre:Abenteuer, Action, Katastrophenfilm,
Science-Fiction
Alternativtitel:Yue Qiu Yun Luo
Bewertung unserer Besucher:
Note: 5,24 (17 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Eine mysteriöse Kraft hat den Mond aus seiner Umlaufbahn gestoßen und schickt ihn auf Kollisionskurs mit der Erde. Das Leben, wie wir es kennen, droht für immer ausgelöscht zu werden. Nur wenige Wochen vor der herannahenden Katastrophe ist die ehemalige Astronautin und NASA-Offizierin Jo Fowler (Haley Berry) überzeugt zu wissen, wie sie die Menschheit retten kann. Doch nur zwei Mitstreiter sind auf ihrer Seite: Astronaut und Ex-Kollege Brian Harper (Patrick Wilson) und der Verschwörungstheoretiker K.C. Houseman (John Bradley). Das kleine Team startet zu einer allerletzten Mission ins Weltall und macht eine unglaubliche Entdeckung: Unser Mond ist nicht das, was wir immer glaubten… (LEONINE Distribution)

eine kritik von founding father:

" Eine Megastruktur ist eine starre Höhe mit einem Kraftzentrum in ihrem Inneren. Höchstwahrscheinlich ist es ein eingelegter weißer Zwerg, dessen Energie genutzt wird. Mit dem in unserem Mond ist anscheinend etwas passiert und deswegen hat er seinen Kurs verlassen "

 

 

Es ist die bis heute gängigste Theorie zur Entstehung des Mondes: Ein Himmelskörper kollidierte vor rund 4,5 Milliarden Jahren mit der Urerde und der Mond formte sich aus den Trümmern des Zusammenstoßes. Die Trümmer der Kollision schleuderten dabei zurück ins All, kreisten um den späteren blauen Planeten und ballten sich im Laufe von vielleicht 100 Jahren zu dem Klumpen zusammen, den wir heute Mond nennen. Soweit jedenfalls die Kreißsaaltheorie zum Ursprung des Mondes, die relativ simpel ist und ziemlich genau erklärt, weshalb die Mond - Erde - Kombination ein Unikat im Sonnensystem ist. 

Regisseur Roland Emmerich, dessen Name für bekannte Science - Fiction - Filme wie " Stargate " (1994) und " Independence Day " (1996) steht, soll auch im Jahr 2022 weiterhin in außerweltlichen Gefilden verharren und beschert uns mit " Moonfall " einen Katastrophenfilm, der ebenfalls zwischen Erde und Weltall hin und her pendelt, gerne etwas neues und eigenständiges kreieren wollte, sich dabei allerdings zu stark an Produktionen wie eben " Independence Day " (1996), " Armageddon " (1998) und " Mission to Mars " (2000) orientiert und kurz gesagt für die Augen und Ohren zwar bombastische Unterhaltung bietet, storytechnisch aber zu wenige eigene Innovationen miteinfließen lässt, um sich vom Rest der Masse, auch erwähnter Blockbuster, abzuheben.

Inhaltlich geht es dabei um eine schiefgelaufene Space - Shuttle - Mission, bei der es durch einen vermeintlichen Angriff eines Nanopartikel - Schwarms, welcher aus Richtung des Mondes zu kommen scheint, zum Tod eines Astronauten kommt, welcher sich mit zwei weiteren Besatzungsmitgliedern an Bord befand. Die Astronautin Jo Fowler wird während der Konfrontation außer Gefecht gesetzt und kann aufgrund ihrer Bewusstlosigkeit die Geschichte ihres Kollegen Brian Harper nicht bestätigen. Harper wird somit für die Katastrophe verantwortlich gemacht und verliert seinen Job bei der NASA. Ein Pseudowissenschaftler namens K. C. Houseman findet gut 10 Jahre später heraus, dass der Mond von seiner ursprünglichen Umlaufbahn immer mehr abweicht und sich in Richtung Erde bewegt. Auch ihm will erst niemand glauben, bis sich das unvorstellbare anhand zunehmender Umweltkatastrophen und Gravitationsstörungen nicht mehr leugnen lässt. Zusammen mit Jo und Brian begibt sich K. C. nun auf eine Reise ins All, um den todbringenden Schwarm aufzuhalten. An Bord ihres Schiffes… eine EMP - Bombe.

Wer die eingangs erwähnten Titel kennt, der weiß, welch opulente Bilder hier auf einen einprasseln und auch " Moonfall " geizt an dieser Stelle keineswegs mit Schauwerten, wenn beispielsweise der Nanopartikel - Schwarm über das Raumschiff der Astronauten herfällt oder aber die ersten Trümmer des sich auf Kollisionskurs mit der Erde befindlichen Mondes auf amerikanische Großstädte herabregnen. Derlei Schauwerte werden von dem Kameramann Robby Baumgartner (Blair Witch - 2016 oder Darkness Visible - 2019) durch imposante Einstellungen in der Totalen zeigefreudig eingefangen. Wenn sich dann auch noch der Score des Komponisten Thomas Wander (The Day After Tomorrow - 2004 und Independence Day: Wiederkehr - 2016) dazugesellt, dann ist diese Kombination schon ziemlich beeindruckend und suggeriert dem geneigten Zuschauer erstklassige Unterhaltung.

Dies funktioniert meines Erachtens nach aber nur mit einer soliden Geschichte, die glaubwürdig und ergreifend in dessen Verlauf miteingewebt wird und hier krankt es meiner Meinung nach doch an so einigen Ecken und Kanten. John Bradley West, bekannt aus den Fernsehserien " Borgia " (2011) und " Game of Thrones " (2011 - 2019), gibt sich hier als selbst erfundener Wissenschaftler K. C. Houseman die Ehre, einem Charakter, dem ich zumindest nicht viel abgewinnen konnte, da diesem sowohl von der äußerlichen Erscheinung als auch vom Auftreten her die nötige Ernsthaftigkeit fehlt und er gewisse Situationen, vor allem auch brenzlige, durch unangemessenen Witz und inhaltsleere Dialoge aufzulockern versucht. Zum Schmunzeln vermochten mich seine Ausführungen jedenfalls nicht zu bringen und wenn mir eine Figur als unangenehm aufstößt bzw. ich diese als Fremdkörper erachte, dann kann dies den weiteren Filmgenuss schon merklich trüben.

Anders hingegen die beiden Astronauten Jo Fowler, welche von Halle Berry, gesehen in " Gothika " (2003) als auch in " Catwoman " (2004), gespielt wird, und Patrick Wilson, bekannt aus der " Insidious " - Reihe (2010 - 2018) sowie " Aquaman " (2018), in der Rolle des Brian Harper. Beide füllen ihre Rollen glaubwürdig aus und geben zusammen ein tolles Team ab, deren Zusammenhalt nicht immer einfach gewesen ist, allein schon aufgrund des damaligen tragischen Ereignisses, und deren Vertrauen zueinander sich erst langsam wieder entwickeln muss und noch auf die Probe gestellt werden wird. 

Neben der Haupthandlung des auf die Erde stürzenden Mondes, gibt es zudem noch zwei Nebenhandlungen, welche sich zum einen um den kleinen Jungen von Jo, zum anderen, um den fast erwachsenen Sohn von Brian dreht, welche sich beide vom Epizentrum aus auf der Flucht in einen sicheren unterirdischen Bunker befinden. Anfangs noch getrennt, lässt Regisseur Emmerich diese beiden Handlungsstränge schon alsbald zusammenlaufen, wobei ich dem Part rund um Brians Sohn Sonny, recht wenig abgewinnen konnte. Ein völlig blasser und austauschbarer Charakter, der sich zudem in Vorwürfen gegenüber seinem Vater ergießt und das nötige Charisma vermissen lässt, um hier zumindest meine Sympathien zu gewinnen. Die Reise der beiden Familien soll sich noch als große Herausforderung entpuppen und ist gespickt mit allerhand Gefahren, bei der es erneut bildgewaltig zur Sache gehen wird.

Natürlich drängt es den wissbegierigen Zuschauer zu erfahren, was sich denn nun im Inneren des Mondes befindet und was es mit dem Schwarm auf sich hat. Die Auflösung und Bebilderung des Ganzen ist dabei sehr stark an " Terminator " (1984) und besagten " Mission to Mars " (2000) angelehnt und dürfte Kennern dieser Werke nichts neues bescheren und gerade auf das Ende hinblickend, ist hier schon auffällig bei dem famosen " Armageddon " (1998) abgekupfert worden, wenngleich auch ohne den übertriebenen Pathos.

So bleibt unterm Strich zwar ein äußerst ansehnlicher Science - Fiction - Katastrophenfilm, der sich nahezu nahtlos in die Vita des Herrn Emmerich einreiht, der allgemein jedoch zu wenig Substanz bietet, um aus der Masse besonders hervorzustechen. Exzellente CGI - Effekte treffen auf eine ausgeprägte und der monströsen Bilderflut angepasste Soundkulisse, leider aber auch auf größtenteils farblose Darsteller und ein inhaltlich recht schwaches Fundament. So ließe sich meines Erachtens nach Emmerich neuester Streich zusammenfassen. 

6/10
Weiter:
mehr reviews vom gleichen autor
Speed
Founding Father
3/10
Speed
Founding Father
10/10
die neuesten reviews
Blood
TheMovieStar
6/10
Tanz
Phyliinx
9/10
John
Zombie Untot
8/10
Detroit:
UncleBens
10/10
John
Ghostfacelooker

Kommentare

30.01.2023 09:41 Uhr - Cyberdyne
2x
Gut geschriebene Review, die einen vernünftigen Einblick in den Film gibt. Vielleicht noch das ein oder andere Fehlerchen beseitigen, wie etwa im fünften Absatz die Wörter "Erscheing" und "Ernsthaftig".
Ansonsten spiegelt Dein Review nachvollziehbar Deine Bewertung wider.

30.01.2023 10:56 Uhr - sonyericssohn
1x
Moderator
User-Level von sonyericssohn 22
Erfahrungspunkte von sonyericssohn 10.038
Da bist du ja gnädiger als ich :-) Eigentlich mag und möchte ich Emmerichs Krawallfilme ganz gern, aber der hier hat mich fast schon geärgert. Zudem die Sequenz später im Erdtrabanten einfach Mal von ID übernommen wurde. Nur mit anderer Optik. Außerdem kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren daß man schon bessere Effekte sah als hier. Generell ist das einer von Rolands eher,in meinen Augen, weniger gelungenen Werke. Alles irgendwie schon mal gesehen.

30.01.2023 12:00 Uhr - Founding Father
User-Level von Founding Father 3
Erfahrungspunkte von Founding Father 157
@Cyberdyne

Danke dir für dein Lob und das aufmerksam machen auf die Fehlerchen, die ich nun behoben habe 😉

30.01.2023 12:06 Uhr - Founding Father
1x
User-Level von Founding Father 3
Erfahrungspunkte von Founding Father 157
@sonyericssohn

Ursprünglich wollte ich sogar nur 4 Punkte geben, doch für jmd. der Emmerichs Werke noch nicht kennen sollte (was eigentlich unmöglich ist), der bekommt zumindest optisch was geboten und mit der entsprechenden Soundanlage daheim, klingt das Ganze schon recht eindrucksvoll 👍🏻

Aber es stimmt, das Rad wird hier wahrlich nicht neu erfunden, da gibt es weitaus besseres zu bestaunen.

Danke dir fürs lesen und kommentieren 😉

30.01.2023 13:34 Uhr - Insanity667
1x
DB-Helfer
User-Level von Insanity667 11
Erfahrungspunkte von Insanity667 1.882
Tja, bei Katastrophenfilmen liegen die Bergriffe Katastrophe und katastrophal recht nah beieinander und keiner hat das in den letzten Jahren so episch demonstriert wie Roland Emmerich, aber jede Nische will ja gefüllt werden. Wo in den 70ern in Streifen wie "Erdbeben" noch richtige Ziegelsteine nach den Aktrissen und Akteuren geschmissen wurden und ein Cartoon-Blutfleck den Bildschirm nach einem Fahrstuhlabsturz zukleisterte, ist heute eben alles digital und der Mond kracht auf die Erde, auch schön... Und da soll noch einer sagen, der Krawallschwabe hätte den Rahmen schon mit "2012" bis zum Erbrechen ausgedehnt... Mehr geht immer, als nächstes dann bitte die Erde in ein Schwarzes Loch schmeißen oder sowas, bin gespannt!

Du hoffentlich auch, lieber Founding Father... wäre doch echt schade, wenn nach dem Mond Schluss wäre. Von wem würde ich dann noch wortgewandte, gewitzte und interessante Reviews lesen???

30.01.2023 15:00 Uhr - Founding Father
User-Level von Founding Father 3
Erfahrungspunkte von Founding Father 157
@Insanity667

Die heutige Technik macht zwar vieles möglich, doch geht dadurch unweigerlich oftmals der Charme flöten, den die alten Werke noch verströmten, entstanden aus einer Zeit, in der man sich noch Gedanken um möglichst realistische und packende Aufnahmen in Krisensituationen machen musste, anstatt sich heutzutage an den Rechner zu setzen 😕
Alles muss irgendwie noch weiter aufgeblasen werden, muss größer, muss besser und noch abgedrehter sein... Schade 🙄

Dein Lob ehrt mich natürlich 🤗 und ich kann nur zurückgeben, dass auch ich hoffe, weiterhin von dir so gehaltvolle, sympathische Reviews zu lesen 😉👍🏻

30.01.2023 18:47 Uhr - cecil b
1x
Moderator
User-Level von cecil b 19
Erfahrungspunkte von cecil b 7.962

Alles klar, du dürftest demnächst Post bekommen. Eine Stufe höher, bei den Reviews. :) Ich verfasse da mal ein kleines Schreiben, der Rest ist nur eine Frage der Zeit.

Roland Emmerich: Nie meins. :(




30.01.2023 22:03 Uhr - Phyliinx
1x
User-Level von Phyliinx 10
Erfahrungspunkte von Phyliinx 1.409
Ach ich weiß nicht. Einerseits habe ich Lust auf den Film. Andererseits sollte er mehr bieten als Effekte..

31.01.2023 08:10 Uhr - Founding Father
User-Level von Founding Father 3
Erfahrungspunkte von Founding Father 157
@cecil b

Hui, da bin ich aber sehr gespannt drauf 😃 und sage einfach schon mal DANKE !!!

Emmerichs Filme sind eigentlich alle gut konsumierbar, ich kann aber auch verstehen, wenn diese nicht jedermann erreichen 😉

31.01.2023 08:12 Uhr - Founding Father
User-Level von Founding Father 3
Erfahrungspunkte von Founding Father 157
@Phyliinx

Eine Chance könntest du " Moonfall " ruhig einräumen, und wer weiß, vielleicht gefällt dir der Film sogar besser als mir 😉

01.02.2023 20:59 Uhr - Leela
1x
Hätte er im letzten Viertel das eh schon dümmliche Gemache nicht noch derart gesteigert wär es ein Amüsanter Emmerich geworden,der letzte Teil hat viele Punkte gekostet. Rest ist halt Emmerich... 2012 und ID4 sehe ich immer wieder gerne, da geht so schön viel Kaputt 😜

Und wieder mal gut geschrieben, nicht zu viel und nicht zu wenig Infos, lässt sich sehr gut Lesen 👍

02.02.2023 08:16 Uhr - Founding Father
User-Level von Founding Father 3
Erfahrungspunkte von Founding Father 157
@Leela

Ja, eine Krawallorgie ist es schon, aber da gibt es besseres von Emmerich, auch mit mehr Substanz.

Danke dir für Meinung und Lob zu meiner Review 🤗

kommentar schreiben

Um Kommentare auf Schnittberichte.com veröffentlichen zu können, müssen Sie sich bei uns registrieren.

Registrieren (wenn Sie noch keinen Account hier haben)
Login (wenn Sie bereits einen Account haben)