SCHNITTBERICHTE | # | A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z
Titel suchen:
Böses Zombie-Spiel PS4 aus AT · Hol dir den Klassiker ohne Zollprobleme · ab 19,99 € bei gameware Assassins Creed Valhalla · Schreibe deine eigene Wikingersaga · ab 58,99 € bei gameware

Die Früchte der Leidenschaft

(Originaltitel: Fruits de la passion, Les)
Herstellungsland:Frankreich, Japan (1981)
Genre:Drama, Erotik/Sex
Alternativtitel:Story of O Continued, The
Fruits of Passion
Shanghai Ijin Shôkan - China Doll
Früchte der Leidenschaft
Bewertung unserer Besucher:
Note: 10,00 (2 Stimmen) Details
eine kritik von laughing vampire:
Ein wunderschön gefilmtes, bizarr-erotisches Märchen des revolutionären japanischen Regisseurs Shuji Terayama mit einem toll aufgelegten Klaus Kinski, der im selben Jahr noch Fitzcarraldo drehen solle.

Die Handlung selbst ist simpel und basiert lose auf der Fortsetzung der "Histoire d'O", "Retour à Roissy". Sie wurde ins China der späten 1920er-Jahren verlegt: Der Lebemann Sir Stephen (Klaus Kinski) will die Liebe seiner Freundin O. (Isabelle Illiers) unter Beweis stellen und gibt sie daher in ein Bordell, geführt von einem Transvestiten (Shinnosuke "Peter" Ikehata), wo sich allerlei tragische Schicksale herumtreiben, auf die im Verlauf des Films näher eingegangen wird. Politische Aufstände prägen die Stimmung, und Sir Stephen, der einige Casinos betreibt, gerät in Konflikt mit den Einheimischen. Schließlich verliebt sich ein armer Junge in die schöne O., der sich den Aufständischen anschließt, um sich vom Geld einen Besuch im Bordell leisten zu können.

"Les fruits de la passion" lebt von seinen Bildern und seiner Stimmung und ist wahrscheinlich einer jener Filme, die man nur abgöttisch lieben oder hassen kann. Bestreiten, daß er wunderschön gefilmt ist, kann jedoch niemand: Fabelhafte Bilder, zusammen mit dem üblichen brillanten Soundtrack eines J.A. Seazer, erzeugen eine wunderbare, bizarre Melancholie, auf die man sich einlassen muß, um diesen Film als das zu genießen, was er ist: Keine schlichte Erzählung einer Geschichte, sondern eine experimentelle, verspielte, philosophisch angehauchte und den Augen wohltuende Wundertüte von einem Film. Er lebt allein von seiner Stimmung und Symbolkraft, während die außergewöhnliche Rahmenhandlung (China der 20er-Jahre) mit den tollen, detailverliebten Kulissen jedoch auch nicht ohne Reiz ist.

Interessant ist bei diesem Film auch, dass es sich um eine französisch-japanische Koproduktion handelt, ähnlich wie "L'empire des sens" von Oshima (selbe Produktionsfirma), welcher im Gegensatz zu diesem Film immerhin als Meisterwerk anerkannt, meiner Meinung nach jedoch deutlich schwächer ist. Es handelt sich in diesem Fall übrigens wirklich um einen internationalen Film, während Oshima lediglich die japanische Zensur umgehen wollte: Hier durften Schauspieler aus mehreren Ländern zusammenwirken und es werden mehrere Sprachen gesprochen (Japanisch, Französisch und größtenteils stark gebrochenes Englisch), was ich ja bezaubernd finde, auch wenn gerade das Englische ohne Untertitel fast unverständlich ist

Terayama, Anfang der 80er viel zu früh gestorben, ist in seiner Heimat nebst seinen Filmen hauptsächlich für sein Theaterwerk bekannt und war einer der wichtigsten Köpfe der japanischen Avantgarde. Mit seiner Truppe Tenjō Sajiki hatte er auch in Europa (inklusive Deutschland) Auftritte, und es waren auch bei seinen Filmen oft dieselben Leute am Werk, mit denen er ansonsten auf der Bühne arbeitete: Ein eingespieltes Team um einen unglaublich interessanten, vielseitigen Künstler, der völlig unverständlicherweise in Europa in Vergessenheit geraten ist. Aber ich bin doch zuversichtlich, daß er eine Renaissance erleben wird.

Unbedingt anschauen. Ich selbst besitze die mittlerweile vergriffene italienische DVD, die eine großartige Bildqualität, jedoch nur italienische (Zwangs-)Untertitel hat (man kann sie natürlich mit den üblichen Tricks umgehen). Es gibt aber auch eine britische DVD, die ich nicht getestet habe und die mich vor allem wegen des grauenhaften Covers abgeschreckt hat.
10/10
mehr reviews vom gleichen autor
Real
Laughing Vampire
9/10
Rosetta
Laughing Vampire
8/10
Scent
Laughing Vampire
8/10
Battle
Laughing Vampire
6/10
die neuesten reviews
Hellraiser
dicker Hund
7/10
Thor:
Romero Morgue
7/10
Destroyers
cecil b
5/10
Final
Romero Morgue
6/10
2001
sonyericssohn
10/10
kommentar schreiben

Um Kommentare auf Schnittberichte.com veröffentlichen zu können, müssen Sie sich bei uns registrieren.

Registrieren (wenn Sie noch keinen Account hier haben)
Login (wenn Sie bereits einen Account haben)