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Deus Ex

Herstellungsland:USA (2000)
Standard-Freigabe:USK 18
Alternativtitel:Deus Ex: The Conspiracy
Shooter: Majestic Revelations
Bewertung unserer Besucher:
Note: 9,00 (3 Stimmen) Details
eine kritik von the hitman:
Mit „Deus Ex“ hat Ion Storm ein zeitloses Meisterwerk geschaffen. Der Entwickler Warren Spector (System Shock, Epic Mickey, Thief) hatte sich eine düstere Zukunftsversion im Stile von Blade Runner oder Ghost in the Shell erdacht und wollte sich von Fanatsyszenarien, -die er vorher unter anderem mit Ultima Underworld erfolgreich entiwckelt hatte- distanzieren und eine Geschichte erzählen, die das neue Millennium finster und ernsthaft darstellen sollte. Als Entwicklungsstudio sollte ursprünglich EAs Origin Systems fungieren, diese hatten jedoch kein Interesse an der Story. Bei den Looking Glass Studios erhielt die Idee durchaus Gehör, konnte aber finanziell nicht gestemmt werden. Da konnte nur ein John Romero mit seiner „Design is Law“-Schmiede Ion Storm helfen und bot Spector an, dass Spiel seiner Träume zu entwickeln.

Zur Story:
Man schlüpft in die (nanotechnisch verbesserte) Haut von JC Denton, der seinen ersten Tag der Regierungsorganisation U(nited)N(ations)A(nti)T(errorist)C(oalition) antritt. Sein Bruder Paul, -schon ein altes Eisen in dem Laden- brieft JC darüber, dass Terroristen der N(ational)S(ecessionist)F(orces) die Freiheitsstatue geköpft haben und einen Agenten der UNATCO in Gefangenschaft genommen haben. Außerdem wurde ein Behältnis des Gegenmittels mit Namen „Ambrosia“ zur Behandlung des ansteckenden „Grauen Todes“ von der Bande gestohlen. Tausende Menschen wurden inzwischen von dem Virus dahin gerafft. Damit hat sich die Gruppe schlussendlich auf die Abschussliste der Vereinten Nationen katapultiert. Die Motive des Diebstahls sind zunächst nicht bekannt, doch JC gerät mit dem Fortsetzen seiner Ermittlungen und Aufträge immer weiter in Verschwörungen auf höchster Ebene, Verrat in den eigenen Reihen und Risiken für die komplette Menschheit. Dabei werden auch Theorien und Themen aus der Pop-Kultur aufgegriffen und spannend in die Handlung integriert, da finden sich zum Beispiel die Illuminaten wieder, Majestic 12 und die Area 51 haben ebenfalls neben etlichen anderen bekannten (Untergrund-)organisationen ihren Auftritt. Und alle hängen irgendwie mit drin. Die Story ist mitunter eine der -aus meiner Sicht- brillantesten der Spielgeschichte.

Zum (Game)play:
Auf den ersten Blick erscheint Deus Ex wie ein weiterer Ego Shooter. Lässt man sich auf die Handlung und die Möglichkeiten, die dem Spieler geboten werden ein, entfaltet sich das Game zu einem sensationellen Genre Mix. JC wird mit dem Lösen von Aufgaben rollenspielartig mit Erfahrungspunkten belohnt, die in diverse Fertigkeiten investiert werden können. Unter anderem wäre das zum Beispiel der Umgang mit Dietrichen, der mit dem Aufwerten dieser Fähigkeit schneller wird oder das Knacken anspruchsvollerer Schlösser erlaubt. Weiter kann das Zielen mit der Pistole verbessert werden oder die Kapazität des Lungenvolumens erhöht werden, was längeres Untertauchen erlaubt. Und, da es sich bei JC wie schon erwähnt um einen „verbesserten“ Menschen handelt, kann dieser zum Beispiel Implantate aktivieren, welche ihn zum Sehen im Dunkeln befähigen oder aber auch tonnenschwere Container aus dem Weg räumen kann. Aufgrund dieser Vielzahl von Anlagen, kann sich jedes Durchspielen immer anders entwickeln. Auch schon deshalb, weil dem Spieler Unmengen an Lösungswegen offenbaren, die im ersten Spielgang vielleicht gar nicht aufgefallen sind oder in eine andere Richtung gelenkt werden. Ein Beispiel: Ein verkabelter Terrorist droht sich mit einer Gruppe von Geiseln in der U-Bahn in die Luft zu sprengen. Hierbei hat man nun beispielsweise folgende Möglichkeiten. Man geht in die vollen, rüstet sich mit Maschinengewehr, einem Haufen Munition und Granaten aus und stürmt die Station, dabei werden eventuell 2 der 4 Geiseln getötet, weil die Freunde des Terroristen zu spät ausgemacht wurden oder er nach der Explosion noch Opfer entstehen. Eine weitere Möglichkeit wäre einen Schacht zu suchen, der direkt runter in die Station führt, dabei kann man die Geiselnehmer der Reihe nach unschädlich machen. Auch ob man die Burschen tötet oder nicht bleibt dem Spieler überlassen. Die letzte Möglichkeit besteht in der verbalen Konfrontation. Überzeugt man den Geiselnehmer gehen alle friedlich nach Hause…aber die Möglichkeit des Versagens und der falschen Antwortmöglichkeit besteht selbstverständlich immer noch…
Bleibt zu sagen: Alles was von JC entschieden und so gemacht wird hat auf den weiteren Spielverlauf Einfluss und Konsequenzen. Die verschiedenen und teils auch kombinierbaren Lösungswege motivieren und laden zum erneuten Durchspielen ein.

Zur Atmosphäre:
Die Stimmung im Spiel ist passend zur Geschicht: düster, aussichtslos und pessimistisch. Die Charaktere, die man in den Straßen zwischen den New Yorker Wolkenkratzern oder heruntergekommenen Bars trifft, haben immer eine interessante Geschichte zu erzählen, die ggf. sogar in Arbeit für JC münden könnte. So gilt es abzuwägen, ob man einem Junkie Drogen von einem Straßendealer kauft oder ihn weiterhin im kalten Entzug lässt. Konsequenzen aller Art inbegriffen. Entsprechend sehen die Leute auch aus, Augenringe, abgetragene Klamotten und gelbliche Haut. Nachtclubs, in denen Partywütige feiern, als ob es keinerlei Probleme auf der Welt gäbe, stehen dem in direktem Kontrast gegenüber. Auf die Zeichnung der einzelnen Menschen, deren Macken, Charakter und Ansichten wurden für jede Figur detailliert ausgearbeitet und trägt maßgeblich zum Flair des Spiels bei. Die einzelnen Ortschaften, die man quer über den Globus besuchen kann wurden auch weitestgehend ihren realen Vorbildern angelehnt, dazu gehören eben New York, Hong Kong, die eingangs erwähnte Area 51 und auch Paris.

Zur Technik:
Die Unreal 1 Engine gewinnt heutzutage keinen Blumentopf mehr, sorgt aber für die entsprechende Präsentation und kann das Ambiente adäquat darstellen. Das Spiel lebt ohnehin von seinem Flair, die Grafik spielt dabei nur eine nebensächliche Rolle. Alex Brandons ikonisches Deus Ex-Thema verdient in allen belangen das „Epic Soundtrack“-Siegel. Die übrigen Tracks sind ebenfalls durch die Bank weg perfekt. Egal ob verwahrloste New Yorker Straßen, belebte Hong Konger Märkten oder zwielichtigen Seitenstraßen, die Musik stimmt. In Kämpfen wird der dynamische Soundtrack von einem fetzigeren Part übernommen. Deus Ex ist hierzulande in englischer Sprachausgabe mit deutschen Untertiteln erschienen. Die Sprecher machen ihren Job gut, allen voran JCs markante Stimme wäre für den deutschen Synchronsprecher vermutlich zur Herausforderung geworden.

Zum Blood & Gore:
Explosionen lassen Menschen, Aliens, Tiere und Co. in ihre Einzelteile zerspringen, getötete Gegner bluten eine Lache aus. Gezielt Körperteile abtrennen oder Einschusstexturen gibt es aber nicht, ebenso die physikalischen Ragdoll-Effekte sind hier auch noch nicht vertreten. In Deutschland ist das Spiel ab 18 Jahren freigegeben worden und unzensiert erschienen.
10/10
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