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Cannibal Terror

Originaltitel: Terror caníbal

Herstellungsland:Frankreich, Spanien (1981)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Horror, Drama, Splatter
Alternativtitel:Terreur cannibale
Bewertung unserer Besucher:
Note: 3,40 (5 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Die zwei erfolglosen Kleinkriminellen Mario und Roberto entführen mit Hilfe ihrer Freundin Rina das kleine Mädchen Laurence, die Tochter eines wohlhabenden Großindustriellen. Anschließend fordern sie von den Eltern des Mädchens, den Danvilles, Lösegeld. Noch bevor es zu einer Geldübergabe kommt, wird ein debiler Mittelsmann der Ganoven nach einem Verkehrsunfall von der Polizei verhaftet. Die drei Kidnapper schätzen ihre Situation falsch ein und fliehen aus Furcht vor der Justiz zu einem alten Einsiedler namens Antonio, der in der Nähe eines Kannibalenstammes mit seiner viel jüngeren Gattin Manuela lebt. Der freundliche Gastgeber, der mit den Eingeborenen im Dschungel regen Handel betreibt, gewährt den Kindesentführern zunächst einen sicheren Unterschlupf. Die Ereignisse überschlagen sich jedoch, als der triebhafte Mario die attraktive Manuela brutal vergewaltigt. Der rachsüchtige Antonio sühnt das Vergehen und lockt den Peiniger seiner Ehefrau unter einem Vorwand in die Wildnis, um ihn den kannibalischen Eingeborenen auszuliefern. In der Zwischenzeit informiert die gedemütigte Manuela einen sonderbaren Freund über die anwesenden Kidnapper. Dieser kontaktiert die Behörden, so dass binnen kürzester Zeit die besorgten Eltern des kleinen Mädchens verständigt werden. Die Danvilles erreichen mit Unterstützung eines hilfreichen Grenzbeamten schließlich Antonios Anwesen. Ein schnelles Aufeinandertreffen bleibt aus, da die Entführer die Ankunft der kleinen Rettungstruppe bemerken und mit ihrer Geisel in den angrenzenden Dschungel fliehen, direkt in die Arme des Kannibalenstamms...
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eine kritik von schakuguku:
Die Handlung des Films beruht sich auf ein dämliches Gaunertrio, bestehend aus zwei Männer und einer Frau, welches nach eigener Erkenntnis des Versagens ein kleines Mädchen, aus einer reichen Familie kidnappt, um schnell zu Geld zu kommen. Mit dem Mädchen, „das natürlich bereitwillig überall mit hin folgt, „als wäre es das normalste der Welt“, fliehen sie außer Landes in ein unbekanntes Land, mit angeblichem Dschungel, und dies natürlich, auch noch mitten in ein Kannibalengebiet.

Am Anfang des Films bekommt man erst einmal die Unfähigkeit des Trios schmackhaft gemacht mit einem erfolgreichen, aber selten dämlichen Einbruchversuch der beiden männlichen Spezialisten auf einem Boot in irgend einem Hafen, frei dem Motto, „Man bekommt die Tür mit einem Messer nicht auf, dabei ist sie gar nicht abgeschlossen“, oder die Frau, ersichtlich bei plumpen Anschaffungsmethoden erfolgreich mit Erfolglosigkeit. Später wird sich das Trio in einer Kneipe klar, dass einer dämlicher ist als der andere und beschließt es mit Kidnapping zu versuchen. Also kurzer Hand, das besagte kleine Mädchen wird entführt, und seine Eltern informiert. In irgend einem Zimmer, was aber weiter nicht ersichtlich ist, ob Wohnung oder Hotelzimmer, wird das Versagen eines weiteren Komplizen seelenruhig abgewartet und beobachtet, und als dieser bei seinem Versagen von der Polizei festgenommen wird, beschließt man mit Hilfe eines weiteren Mittelsmannes, welcher im voraus vom Lösegeld erst mal für sich fünfzig Prozent einbehält, das Land zu verlassen. Und per Flugzeug reist man dann ab in den Dschungel, um jemanden dort aufzusuchen, der sie bei sich versteckt, bis das Lösegeld überbracht wird. Im „Dschungel“ angekommen, die Gegend sieht erst mal eher so aus wie das Inland von Spanien, wird das Gaunertrio mit dem kleinen Mädchen im Gepäck von einer Hippiblunse, die als weitere Kontaktperson in Dienst treten soll, in einem Jeep abgeholt, und da sie alle nach einer Zeit über eine Grenze müssen, darf das Trio mit dem gekidnappten Mädchen, über einen Schleichweg still und unentdeckt diese passieren, und die Hippiblunse, beim hiesigen Zollposten offenbar bekannt, passiert mit dem Jeep die Grenze ganz offiziell, und sammelt alle nach dem Grenzübertritt wieder ein. Ganz spektakulär fängt nach weiterer Fahrt natürlich der Kühler an zu kochen, und die Hippiblunse geht erst einmal mit einem Kanister Kühlwasser holen, was ihr nicht ganz gelingt, denn an der Wasserstelle im Busch lauert schon eine Horde Kannibalen auf sie, und nehmen sie mit. Von ihren Hilferufen aufgeschreckt, schmeißt sich das Gaunertrio mit samt dem Mädchen in den Jeep, und sucht, „wohlgemerkt ohne Kühlerwasser“ das weite. Nach weiterer Fahrt gelangen sie ans Ziel, und kommen am Haus des Gehilfen an, „doch von zu wenig Wasser im Kühler auf einmal keine Spur mehr“. In der Zwischenzeit sind die Möchtegernkannibalen mit großteils Mitte-Siebzigerjahre-Frisuren und ihrer Beute zum jaulenden und rumhampelnden Stamm ihrer Artgenossen angekommen. Dort wird die Hippiblunse erst einmal vom Kannibalenchef gebührlich empfangen und auf die Speisekarte gesetzt. Nachdem sich das „Trio des Armseeligen“ mit dem kleinen Mädchen an ihrer Seite beim Beherbergenden mit seiner jüngere Frau bekanntgemacht hatte, muss der Gastgeber plötzlich erst einmal für ein paar Tage weg. Einer der beiden männlichen Halunken greift sich erst einmal die Frau des Gastgebers und vergewaltigt sie im Busch. Große Ahnungslosigkeit beschleicht die Gangster, als ihr Gastgeber verfrüht plötzlich wieder heimkommt und seine Frau nicht vorfindet. Er schleicht sich in die Pampa um sie zu suchen und findet sie gefesselt im Busch. Nachdem er nun weiß, was passierte, geht er, ohne sich was anmerken zulassen am nächsten Tag unter Vorwand jagen gehen zu wollen, mit dem Vergewaltiger in den Busch zum Jagen, zwingt ihn, sich an der Stelle der Vergewaltigung zu fesseln, und pfeift die benachbarten Kannibalen herbei, welche freudig den miesen Nutznießer vor Ort zerstückeln. In der Zwischenzeit sind auch die Eltern des Mädchens mit Gehilfen zum Dschungel unterwegs, und als diese beim Gastgeber des mittlerweile Gaunerduos ankommen, flüchtet dieses mit dem Mädchen und einem Gitarre spielenden Gehilfen, welcher urplötzlich einfach mal anwesend ist, in den Dschungel, indem schon der Kannibalenstamm auf sie wartet, und natürlich der Gastgeber und die Eltern des Mädchens, mit samt ihren Gehilfen hinterher. Das bemerkenswerte dabei ist, dass die, eigentlich wie Indianer mit Mitte-Siebzigerjahre-Frisuren aussehenden Kannibalen immer „einfach mal so“ hockend im Busch herumlungern, als wüssten sie schon im voraus, was passieren wird. Dass diese ihre Beute natürlich sofort zu ihren hampelnden Artgenossen schleifen, um sie zu zerpflücken, wiegt sich dann schon in Gewohnheit. Als die Gruppe mit den Eltern beim Kannibalenstamm eintrifft, empfangen einige Kannibalen diese mit Pfeil und Bogen, werden aber schnell des freien Weges willen mit Gewehren niedergeschossen. Da der Gastgeber als Handelspartner des Kannibalenstamms bei diesem bekannt ist, lässt man die Gruppe dann auch ohne Probleme ins Dorf. In der Zwischenzeit hat man die beiden Gauner zerstückelt und zum Mahl serviert, und das kleine Mädchen spielt, als wäre nichts gewesen mit ein paar Kannibalenkinder. Das kleine Mädchen trifft auf seine Eltern und die Gauner landen im Magen der Kannibalen. So plump, wie der Film anfängt, so plump und sinnbefreit endet er auch.

Die Darsteller wirken alle ziemlich aufgesetzt und einfallslos, und die Aufeinanderfolge der einzelnen Filmszenen wirkt mächtig abgehackt. Die Handlungen werden auf das unbegabteste von den „Schauspielern“ dargeboten und selbst deren Synchronisation ist recht erbärmlich und einfallslos. Dabei ist die Geschichte, welche dem Drehbuch von Ilona Kunesova entspricht eigentlich gar nicht mal so schlecht. Nur was sich Regisseur Allen W. Steeve bei deren Umsetzung gedacht hatte ist sehr fraglich. Man fragt sich da, ob das Budget zu gering war, um mehr Zeit für die Produktion in Anspruch nehmen zu können, oder waren seine Ideen zur Verwirklichung des Films nicht ausgereift genug und überhastet? Anhand zahlreicher, zu seiner Zeit gedrehten anderen Kannibalenfilme, sieht man ja auch, dass diese zumindest eher Wirklichkeitsflair besitzen, und dass auch ohne gigantischen Aufwand ein echter Klassiker entstehen konnte. Selbst der Titel „Cannibal Terror“ ist in meinen Augen da eher weniger von Sinn, weil das kannibalische Treiben im Film eine Randposition einnimmt, welche zu sehr in kurzen Momenten dem Zuschauer entgegenwirkt. Sicherlich muss in einem solchen Film nicht immer alles in Logik übergehen, aber für diesen Fall, sollte das Schauspiel schon richtig inszenierte Spielkunst beinhalten, um Unlogisches zu überblenden.

Was des weiteren die Handlungen der kannibalischen Sippschaft betrifft, kann gesagt werden, dass die meisten Handlungen, z.B. das ja „rein zufällige“ „Wir sitzen mit Speer und Pfeil und Bogen im Busch herum, und warten mal, wer oder was gerade so vorbeikommt Gewarte“, so ziemlich unwirklich rüber kommt. Die Szenen, in denen die Kannibalenopfer „mehr oder weniger“ in ihre Einzelteile zerpflückt werden, sind auch mehr befremdendes Gewühle und Gefledder von Schweine- oder Rinderinnereien, als dass es ein filmischer Akt des Kannibalismus darstellen würde. In der einen und anderen Kameraeinstellung beißen die Herrn Kannibalen dann doch beherzt zu und kauen mit vollem Munde ihre Opfer nieder, nachdem der Oberkannibale die Machete geschwungen hatte, ganz gleich dem Motto, „Jungs haut rein, diese Szenen müssen den ganzen Film retten“. Während immer nur drei oder vier Kannibalen in einer Hütte verspeisend ihren Opfern gedenken, tobt die größere Meute draußen freudig ihren Tanz, als würde es um etwas gehen. Bei einigen Kannibalen sieht das Herumgehüpfe dann eher so aus, als hätten sie zu gepflegter Blasenentzündung eine volle Blase und einen Knoten im Genital. Doch auch sie sollen gut lachen, oder eher gut johlen haben, denn sie dürfen sich nach Großzügigkeit ihres Oberkannibalen über die Frau des ehemaligen Gaunertrios hermachen und raufen sich wahrlich um ihre Mahlzeit, ja sie verschlingen sie förmlich, während grotesker weise in diesem Moment das kleine Mädchen unbescholten mit drei Kannibalenkindern spielt. Man sollte im Film wirklich nicht nach einem Sinn suchen, dafür ist die Produktion dann doch zu schlecht, als dass man hier mit Logik ran gehen könnte. Stellenweise wird das vermittelnde Bildmaterial dem Zuschauer so oberübel rüber gebracht, dass diesem beim fünfmaligen anschauen des Films, dann vielleicht doch ein Schmunzeln über sie Lippen läuft. Auch dieses, ganz nach altem Motto: „Der Film ist ja so schlecht, dass er schon wieder gut ist!“ Einziger Pluspunkt im Trauerspiel ist für mich wiederum die gelungene Soundproduktion für den Film. Was zumindest das Musikalische angeht, hat Jean Jacques Lemeztre einen knackigen dem Genre typischen Sound hingelegt. Von Filmkunst kann bei „Cannibal Terror“ aber auf jeden Fall keine Rede sein, eher von aller billigster B-Movieproduktion, aber auch diese lässt sich „wohl“ wunderbar angesichts des vielversprechenden Titels verkaufen.
5/10
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