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Doom 64

Herstellungsland:USA (1997)
Standard-Freigabe:USK 16
Alternativtitel:Doom: The Absolution
Bewertung unserer Besucher:
Note: 9,32 (19 Stimmen) Details
eine kritik von blake47:
Ach ja. Doom ist eine ganz eigene Geschichte für sich. Neben Wolfenstein 3D hat dieser Titel das First-Person-Shooter Genre mitbegründet und quasi nebenbei auch einen Meilenstein an atmosphärischem Spielgefühl hinzugefügt. Doom ist und bleibt einzigartig. Und erfreulicherweise spiegelt sich diese Einzigartigkeit auch in diesem - ich nehme es vorweg - BRILLIANTEM Ableger der Serie wider.

Eine storytechnische Erwähnung spare ich mir an dieser Stelle, ist sie doch so überlüssig wie sinnfrei.
In diesem Ableger der Serie wird mit jedem Schritt durch die dunklen Gänge pure Nostalgie und dreckige Doom-Luft geatmet, dass es Fans der ersten Stunde (und bestimmt nicht nur diesen!) Pipi in die Augen treibt. Denn es wurde gameplaytechnisch (fast) nichts verändert. So ist es dem Spieler immer noch nicht erlaubt, zu schwimmen, Jetpacks zu benutzen oder Leitern zu erklimmen. Noch nicht einmal nach unten oder oben schauen ist möglich. Das Waffenarsenal wurde um eine Satan-Laserknarre erweitert, die - erstmals in der Doomhistorie - um zwei Stufen aufrüstbar ist. Möglich wird dies aber nicht durch so komplizierte Umstände wie das Aufrüsten an Werkbänken. Nein, wir sind hier schließlich bei Doom. Erst durch das Auffinden knallhart versteckter Secret-Exits und dem Einsammeln satanischer Symbole in den nun freigeschalteten Geheimlevels darf die Waffe upgegradet werden.

Überhaupt werden Secrets auch in diesem Teil wieder groß geschrieben, spannend ist auch die Suche oder das Aktivieren dieser immer wieder aufs Neue. Belohnt wird man dabei häufig mit schweren Rüstungen, vielen Healthpunkten oder großkalibriger Waffen samt Munition. Und das alles ist auch bitter nötig, denn wie bei allen bisherigen Teilen wird auch in Doom 64 erst geschossen und dann gefragt. Hier wird bis zum Umfallen geballert, bis die letzte Patrone verschossen ist (nebenbei bemerkt: nachgeladen wird hier ebenfalls nicht - der Raketenwerfer hat weiterhin bis zu 100 Schuss im Magazin ;)) Wer die Strafe-Technik bisher nicht verinnerlicht hat, kann die höheren Schwierigkeitsgrade getrost vergessen. Ohne geht hier gar nix. Dabei gestaltet sich der Anstieg der Schwierigkeitsgrade so simpel wie wirkungsvoll: es gibt einfach eine größere Anzahl an Monstern (von denen es einige Klassiker wie z.B. der Spider Mastermind (auch Spider Demon genannt) oder Arch-Vile aus Speicherplatzgründen leider nicht aufs 64-Bit Modul geschafft haben), gegen die der einsame Kämpfer bestehen muss, die teilweise auch mehr Schaden anrichten. Bumms, aus. Keine unfairen Geschichten wie plötzlich respawnende Gegnermassen oder Ähnlichnem. Und das reicht völlig, um den Spieler ein knackiges, aber niemals frustrierendes Spielerlebnis zu bescheren.

Von der technischen Seite ist ebenfalls alles im grünen Bereich: die schaudrig-schöne Soundkulisse wurde wie bereits beim PlayStation-Port von Doom und Final Doom von Aubrey Hodges komponiert, der mehr auf verstörende Geräusche und plötzliche Klangeinwürfe setzt und damit ein komplett anderes Konzept wie sein Kollege Bobby Prince verfolgt. Bobby Prince hatte unter Anderem das allseits bekannte Doom-Thema geschrieben und zeigt sich für den Ursprungssoundtrack verantwortlich. Dies waren in der Regel Midi-Stücke mit starken Anleihen aus dem Rock- und Heavy Metal Bereich (z.B. Slayer). Bis heute werden viele seiner Werke aus dem Doomsoundtrack -zig fach vertont und auf Videoplattformen präsentiert. Dass viele Soundsamples bereits aus früheren Doom-Teilen bekannt sind, stört nicht wirklich, jedoch wäre die ein- oder andere soundtechnische Neuerung sicherlich eine nette Abwechslung gewesen.
Die grafische Darstellung bleibt zwar weit unter den Möglichkeiten des N64, ist aber vielleicht auch gerade deshalb so gut: es wurde nicht auf Teufel-komm-raus versucht, die Monster, Gegenstände oder Dekoleichen in ein Polygonkorsett zu stauchen und damit den klassischen Doom-Look zu erweitern oder verbessern zu wollen, sondern es wurden erneut ausschließlich 2D-Sprites verwendet. Die damit eingesparte Rechenpower garantiert ein butterweiches Scrolling (das Rennen auf Knopfdruck entfällt endlich, mit dem Analogstick lässt sich die Laufgeschwindigkeit situationsbedingt super anpassen) und verhindert Slowdowns. Somit macht die Monsterhatz technisch immer eine gute Figur. Auffallend ist der sehr stark gestiegene Anteil an unterschiedlichen Farben und Texturen. Der Spieler wird nun nicht mehr nur mit schwarz, grau, dunkelgrün, rot, braun und einem etwas anderem braun konfrontiert, sondern oftmals werden auch "freundlichere" Farben wie violett, gelb oder leichtem rosa (!) verwendet. Das mag auf dem Papier nach Stirnrunzeln schreien, funktioniert in der Praxis aber einfach klasse - das muss man aber gesehen haben, bevor man es glaubt ;) Umso verwunderlicher, dass nichts, aber auch gar nichts an Atmosphäre eingebüßt wird. Atmosphärischer denn je gestaltet sich auch die Spielumgebung, die Monster wurden allesamt neu modelliert (wobei es leider nur 2 neue Gegnerarten zu bestaunen gibt; der Nightmare-Imp, der schneller, aggressiver und schwerer zu erkennen ist der normale Imp sowie der neue Endgegner, der Mother Demon), sämtliche der 32 Level sind neu und die Skybox ist jetzt auch endlich animiert - nichts Spektakuläres zwar, aber es trägt zum positiven Gesamtbild bei.

Fazit:
Doom 64 ist eine würdige Fortsetzung der Reihe, wenn nicht sogar einer der besten Teile. Technische oder gar spielerische Neuerungen sind quasi nicht vorhanden, aber gerade dieser Umstand dürfte den meisten Fans gefallen. Denn hier gibt es im moderneren Gewand einfach nur mehr vom Besten - und das reichlich! Solltest auch Du bisher einen Teil Deines Lebens in Doom-Höhlen herumgekrochen sein und Doom 64 noch nicht gezockt haben, dann sollte dies am besten gestern nachgeholt werden.
Dreckig, brutal, direkt - diese Zutaten haben die Doom-Reihe groß gemacht und finden in diesem bislang letztem "echten" Doom ihren Höhepunkt. Ein MUST-HAVE für jeden Anhänger der Serie!

10/10
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