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Rabid - Der brüllende Tod

Originaltitel: Rabid

Herstellungsland:Kanada, USA (1977)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Horror, Science-Fiction
Alternativtitel:Überfall der teuflischen Bestien, Der
Rabid - Bete, dass es dir nicht passiert
Rage
David Cronenberg's Rabid
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,45 (20 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Ein Motorradunfall. Die verletzte Rose ist dabei nur durch eine neuartige, bisher noch nicht angewandte Operationstechnik zu retten. Hautgewebe von ihrem Unterschenkel wird neutralisiert, bevor es auf die Verletzung verpflanzt wird. Während der Neutralisationsphase entstehen allerdings aggressive Mutationsformen der Zelle. Resultat: die Patientin entwickelt einen Durst nach menschlichem Blut. Ihren Opfern zumeist männlicher Natur zapft sie das Blut über einen penisförmigen Stachel, der aus ihrer der Achselhöhle wächst, ab. Die Opfer werden durch diesen Stich mit dem "Virus" infiziert und während der Ausnahmezustand in der Stadt verhängt wird, infiziert Rose weitere Opfer... (Splendid)

eine kritik von dotd:
!!!Enthält Spoiler!!!

David Cronenberg brachte 1977 mit Rabid einen weiteren Vertrerers des Body-Horrors Raus. Der Film bekam in Deutschland bei der Erscheinung eine Fsk:18 raus und wurde nachträglich von der BPJM indiziert. Erst Jahre später wurde die Indizierung aufgehoben und der Film konnte dank der Neuprüfung durch die Fsk mit einem 16er Rating neu im Handel gebracht werden.

Wie man es von David Cronenbergs früheren Filmen, welche sich größtenteils im Horror Genre bzw im Body-Horror wiederfanden, legt Er auch hier in Rabid einen düsteren, intelligenten und nicht gerade harmlosen Streifen ab. Wie man es von David Cronenberg kennt ist es pure Absicht, dass er hier mit sexuellen Metaphern Provoziert und diese mit einigen ordentlichen Ekeleffekten paart um die Wirkung noch mehr zu verstärken. David Cronenberg steht für intelligenten Horror mit Niveau und das ist auch hier der Fall. Hier hat er ein sehr gutes B-Movie erschaffen und aus dem niedrigen Budget das beste rausgeholt.
Die Atmosphäre ist durchgehend düster, trist und hoffnungslos. Dazu trägt auch der Soundtrack und die ganze Grundstimmung des Filmes, welche nicht durch ironische oder witzige Szenen entschärft wird.
Allein die Machart für das zentrale Thema, welches hier der Zusammenfall der Gesellschaft durch eine Seuche ist, die sich zur einer Epidemie entwickelt ist in dieser Art wohl nur in den 70ern möglich gewesen. Das der Film aus den 70ern kommt, sieht man hier auch ganz klar.
Die Menschen die von der Seuche befallen sind, verlieren die Kontrolle über ihre Verhalten und ziehen Unschuldige Personen mit ins Verderben, indem diese die Krankheit durch eine simple Umarmung weitergeben. Wie schon in der Inhaltsangabe erwähnt, wollen Forscher eine Möglichkeit entwickeln, den natürlichen Fortpflanzungsdrang der Menschen wieder zu gewinnen. Die Testperson ist hier die bei einem Unfall verunglückte Rose. Diese schwebt in Lebensgefahr und muss sofort auf dem Hinweg opperiert werden. Die Ärzte wollen einen neuen noch nie durchgeführte Methode anwenden, ohne die Risiken und Folgen der Veränderung des menschlichen Körpers zu kennen. Das führt allerdings dazu, dass sich diese wie die Tiere verhalten und somit einen großen Teil ihrer Menschlichkeit und ihrer Moral verlieren und ihr Verhalten nicht mehr im Griff haben. Sie war sozusagen ein Versuchskaninchen, die ohne es zu wissen, für diese neue OP missbraucht wurde. Nachdem sie im Krankenhaus aufwacht, geht das Drama schon los und das Chaos nimmt seinen Lauf.
Die Opfter werden wie schon erwähnt durch eine Umarmung infiziert. David Cronenberg stellt diese als einen brutalen und kaltherzige Vergewaltigung dar. Die Vagina förmige Öffnung und der Penisartige Stachel der aus den Achselhöhlen kommt sticht die Leute während der Umarmung unerwartet. Diese wird auf einer erotischen Art und Weise dargstellt, was Rose stöhnen während der Umarmung bestätigt. Allerdings verzichtet der Regiesseur auf einen aufwändigen Liebesakt, da die Veränderung an der Achselhöhle als Zeichen dafür darstellt. Das sorgt dafür, dass der Zuschauer sich von diesen Akt angewiedert fühlt. Auch die Zombie-Vampir Thematik wird hier noch eingesetzt. Es ist aber nicht wie in Dawn-Of-The-Dead 1978 von Romero, dass diese nicht mehr denken können. Rose kann immer noch denken und sich unauffällig verhalten, wenn Leute um sie sind. Die Gefahr ist hier versteckt und nicht erkennbar. David Cronenberg spielt mit der unsichtbaren Angst und der Gefahr vor einer Seuche, welche überall und zu jeder Zeit die Gesellschaft erfassen und zerschlagen kann, wenn sie ausbricht. Der Film kam sogar noch vor Dawn-Of-The-Dead raus. Hier sind Einflüsse von Romeros Night of the living Dead 1968 meiner Meinung nach vorhanden.
Auch ist hier zu vermerken, dass Rose Opfer überwiegend männlicher Natür sind, wo deutlich wird, dass Cronenberg hier das Thema der Emanzipation behandelt, welches in den 70ern dem Anschein nach in der Entwicklung war. Ein weiterer Punkt ist die Folge der Epidemie ist auch dass die infizierten Personen abgeknallt werden müssen, damit man die Sache überhaupt im Griff bekommen kann. Das pasiert dadurch, dass diese nach dem Tot in Müllwagen geschmissen und aussortiert werden. Heißt sie sind nichts anderes mehr als wertloses Fleisch und Abfall, welcher entsorgt werden müssen. Das beschreibt den Verlust der Menschlichkeit, der durch den Ausbruch der Seuche passiert ist. Hier wird auch die Macht der Regierung gegenüber dem Staat mit militärischer Gewalt deutlich, welche diese gegenüber der Bevölkerung ausüben kann.
Die Hauptschuld liegt an den Menschen, weil diese sich in Prozesse einmischen, wo diese eigentlich nichts zu suchen haben und womit diese auch überfordert sind, was sich später im Laufe des Filmes herausstellt.

Rose wird selber zum Opfer, weil sie nicht glauben will, was aus ihr geworden ist. Sie ist voller Schuldgefühle und will sich selber überzeugen, dass sie nicht der Auslöser für die Epidemie ist. Das geht allerdings nach hinten los und sie wird selber zum Opfer ihrer eigenen Krankheit, die sie an andere gewollt / ungewollt weitergegeben hat. Sie ist in dem Fall Täter und Opfer zugleich.

Der Film hat viele Stärken: Die Erzählung und der Verlauf der Geschichte ist gut zu verfolgen und durchgehend spannend gehalten. Die Atmosphäre und die Grundstimmung im Film ist durchgehend düster und pessimistisch gehalten, was zum Streifen passt und diesen nur noch effektiver und kraftvoller wirken lässt. Die Performance der Schauspieler ist mehr als genug, um den Zuschauer mit der Geschichte zu packen. Die Laufzeit ist auch optimal gewählt. Somit verhindert man unnötigen Leerlauf und Langeweile. Allerdings hat der Film auch seine Schwächen. Es könnte zum Beispiel in einigen Momenten mehr passieren aber das ist anhand des Gesamtwerkes nicht so schlimm. Ich vergebe hier wohl verdiente 8/10 Punkte. Für Fans von David Cronenberg und des Body-Horrors eine klare Empfehlung.
8/10
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